Wilhelm II.,, Deutscher Kaiser und König von Preußen (1859-1941).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Wilhelm". Potsdam, "Neues Palais", 2. IX. 1874, 8°. 4 Seiten. Doppelblatt mit kleiner ägyptischer Vignette am Kopf.

Nicht vorrätig

Beschreibung

An seinen Onkel Ernst II. von Sachsen-Coburg-Gotha (1818-1893) mit Dank für dessen Brief: “[…] Du hast mir Mahnungen mit auf den Lebensweg gegeben, die ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen will, und die ich aus allen Kräften befolgen will. Die Feier meiner Einsegnung war sehr ernst ergreifend und schön. Als Alles bereit war, führte Papa [Friedrich (III.)] mich aus der Sakristei [der Potsdamer Friedenskirche] an meinen Platz vor, den auf einem erhöhten Podeste entstehenden Altar; erst wurde das schöne Lied ‘Ein feste Burg ist unser Gott’, das ich besonders gern habe, gesungen. Darauf hielt der Geistliche (Hofprediger Heym) eine Ansprache an mich, nach welcher ich mein Glaubensbekenntniß verlas. Zuerst hatte ich einige Mühe es ordentlich vorzulesen, hernach aber gelang es mir doch. Nach der Vorlesung musste ich ohngefähr vierzig Fragen beantworten, worauf die Confirmationsrede folgte. Auf diese kam die Ablegung meines Gelübdes, und sodann die Einsegnung. Nachdem die Anderen Mitglieder der Familie und alle Gäste mit Ausnahme der Majestäten [Wilhelm I. und Gattin] fort waren nahm ich mit meinen Eltern und Onkel Bertie [der spätere engl. König Albert Edward, 1841-1910] das Heilige Abendmal. Während der ganzen Feier war es mir so, als ob ich ganz allein mit Gott in ganz naher Berührung stünde und als ob er zu mir sich gesenkt hätte […]” – Vgl. Röhl S. 211 f. – Horizontaler Durchriß. – So frühe Jugendbriefe Wilhelm sind außerordentlich selten.