Eggebrecht, Axel, Schriftsteller und Publizist (1899-1991).

176,00 

Maschinengeschriebener Brief mit eigenhändiger Unterschrift Berlin, 15. II. 1952, 4°. ¾ S..

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Beschreibung

An den Schriftsteller Walther von Hollander (1892-1973): Unsere Briefe hatten sich also gekreuzt! Ja – ich habe es selbst wirklich sehr bedauert, in den Tagen rund um Ihren großen Festtermin nicht einmal herauskommen zu können. Aber nun sitze ich seit fast drei Wochen – und sicherlich noch für vier bis sechs weitere – hier in Berlin fest mit diesem ‘Land des Lächelns’ … Es geht übrigens eigentlich besser damit voran, als ich zunächst glauben konnte. Toi, toi, toi … – die Macken werden schon noch kommen […]”. -Eggebrecht schrieb gemeinsam mit Hubert Marischka das Drehbuch zu der Verfilmung von Lehars Operette, die am 2. Oktober des Jahres Premiere hatte. – Anfänglich Mitglied des rechtskonservativen Kreises um Ernst von Salomon, schloß sich Eggebrecht im März 1920 den Putschisten Wolfgang Kapp und Walther von Lüttwitz an und trat – als Gegner des offen zutage liegenden Antisemitismus der Rechtsradikalen – der KPD bei. Zwei Jahre lang für die Filmfirma W. Münzenberg in der Sowjetunion tätig, trat er 1925 desillusioniert nun auch aus der KPD aus, war kurz als Dramaturg bei der Ufa tätig und wurde dann Mitarbeiter der “Weltbühne”, der Literaturzeitungen “Das Wort” und “Die literarische Welt” und schrieb als Filmkritiker für das “Berliner Tagblatt”. 1933 mehrere Monate im Gefängnis und im Konzentrationslager, erhielt er anschließend Schreibverbot und arbeitete, zunächst illegal, seit 1935 und von 1936 an mit Genehmigung an Drehbüchern für Unterhaltungsfilme mit, darunter auch an Willi Forsts “Operette” (1949). Nach dem Zweiten Weltkrieg wesentlich am Aufbau des Nordwestdeutschen Rundfunks beteiligt, war er zudem Mitherausgeber der “Nordwestdeutschen Hefte” und 1947 Mitbegründer des Deutschen PEN-Zentrums. – Walther von Hollander verfaßte in den 30er Jahren mehrere Filmdrehbücher und Romane zum Thema Ehe, wodurch er zu einer Art Spezialist für zwischenmenschliche Beziehungen avancierte. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat er vermehrt als Kolumnist und Funkschriftsteller sowie als Hörfunkmoderator hervor, war vorwiegend aber als Lebensberater tätig und verfaßte in dieser Eigenschaft lange Zeit die Rubrik “Fragen Sie Frau Irene” für die deutsche Programmzeitschrift “Hörzu”. – Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Hotels “Roxy”.