Schriftsteller (1886-1951)

Hermann Broch war ein österreichischer Schriftsteller. Mit der Romantrilogie "Die Schlafwandler " zum Zerfall der Werte und der Persönlichkeit verfasste er Anfang der 1930er-Jahre eines der wichtigsten Werke des europäischen modernen Romans. In der Emigration setzte sich Broch mit politischen Themen wie Menschenrechten, Totalitarismus und Ökonomismus auseinander, die er "Totalwirtschaft " nannte. Posthum schlug man ihn für den Literaturnobelpreis vor.
Quelle: Wikipedia
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Broch, Hermann, Schriftsteller (1886-1951).
Maschinengeschriebener Brief (Durchschlag, Fragment) mit eigenh. Eintragung und Korrektur. Princeton, N. J., One Evelyn Place, 8. X. 1947, Fol°. 1 Seite.
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Erste Seite eines Briefes an Herrn Hessler, dem er für seine Briefe vom 3. IX. und 1. X. dankt und dessen übersandte Gedichte er zurück sendet. Sein vernichtendes Urteil lautet: "billigste Befriedigung einer billigen Eitelkeit [...] Ich mache Ihnen keinen Vorwurf, dass Sie von den Gaskammern, von den 6 Millionen Juden, von den 2 Millionen Polen, von den anderen 3 Millionen, die da abgeschlachtet worden sind, nichts geahnt haben, und dass Sie mit Ihren eigenen Sorgen beschäftigt waren. Aber ich mache Ihnen zum Vorwurf, dass Sie das Instrument eines solchen Systems zum Gegenstand humoristischer Schilderungen machen [...] Wem solcher Respekt mangelt, dem mangelt auch jeglicher künstlerischer Respekt, also künstlerischer Takt und Geschmack [...] Ich weiss nicht ob sich ein satirischer ...
Erste Seite eines Briefes an Herrn Hessler, dem er für seine Briefe vom 3. IX. und 1. X. dankt und dessen übersandte Gedichte er zurück sendet. Sein vernichtendes Urteil lautet: "billigste Befriedigung einer billigen Eitelkeit [...] Ich mache Ihnen keinen Vorwurf, dass Sie von den Gaskammern, von den 6 Millionen Juden, von den 2 Millionen Polen, von den anderen 3 Millionen, die da abgeschlachtet worden sind, nichts geahnt haben, und dass Sie mit Ihren eigenen Sorgen beschäftigt waren. Aber ich mache Ihnen zum Vorwurf, dass Sie das Instrument eines solchen Systems zum Gegenstand humoristischer Schilderungen machen [...] Wem solcher Respekt mangelt, dem mangelt auch jeglicher künstlerischer Respekt, also künstlerischer Takt und Geschmack [...] Ich weiss nicht ob sich ein satirischer Gigant wie Karl Kraus heute an das Riesenthema der Nazi-Verruchtheit herangewagt hätte. 'Die letzten Tage der Menschheit' konnten im lettzten Krieg geschrieben werden, kaum mehr im diesmaligen [...]" Die Folgeseite mit der Unterschrift fehlt. - Mit Stempel des österreichischen Zensurstelle und eigenh. Eintragung am Kopf "Kopie | Briefe anbei!" - In der dreibändigen Briefausgabe nicht gedruckt.
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VerkauftBroch, Hermann, Schriftsteller (1886-1951).
Eigenhändiges Gedichtmanuskript (Überschrift und 7 Zeilen) sowie Sonderdruck mit eigenh. Widmung und Unterschrift „H“. Ohne Ort [Princeton], ca. 1949, Verschied. Formate.
I. Porträtpostkarte mit Karikatur Brochs von Birchman. Rückseitig eigenhändig das Gedicht mit der Überschrift "Poem auf Ponem". Das Wort Ponem stammt aus dem Jiddischen, ist aber auch in (Nieder-)Österreich in pejorativer Bedeutung verbreitet und bezeichnet das Antlitz bzw. die äußere Erscheinung eines Menschen, im eingeschränkteren Sinne auch dessen Nase, wie sie in der Karikatur Birchmans besonders betont ist: "Wie auch immer du es antrittst, | Mensch, du schwebst in Doppelzonen; | Dein Gesicht steigt auf zum Antlitz | Und es sinkt herab zum Ponem, | Kannst du je dich selber lenken? | Deine letzte Maske kannst du denken: | Trachte dich in sie zu senken." - Erstdruck in Bd. VIII "Gedichte" (1980) der von Paul Michael Lützeler edierten Kommentierten Werkausgabe auf S. 156 ...
I. Porträtpostkarte mit Karikatur Brochs von Birchman. Rückseitig eigenhändig das Gedicht mit der Überschrift "Poem auf Ponem". Das Wort Ponem stammt aus dem Jiddischen, ist aber auch in (Nieder-)Österreich in pejorativer Bedeutung verbreitet und bezeichnet das Antlitz bzw. die äußere Erscheinung eines Menschen, im eingeschränkteren Sinne auch dessen Nase, wie sie in der Karikatur Birchmans besonders betont ist: "Wie auch immer du es antrittst, | Mensch, du schwebst in Doppelzonen; | Dein Gesicht steigt auf zum Antlitz | Und es sinkt herab zum Ponem, | Kannst du je dich selber lenken? | Deine letzte Maske kannst du denken: | Trachte dich in sie zu senken." - Erstdruck in Bd. VIII "Gedichte" (1980) der von Paul Michael Lützeler edierten Kommentierten Werkausgabe auf S. 156 (Kommentar S. 224) nach einem Typoskript von 1949 im Broch Archiv in Yale mit einer Widmung an Lili Loewy. - Gedichtmanuskripte von Broch gehören zu den größten Seltenheiten, das letzte kam vor ca. 20 Jahren in den Auktionshandel. - Gut erhalten. - II. Widmungsexemplar: Ders., Die Heimkehr. Erzählung. Sonderdruck aus: Sinn und Form. 1. Jahr. 1949. 3. Heft. 4°. S. 118-49. Orig.-Broschur. - Umschlag mit eigenh. Widmung und U. (Initiale) "Für Gabrielle und Paul | mit einem herzlichen Weihnachtsgruß | H." - Empfänger der Widmung waren seine Freunde, die Emigranten Gabrielle Oppenheim-Errera (1892-1997) und Paul Oppenheim (1885-1977). - Vgl. Paul Michael Lützeler, Im Taumel von Jamben, Trochäen, Daktylen und Anapästen. Hermann Brochs Widmung für Gabrielle und Paul Oppenheim-Errera (1945) als Weiterdichtung des epischen Werks. In: Volker Kaukoreit u. a. (Hrsg.), 'Aus meiner Hand dies Buch ...' Zum Phänomen der Widmung (= Sichtungen, 8./9. Jg.). Wien 2006. S. 218-24. - Die unveröffentlichte Korrespondenz zwischen Broch und den Oppenheims befindet sich im Broch-Archiv der Yale-University.

