Rauch, Christian Daniel, Bildhauer (1777-1857).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Rauch". Berlin, 18. IV. 1848, Gr.-4°. 2 Seiten. Doppelblatt.

Nicht vorrätig

Beschreibung

An König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795-1861): “Euer Königlichen Hoheit, höchsteignes Handbillet hat mich die restaurations Angelegenheit der ant. Marmorstatuen die der trag. Muse und die der Cariatyde betreffend, höchlichst beehrt, und bedauere nur die verzögerte Ausführug der gedachten Arbeit als Veranlassung dazu annehmen zu müssen, die ich zwar nur als leitender Beaufsichtiger, nicht aber als die eigne selbst auszuführend übernommen hatte, sondern im vollen Vertrauen dem Bildhauer Gilly übertragen war, welchen ich durch anliegendes Schreiben seine Entschuldigung selbst vortragen lasse, und füge nur noch hinzu dass die Muse in Acht tagen, die Cariatyde aber erst nach dem eigenen Urtheil erst in drei Wochen abgeliefert werden kann. Zugleich beehre ich mich Euer Königlichen Hoheit unterthänigst anzuzeigen daß das in Bronze ausgeführte kolossale Reiterstandbild Friederich des Großen Majestät [heute: Unter den Linden] öffentlich in den Werkstätten der Königlichen Kunstgießerei ausgestellt ist, Münzstraße No. 10. und bitte Höchstdieselben diese vollendete wie vieles andere der Theile des Denkmals in hohen Augenschein nehmen zu wollen […]” – Das monumentale Reiterstandbild Friedrichs des Großen steht in der historischen Mitte von Berlin am Ende des Lindenforums auf dem Mittelstreifen des Boulevards Unter den Linden. Das Hauptwerk Christian Daniel Rauchs ist eine der bedeutendsten Skulpturen des 19. Jahrhunderts und markiert den Übergang zu einer realistischen Darstellung in der Bildhauerei. Das seit 1840 geplante Denkmal wurde am 31. Mai 1851 enthüllt.