Zweig, Stefan, Schriftsteller (1881-1942).

1.200,00 

Maschinengeschriebener Brief mit eigenhändiger Unterschrift “Stefan Zweig”. Salzburg, 2. IX. 1922, Gr.-4°. 1 1/2 Seiten.

Vorrätig

Beschreibung

An den Übersetzer Heinrich Horvát in Budapest: “[…] Ich fürchte, dass sie mit dem Verlaine-Exemplar noch etwas werden warten müssen, denn unglückseliger oder glücklicherweise ist die Auflage schon zu Ende und sie bekommen dann erst eines der nächsten Ausgabe, in der ich noch einiges ändern und verbessern will. Dann aber wird es bestimmt durchgeführt werden was diesmal versäumt wurde und ich will dafür sorgen, dass sie ein besonders schönes Exemplar als Entschädigung bekommen. Auch in der Baudelaire Angelegenheit will ich mich gern bemühen – da muss man allerdings eine besondere Gelegenheit abwarten, eine Serie oder eine Kollektion, wo man sie rasch in eine größere Gesamtheit einschieben kann, denn einzelne Bücher lyrischen Inhalts sind heute fast unmöglich. Nun wird in Deutschland ja in jedem Augenblick eine neue Serie der Weltliteratur begonnen und da vergesse ich Sie bestimmt nicht rechtzeitig zu empfehlen. Natürlich ist der Zufall wichtiger als ich selbst, aber ich verspreche Ihnen nochmals ihn am Kragen zu fassen wenn ich ihm begegne. Ich habe jetzt einen lieben literarischen Freund bei der deutschen Gesandtschaft in Budapest, einen überaus begabten Schriftsteller der bereits mehrere Stücke schrieb die aufgespielt werden. Er würde sich ungemein freuen in Ungarn literarischen Kontakt zu gewinnen da er selbst der Sprache nicht mächtig ist und er würde sicher eine ganz große Freude haben Sie kennen zu lernen. Vielleicht sind Sie so freundlich und schreiben ihm einmal eine Zeile, dass ich ihn durch Sie grüßen lasse. Er heißt: Friedrich Metz, Deutsche Gesandtschaft Budapest. Also hoffentlich kann ich bald Gutes von mir hören lassen […]” Zweig erwähnt die von ihm betreute Ausgabe der “Gesammelten Werke” von Verlaine im Insel-Verlag (1922) und den Schriftsteller Friedrich Metz (1890-1969). – Knittrig und mit kleinen Randeinrissen.