Niebuhr, Barthold Georg, Historiker und Staatsmann (1776-1831).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Ihr alter Freund Niebuhr". Rom, 12. VIII. 1820, 8°. 1 1/2 Seiten.

Nicht vorrätig

Beschreibung

An die Gattin des Berliner Historikers Johann Friedrich Ludwig Goeschen (1778-1837), wohl als Beischluß zu einem Brief an seinen besten Freund Georg Heinrich Ludwig Nivolovius (1767-1839): “Nicolovius muss Ihnen und Goeschen die Rechtfertigungen meines Stillschweigens auf Ihre Briefe übertragen, die ich ihm selber gemacht – es sind keine Entschuldigungen sondern Rechtfertigungen. Ich sage Ihnen nur dass mir bey Ihrer Beyden, wie bey Nicolovius Briefe das in der Einsamkeit in sich geschlossene Herz wieder aufgegangen ist: es ist das etwas mehr, aber doch wie ein Traum der in Vergangenheit zurückführt. Heute antworte ich Ihnen auch nicht, denn mir fehlt es dazu ganz an Zeit, und ich bin halb todt: sondern bitte Sie nur, liebste Freundin, in Gretchens und meinem Namen, Pathenstelle bei unserer kleinen Lucia anzunehmen, welche meine Frau am Mittwoch schwer, aber dann doch glücklich geboren hat. Das Kind ist sehr wohl: die Mutter so leidlich als sich nur erwarten liess; und diesmal hoffe ich wird es mit dem Stillen gelingen. Ich kann keine Sylbe hinzusezen als die herzlichsten Grüsse von uns Beyden an Euch Beyde, liebste Freunde, und an Eure lieben Kinder. Von ganzem Herzen […]” – Druck: Briefe, N. F., Bd. I/2, Nr. 276, S. 569 mit der Fußnote: “Wir nehmen den an sich wenig belangvollen Brief vollinhaltlich auf, weil er fast den einzigen Beleg für den brieflichen Verkehr mit der Familie des Berliner, später Göttinger Rechtsprofessors L. Goeschen darstellt. Von N.s Briefen an L. Goeschen ist uns keiner begegnet.” Göschens Name ist vor allem mit der von Niebuhr entdeckten Handschrift des Gaius verbunden, deren erste vollständige Edition er 1820 besorgte.