Quelle: Wikipedia
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Goethe, Johann Wolfang von, Schriftsteller (1749-1832).
Eigenhändiges Gedichtmanuskript (4 Zeilen) mit Datierung. Lateinische Schrift. Jena, Pfingsten (25./26. V.) 1817, 16,5 x 19,8 cm. 1 Seite. Grau getöntes Papier.
12500 €
"Bringst du die Natur heran Dass sie jeder nutzen kann; Falsches hast du nicht ersonnen, Hast der Menschen Gunst gewonnen." Der einzige eigenhändige Textzeuge für Goethes berühmten Vierzeiler, den er zusammen mit seinem Gedicht "Dem Chromatiker" als Motto der Abhandlung "Zur Naturwissenschaft überhaupt. Zur Farbenlehre" (1817) voranstellte. 1827 nahm er es in die "Ausgabe letzter Hand" unter der Rubrik "Gott und die Welt" auf (WA I, 3, 103). Es kann als Motto für seine gesamte naturwissenschaftliche Arbeit verstanden werden. - Die vorliegende Handschrift liefert einen wichtigen Baustein zur Exegese der "Farbenlehre" sowie zu Goethes Selbstverständnis als Naturforscher. Das Goethemuseum Düsseldorf bewahrt die Handschrift zu "Dem Chromatiker", das GSA Weimar besitzt eine ...
"Bringst du die Natur heran Dass sie jeder nutzen kann; Falsches hast du nicht ersonnen, Hast der Menschen Gunst gewonnen." Der einzige eigenhändige Textzeuge für Goethes berühmten Vierzeiler, den er zusammen mit seinem Gedicht "Dem Chromatiker" als Motto der Abhandlung "Zur Naturwissenschaft überhaupt. Zur Farbenlehre" (1817) voranstellte. 1827 nahm er es in die "Ausgabe letzter Hand" unter der Rubrik "Gott und die Welt" auf (WA I, 3, 103). Es kann als Motto für seine gesamte naturwissenschaftliche Arbeit verstanden werden. - Die vorliegende Handschrift liefert einen wichtigen Baustein zur Exegese der "Farbenlehre" sowie zu Goethes Selbstverständnis als Naturforscher. Das Goethemuseum Düsseldorf bewahrt die Handschrift zu "Dem Chromatiker", das GSA Weimar besitzt eine Abschrift Eckermanns von 1827 als Druckvorlage zur "Ausgabe letzter Hand". - Am Pfingstsonntag und -montag arbeitete Goethe an der Schlussredaktion zu seinem "Naturwissenschaftlichen Hefte" und machte die Sendung an den Verleger Fromman postfertig. Dazu erdachte er wohl auch dieses Motto. - Am unteren Rand des Blattes die eigenhändige Echtheitsbestätigung von Goethes Privatsekretär Friedrich Theodor Kräuter, datiert Weimar 1843: "Daß obige Zeilen wirkliche Originalhandschrift des verewigten Joh. Wolfgang Goethe' sey, bezeugt der Wahrheit gemäß Friedr. Theod. Kräuter, Rath und Bibliothekar, früher Goethe's Privatsecretär. Weimar im April 1843." - Auf ein etw. größeres Blatt Büttenpapier aufgelegt, minimal fleckig. - Zusammen mit dem Bd. I/3 der WA in dunkelbrauner Maroquin-Kassette als Geschenk für einen Manager. - Zuletzt 1998 bei Stargardt versteigert. - Prachtstück.
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Freundschaftsbillets -, .
Sammlung von 82 in Kupfer gestochenen Billets, teilweise auf Seide, teilweise in mehreren Farben gedruckt, die Illustrationen jeweils handkoloriert, reich verziert, mit ironischen, erotischen, belehrenden oder romantischen Gedichten. , Um 1800, 9 x 9 cm, 12 x 8 cm oder 8 x 10 cm.
