Schwimmer, Max, Maler und Graphiker (1895-1960).

Eigenhändiger Brief mit aquarellierter Federzeichnung am Kopf und Unterschrift Leipzig, 17. VI. 1942, Fol. 2 Seiten.

Nicht vorrätig

Beschreibung

Die Zeichnung in der oberen Blatthälfte zeigt eine nackte Nixe am Rand eines Gewässers, aus dem sie ein bemooster Wassermann und ein Fisch anblicken. – An den Freund Kurt Grimm an der Ostfront: “[…] Für mich ist die Form in tiefer Weise zum Schicksal geworden. Man kann nur nach innen leben und den flüsternden Stimmen des Schöpferischen folgen, wenn man seine Lebensaufgabe begriffen hat im Sinne der Meister, die man zu seinen Vätern gewählt hat. Gerade in so bedrohten und gefährlichen Zeiten wird der heilige Sinn der Kunst transparent und leuchtend wie die Wundmale des Gekreuzigten. Der scheinbare Irrsinn der Vorgänge im Weltgeschehen wird zur kosmischen Dynamik des Seins überhaupt und die spiegelt sich in den Gedanken, Melodien Farben und Formen der erlesensten Menschen rauschhaft wieder. Nicht wie viel, aber wie tief wir wissen, ist entscheidend […] Nur das kann der Sinn des Lebens sein. Das äußere Leben ist daneben belanglos. Ich habe für mich in der Stille geschaffen, aber wie Vogelschwärme sind die Liebhaber der Dinge, die ich ohne jede Spekulation tat, in Scharen mir erstanden. Ich weiß sehr wohl die Spreu vom Weizen zu scheiden – ich weiß auch, daß Du zu denen gehörst, die von vornherein positiv und verliebt zu meinen Arbeiten standen. Bei uns ist schon alles sommerlich, die Linden blühen und die weißen Teller des Holunders schimmern in den Mondnächten. Das Gemüse schwillt in den Gärten, die Sträucher sind übervoll von Beeren und die Kirschen fangen an zu reifen […]”