Pfitzner, Hans, Komponist (1869-1949).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Berlin, 8. X. 1902, 8°. 3 Seiten. Doppelblatt.

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Beschreibung

An den Sänger Rudolf Moest (1872-1919) in Hannover: “[…] Beifolgendes Lied, welches grade neu erschienen ist, ist das einzige für tiefere Männerstimme, welches ich zur Verfügung habe, und welches ich Ihnen denn hiemit mit großem Vergnügen verehre; leider habe ich nicht ein einziges sonst, sowie überhaupt nichts von meinen andern Compositionen – wie das so geht. Die Freiexemplare, die man bei Erscheinen eines Werkes vom Verleger erhält, sind gar bald verschenkt & verschickt! Und den resp. die Verleger und Freiexemplare für Sänger und Sängerinnen gebeten habe ich so oft, daß ich, offen gestanden, es jetzt nicht mehr thun möchte. Sie werden dies gewiß verstehen. Ich möchte Sie deshalb bitten, sich selbst an die Verleger (ich nenne sie gleich) zu wenden, und sich die Lieder etwa zur Ansicht schicken zu lassen. Für Bariton sind von mir erschienen: op. 3 und 4 bei B. Firnberg in Frankfurt/Main besonders geeignet für Sie das ganze op. 3 (3 Lieder) von [Notenzeile mit Baßschlüssel:] H bis c. op. 4 (4 Lieder) ist etwas hoch, davon das dritte noch am besten liegend, sehr zartes Lied. Ferner aus op. 6 (bei Fürstner, Berlin) alle außer dem vierten; hie und da ist vielleicht Punktation ev. Transposition nötig. Aus op. 7 (Ries & Erler, Berlin) No. 1, 2 & 4. (No. 2 ‘Nachtwanderer’ glaube ich, ist was für Sie!!) op. 9 (5 Lieder) und op. 10 (3 Lieder), beide op. bei Max Brockhaus, Leipzig, sind alles Baritonlieder. Die 5 aus op. 9 eignen sich sehr zum Singen nacheinander in einer Nummer; es sind alles Texte von Eichendorff; ebenso das op. 10 No. 3; ich glaube, die liegen Ihnen allesamt. Es würde mich colossal freuen, wenn Sie einige meiner Lieder in ihr Repertoire aufnehmen würden, ich glaube auch, daß Ihnen die Compositionen gefallen werden. Einen sehr guten Begleiter müssen sie allerdings haben! Indem ich nochmals sehr bedaure, Ihnen nicht durch Zusendung der Exemplare besser dienen zu können, begrüße ich Sie […]” – Moest war 1896-1914 Mitglied des Hoftheaters in Hannover und folgte dann einem Ruf an die Wiener Hofoper. – Rückseitig Montagereste. Kleine Randeinrisse.