Schrötter von Kristelli, Anton, Chemiker und Mineraloge (1802-1875).

15 eigenhändige Briefe mit Unterschrift Wien, 5. IX. 1851 - 29. XII. 1860, 29 ½ Seiten gr.-8°. Meist Doppelblätter. Teilweise auf blindgeprägtem Briefpapier "K. K. Akademie der Wissenschaften".

Nicht vorrätig

Beschreibung

I. Wien, 15. Januar 1853. An einen Kollegen vorwiegend wegen der Veröffentlichung seiner Schriften; den Druck betreffend. Häufig bittet ihn Schrötter v. Kristelli um die Einsendung von Abhandlungen. – I. Wien, 15. Januar 1853: “Was Ihre zweite große Arbeit über die Gosauschichten betrifft […] Die Aufnahme in die Denkschriften ist, wenn dieselbe als Ganzes, auf einmal, erscheinen soll, unmöglich. Dieselbe als besonderes Werk herauszugeben ist nur dann möglich, wenn die Claße dies durch einen besonderen Beschluß genehmigt […].” – II. Wien, 2. Februar 1853: “[…] Soeben erhalte ich aus der Staatsdruckerei die Probeabdrucke der Zeichnungen zu Ihrer Abhandlung über die […] Dekapoden, welch, wie ich glaube, sehr gut ausgefallen sind. Die Druckerei frägt an, ob diese Tafeln in Farbendruck wie die Originalien wiedergegeben werden sollen, oder ob eine Tonplatte Ihnen genügt […].” – III. Wien, 11. Oktober 1859. Schrötter v. Kristelli entschuldigt sich im Namen der Akademie der Wissenschaften bei dem Forscher: “[…] Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens!’ Diese […] Wahrheit, welche nur im Kriege nicht gilt, entschuldigt alles was Ihnen von der Akademie gesündigt wurde […].” – Der Sohn eines Apothekers studierte an der Univ. Wien Medizin, wandte sich bald der Physik und Chemie zu und erhielt 1827 eine Assistentenstelle für Physik und Mathematik am Joanneum in Graz. Im selben Jahr wurde er dort Prof. der Physik und 1830 Prof. der Chemie. 1843 kam Schrötter von Kristelli als Prof. der technischen Chemie an das Polytechnikum in Wien und übernahm dort 1845 die Professur für allgemeine Chemie. 1850 wurde er Generalsekretär der Akademie der Wissenschaften in Wien. Er arbeitete u.a. über chemische Mineralogie, die Reaktionen von Metallen mit flüssigem Stickstoff und von Eisen mit Sauerstoff. 1845 entdeckte er durch Erhitzen von weißem Phosphor den roten Phospor und empfahl diesen für die Herstellung von Streichhölzern. Er schrieb u.a. “Über einen neuen allotropischen Zustand des Phosphors” (1849) und “Die Chemie in ihrem gegenwärtigen Zustande”. Schrötter von Kristelli war Berater bei den Vorbereitungen zur Novara- und zur österreichisch-ungarischen Nordpolexpedition.