Panofka, Heinrich, Geiger, Komponist, Gesangslehrer und Musikschriftsteller (1807-1887).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Paris, 18. XI. 1839, Gr.-4°. 2 Seiten.

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Beschreibung

An seinen Freund, den Klarinettisten Heinrich Josef Baermann (1784-1847) über eine Reise von London zu seiner Familie nach Breslau und Krakau sowie mit der Bitte um dessen Porträt: “[…] Ich ging den 1. April nach London, wo ich bis 1. Juli blieb und sehr gute Geschäfte gemacht habe […] und reiste eben so rasch, mit Ausnahme des Aufenthaltes von 6 Tagen in Leipzig, wo ich ziemlich viel Manuscripte verkauft, hieher zurück […] Der Winter scheint lebendig werden zu wollen, und ich denke, die Zahl der Concerte durch das Meinige zu vermehren. Außer einem Capriccio für Violine, einem Duo f. P. u. V. das ich mit Benedict in London gemacht, habe ich 6 Rèverien für’s Piano, vollends ein Adagio Apassionato für Viol. mit Orchester und den 1sten Satz eines Violinkonzertes geschrieben, das ich baldigst vollenden will. – Hast Du das Exemplar der Ballade erhalten? und sie einmal gespielt? […] Deutsche Zeitungen berichten, daß Du diesen Winter nach Wien gehst [… Jakob] Rosenhain soll morgen hier ankommen und sein altes Quartier beziehen […] Wollte ich Dir von meinem Gemütsleben sprechen, von allem dem, was in meiner Seele vorging, seit unserer Trennung, so müßte ich viel, viel schreiben […] NB: Mendelsohn [so!], mit dem ich in Leipzig fortwährend zusammen war, hat mich so für sich eingenommen, daß ich einer seiner wärmsten Verehrer und Freunde geworden bin. Er ist ein Kapitalkerl. – Meyerbeer wird diesen Winter in Baden zubringen. – [Wenzel] Hauck […] grüßt bestens […]” – Panofka war in Wien Schüler von Joseph Mayseder. 1832 ging er mit dem Pianisten Wenzel Hauck auf Reisen. 1834 übersiedelte er nach Paris. “1839 komponierte Panofka in Paris für seinen Freund Heinrich Baermann ‘Erinnerungen an Paris’, eine ‘Ballade für Clarinette mit Clavierbegleitung’ und widmete diese ‘seinem herzlich lieben Freunde Heinrich Baermann.” (Heinrich Panofka, Ein musikalisches Stammbuch. Faksimile. Tutzing 2007). Baermann trug sich in das Stammbuch ein und schenkte eine Manuskriptseite von Carl Maria von Weber zum Einmontieren. Panofka gehörte zu den ersten Mitarbeitern der 1834 von Robert Schumann gegründeten Neuen Zeitschrift für Musik. Sein Nachlass befindet sich in der Staatsbibliothek zu Berlin.