Wanderbuch -, .

Wanderbuch für Matthäus Maierhans, Kupferschmied, geboren zu Kempten im Oberdonaukreis. , 1820-1853, 8°. 120 Bl. und 9 mehrfach gefalteten Beilagen in deutscher, russischer und türkischer Sprache (Tauf- und Lehrbrief, Zeugnisse, Pässe). Hldr. d. Zt. (beschabt)..

Nicht vorrätig

Beschreibung

Der in Kempten geborene Matthäus Maierhans war, so das “Signalement des Wandernden”, “von schlanker Statur”, maß “5 Schuhe 11 Zolle 6 Linien”, hatte eine “blasse Gesichtsfarbe, flache Stirne, blaue Augen, braune Augenbraunen, stumpfe Nase, proporcionirten Mund, [und] blonde Haare”. Seine Lehre absolvierte er bei Konrad Wankmüller in Kempten; am 17. März 1827 wurde er freigesprochen, dann begann er seine Wanderung zunächst durch Bayern, weiter nach Italien und über die Schweiz wieder nach Deutschland zurück, bis nach Hannover. Danach versuchte der Kupferschmied sein Glück in vielen Gebieten des Österreichisch-Ungarischen Kaiserreichs, auf dem Balkan (Dornbirn, Salzburg, Wien, Linz, Pesth, Belgrad) und gelangte bis nach Konstantinopel. Davon zeugen u.a. Einträge sowie die beiliegenden Pässe und Zeugnisse in französischer, ungarischer, rumänischer, russischer und türkischer Sprache. Es hielt ihn nirgends lange, obwohl er ein geschickter und williger Arbeiter war. So bescheinigt ihm ein Meister, dass er “zu meiner größten Zufriedenheit, sowohl in Hinsicht auf Leistung, als auch auf dessen Betragen, und besonders dessen vorzugsweise Treue und Redlichkeit, gearbeitet hat, und nun auf sein eigenes Ansuchen aus meinen Diensten entlassen wurde”. – Etwas fleckig und mit unbedeutenden Gebrauchsspuren, Maierhans hat das Buch offensichtlich immer penibel vor allem Unglück bewahrt. – Ein ungewöhnlich umfangreiches und reich besetztes Wanderbuch, als sozialgeschichtliche Quelle für Deutschland und Südosteuropa hochinteressant.