Palágyi, Menyhért (Melchior), Philosoph und Mathematiker (1859-1924).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Frankfurt am Main, 12. XI. 1921, Kl.-4°. 1 1/2 Seiten.

Nicht vorrätig

Beschreibung

An einen Herrn: “[…] Da unsere Begegnung zu meinem Bedauern durch zufällige Umstände vereitelt wurde, teile ich Ihnen hier schriftlich die Titel meiner in deutscher Sprache erschienenen philosophischen Hauptschriften mit: | 1.) Neue Theorie des Raumes und der Zeit (ein Exemplar derselben stelle ich Ihnen beifolgend zur Verfügung) | 2.) Kant und Bolzano. Eine kritische Parallele […] (wird wohl nur antiquarisch zu bekommen sein) | 3.) Die Logik auf dem Scheidewege […] (Ich weiss nicht, ob sie bei dem Verleger noch erhältlich ist.) | 4.) Naturphilosophische Vorlesungen über die Grundprobleme des Bewusstseins und des Lebens […] (Der Verlag ist eingegangen. Das Buch im besten Falle antiquarisch erhältlich.) | 5.) Theorie der Phantasie (ist eigentlich nur eine Abhandlung von 40 Seiten, die im ‘Jahrbuch moderner Menschen’ […] erschienen ist.) | 6.) Die Relativitätstheorie in der modernen Physik. Vortrag gehalten auf dem 85. Naturforschertag in Wien […] (ist bei dem Herausgeber noch erhältlich. | Mit freundlichen Grüssen an Sie und meinen lieben Freund Klages […]” – Wie Max Born ausführte, hatte Palágyis Philosophie mit der Physik der Relativitätstheorie nichts gemein, sondern war bloß eine Neuformulierung der klassischen Zusammenhänge. Palagyi wird mit seinem Konzept einer vitalen Phantasie als einer der Ahnherren der kybernetischen Anthropologie gehandelt. Seine Theorie der virtuellen Bewegung bildet die Basis für verschiedene bewegungstherapeutische Konzepte. – Sehr selten.