10000 €
Reizvolle, typographisch und illustratorisch aufwendig gestaltete Sammlung von Freundschaftsemblemen, Textbeispiele: Bald wird Dich ein Myrthenkränzchen zieren, Reiz Dich der schönste Jüngling führen. An der Hand zum Traualtar und die Liebe wird Euch sanft regieren, Treu und zärtlich hundert Jahr. - Jeder Gram, der Thoren quält, sieh von Deiner Seite, und durch Unschuld neu beseelt schweb um Dich die Freude. - Dir schmecke immer wohl der beste Wein, Nimm niemals Pillen oder Pulver ein; Leg achtzig Jahre noch gesund zurücke, und brauche keine Brille keine Krücke.Reizvolle, typographisch und illustratorisch aufwendig gestaltete Sammlung von Freundschaftsemblemen, Textbeispiele: Bald wird Dich ein Myrthenkränzchen zieren, Reiz Dich der schönste Jüngling führen. An der Hand zum Traualtar und die Liebe wird Euch sanft regieren, Treu und zärtlich hundert Jahr. - Jeder Gram, der Thoren quält, sieh von Deiner Seite, und durch Unschuld neu beseelt schweb um Dich die Freude. - Dir schmecke immer wohl der beste Wein, Nimm niemals Pillen oder Pulver ein; Leg achtzig Jahre noch gesund zurücke, und brauche keine Brille keine Krücke.
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Marc, Franz, Maler und Graphiker (1880-1916).
Eigenhändiger Brief m. U. München, (März 1911), 4° (25 x 19 cm). 1 1/2 Seiten. Doppelblatt mit gedrucktem Briefkopf „München Theresienstrasse 12“.
4800 €
An seine zukünftige Frau Maria Franck (1876-1955) in Berlin wegen einer gerichtlichen Vorladung in Marcs Heiratsangelegenheit. Marc hatte Maria Franck 1905 kennengelernt; seine erste Frau Marie Schnür, von der Marc 1908 geschieden wurde, hatte versucht, seine Ehe mit Maria Franck zu sabotieren, indem sie sie des Ehebruchs beschuldigte. Franz Marc und Maria Franck wurden am 4. April 1911 vor das Bezirksgericht München geladen. Sie durften erst 1913 heiraten: "Liebste, in Eile ein paar Worte: Die Papiere sind angekommen. Ich habe hier für 4. April eine Vorladung. Du wirst sie hier bekommen, per adr. Gauting, p. adr. Frl. Adler. [Der Anwalt] Fromm bat mich um eine neutrale Adresse [...] Aber nun komm auch bestimmt. Vor dem 4. bekommst Du ja nun keinenfalls die Vorladung, aber es kann ...
An seine zukünftige Frau Maria Franck (1876-1955) in Berlin wegen einer gerichtlichen Vorladung in Marcs Heiratsangelegenheit. Marc hatte Maria Franck 1905 kennengelernt; seine erste Frau Marie Schnür, von der Marc 1908 geschieden wurde, hatte versucht, seine Ehe mit Maria Franck zu sabotieren, indem sie sie des Ehebruchs beschuldigte. Franz Marc und Maria Franck wurden am 4. April 1911 vor das Bezirksgericht München geladen. Sie durften erst 1913 heiraten: "Liebste, in Eile ein paar Worte: Die Papiere sind angekommen. Ich habe hier für 4. April eine Vorladung. Du wirst sie hier bekommen, per adr. Gauting, p. adr. Frl. Adler. [Der Anwalt] Fromm bat mich um eine neutrale Adresse [...] Aber nun komm auch bestimmt. Vor dem 4. bekommst Du ja nun keinenfalls die Vorladung, aber es kann wohl sein, dass sie auch auf den 4. April lauten wird. Ich bin in Eile, auf dem Weg zu Kandinsky; nachmittags Vereinsversammlung [Neue Künstlervereinigung München]. Abends zurück nach Sindelsdorf. Ich bin froh, dass die Vorladung endlich da ist und scheinbar alles klappt [...] Fromm bat uns, vor der Vorladung in nocheinmal aufzusuchen. In Eile, morgen mehr Dein treuer F. M. Grüße zu Hause, und viele Grüße von P[aul] und H[elene]." - Franz Marc wohnte bei seinem Bruder Paul Marc in der Münchener Theresienstraße 12. Die Sommermonate verbrachte er in Sindelsdorf. Zu dieser Zeit trugen sich Marc und Wassily Kandinsky mit dem Gedanken, eine neue, fortschrittliche Künstlergruppe ins Leben zu rufen. Marc gehörte zu der von Kandinsky 1909 mitbegründeten Neuen Künstlervereinigung München. 1911 kam es zu Streitigkeiten mit den eher konservativen Künstlern der N.K.V.M. - Vgl. K. Jüngling und B. Roßbeck, Franz und Maria Marc. 2000. - Dieser Brief nicht verzeichnet in Günter Meißner, Franz Marc: Briefe, Schriften und Aufzeichnungen. Leipzig 1980. - Briefe von Franz Marc sind sehr selten.
