Schröder, Friedrich Ludwig, Schauspieler und Dramaturg (1744-1816).

600,00 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift “Br. Schröder”. Rellingen (Kreis Pinneberg), 5. III. 1814, 4°. 1 Seite. Mit rückseitiger Adresse und Siegelausriss.

Vorrätig

Beschreibung

An den Freimaurer Cornelius Johann Rudolf Ridel (1759-1821), den Wiedererwecker der Loge “Amalia” in Weimar, nach der Besetzung Hamburgs durch Napoleons Truppen: “[…] Die Gewissheit, dem Sclavenjoche zu entgehen, giebt mir den Mut, die Übel welche ich jetzt erdulde, und die Verkümmerung meines Vermögens gelassen zu ertragen. Gott erhalte mir nur meine kränkelnde Frau, dann ist alles gut. Seit dem Einmarsche der Franzos[en] sind alle unsere Logenarbeiten geschlossen, und ich bin von H[amburg] entfernt geblieben. Ich kenne also die schrecklichen Verwüstungen nur Hörensagen. Ob und wie unsere Logen sich wieder erhohlen werden, weiß der Himmel. – Es drängt mich, etwas von Ihnen, und den sächs[ischen] Logen überhaupt zu hören. Über Berlin hab’ ich am 4. Januar an [Karl August] Böttiger geschrieben aber keine Antwort bekommen – wenn er nur nicht todt ist! Auch die arme [ die Schauspielerin Karoline Schulze-] Kummerfeld liegt mir am Herzen. Ich wage nicht, ihr Geld zu schicken, und sie wird doch dessen so sehr bedürfen. Sollte mir nicht ein wohlhabender Br[uder] 8 Fr. d’or creditiren, um sie ihr zu geben? […] Fragen Sie doch Bertuch jun. ob er das Geld für Wielands Medaillen empfangen hat? Wie geht es in Leipzig, Gera, Görlitz pp. Ich hoffe, über das alles etwas von Ihnen zu erfahren. Ich bin in der Trauerzeit nicht ganz müßig gewesen, und habe die Const[itution] des eng und des vertr[auten] B[undes] zustande gebracht. Letztere werden Sie von Hannover bekommen. Erstere soll in Rudolstadt gedruckt werden, aber vorher muß ich wissen, ob das noch mit Sicherheit geschehen kann? Darum könnten sie wohl Beulwitz fragen. Auch hab’ ich alle Bemerkungen über den 1. Grad in ein Ganzes gebracht, um es cirkuliren zu lassen. Ich bin nun 70 Jahre alt, und möchte noch vor meinem Ende soviel als sich kann, zur Befestigung unsers Bundes beytragen. Ich fürchte – wenn nicht eine wohlthätige Hand das Scheusal [Napoleon] vertilgt – daß der Krieg noch nicht so bald geendet seyn wird. Möchte ich nur zuförderst erfahren, dass Sie, und so manche mir werthe Brüder sich wohl befinden! […]” – Der Freimaurer und Meister vom Stuhl Schröder war Mitbegründer des “Engbundes”. Um Anfang 1800 wurde er schließlich der entscheidende Reformer der maurerischen Ritualistik in Zusammenarbeit mit den ehemaligen Illuminaten, etwa Carl Leonhard Reinhold. Er schuf deutsche Rituale für die drei Grade, die noch heute als Schrödersche Lehrart in Gebrauch sind. – Minimal gebräunt.