Kirchner, Ernst Ludwig, Maler (1880-1938).

Eigenh. Postkarte mit Unterschrift "ELKirchner" (Bleistift) und Orig.-Holzschnitt. Davos Platz, 12. VI. 1922, Qu.-8° (9 x 14 cm). 2 Seiten. Schweizer Postkarte mit orangem Frankaturdruck.

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Beschreibung

Ein Unikat. – Dieser überaus seltene Holzschnitt Kirchners, von dem nur einige Probeabzüge existieren, entstand als Illustration zu einer Erzählung mit dem Titel „Pére Perdrix“ (1902) von Charles-Louis Philippe. Ein Abdruck zu dieser Erzählung kam nicht zustande. Der Holzschnitt zeigt die Titelfigur der Erzählung, einen erblindeten Schmied, mit dunkler Brille und Stock auf einer niedrigen Bank sitzend, wie er zu Beginn der Erzählung geschildert wird. – Tiefschwarzer, differenzierter Druck vor Reduzierung des Stockes. – Dube 930, Zustand I (von 2). Schiefler, Bd. II, S. 225 (mit Abbildung als Vignette). – Postkarte an den Kunsthistoriker Curt Glaser in Berlin, aus der Frühzeit ihrer Bekanntschaft: „Sehr geehrter Herr Professor, ich würde mit Vergnügen Ihnen für die Neuauflage Ihres Buches den Stock dieses Holzschnittes zur verfügung stellen. Wenn Sie wollen, könnten Sie ihn als Vignette irgendwo am Kapitelanfang drucken. Betreffs der anderen Abbildungen bin ich dabei, 3 andere Blätter zu photographieren, die wird Ihnen Westheimer mit den neuen Bedingungen zusenden. Den Holzschnittakt möchte ich wegen seiner schwachen Umsetzung ungern senden. Aber wenn Sie eine gute Abbildung wollen, könnte ich eine der Landschaften dazu geben. Ich halte diese Landschaften nicht für so besonders trefflich. Ich habe bessere Holzschnitte gemacht, auch ist der Akt die einzige wirklich gute Abbildung […] Ich schreibe Ihnen noch darüber. Ich werde mich freuen, Sie hier zu sehen. In Liebe Ihr ELKirchner.“ – Am Seitenrand neben dem Holzschnitt die eigenh. Bezeichnung „Illustration zu Charles Louis Philippe Père Perdrix“. – Kirchner bietet den auf der Postkarte abgezogenen Holzschnitt als Vignette für die 1923 erfolgte Neuauflage des Buches „Die Graphik der Neuzeit“ an (Erstdruck Berlin 1922). – Nicht in der Lost-Art-Datenbank (zuletzt abgerufen 25. 10. 2019). – Provenienz: Privatsammlung, erworben am 9. Mai 1986 bei Hauswedell & Nolte, Hamburg (Auktion 263, Nr. 602). – Zur Bekanntschaft zwischen Kirchner und Glaser und zum Schicksal von Glasers Sammlung vgl. Andreas Strobl, Curt Glaser. Kunsthistoriker, Kunstkritiker, Sammler. Eine deutsch-jüdische Biographie. Köln 2016. – Papierbedingt etwas gebräunt. – Ausführliche Beschreibung auf Anfrage.