Du Bois-Reymond, Emil, Physiologe (1818-1896).

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Berlin, 25. II. 1887, 8°. 2 Seiten. Doppelblatt mit blindgepr. Adresse.

480,00 

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Beschreibung

An einen Kollegen: „[…] Ich kenne kein Bildniß von Joh. Müller [Physiologe; 1801-1858], welches ihn in Profil zeigt, und das von Ihnen gezeichnete mit dem Schnurrbart, nach einer Photographie aus den letzten Jahren seines Lebens, ist jedenfalls eines der besten. Allein ich kann Ihnen vermuthlich auch mehr unmittelbarer Art helfen, denn ich habe als mein Institut gebaut wurde, ein Profil-Médaillon von Müller und eins von Haller modellieren und in Thon brennen lassen, welche sich zu beiden Seiten des Portals des Instituts finden. Nach diesen sind auch schon die Königsberger Médaillons gemacht worden […] Ich vermuthe daß die Formen noch existiren und daß derselbe Vorgang wiederholt werden könnte […] Leider bin ich augenblicklich als Decan der medicinischen Facultät […] so von Geschäften erdrückt, daß ich mich nur mit einem gefesselten Prometheus vergleichen kann, welchem die Facultät die Leber anknabbert […]“ – Du Bois-Reymond studierte seit 1839 Medizin in Berlin, wo er rasch zum Schülerkreis des Anatomen und Physiologen Johannes Müller gehörte. Durch diesen wurde er auf das Gebiet der Elektrophysiologie geführt, der er sich in der Folgezeit beinahe ausschließlich widmete. Daß Du Bois-Reymond zu einem der Hauptrepräsentanten der Naturwissenschaften des 19. Jahrhunderts wurde, liegt nicht bloß an seinen zweifellos epochemachenden wissenschaftlichen Arbeiten, sondern auch an der wissenschaftspolitischen und -theoretischen Zielstrebigkeit, die sein Tun von Anfang an begleitete.