Strauss, Richard, Komponist (1864-1949).

Eigenh. Musikmanuskript mit mit Bearbeitungsvermerken in Bleistift sowie eigenh. Widmung und Unterschrift "Dr.Richard Strauss". Ohne Ort und Jahr, (um 1922; Widmung: Baden bei Zürich 1946), Qu.-Gr.-Fol. 2 Seiten mit je 14 Zeilen.

12.000,00 

Vorrätig

Beschreibung

Herrlicher, 40 Takte umfassender Partiturauszug aus Strauss‘ achter Oper „Intermezzo“, Opus 72. Aus dem Arbeitsmanuskript zur ersten Szene der Oper. Das Libretto zu dieser „bürgerlichen Oper in zwei Akten“ – reich an Anspielungen auf das eigene Familienleben – hat Strauss 1922-23 selbst verfasst. Das Werk widmete es seinem Sohn Franz; die Uraufführung fand am 4. November 1924 in Dresden statt. – Unser Blatt bezieht sich auf die erste Szene des ersten Aktes mit dem Duett zwischen Christine Storch und ihrer Kammerdienerin Anna. Christines Mann, ein Kapellmeister, ist im Begriff zu Konzerten nach Wien aufzubrechen und seine Frau beobachtet seine Abreise am Fenster während sie sich frisieren lässt: „Frau (springt auf, rennt mit der Lorgnette ans Fenster) Grüßt mein Mann herauf? – Anna Er grüßt mit der Hand. – (versteckt sich hinter der Gardine) Warum er nur immer reist! – Ich glaube der Herr ist nicht gerne allzulange an einem Ort. – Er hat glaube ich, doch jüdisches Blut in den Adern. – Und dann sein schöner Beruf. – Schöner Beruf, ha, ha, fangen Sie auch noch an! – Die Berühmtheit. – Ha, ich danke für die Ehre! Daß nach dem Tode noch wildfremde Leute aus purer Neugier urteilen, ob sich die Gemahlin ihrer andren besseren Hälfte würdig erwiesen hat! Mein Mann hat seinem Herrn Biografen ausdrücklich verbieten müssen meiner zu erwähnen: man muß doch noch das Recht haben, Privatperson bleiben zu dürfen – Au! aber – so passen Sie doch auf, Sie reißen mir ja alle Haare aus – Sie lernens auch nie – und was bin ich und war ich als ‚Tondichters Gattin‘? Ha, ha“. – Das schöne Manuskript in Particellform in sauberer Niederschrift mit schwarzer Tinte und Bemerkungen zur Instrumentation, Korrekturen etc. in Bleistift. Jede Gesangsrolle hat eine eigene Zeile, während die musikalische Begleitung auf bis 3 Zeilen notiert ist. Bühnenanweisungen stehen unter der Musik. – 1946 hat Strauss das Blatt als Geschenk dem Inhaber des Hotels „Verenahof“ in Baden bei Zürich gewidmet: „Meinem lieben [Franz] Xaver Markwalder zum Geburtstag 1946. Baden, Verenahof. Richard Strauss“. – Minimale Randschäden, sehr schön erhalten