Uray, Ernst Ludwig, Komponist (1906-1988).

132,00 

Maschinengeschriebener Brief mit eigenhändiger Unterschrift Graz, 2. I. 1955, Fol. 1 Seite.

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Beschreibung

An den Kritiker Heinz Grothe (1912-1983): “[…] Dieser Tage hatte ich als lieben Gast unseres Senders Herrn Gustav Adolf Schlemm zu Bandaufnahmen in Graz. Beim gemütlichen Zusammensein nach den Aufnahmen kamen wir auf die Berliner Verhältnisse zu sprechen – wie sollte es auch anders sein, da ich seit dem Kriege nicht mehr in Berlin war und mich naturgemäss alles sehr interessiert, was ein ‘Eingeborener’ zu berichten weiss. Herr Schlemm sprach viel Gutes über Sie und Ihre Tätigkeit und riet mir, mit Ihnen in Verbindung zu treten, was ich hiermit versuche. So erlaube ich mir die höfliche Anfrage, ob und unter welchen Bedingungen und wann Sie geneigt wären, mich als Interpreten eigener Klavierwerke oder als Begleiter meiner Lieder, für deren Interpretation ich Gertrude Ditzinger vorschlagen könnte, nach Berlin zu engagieren […] Ich könnte mir vorstellen, daß Sie vielleicht nicht uninteressiert an der Verpflichtung eines Österreichers sind, der, was ich ohne Überheblichkeit sagen darf, in der vordersten Reihe der zeitgenössischen österreichischen Komponisten steht. Allerdings möchte ich hier gleich, um keine falsche Meinung aufkommen zu lassen, einfügen, daß ich nicht zu den Zwölftönern gehöre, sondern tonalbezogen komponiere, also gar nicht ‘interessant’ bin […]” – Uray war von 1946 bis 1971 Leiter der Abteilung Musik des ORF-Landesstudios Steiermark. Bis zu seinem Lebensende leitete er den “Schladminger Musiksommer” und setzte sich in dieser Funktion für junge österreichische Komponisten ein.