Heydt, Eduard von der, Bankier (1882-1964).

1.500,00 

60 masch. Briefe mit eigenhändiger Unterschrift „Heydt“. Ascona, 30. IV. 1962 bis 4. III. 1964, Fol. Zus. ca. 65 Seiten. Briefkopf.

Vorrätig

Beschreibung

Umfangreiches Briefkonvolut aus den letzten Lebensjahren des grossen Bankiers (er starb am 3. April 1964) und Mäzens mit interessanten biographischen Einzelheiten. – An einen Historiker, der ihm ein Buch über den Kronprinzen Wilhelm gesandt hatte und mit dem er in der Folge eine häufige Korrespondenz entfaltete. – (2. II. 1962): „[…] Die Kaiserin Hermine war keineswegs eine leidenschaftliche Anhängerin Hitlers. Sie gab sich nur den Anschein für ihn Sympathien zu haben und zwar aus dem naheliegenden Grunde, weil sie fürchtete, ihre grossen Besitzungen in Schlesien und s.w. könnten konfisziert werden oder sie könnte auch sonst grosse Unannehmlichkeiten haben, besonders wenn der Kaiser gestorben wäre. Aus diesem Grunde der Selbstverteidigung duldete sie z.B. nicht, dass bei Tisch in Gegenwart des Personals über die Nazis abfällig geurteilt wurde. Sie gab sich den Anschein, Hitler zu bewundern. Im vertraulichen Gespräch war sie aber ebenso wenig eine Anhängerin von Hitler wie fast alle andern Fürstlichkeiten. Es gab nur ganz wenige unter ihnen, die überzeugte Nazis waren, und sie zeichneten sich natürlich dadurch aus, dass sie ungemein töricht waren […]“ – (9. XII. 1963): „[…] Was den Mord des President Kennedy angeht, so ist es allerdings ein furchtbares Ereignis. Die Mörder waren ja allerdings keine richtigen Amerikaner, sondern üble Mitglieder der Unterwelt, wie man sie in jedem Lande leider findet. Nun soll ja allerdings Texas eine besonders aufgeregte Atmosphäre haben […]“ – Ausführlich über sein in Amerika beschlagnahmtes Vermögen und die Versuche zur Rückgabe. Er war dort als Spion für die Nazis beschuldigt worden, was er von sich wies. – 1926 erwarb von der Heydt den Monte Veritá in Ascona und ließ von Emil Fahrenkamp ein Hotel errichten, in dem der Bankier seine bedeutende Sammlung ostasiatischer Kunstwerke zeigte. Nach dem Tod von der Heydts 1964 ging der Berg in den Besitz des Kantons Tessin über. – Mit zahlreichen Beilagen, darunter 9 Fotografien (zusammen mit Kaiser Wilhelm, Kronprinz Wilhelm und – Heinrich Himmler).