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Benedikt XV. (Giacomo della Chiesa), Papst (1854-1922).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Benedictus PP. XV“. Vatikan, 8. IX. 1917, 4°. 4 Seiten. Doppelblatt mit gold und farbig geprägtem Wappen. Mit eigenhändigen Umschlag.
4500 €
An den päpstlichen Geheimkämmerer Rudolf Gerlach in München über seinen "Aufruf zum Frieden", der bei der Entente auf deprimierend geringe Resonanz gestoßen sei. Immerhin habe er damit die Initiative nicht den Sozialisten überlassen und aufgeräumt mit der Legende, dass die Kirche den Krieg wolle: "[...] Ad ogni modo spero che qualche frutto, se non immediato, l'Appello alla pace l'avra almeno più tardi: per ora abbiamo compiuto un dovere, non lasciando prendere l'iniziativa ai socialisti ed impedendo la leggenda che la guerra sia voluta dal Papa, dai Vescovi e dai frati [...]" - Übersetzung: "[...] Der jüngste Friedensappell wurde von der Entente so negativ interpretiert, dass ich dadurch wirklich ein wenig entmutigt bin: mir schien, sie sollten zumindest die allgemeinen ...
An den päpstlichen Geheimkämmerer Rudolf Gerlach in München über seinen "Aufruf zum Frieden", der bei der Entente auf deprimierend geringe Resonanz gestoßen sei. Immerhin habe er damit die Initiative nicht den Sozialisten überlassen und aufgeräumt mit der Legende, dass die Kirche den Krieg wolle: "[...] Ad ogni modo spero che qualche frutto, se non immediato, l'Appello alla pace l'avra almeno più tardi: per ora abbiamo compiuto un dovere, non lasciando prendere l'iniziativa ai socialisti ed impedendo la leggenda che la guerra sia voluta dal Papa, dai Vescovi e dai frati [...]" - Übersetzung: "[...] Der jüngste Friedensappell wurde von der Entente so negativ interpretiert, dass ich dadurch wirklich ein wenig entmutigt bin: mir schien, sie sollten zumindest die allgemeinen Grundsätze akzeptieren, die im Übrigen schon von Politikern vorgebracht wurden: was der Entente missfällt, waren die offenen Worte rund um den gegenseitigen Erlass der Kosten und der Kriegsentschädigung; aber, mit Ausnahme von Belgien, das der Kanzler von Deutschland [Reichskanzler Michaelis] selbst versprach zu entschädigen, sehe ich nicht wie jemand weiterhin Krieg führen kann um Geldfragen. Jedenfalls hoffe ich, dass der Friedensappell, wenn auch nicht sofort, dann wenigstens später irgendwelche Früchte tragen wird: für jetzt haben wir eine Pflicht erfüllt, haben es nicht den Sozialisten überlassen, die Initiative zu ergreifen und die Legende verhindert, dass der Krieg vom Papst, von den Bischöfen und Mönchen gewollt ist [...]" - "Besonders bekannt wurde 'Dès le début', die Friedensnote Benedikts XV. am dritten Jahrestag des Kriegsbeginns (1. August 1917). Darin schlug der Papst als neutraler Vermittler allen kriegführenden Mächten Friedensverhandlungen vor. Er forderte Abrüstung, eine effektive internationale Schiedsgerichtsbarkeit zur Vermeidung künftiger Kriege und den Verzicht auf Gebietsabtretungen. Damit wurden vom Vatikan wesentliche Grundzüge der internationalen Friedensbewegung der Vorkriegszeit aufgegriffen. Der Plan wurde ausgeschlagen, da sich jede der Kriegsparteien als durch ihn benachteiligt ansah. Die Triple Entente war außerdem argwöhnisch gegenüber dem päpstlichen Geheimkämmerer Rudolf von Gerlach, die wichtigste direkte Kontaktperson der Mittelmächte zum Papst. Der Heilige Stuhl wurde sogar von den Verhandlungen zum Waffenstillstand ausgeschlossen." (Wikipedia). - So wichtige, eigenhändige Briefe des Papstes sind von allergrößter Seltenheit.
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Kraus, Karl, Schriftsteller (1874-1936).
