Dichter und Schriftsteller (1863-1920)
Richard Dehmel galt in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker. Sein Einfluss auf die jungen Dichter seiner Zeit, einschließlich der Expressionisten, war "enorm ". Berühmte Komponisten wie Richard Strauss, Jean Sibelius, Hans Pfitzner, Max Reger, Arnold Schönberg, Heinrich Kaspar Schmid, Anton Webern, Karol Szymanowski, Jan van Gilse und Kurt Weill vertonten seine Gedichte oder wurden durch diese zu Kompositionen angeregt wie Schönberg zu dem berühmten "Verklärte Nacht op. 4 " für Streichsextett von 1899 nach dem gleichnamigen Gedicht aus "Weib und Welt ".
Quelle: Wikipedia
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Dehmel, Richard, Schriftsteller (1863-1920).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Pankow bei Berlin, ca. 1896-99, 4° (22 x 17 cm). 2 Seiten. Briefkopf „Pankow bei Berlin – Parkstrasse 25“.
400 €
An den Schriftsteller Gustav Macasy (1871-1905) in Wien: "Aber liebster Macasy, da sind ja köstliche Dinge drin! Eben bin ich mit dem Lesen fertig geworden; Sie brauchen garnicht so bescheiden zu tun. Sogar zum Lyriker scheinen Sie mir nun berufen, es müssen ja nicht immer Verse sein; es scheint, als könne sich Ihr innerer Rhythmus nur in Prosa unmittelbar zur Geltung bringen. Ich rate Ihnen: quälen Sie sich nicht unnütz mit Reimen und gebundenen Formen ab, das liegt nicht Jedem, und schließlich ist ein eigener Stil doch die Hauptsache, weil gleichbedeutend mit dem eigenen Nerv, ob gebunden oder ungebunden. Das 'Frühlingslied' ist viel mehr als ein 'Capriccio'; es ist ein tiefes, weltumfassendes Gedicht, den schönsten Stellen aus Schlafs 'Frühling' ebenbürtig und als Ganzes mir ...
An den Schriftsteller Gustav Macasy (1871-1905) in Wien: "Aber liebster Macasy, da sind ja köstliche Dinge drin! Eben bin ich mit dem Lesen fertig geworden; Sie brauchen garnicht so bescheiden zu tun. Sogar zum Lyriker scheinen Sie mir nun berufen, es müssen ja nicht immer Verse sein; es scheint, als könne sich Ihr innerer Rhythmus nur in Prosa unmittelbar zur Geltung bringen. Ich rate Ihnen: quälen Sie sich nicht unnütz mit Reimen und gebundenen Formen ab, das liegt nicht Jedem, und schließlich ist ein eigener Stil doch die Hauptsache, weil gleichbedeutend mit dem eigenen Nerv, ob gebunden oder ungebunden. Das 'Frühlingslied' ist viel mehr als ein 'Capriccio'; es ist ein tiefes, weltumfassendes Gedicht, den schönsten Stellen aus Schlafs 'Frühling' ebenbürtig und als Ganzes mir lieber, weil nicht so weitschweifig und übertrieben. Auch Ihre Seelenstudien mit novellistischer Färbung versprechen mir viel für ihre Zukunft. 'Sklaventod' hat mich am meisten gepackt, sodaß ich es kritiklos hinnahm, und an dem 'Abschied' hätte der alte Goethe seine Freude gehabt. Von Tolstoj'scher Meisterschaft und Einfachheit ist der große Mittelteil in 'Kranke Liebe'; leider ist der Anfang nicht ganz so vollkommen, weil zuweilen nicht genug aus der Seele der dargestellten Leute heraus, und am Schluß haben Sie sich durch die stilwidrige Brief-Nothilfe die Sache zu bequem gemacht. Die erste Novelle hat mir am wenigsten gefallen; die Ichform paßt ganz und gar nicht zu diesem instinktiven Geschöpf, dessen Handlungen ihm sicher nicht mit solcher analytischen Deutlichkeit ins Bewußtsein treten können. Die zweite Novelle ist mir zu tendenziös und in Stil nicht reif und eigen genug. Voll falschen Noten sind auch 'Götzenherrlichkeit' und 'Apokalypse'. Zu viel Wortgedresche! Offenbar unter Przybyszewski's Einfluß geschrieben, aber ohne dessen rhythmischen Elan. Sie sind kein Ekstatiker, lassen Sie diese Gesten! Sie können ein Meister der Betrachtung werden und der zieIvollen Leidenschaften [...]" - Dehmel lebte 1894-99 in Pankow. - Macasy veröffentlichte 1896-1900 drei Novellenbände. - Kleiner Ausschnitt am Oberrand ohne Textverlust.
