Haber, Fritz, Chemiker und Nobelpreisträger (1868-1934).

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Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Haber“. Pontresina, Schlosshotel Enderlin, [Sommer 1912], Kl.-4°. 3 1/2 Seiten. Doppelblatt. Hotelbriefpapier.

Vorrätig

Beschreibung

Freundschaftlicher Brief an die Familie des Rechtsanwalts Ludwig van Aken in Wiesbaden: „Hier wo ich ein Mindestmaass von 16 Stunden Schlaf habe, lerne ich wieder schreiben und nicht nur mit dem Herzen sondern auch mit der Feder danken, die meinen Maurerpolierhänden in Dahlem zu schwer geworden war. Wirklich ich konnte nicht, obgleich ich mich seit grauen Tagen nicht so amüsiert habe wie über Ihren Glückwunsch, verehrter Herr Dr., und mit wenig Wünschen mehr übereinstimme als mit dem dass bald eine Verbandssitzung in Berlin ist, die sie Frau Dr. mit ihrem Gatten nach Berlin bringt. Glücklicherweise ziehen sie ja jetzt aus dem Grenzgebiet ins menschliche zurück, denn Wiesbaden ist doch ein bahnverbundener Ort, was ich von Saargemünd nie recht geglaubt habe. Und Lottchen! Welch ein Gedanke dass sie wirklich schon heiratet. Sind wir denn schon so lange von Karlsruhe fort, ist so viel Zeit vergangen seit wir unter Ihnen lebten? […] Lottchen, es ist eine schlimme Geschichte mit der älteren Generation, sie kann sich nie gewöhnen dass die nächste gross und respectswürdig wird. Grüssen sie ihren Bräutigam herzlich und seien Sie dafür bedankt, dass Sie meiner in einer Zeit so freundlich gedacht haben, in der eine junge Dame das Recht hat dass nur an sie gedacht wird. Und nun ‚frohe Weihnachten‘ und erheben Sie mit mir Ihr Glas […] und rufen Sie mit mir unser lieber Hausdrache Hurrah, Hurrah, Hurrah! […]“ – Die Habers hatten in der Villa der van Akens in Karlsruhe (Moltkestr. 31 im Karlsruher Hardtwaldviertel) eine große Parterre-Wohnung bewohnt.