Eigenhändiges Gedichtmanuskript (21 Zeilen) ohne Unterschrift , Ohne Ort und Jahr [Wien, August 1920], Gr.-8°. 1 Seite.
4500 €
"Franz Joseph || Wie war er? War er dumm? War er gescheit? | Wie fühlt' er? Hat es wirklich ihn gefreut? | War er ein Körper? War er nur ein Kleid? | War eine Seele in dem Staatsgewand? | Formte das Land ihn? Formte er das Land? [...] Nie prägte mächtiger in ihre Zeit jemals ihr Bild die Unpersönlichkeit." - Veröffentlicht in "Die Fackel" (Nr. 551, Jg. 22, August 1920, S. 18) sowie in "Worte in Versen", Bd. V, 1920. - Darunter ein weiterer Einzeiler: "Erzherzog Friedrich | Heroischer Vers | Als er, im Kino geschah's, sie da fallen sah, rief er: Bumsti!" Veröffentlicht ebenda S. 19 und wieder verarbeitet in "Die letzten Tage der Menschheit". Karl Kraus etablierte damit den Spitznaamen "Erzherzog Bumsti" für den Oberbefehlshaber der k. u. k. Armeen Erzherog Friedrich. - Mit einigen ...
"Franz Joseph || Wie war er? War er dumm? War er gescheit? | Wie fühlt' er? Hat es wirklich ihn gefreut? | War er ein Körper? War er nur ein Kleid? | War eine Seele in dem Staatsgewand? | Formte das Land ihn? Formte er das Land? [...] Nie prägte mächtiger in ihre Zeit jemals ihr Bild die Unpersönlichkeit." - Veröffentlicht in "Die Fackel" (Nr. 551, Jg. 22, August 1920, S. 18) sowie in "Worte in Versen", Bd. V, 1920. - Darunter ein weiterer Einzeiler: "Erzherzog Friedrich | Heroischer Vers | Als er, im Kino geschah's, sie da fallen sah, rief er: Bumsti!" Veröffentlicht ebenda S. 19 und wieder verarbeitet in "Die letzten Tage der Menschheit". Karl Kraus etablierte damit den Spitznaamen "Erzherzog Bumsti" für den Oberbefehlshaber der k. u. k. Armeen Erzherog Friedrich. - Mit einigen Streichungen und Korrekturen, darunter zwei gestrichene Verse.
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Strauß (Vater), Johann, Komponist (1804-1849).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „J. Strauss“. Ohne Ort [London], 1. V. 1838, Gr.-8° (19,5 x 12,5 cm). Doppelblatt mit Adresse und blindgeprägtem Monogramm „J St“.
2750 €
An den Pianisten und Komponisten Ignaz Moscheles (der 1828 einen "Valse à la Strauss" komponiert hatte): "[...] Mit wahrem Vergnügen erbiethe ich mich Ihrem geehrten Wunsche in jeder beliebigen Art entgegen zu kommen. Ich verbinde hiermit zugleich die Bitte, den Tag und Stunde zu bestimmen um hierüber nähere Rücksprache nehmen zu können, hinsichtlich der Einteilung etc. und habe bis dahin die Ehre mich zu zeigen als Euer Wohlgeboren ergebenster [...]" - Im Jahr 1838 unternahm Johann Strauss eine erfolgreiche siebenmonatige Konzerttournee durch England. Von seiner Ankunft im April 1838 bis Ende Juli gab er allein in London 79 Konzerte, u. a. mit einem Widmungswalzer bei dem Krönungsball für Königin Victoria am 10. Mai 1823. Die Tourneeanstreingungen führten bei ihm zu einem ...
An den Pianisten und Komponisten Ignaz Moscheles (der 1828 einen "Valse à la Strauss" komponiert hatte): "[...] Mit wahrem Vergnügen erbiethe ich mich Ihrem geehrten Wunsche in jeder beliebigen Art entgegen zu kommen. Ich verbinde hiermit zugleich die Bitte, den Tag und Stunde zu bestimmen um hierüber nähere Rücksprache nehmen zu können, hinsichtlich der Einteilung etc. und habe bis dahin die Ehre mich zu zeigen als Euer Wohlgeboren ergebenster [...]" - Im Jahr 1838 unternahm Johann Strauss eine erfolgreiche siebenmonatige Konzerttournee durch England. Von seiner Ankunft im April 1838 bis Ende Juli gab er allein in London 79 Konzerte, u. a. mit einem Widmungswalzer bei dem Krönungsball für Königin Victoria am 10. Mai 1823. Die Tourneeanstreingungen führten bei ihm zu einem nervlichen Zusammenbruch. - Briefe von Johann Strauss Vater sind sehr selten.
