Brecht, Bertolt, Schriftsteller (1898-1956).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "bertolt". [Berlin, vor dem 8. XI. 1953], Kl.-4°. 1 Seite, mit rotem Kugelschreiber, auf Doppelblatt.

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Beschreibung

An seine Geliebte und Mitarbeiterin Ruth Berlau (1906-1974): „liebe, den eilbrief kriegte ich zu spät, telegrafierte aber doch noch. – ich freue mich, dass du kommst! – über die tournee kann ich nichts sagen und Helli ist noch in Wien. Aber wir könnten bestimmt nicht vor anfang Juni! – ruf mich gleich an, wenn du kommst (428042), hier sitzen wieder eine menge leute herum. J. e. d. bertolt“. – Brecht war seit dem 16. Oktober 1953 in Wien, wo er die Endproben zu „Die Mutter“ im Neuen Theater in der Scala leitete, mit Helene Weigel als „Wlassowa“. Am 30. Oktober kehrte er nach Berlin zurück, die Wiener Premiere war am Tag darauf. „Helli“ reiste nach dem 8. November zurück nach Berlin und zog, da sich das Verhältnis zu Brecht wieder gebessert hatte, zu ihm in die Chausseestraße 125. Ruth Berlau hielt sich derweil bis Anfang Dezember in Kopenhagen auf und verhandelte über eine Skandinavientournee des Berliner Ensembles. – Gedruckt in Bertolt Brecht, Werke. Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe, Bd. 30. Frankfurt 1998, S. 220; zur Datierung vgl. Werner Hecht, Brecht Chronik 1898-1956. Frankfurt 1997, S. 1078, 1080, 1082 ff. – Eigenhändige Briefe von Bertolt Brecht sind sehr selten.