Stockmann, Hermann, Maler, Zeichner und Illustrator. (1867-1938).

1.900,00 

23 eigenhändige Briefe mit 37 integrierten (oft kolor.) Federzeichnungen und Unterschrift sowie 4 Beilagen. Dachau, 26. VIII. 1918 bis 27. VII. 1937, Verschied. Formate. Zus. 37 Seiten.

Vorrätig

Beschreibung

Sehr hübsch illustrierte Folge von Malerbriefen an den Arzt und Museumsgründer Hans Güthlein (1871-1935) und seine Frau Grete in Feuchtwangen. Santitätsrat Güthlein stammte aus Erlangen und ließ sich nach seinem Studium in Feuchtwangen nieder. 1902 gründete er den Verein für Volkskunst und Volkskunde, später zählte er zu den Gründern des Heimatmuseums (heute Fränkisches Museum). 1922 konnte der Volkskunstverein das heutige Museumsgebäude erwerben und 1926 wurde das neue Museum eröffnet. Im gleichen Jahr wurde Güthlein zum Ehrenbürger ernannt. I. 26. VIII. 1918. Gr.-8°. 1 Seite. Doppelblatt. Mit kolor. Federzeichnung (Kartoffel mit Auswüchsen). – Erwähnt seine Illustrationen für Karl Trautmanns „Kulturbilder aus Alt-München“ und Auftragsarbeiten für den Verlag Braun und Schneider. – II. 3. IX. 1920. Gr.-8°. 4 Seiten. Doppelblatt. Mit 7 kolor. Federzeichnungen (Automobil, Hochzeit, Ausflugserinnerungen). – Über eine Fahrt nach Feuchtwangen, dortige Museumsangelegenheiten, das Gauschießen in Dachau etc. – III. 27. IV. 1922. Gr.-8°. 1 Seite. Mit kolor. Federzeichnung („Papiergeldscheißer“). – Über Bilder für den Glaspalast, ein Märchenbuch und Zeichnungen für die „Fliegenden Blätter“: „man bräuchte eben ein Papiergeldmännlein.“ – IV. 12. IX. 1922. Gr.-4°. 1 Seite. Mit kolor. Federzeichnung (Wanderer mit Gepäck). – Nach der Rückkehr aus Feuchtwangen. – Gebräunt, kleine Randschäden. V. 13. I. 1925. Gr.-8°. 2 Seiten. Doppelblatt. Mit kolor. Federzeichnung (Schnupfenmann) und Farbprobe. – Übersendet einen Entwurf für ein Relief, eine Farbenprobe für das Rokokozimmer im Heimatmuseum und Vorschläge für die dortige Bilderhängung. VI. 12. IX. 1925. Gr.-4°. 1 Seite. Mit 3 Federzeichnungen (Regal und Fensterschmuck im Rokokozimmer und Biedermeierzimmer des Heimatmuseums. – Über die Einrichtung des Museums und die Aufstellung der Fayencen. – VII. Faschingsmontag 1926. Gr.-8°. 3 Seiten. Mit 2 kolor. Federzeichnungen („Die brennende Nase – ein Carnevalserlebniss“ und Rokoko-Fensterschmuck für das Museum). – Über den Münchner Fasching und die Ausgestaltung des Museums: „das Ausgestalten einer solchen Sache gehört zu den größten Freuden des Daseins.“ VIII. 20. X. 1926. Gr.-4°. 1 Seite. Mit kolor. Federzeichnung (Münchner Kindl). – Über seinen Besuch in Feuchtwangen, wohl zur Museumseröffnung. IX. 28. VIII. 1927. Gr.-4°. 1 Seite. Mit Federzeichnung (Selbstkarikatur als Kunstmaler). – Dankt für Gastfreundschaft bei einem Besuch in Feuchtwangen, erwähnt das Museum und will an den Generaldirektor des Bayerischen Nationalmuseums Philipp Maria Martin Halm schreiben „wegen der originellen Schäferarbeiten“. X. 6. IV. 1928. Gr.-4°. 1 Seite. Mit kolor. Federzeichnung (Turmbläser mit Fanfare). – Erwähnt Trachtenaufnahmen vor dem Feuchtanger Museum und kündigt den Besuch von Kronprinz Rupprecht dort an: „Jedenfalls will der Prinz keinen Empfang mit Klimbim!! Ganz schlicht aber herzlich – nur Begrüßung im Museum.“ Über eine Wanderausstellung Dachauer Künstler: „Heute kümmert sich kein Mensch mehr um Bilder – nur mehr um Motorräder, Automobile und Revuen mit nackten Beinchen […] Was macht der Museumskatalog? Die Chronik von Feuchtwangen […] ist mit zu trocken geschrieben.“ XI. 25. VI. 1928. Gr.-4°. 1 Seite. Mit kolor. Federzeichnung (Dackel). – Dankt für Aufnahmen des Prinzenbesuches. Über einen Besuch in Nürnberg und ein Kinderliederbuch für den Verlag Oldenbourg. XII. 11. VIII. 1930. Gr.