Wyneken, Gustav, Reformpädagoge (1875-1964).

Eigenh. Brief mit U. Wickersdorf bei Saalfeld, 12. VIII. 1921, Gr.-8°. 2 Seiten.

330,00 

Vorrätig

Beschreibung

An Maximilian Harden: „[…] am 30. d. M. findet gegen mich in Rudolstadt ein Prozeß wegen angeblicher Verfehlung gegen § 174 St.G.B. [Sexueller Mißbrauch von Schutzbefohlenen] statt, den ich lediglich als irrsinnig und als ein Verbrechen empfinde. Sollte ich verurteilt werden, so wird Ihnen sogleich ein Exemplar meiner Schrift ‚Eros‘ die dann a tempo erscheint, samt diesem Brief zugehen. Ich bitte Sie mir zu helfen, weil es sich nicht bloß um mich persönlich handelt. Zunächst bitte ich, beifolgender Selbstanzeige in der ‚Zukunft‘ Raum zu gewähren. Ich habe mir oft gedacht, daß Sie, wenn Sie näher über mich orientiert wären, mir früher schon manchesmal beigesprungen sein würden […]“ – 1919 wurde Wyneken wieder Leiter in Wickersdorf, dort sah er sich bald Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs an Schülern ausgesetzt und musste den Dienst 1920 quittieren. Die Folge des Prozesses war die Verurteilung Wynekens zu einem Jahr Gefängnis.