Hofmann, Albert, Chemiker, Entdecker des LSD (1906-2008).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift “Albert”. Burg im Leimental, 30. XI. 2001, Fol. 3 1/2 Seiten auf 2 Blättern.

Nicht vorrätig

Beschreibung

An einen Freund Eckart [Nickel?] mit Dank für dessen Brief: “[…] es ist ja nicht nötig, dass sich unsere geistige Resonanz bis ins Körperliche ausweist. Ich muss beim Gehen das Gewicht immer mehr auf den Stock verlagern, das heisst, dass mein Gang immer wackliger wird. Aus der liebevollen Schilderung Deines Gartens schließe ich, dass Du dem Gedanken von Ernst Jünger auch voll zustimmst, dass sich in einem Garten mehr Wirklichkeit und Weisheit offenbart, als in den Bibliotheken der ganzen Welt. Rolf Hochhuth, der Jünger bewundert und verehrt, hat mir in einem Gespräch über dieses Thema kopfschüttelnd gesagt: ‘Eine solche Ansicht von E. J. kann ich nicht begreifen.’ Man kann von einem Text eben nur so viel begreifen, wie man zu erleben selbst fähig ist. Eine Generation, in deren Weltbild die Transzendenz fehlt, kann Jünger nicht verstehen. Auf diesen Mangel ist auch die primitive Reaktion der offiziellen Politik und der Massenmedien zum Geschehen am 11. September zurückzuführen, das als gangsterhafter Terrorismus abgetan wird. Die Symbolik des Geschehens, dem apokalyptische Züge zu kommen, ist nicht begriffen worden [… über den Biochemoker Friedrich Cramer …] Ich glaube nicht, dass man heute, – übrigens wie noch nie -, ohne Einbezug der naturwissenschaftlichen, d. h. objektiven, Erkenntnisse philosophieren kann. (Goethe, Huxley, Jünger, u. a.) Falls Du Dich für Cramer interessierst, würde ich Dir sein Insel-Büchlein, die Novelle ‘Amazonas’, die Autobiografisches enthält, empfehlen. Ich kann nicht umhin, Dir aus einem umfangreichen Werk von F. C., das ich gerade wieder lese, aus ‘Symphonie des Lebendigen – Versuch einer allgemeinen Resonanztheorie’, einen kurzen Text, zur Meditation in der Adventszeit, zuzustellen [… es folgen längere Zitate …]” – Sehr selten.