Horváth, Ödön von, Schriftsteller (1901-1938).

Eigenh. Ansichtskarte mit Unterschrift Barcelona, 22. IX. 1929, 1 Seite. Mit Adresse.

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Beschreibung

An seinen Freund P. A. Otte in Berlin-Wilmersdorf, den Redakteur des Berliner Tageblatts aus Barcelona, wo Horváth die Weltausstellung ansehen wollte: „Mein lieber Otte. – sah heute Nachmittag Stierkämpfe, – nun das dürfte wohl das widerlichste, ekelerregendste sein, was ich jemals gesehen habe. Es ist überhaupt unglaublich. Aber das grässlichste sind diese 20 000 Menschen, die sich beim schwersten Tode eines guten Tieres angeilen. Fahre übermorgen wieder fort. Nach Marseille. Herzlichst – viele Grüsse an Ihre Frau! Ihr Ödön Horváth.“ – Bildmotiv: „Barcelona – 21. Paseo de Gracia (Adolf Zerkowitz)“. -Horvath hat seine Reiseerfahrungen bei der Weltausstellung und beim Stierkampf im Roman „Der ewige Spießer“ (1930) verarbeitet, wo der junge Alphons Kobler von München zur Weltausstellung 1929 in Barcelona aufbricht, um sich zwecks Zukunftssicherung eine reiche Frau zu angeln. In Kapitel 23 schildert Horváth einen Stierkampf und hat den Text der Postkarte bis in die wörtlichen Formulierungen hinein seiner Figur Schmitz in den Mund gelegt: „Diese Spanier begeilen sich ja an dem Todeskampf eines edlen, nützlichen Tieres!“ – Bei Lunzer u. a. (Hrsg.), Horvath (2001), S. 76 ist eine Postkarte aus Barcelona vom selben Tag an K. Leitner in Murnau abgebildet. – Deri Wörter etwas verlaufen. – Sehr selten.