Bronner, Ferdinand, Schriftsteller (1867-1948).

132,00 

2 eigenhändige Briefe mit Unterschrift Jägerndorf,, 1899, 8°. Zusammen 3½ Seiten auf Doppelbll..

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Beschreibung

An den Direktor des Deutschen Volkstheaters, d. i. Emmerich Bukovics von Kiss Alacska (1844-1905). I: “Verzeihen Sie, wenn ich Sie mit einigen Zeilen belästige. Ich wollte mir nämlich die Anfrage erlauben, ob mein Stück schon der Censur eingereicht ist, und Sie bitten, sobald eine Erledigung kommt, mich sofort verständigen zu wollen […]” (Br. v. 17. Oktober 1899). – II: “Es freut mich außerordentlich, daß Sie mit dem Ausschreiben der Rollen beginnen wollen; denn das ist doch immerhin ein Anfang. Ich sehe mit Spannung Ihren Mittheilungen bezüglich der Rollenbesetzung entgegen […]” (Br. v. 12. Dezember 1899). – Der Vater des Schriftstellers Arnolt Bronnen war Realschulprofessor in Jägerndorf (Schlesien) und später Gymnasialprofessor in Wien. Er verfaßte u. a. den viel beachteten Dramenzyklus “Jahrhundertwende” (“Familie Wawroch”, 1899; “Neues Leben”, 1902; “Schmelz der Nibelungen”, 1905) und brachte als einer der ersten Autoren Arbeiterdramen auf die Bühne. – Bukovics von Kiss Alacska war Sekretär und Dramaturg am Theater in der Wiener Josefstadt, Mitarbeiter einiger Wiener Zeitungen und Korrespondent für mehrere Pariser Blätter, ehe er sich nach dem Vorbild seines Bruders Karl (der 1880 die Leitung des Wiener Stadttheaters übernommen hatte) verstärkt dem Theater zuwandte, literarischer Vertreter des Wiener Hoftheaters in Paris wurde und für das Burgtheater Stücke aus dem Französischen übersetzte. Mit der Eröffnung des Deutschen Volkstheaters in Wien wurde er 1889 dessen erster Direktor; unter seiner bis 1905 dauernden Leitung wurden u. a. Werke von Ibsen, Raimund und Nestroy uraufgeführt. – Jeweils am oberen Blattrand gelocht (hierdurch leichte Beeinträchtigung der Ziffer 7 in der Datumszeile d. Briefes v. 17. Oktober).