Wislicenus, Hermann, Maler (1825-1899).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Leipzig, 18. I. 1868, Gr.-4°. 2 Seiten. Doppelblatt. Blau getöntes Papier.

180,00 

Vorrätig

Beschreibung

An einen Herrn: „Wenn diese wenigen Zeilen nicht das Malheur haben, verloren zu gehen, so hoffe ich durch sie endlich den Bann gebrochen zu sehen, in welchem ich mich bezüglich einer Pflicht gegen Sie befinde. Ich schäme mich zu berühren, wie lange ich Ihre gütige Nachsicht in Anspruch genommen habe. Es ist aber lange genug geworden, um sie glauben zu machen, ich habe ganz des Dankes vergessen, den ich Ihnen schon längst schulde. Sie werden mir ernstlich böse sein und das verwundert mich nicht aber es thut mir aufrichtig leid, die Freude dadurch gefährdet zu sehen, Ihnen, wenn auch nur das geringste Zeichen meiner Dankbarkeit geben zu dürfen. Wollen Sie Gnade für Recht ergehen lassen und mir meine Versäumniß zugute halten, so gestatten Sie mir die Freude zwei Stiche nach Jugendzeichnungen von mir als Symbol meines Dankes, den ich gern würdiger ausspräche, in ihre Hand legen zu dürfen.“ – Der Dresdener Maler lebte mit einem Stipendium des Großherzogs Karl Alexander von Sachsen-Weimar 1853-57 in Rom im Kreis der Nazarener um Peter von Cornelius und war 1865-68 Prof. für Aktzeichnen an der Weimarer Kunstschule.