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Dehmel, Richard, Schriftsteller (1863-1920).
Maschinengeschriebener Brief mit eigenhändiger Unterschrift Blankenese, 31. VIII. 1910, Gr.-4°. 1 Seite. Briefkopf.
200 €
"[...] Es scheint mir nötig, einen neuen Druck des Kartellstatuts vorzunehmen. Ich habe in letzter Zeit verschiedene Anfragen erhalten, aus denen hervorgeht, dass die Kartellmitglieder über einige Komiteebeschlüsse, die noch nicht im Statut gedruckt, sondern nur in der 'Feder' bekannt gemacht sind, nicht Bescheid wissen. Ich überreiche Ihnen nun hier ein nach diesen Beschlüssen vervollständigtes Exemplar des Statuts und bitte Sie, es zeitig genug drucken zu lassen, daß es am 1. Oktober mit der 'Feder' an die Kartellmitglieder verschickt werden kann [...] Die neue Mitgliederliste machen sie wohl freundlichst selbst druckfertig [...]" - Zum Hintergrund vgl. Wolfgang Martens, Lyrik kommerziell. Das Kartell lyrischer Autoren 1902-1933. München 1975. - Kleine Randschäden."[...] Es scheint mir nötig, einen neuen Druck des Kartellstatuts vorzunehmen. Ich habe in letzter Zeit verschiedene Anfragen erhalten, aus denen hervorgeht, dass die Kartellmitglieder über einige Komiteebeschlüsse, die noch nicht im Statut gedruckt, sondern nur in der 'Feder' bekannt gemacht sind, nicht Bescheid wissen. Ich überreiche Ihnen nun hier ein nach diesen Beschlüssen vervollständigtes Exemplar des Statuts und bitte Sie, es zeitig genug drucken zu lassen, daß es am 1. Oktober mit der 'Feder' an die Kartellmitglieder verschickt werden kann [...] Die neue Mitgliederliste machen sie wohl freundlichst selbst druckfertig [...]" - Zum Hintergrund vgl. Wolfgang Martens, Lyrik kommerziell. Das Kartell lyrischer Autoren 1902-1933. München 1975. - Kleine Randschäden.
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Dehmel, Richard, Schriftsteller (1863-1920).
Eigenh. beschriftete Visitenkarte. Bingen am Rhein, Ostern 1903, Qu.-16°. 1 Seite.
88 €
An eine Dame mit der gewünschten Meinungsäußerung und Grüßen.An eine Dame mit der gewünschten Meinungsäußerung und Grüßen.
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VerkauftDehmel, Richard, Schriftsteller (1863-1920).
19 eigenhändige Briefe mit Unterschrift sowie 7 eigenhändigen Postkarten mit Unterschrift Hamburg-Blankenese, 12. VIII. 1906 bis 17. X. 1913, Verschied. Formate. Zus. 35 Seiten. Mit 7 eigenh. Umschlägen.
An Felix Hübel (1874-1922) in der Buchbinderei Hübel & Denck in Leipzig. Umfangreiche und interessante Sammlung mit Briefen Dehmels an seinen Buchbinder in Leipzig. Bekanntlich hat Dehmel an allen Austattungsdetails seiner "Gesammelten Werke" und Einzelausgaben intensiv Anteil genommen und über die Einzelheiten mit dem Verleger S. Fischer, dem Drucker Drugulin, dem Graphiker Walter Tiemann und eben auch mit dem Buchbinder Felix Hübel korrespondiert. Wir können aus diesem bisher unpublizierten Briefkorpus nur einige wenige Proben geben: (12. VIII. 1906): "[...] von den Bezugpapier-Mustern, die Sie mir mit dem neuen Probedeckel mitschickten, gefällt mir keines besser als das türkisfarbene. Aber vielleicht können Sie einen ähnlich gefaserten Stoff wie den beiliegenden in Grau ...
