Beuys, Joseph, Künstler (1921-1986).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Düsseldorf, 1. VI. 1972, Fol. 1 1/2 Seiten. Briefkopf "Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung". Mit eigenhändigen Umschlag.

Nicht vorrätig

Beschreibung

An den Kunstkritiker Alois Hengartner in Sankt Gallen: „[…] Man sollte allen Menschen empfehlen mich nicht anzuschreiben. Sonst geht es wie bei Ihnen. Sie haben nun damals einen sehr schönen Artikel geschrieben. Aber jetzt erst kam ich dazu ihn zu lesen, weil viele Hunderte Briefe mich ganz verschütteten. Das muß für Sie enttäuschend gewesen sein. Sie können es sich jedoch leicht vorstellen was jetzt schon eingetroffen ist: wenn ich alle Briefe und Schriften gewissenhaft durchlesen müsste, würde ich von einem Handelnden ganz zu einem nur Lesenden umfunktioniert. Aber das darf ja nicht der Sinn meines Leben sein. Nun aber seien Sie herzlichst bedankt für die Mühe die Sie sich mit meiner Arbeit gemacht haben […]“ – Beiliegend eine Fotokopie des Artikels von Hengartner „Der Kunst-Skandal findet nicht statt“. – Bei der documenta 5 im Jahre 1972 zeigte Beuys seine Arbeit „Dürer, ich führe persönlich Baader + Meinhof durch die Documenta V“. Im Juni 1972 eröffnet er die Ausstellung „Arena“ in Neapel. Im Sommer nahm er auf eigene Faust über 200 Studenten in die Düsseldorfer Kunstakademie auf und erhielt darauf die fristlose Kündigung. – Ganze Briefe von Beuys sind sehr selten.