Beschreibung
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Murau in der Steiermark: „[…] tausend Dank für Ihr wertvolles Geschenk! Ich habe die Bilder bewundert und gleich Ihren ersten Beitrag, auch Teile von Breunings Aufzeichnungen gleich gelesen. Sobald wie tunlich will ich meine Kenntnis des ganzen Werkes vervollständigen. Ich arbeite über Schiller (schon für den Mai 55, vorsorglich), und wie ich gerade jetzt oft Beethoven’sche Musik höre, so empfinde ich auch Persönliches über den Gewaltigen als nah meinem Gegenstande. Die Auslieferung des Krull-Bandes war auf den 20. d. Ms. angesetzt. Sie scheint sich aus irgendwelchen technischen Gründen etwas zu verzögern. Ist das Buch da, so habe ich vorläufig keinen Stoff mehr zum Vorlesen. Von den Besuchen in Köln und Düsseldorf war seit Jahren die Rede; ich hatte sie immer wieder verschoben, und einmal mußten sie ausgeführt werden. Nun muß ich für lange wieder auf Ruhe halten. Wenn aber mein Leben sich noch eine Weile hinzieht, so wird Salzburg, das ich liebe, gewiß noch einmal wieder an die Reihe kommen. Ihnen beiden alles Liebe von mir und meinem Hause […]“ – Bei dem Buchgeschenk handelte es sich um: Wilhelm Thöny, Beethoven-Zyklus, Zeichnungen zu [Gerhard von] Breunings „Erinnerungen aus dem Schwarzspanierhause“, hrsg. von Wolfgang Schneditz, Wien 1954. Neben der Edition besorgte Schneditz auch die Einleitung „Breuning und Beethoven“ und „Wilhelm Thöny und Beethoven“. – Am 8. Mai 1955 hielt Thomas Mann in Stuttgart die Festrede zur Feier von Schillers 150. Todestag. Der „Versuch über Schiller“ erschien im Juni 1955 bei S. Fischer. – Mann besuchte Ende August 1954 Köln und Düsseldorf, in Düsseldorf auch die Schauplätze seiner Novelle „Die Betrogene“, über die er vorher nur brieflich Auskünfte eingeholt hatte. – Druck: Jb. d. Wiener Goethe-Vereins (1968).








