Nestroy, Johann Nepomuk, Schriftsteller (1801-1862).

Brief mit eigenhändiger Unterschrift "J. Nestroy". Ohne Ort [Wien], 27. X. 1856, Gr.-8°. 1 Seite. Mit blindgepr. Wappen (Hosenbandorden)..

3.500,00 

Vorrätig

Beschreibung

„Geehrter Herr! | Die zweite Aufführung von Kaiser’s Charakterbild: ‚Ein Bauernkind‘, dauerte, nach dem der Verfasser, den Rath der Kritik befolgend, einige zweckmäßige Kürzungen vorgenommen hatte, nur bis nach halb zehn Uhr. Der Beifall, welcher von dem übervollen Hause sowohl der Dichtung als den wahrhaft brillanten Dekorationen gezollt wurde, war ein rauschender, namentlich bringt der meisterhaft dargestellte Sonnen-Aufgang im Gebirge stets einen erhabenen Eindruck hervor […]“ – Der Dramatiker Friedrich Kaiser (1814-1874) verfasste über 160 Stücke für das Wiener Volkstheater. Oftmals spielte Nestroy darin die Hauptrolle. Da in der Wienbibliothek ein gleichlautender Privatbrief erhalten ist, schrieb Nestroy wahrscheinlich mehrere Empfehlungsbriefe an Redakteure zur Aufnahme in die Theaternotizen. Die Rezension der Uraufführung von „Ein Bauernkind“ (am 25. Oktober im Carltheater mit Muik von Carl Binder) im „Wiener Courier“ am 28. X. 1856 von Moritz Bermann forderte Kürzungen, betonte aber ebenfalls die Schönheit des Bühnenbildes von Moriz Lehmann (1819-1877). Die Kürzungen kamen in der Kritik gut an, wie man dem „Wiener Courier“ vom 29. X. 1856 entnehmen kann. Dennoch erlebte das Stück nur 8 Aufführungen. – Vgl. Sämtliche Briefe. Hrsg. von W. Obermaier, 2005, Nr. 143. – Sehr selten.