-4°. 1 Seite. Mit kolor. Federzeichnung (Bergsteiger bei der Gipfelruhe). – Erwähnt das Museum, schildert eine Reise nach Österreich und der Schweiz sowie eine Ausstellung im Glaspalast. „In München wird jetzt auch das [Albert] Talhoffsche ‚Totenmal‘ aufgeführt – ein pazifistischer Schmarrn schlimmster Sorte. Keine Musik – nur Geräusch und Gliederverrenkung.“ XIII. 14. XI. 1930. Gr.-4°. 1 Seite. Mit kolor. Federzeichnung (Selbstporträt mit Pfeife und Zeitung). – Erwähnt seine Illustration für Franz Trautmanns „Kulturbilder aus Alt-München“. Kündigt einen Gutschein für ein Gemälde vom Sulzach- und Wörlitzgrund an. Erwähnt Güthleins Artikel über Fachwerkhäuser. XIV. 13. IX. 1931. Gr.-4°. 1 Seite. Mit kolor. Federzeichnung (allegorische Herbstfigur). – Über eine Reise nach Kissingen. XV. Sept. 1933. Gr.-4°. 1 Seite. Mit kolor. Federzeichnung (Ansicht von Dachau übers Moos). – Über eine positive Besprechung seines Bildes „Sommers Ende“ im „Völkischen Beobachter“: „Die Kunstrede Hitlers war einfach fabelhaft.“ Gemeint ist „Die Kunst im Dienste der Wiedergeburt des Deutschen Volkes“ (Nürnberg, 1. IX. 1933). XVI. 27. IX. 1933. Gr.-4°. 1 Seite. Mit kolor. Federzeichnung (Postbote mit Glocke). – Ankündigung eines Besuchs in Feuchtwangen. XVII. 6. XII. 1933. Gr.-4°. 2 Seiten auf 2 Blättern. Mit 2 kolor. Federzeichnungen (St. Nikolaus mit Apfelkorb und Weihnachtsgaben). – Dankt für eine Autotour nach Rothenburg o. T. Über die Hochzeit seiner Tochter Emilie (gen. Manta; 1901-1986), einer Antiquitätenhändlerin, mit dem Schriftsteller Horst Wolfram Geissler (1893-1983): „Geissler ist ein anständiger angesehener Mensch.“ XVIII. 27. IV. 1934. Gr.-4°. 2 Seiten. Mit kolor. Federzeichnung („Die Stockleute“). – Über die Hochzeit seiner Tochter und seine Arbeiten, u. a. für den Festzug zur Stadterhebungsfeier von Dachau, sowie eine Reise nach Nürnberg. XIX. Bad Kissingen, 25. X. 1934. Kl.-4°. 2 Seiten. Doppelblatt. Mit Bleistiftzeichnung (Wespe und Traube). – Über eine Reise nach Würzburg. XX. 26. II. 1935. Gr.-4°. 2 Seiten. Mit kolor. Federzeichnung („Die Wogen des Carnevals“). – Über den Dachauer Künstlermaskenball, Ausstellungen und ein Künstlerfest in München sowie Illustrationen für ein Jugendbuch mit deutschen Sagen. XXI. 24. V. 1936. Gr.-4°. 1 Seite. Mit kleiner kolor. Federzeichnung (Tulpe). – Über reisen, Porträt- und Illustrationsaufträge sowie die Veränderung der Stadt München: „München verändert sein Antlitz, die Behaglichkeit verschwindet, das spezifisch Münchnerische verblasst, es wird allmählich Großstadt […]“ XXII. 26. IV. 1937. Gr.-4°. 1 Seite. Mit kolor. Federzeichnung (Stockmanns). – „München rüstet schon zur Eröffnungsfeier des Hauses der Deutschen Kunst. Bin sehr neugierig wie die Sache wird, es soll auch ein grosser Festzug veranstaltet werden.“ XXIII. 27. VII. 1937. Gr.-4°. 1 Seite. Mit kolor. Federzeichnung (Blitz aus heiterem Himmel). – Über Illustrationen zu einem Buch von Hermann Franz im Verlag Hugendubel. „Jetzt ist in München Hochbetrieb in ‚Kunst‘. Die Ausstellung im Haus der Deutschen Kunst habe ich nicht beschickt und ich bin sehr froh darüber, denn es ist sehr viel hinausgeworfen worden, darunter die allerersten Namen […]“ XXIV. 4 Brieffragmente mit 4 Zeichnungen. Ohne Datum. – a) Über die Beschriftung des Museums an der Fassade oder mit einem „Nasenschild“: „Es ist ungeheuer wichtig, daß die schöne Daßade nicht durch irgend eine ungeschickte Sache gestört wird.“ – b) Über den zum Museum gehörigen Kreuzgang: „Steht [Bürgermeister Carl] May noch alle Tage in dem Kreuzgang?“ – c) Wegen einer Reise nach Hamburg, mit Selbstkarikatur. – d) Als „Maler Klecksel“. – Stellenweise kleine Einrisse in der Knickfalte, sonst gut erhalten.