Mendelsohn, Erich, Architekt (1887-1953).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Berlin-Charlottenburg, 3. X. 1922, Gr.-4°. 2 Seiten. Gedruckter Briefkopf.

Nicht vorrätig

Beschreibung

An den Architekturzeichner, Maler und Dichter Hermann Finsterlin (1887-1973) in Stuttgart: “[…] dieser Brief hätte eine Geschichte, wenn ich – Historiker wäre. Er wartet, seitdem Sie von uns fort und von Berlin gesättigt sind. Inzwischen hat mir unsere liebe Frau, die Architektur, recht heftig zugesetzt und mich fast allzustark genötigt. Was wollen Sie? Wir können nicht gestern, noch morgen leben. Hier und sogleich, Tat und Sporn und Blick ins ferne Land. Vielleicht nur einzig deshalb klar und furchtlos. Packen wir gleich zu, so werden nach uns Jüngere kommen, mit anzupacken. Aber die Gegenwart ist immer gleich herrlich, ganz Forderung, Vergangenheit immer kompakt, Zukunft ganz aufgelockert. Immer von uns aus begreifen wir die Welt, Wirklichkeit und Wunder. Sie sind einsam genug, das zu verstehen. Verstehn wir uns hier, so leben wir zusammen […]”