Wagner, Richard, Komponist (1813-1860).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift “RW”, auf des Rückseite des eigenhändige Briefes von J. Georg Thomas an Richard Wagner. 26. III. 1873, 1873, Fol. Zusammen 2 1/2 Seiten, auf einem Doppelblatt.

Nicht vorrätig

Beschreibung

An den Herausgeber des “Musikalischen Wochenblattes” Ernst Wilhelm Fritzsch: “[…] Sehen Sie doch, ob Sie nicht diesem Briefe eine authentische Notiz über das Schicksal des Lohengrin in Mailand für Ihre No. 14 noch entnehmen lassen können […]”. – J. Georg Thomas, Mitglied des Mailänder Orchesters, hatte Wagner in vorliegendem Brief über die ersten fünf Lohengrin-Aufführungen an der Scala unterrichtet, bei denen es zu Tumulten gekommen war: “[…] Die erste Aufführung war Donnerstag d. 20. März, vor überfülltem Hause. (Prinz Napoleon! nebst Frau waren ebenfalls zugegen). Das noble Publikum hielt die natürlich nicht fehlende Opposition in Schach. Die Aufführung namentlich seitens der Sänger ausgezeichnet – vor allem der Tenor Campanini […]. Dienstag d. 25 zum 4 male vor einem mindestens wohl überfülltem Hause und das noble Publikum (Palchi) trotz Opposition von Seite des Parterre & Gallerie (Platea & Loggione) blieb wieder Herr & Meister […] Schwer war der Kampf deutscher Musik, und speziell Ihres Meisterwerkes […]”. – Cosima Wagner kommentiert den Empfang am 29. III. 1873 in ihrem Tagebuch: “dann aber gute Briefe aus Mailand, welche melden, daß Lohengrin nun zum fünften Male bei stets überfülltem Hause, allerdings immer mit einer großen pfeifenden Opposition, die jedoch siegreich überwunden wird” (Tagebücher, Bd. 1, S. 663). – In der von Fritzsch auf Wagners Wunsch im “Musikalischen Wochenblatt”, Nr. 14 publizierten Notiz heißt es, den Brief von Thomas indirekt zitierend: “[…] Die Opposition, welche bereits bei der ersten Aufführung des ‘Lohengrin’ in Mailand sich gelend machte, hat sich in den folgenden Vorstellungen mehr und mehr gesteigert und Dank ihrem fanatischen Auftreten so skandalöse Scenen herbeigeführt, dass das eine Mail die Aufführung ‘auf hohen Befehl’ abgebrochen werden musste […]”. – Ein schönes Beispiel für Wagners Einflussnahme auf die Rezeption seiner Werke. – WBV 6509, abgedruckt nach einer Abschrift (Bayreuth NA, I Bd 11, Nr. 120) in Richard Wagner. Sämtliche Briefe, Leipzig 2016, S. 101f. und 428f. – Aus Privatbesitz.