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Hölty, Ludwig, Schriftsteller (1748-1776).
Eigenhändiges Gedichtmanuskript. Ohne Ort, (1775), Kl.-8° (16 x 9,5 cm). 1 Seite.
2000 €
Die fünfte Strophe von Höltys poetischem Nachruf auf seinen Lehrer in Celle "Auf den Tod des hochwürdigen und hochgelahrten Herrn J.C. Sunter", entstanden wohl 1774: "5 || Ach, er war der Führer meiner Jugend, | Glänzte mir mit seinem Beyspiel vor, | Predigte mir hohe Christentugend, | Und mein Geist hub sich durch ihn empor. | Nimmer werd' ich dieses Manns vergeßen, | Immer Folger seiner Tugend seyn, | Immer, unter schauernden Cypreßen, | Seinem Grabe Thränen weyhn." - Druck: Werke und Briefe, kritische Studienausgabe, hrsg. von W. Hettche (1998), S. 198 und Kommentar S. 522, nach der Handschrift in der SUB Göttingen. - Am Unterrand älterer Sammlereintrag in Bleistift und Tinte "Ludwig Heinr. Christoph Hoelty. 1748-1776."; auf der Rückseite ebenfalls ein älterer Eintrag in ...
Die fünfte Strophe von Höltys poetischem Nachruf auf seinen Lehrer in Celle "Auf den Tod des hochwürdigen und hochgelahrten Herrn J.C. Sunter", entstanden wohl 1774: "5 || Ach, er war der Führer meiner Jugend, | Glänzte mir mit seinem Beyspiel vor, | Predigte mir hohe Christentugend, | Und mein Geist hub sich durch ihn empor. | Nimmer werd' ich dieses Manns vergeßen, | Immer Folger seiner Tugend seyn, | Immer, unter schauernden Cypreßen, | Seinem Grabe Thränen weyhn." - Druck: Werke und Briefe, kritische Studienausgabe, hrsg. von W. Hettche (1998), S. 198 und Kommentar S. 522, nach der Handschrift in der SUB Göttingen. - Am Unterrand älterer Sammlereintrag in Bleistift und Tinte "Ludwig Heinr. Christoph Hoelty. 1748-1776."; auf der Rückseite ebenfalls ein älterer Eintrag in Tinte "Hölty's Handschrift 1775 | (starb d. 1. Sept. 1776.)" - Leicht fleckig; Fälzchenrest. - Autographen Höltys sind sehr selten.
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Brahms, Johannes, Komponist (1833-1897).
Eigenhändiges Billett mit Unterschrift „JBr“ auf der Rückseite seiner gestochenen Visitenkarte auf Glanzpapier. Ohne Ort und Jahr, ca. 1880, 47 x 83 mm..
1980 €
Einer älteren Bleistiftbeschriftung auf der Vorderseite zufolge an Baron Grunelius, ebenfalls in Bleistift: "Lieber Freund, ich bitte Sie beifolgende Briefe in meinem Namen auf die Stadtbibliothek (heute) zu besorgen. Darf ich? / Ihr JBr" - Da die Visitenkarte keine Adresse anzeigt, wird sie wohl auf Reisen zur Verwendung gekommen sein. Das Bankhaus Grunelius war jedenfalls in Frankfurt ansässig. Da Brahms eng mit Clara Schumann befreundet war, kam er nach deren Umzug 1878 häufig als Gast nach Frankfurt am Main. Als Adressat käme Andreas Adolf von Grunelius (1831-1912) in Betracht.Einer älteren Bleistiftbeschriftung auf der Vorderseite zufolge an Baron Grunelius, ebenfalls in Bleistift: "Lieber Freund, ich bitte Sie beifolgende Briefe in meinem Namen auf die Stadtbibliothek (heute) zu besorgen. Darf ich? / Ihr JBr" - Da die Visitenkarte keine Adresse anzeigt, wird sie wohl auf Reisen zur Verwendung gekommen sein. Das Bankhaus Grunelius war jedenfalls in Frankfurt ansässig. Da Brahms eng mit Clara Schumann befreundet war, kam er nach deren Umzug 1878 häufig als Gast nach Frankfurt am Main. Als Adressat käme Andreas Adolf von Grunelius (1831-1912) in Betracht.
