Eriksson, Jakob, Botaniker (1848-1931).

110,00 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift (Kopierstift). Stockholm, 1. XI. 1910, Gr.-4°. 2 Seiten.

Vorrätig

Beschreibung

An den Botaniker Richard von Wettstein in Wien: “[…] Vor zwei Tagen bekam ich eine Abhandlung, von F. Zach über ‘Cytologische Untersuchungen an des Rostflecken des Getreides etc.’ Meine Eindrücke beim Durchlesen dieser Abhandlung bitte ich Ihnen mitzuteilen, da ich auch Ihren Namen zuletzt in derelben finde. Ohne nötige Vorbereitung und ohne recht durchgedachte Fragestellung scheint der Verf. zu jener Arbeit gegangen zu sein. Er wirft sich mitten in wichtige Details einer sehr schwierigen und sehr umstrittenen Frage hinein, und er denkt sich die Resultate jetzt fast 20 jähriger Studien und die darauf gegründeten Betrachtungen in einem Schlage, durch keine Untersuchung auf einige Monate, umstürzen zu können. Die Wahl des zufälligen Untersuchungsmaterials und der untersuchten Entwicklungsstadien ist nicht glücklich, und die auf der Untersuchung basierten Deutungen meiner Ergebnisse sind nicht befriedigend. Durch diese Abhandlungen wird nicht die Mycoplasmafrage und noch weniger der Rostfrage einer Lösung näher geführt. Vielmehr wird eine möglichst vielseitige und vollständige Lösung derselben erschwert und verzögert, denn es wird doch immer eine Zahl von unkritischen Referenten sein, die das scheinbar neue und pikante in der Arbeit ausposaunen wollen, und es wird in der Weise über den Nicht-Fachbotaniker eine Opinion entstehen, die behandelten Fragen seien jetzt gelöst. Will Herr Z. auf dem Gebiete weiter arbeiten, so muß er erstens die betreffende Literatur mehr eingehend und ruhig studieren: Diese ist eine billige Forderung, und ich finde an zahlreichen Stellen in der Arbeit Beweise dafür, dass sowohl die Literatur wie auch das Krankheitswesen, d. h. das ganze Rostproblem, dem Verf. noch recht fremd sind. Zweitens muß Herr Z. ein eigenes Versuchsfeld ordnen, wo er eine Mehrzahl von Getreidesorten baut und folgt, um eigene Erfahrungen über das Hervortreten, die Verbreitung, die Überwinterung u.s.w. der verschiedenen Rostarten während ein paar Jahren zu erwerben […] Selbst komme ich bald in einer recht umfassenden Arbeit, die das Resultat von 10-jährigen Studien über eine Nicht-Getreideart bildet, zu der hier behandelten Frage zurück […]”