Koch, Robert, Mediziner, Bakteriologe und Nobelpreisträger (1843-1910).

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Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „R. Koch | Professor“. Berlin, „N. W. Charitéstr. 1“, 7. X. 1892, Kl.-4° (18 x 11,5 cm). 1 1/2 Seiten. Doppelblatt.

Vorrätig

Beschreibung

An den Hamburger Senator und Bürgermeister Johann Georg Mönckeberg (1839-1908): „[…] Den einliegenden an mich gerichteten Brief erlaube ich mir, da mir die Adresse der Behörde, welche für die Zukunft der elterlos gewordenen Kinder zu sorgen hat, nicht bekannt ist, Ihnen ganz ergebenst zu übersenden und daran die Bitte zu knüpfen den allem Anschein auch ernst gemeinten Antrag des Herrn Hinrichsen zu prüfen und soweit thunlich Berücksichtigung finden zu lassen […]“ Am Kopf die eigenh. Eintragung und U. Mönckebergs: „8. 10. br. an Herrn Senator [Alexander] Kähler [1832-1907] ergebenst von J. G. Mönckeberg“ und Eingangsstempel des Waisenhauses Hamburg. – Beiliegend der erwähnte Brief des Schmiedemeisters P. C. Hinrichsen aus Wrixum auf Föhr, dat. 3. X. 1892: „[…] Da wir selbst keine Kinder haben, und jedenfalls viele Kinder Elternlos geworden sind in Hamburg, so sind ich und meine Frau uns einig geworden, ein Waisenkind anzunehmen […] und zwar ein Mädchen, hübsch und gesund 3 Jahre alt, nicht älter […]“ – 1892 hatte Hamburg den Ausbruch einer großen Choleraepidemie zu beklagen, der letztlich mehr als 8600 Menschen zum Opfer fielen. Robert Koch, damals Leiter des Preußischen Instituts für Infektionskrankheiten, wurde von der Reichsregierung nach Hamburg entsandt, wo er umgehend strikte Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche durchsetzte. Koch hatte bereits 1884 veröffentlicht, dass mit dem von ihm entdeckten Erreger verunreinigtes Trinkwasser die Cholera überträgt.