Arnemann (geb. Stammann), Mathilde, Mäzenin und Wohltäterin (1809-1896).

132,00 

2 eigenhändige Briefe mit Unterschrift Eisenach und Karlsbad, 19. II. 1872 und 19. VII. 1889, 8°. Zus. ca. 6 Seiten. Doppelblätter.

Vorrätig

Beschreibung

An eine Freundin: “[…] was soll ich recht machen, elend und jämmerlich, daß ich seit October das Zimmer nicht hab verlassen können ist jede Zeile die ich schreibe mir eine Beschwerde, ich könnte nur so etwas erreichen aber ich habe 5 Kinder im höchsten Norden und Süden […]” Wegen Losen für eine Wohltätigkeitstombola. – “[…] Es naht sich der Tag, den Sie mit freudigen und ernsten Erinnerungen begrüßen werden; ich hoffe Ihnen einen Artikel zu senden, den ein junger und höchst begabter und denkender […] Mensch geschrieben hat; ich freue mich seines Ernstes mit dem er das Leben des Mannes studierte, der Deutschland so viel genutzt hat. Wenn die Sache Ihnen eine Freude machen wird wärs ja herrlich, es ist ein junger Referendar die ja umsonst für Andere schreiben müssen und nun ist er froh einmal eine für ihn so unbeschreiblich interessante Arbeit zu machen – unser gelesenstes Blatt der Correspondenz hat bereits die Aufnahme zugesagt […] Meinen Sprudel habe ich bereits 5 Wochen getrunken aber mir ist das Herz trübe wenn ich in unserem Carlsbad weile ich lebe nur den Erinnerungen und vergeblich sucht man eine Persönlichkeit von damals […]” – “Mathilde Arnemann was married to Carl Theodor Arnemann (1804-1866), consul and owner of a big trading company in Altona. Mrs. Arnemann devoted her life to the poor, ill and disabled, who suffered misfortune and hardship. She also supported artists, craftsmen, merchants, and citizens, who experienced difficulties after getting involved in the political freedom movement 1848. During the Wars of 1848, 1864, 1866, and 1870/71, Mathilde Arnemann treated the wounded and their families with selfless, untiring efforts, also taking advantage of her personal connections to provide field hospitals with equipment or support the Alsatian village of Garrburg with several train waggons of relief supplies. Especially her efforts after the Battle of Oeversee 1864 impressed the Austrian sovereign and his wife. Emperor Franz Joseph I expressed his highest appreciation and gratitude, whilst Empress Elisabeth presented her with a gold bracelet bearing a small portrait. In 1866 Mrs. Arnemann spontaneously established the Elisabeth Rosen Foundation in Karlsbad, which provided spa therapies for more than two thousand poor people. As a proud republican and citizen of Hamburg, she not only refused to be raised to nobility by King Wilhelm I, but also rejected the War Medal in 1866, which she returned to the king with a letter explaining her decision.”