An Felix Hübel (1874-1922) in der Buchbinderei Hübel & Denck in Leipzig. Umfangreiche und interessante Sammlung mit Briefen Dehmels an seinen Buchbinder in Leipzig. Bekanntlich hat Dehmel an allen Austattungsdetails seiner "Gesammelten Werke" und Einzelausgaben intensiv Anteil genommen und über die Einzelheiten mit dem Verleger S. Fischer, dem Drucker Drugulin, dem Graphiker Walter Tiemann und eben auch mit dem Buchbinder Felix Hübel korrespondiert. Wir können aus diesem bisher unpublizierten Briefkorpus nur einige wenige Proben geben: (12. VIII. 1906): "[...] von den Bezugpapier-Mustern, die Sie mir mit dem neuen Probedeckel mitschickten, gefällt mir keines besser als das türkisfarbene. Aber vielleicht können Sie einen ähnlich gefaserten Stoff wie den beiliegenden in Grau beschaffen; nur dürfte er nicht so steif sein, müßte also dünner sein und, wenn möglich, etwas rauer [...]" - (23. VIII. 1906): "[...] Nach näherer Überlegung habe ich mich nun doch entschlossen, für die Halbpergamentbände das beiliegende braune Bezugpapier, das sich unter ihren Mustern befand, zu wählen [...] Für die Herstellung bitte ich noch Folgendes zu beachten. 1.) Die untere Inschrift auf dem Pergamentrücken muß ein wenig höher gerückt werden, um etwa 2 millimeter. 2.) Das Ornament auf dem Deckel muß noch etwas tiefer gerückt werden; der Abstand vom oberen Deckelrand muß genau 6 1/2 centimeter betragen [...] 3.) Die Goldprägung (und nachher auch der Goldschnitt) darf bei diesem braunen Papier keinesfalls ins Rötliche spielen (wie bei dem türkisfarbenden Probeband) - sondern eher ins Bräunliche, wenn ein reines Gelbgold untunlich ist [...] Auch zu den Liebhaber-Einbänden aus gelbbraunem sämischen Leder [...] wird das moosgrüne Seidenband sehr gut passen [...]" - (28. VIII. 1906): Über die Stellung von Tiemanns Flammenbecherornament auf den Einbänden. - (6. IX. 1906): "[...] Nun der Lederband; da gefällt mir an jedem der Probebände etwas Anderes, das muß also combiniert werden. An der mit Blaustift angekreuzten Decke gefällt mir das Material am besten; also bitte dieses hellere und härtere Leder zu verwenden. Dagegen bitte ich die Machart nach dem mit Rotstift angekreuzten Probeband ausführen zu lassen, jedoch mit den darauf vermerkten Abänderungen [...] wir wollen doch den paar Leuten, die einige Ahnung von der Sache haben, keinen Mumpitz vormachen [...]" - (15. IX. 1906): "[...] Die Pergamentbände sind jetzt sehr schön, und das japanische Vorsatzpapier macht sich famos [...] je vergilbteres Pergament, desto besser! [...]" Daneben über Büttenpapiere, Freiexemplare und beizubindende Dedikationsblätter. - (28. IX. 1906): "[...] Mit Vergnügen schicke ich Ihnen mein von Tiemann gezeichnetes Exlibris und Dedicavit; und da Sie Sammler sind, werden wohl auch meine ausrangierten, die ich selbst gezeichnet hatte, Interesse für Sie haben [...]" - (8. X. 1906): "[...] ich habe mich sehr über die außerordentlich sorgfältige Arbeit gefreut, die Sie meinen Bücher haben angedeihen lassen. Es ist wirklich nichts daran auszusetzen, und ich glaube, daß diese Einbände jedem vornehmen Geschmack gefallen müssen [...]" - (15. XI. 1909): "[...] Da die zehnbändige Ausgabe nun abgeschlossen ist, muß ich Ihnen sagen, daß ich mich jedesmal, wenn die Sendung kam, über die von ihrer Firma geleistete Mitarbeit gefreut habe. Es war immer alles tadellos, und auch bei den Vorbereitungen habe ich mich niemals über Mißgriffe zu ärgern brauchen; dies ungemischte Vergnügen wird einem von anderen Mitarbeitern nicht grade oft bereitet [...]" - (17. IV. 1913) Über den geplanten Gedichtband "Schöne wilde Welt". - (23. VI. 1913) Photographische Ansichtspostkarte seines Hauses in Blankenese mit Beschriftung "Rastort für durchreisende Nordseefahrer!" - Über die Gedichte und den geplanten Roman ("Die große Sehnsucht", 1922) von Felix Hübel. - Beiliegend: I. Karte von Ida Dehmel an Felix Hübel, dat. Blankenese Ostern 1920: "[...] darf ich Sie bitten, mir Ihre Dehmel-Briefe zu Abschriftnehmen zu schicken. Nicht nur die persönlichen, auch die sachlichen. Es giebt ja keinen zweiten Dichter, dem das Buch an sich am Herzen lag, wie ihm [...]" - II. Druck: "Richard Dehmels letzte Dichtung geschrieben im Herbst 1919." Fol. Doppelblatt. - Knickfalte. - Größere Briefkonvolute Dehmels sind im Handel sehr selten.

