Wilhelm I.,, deutscher Kaiser, König von Preußen (1797-1888).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Prinz v Preußen. Baden-Baden, 12. V. 1854, 8°. 4 Seiten. Doppelblatt.

Nicht vorrätig

Beschreibung

Über die Entlassung des Kriegsministers von Bonin und über einen befürchteten Politikwechsel (den Übergang Preußens ins russische Lager). Wilhelm hatte seinen Bruder, König Friedrich Wilhelm IV., von der Entlassung abzubringen versucht, wurde aber ignoriert und nach Baden zu seiner Familie geschickt: “[…] Momentan ist meine Einwirkung auf dergl. Angelegenheiten, gleich Null; wäre es anders, so wäre Bonin noch Minister und ich nicht hier. || Bonins Entlassung kann nur einen politischen System Wechsel andeuten sollen. Dem werde ich mich als erster Unterthan des Königs natürlich in Gehorsam unterwerfen. Aber ihn helfen herbeizuführen vermag ich nicht, weil ich es mir zur Lebensaufgabe gestellt habe, conséquent zu sein, und deshalb kann ich da nicht helfen, wo man zu intentionieren scheint, || colossal inconséquent sein zu wollen! Bonins unbedachte Äußerung, soll ihn gestürzt haben. Da sie aber in Uebereinstimmung mit den officiellen Akten steht, die der König durch Zeichnung des letzten Wiener Protestes und des Schutz und Trutz Bündnisses bethätigt, so muß ein andrer Grund zu dieser Entlassung vorliegen, und der ist wohl kein anderer, || als jene colossale Inconsequenz, bei der man Bonins Widerspruch mit Recht erwartet […]” – In den Knickfalten eingerissen.