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Redouté, Pierre Josephe, Maler und Grafiker (1759-1840).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Paris, 12. IX. 1828, 4° (16 x 20 cm). 1 Seite.
1800 €
An Mr. Renorine, den er um die Rechnung für den gelieferten Voltaire bittet, damit er ein Rosenbild im Wert von 1500 Francs damit verrechnen kann: "Fourny à Monsieur Renorine, un exemplaire des Roses forma in folio au prix de quinze cent francs, qui ont été livré en échange et par ordre de publication, en échange d'un solitaire jaune à régler les ouvrages terminés, or donc je vous prie, Monsieur, d'avoir la bonté de faire mon compte pour que nous puissions régler ensemble je suis prêt s'y redoit à vous payer." - Mit älterem Sammlungsumschlag. - Rückseitig Regeste. - Sehr selten.An Mr. Renorine, den er um die Rechnung für den gelieferten Voltaire bittet, damit er ein Rosenbild im Wert von 1500 Francs damit verrechnen kann: "Fourny à Monsieur Renorine, un exemplaire des Roses forma in folio au prix de quinze cent francs, qui ont été livré en échange et par ordre de publication, en échange d'un solitaire jaune à régler les ouvrages terminés, or donc je vous prie, Monsieur, d'avoir la bonté de faire mon compte pour que nous puissions régler ensemble je suis prêt s'y redoit à vous payer." - Mit älterem Sammlungsumschlag. - Rückseitig Regeste. - Sehr selten.
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Schlegel, Friedrich von, Schriftsteller (1772-1829).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Friedrich Schlegel“. Wien, 25. XI. 1810, 8° (14,5 x 10 cm). 4 Seiten. Doppelblatt.
1750 €
Sehr inhaltsreicher Brief an den Altertumsforscher Johann Gustav Gottlieb Büsching (1783-1829) in Berlin über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit: "[...] ich muß wegen meiner so lange verspäteten Antwort sehr auf Ihre Nachsicht rechnen. Denn selbst die Kränklichkeit die mir fast den ganzen Sommer geraubt, entschuldigt mich in meinen eigenen Augen nicht ganz. Ich hoffe, unser vortrefflicher Wolf hat Ihnen wenigstens gesagt, welch lebhaften Antheil ich an allen Ihren würdigen litter[arischen] Unternehmungen nehme. Von dem Pantheon habe ich viel Gutes gehört und die Einladung dazu konnte mir nicht anders als sehr angenehm seyn. Auch dieß hat meine Antwort noch mehr verzögert, daß ich immer hoffte etwas dafür schicken und auf diese Weise meine Schuld wieder gut machen zu können. ...
Sehr inhaltsreicher Brief an den Altertumsforscher Johann Gustav Gottlieb Büsching (1783-1829) in Berlin über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit: "[...] ich muß wegen meiner so lange verspäteten Antwort sehr auf Ihre Nachsicht rechnen. Denn selbst die Kränklichkeit die mir fast den ganzen Sommer geraubt, entschuldigt mich in meinen eigenen Augen nicht ganz. Ich hoffe, unser vortrefflicher Wolf hat Ihnen wenigstens gesagt, welch lebhaften Antheil ich an allen Ihren würdigen litter[arischen] Unternehmungen nehme. Von dem Pantheon habe ich viel Gutes gehört und die Einladung dazu konnte mir nicht anders als sehr angenehm seyn. Auch dieß hat meine Antwort noch mehr verzögert, daß ich immer hoffte etwas dafür schicken und auf diese Weise meine Schuld wieder gut machen zu können. Jene Kränklichkeit ist die einzige Ursache, daß ich in allen Arbeiten so zurückgekommen und kaum das Nothdringendste des Augenblicks habe beisteuern können. Daß ich selbst den literar[ischen] Theil des österr[eichischen] Beobachters redigire, würde wenn ich sonst ganz gesund und heiter gestimmt wäre, kein Hinderniß sein, denn manches Ausführlichere und mehr bloß für den literar[ischen] Theil der Leser Bestimmte würde vielleicht besser in Ihre Zeitschrift passen als in diese Zeitung, die für das größere und gemischte Publikum bestimmt ist. Hätten Sie nur veranlaßt daß ich das Pantheon zu sehen bekommen hätte, so würde ich das meinige gewiß beigetragen haben, es hier bekannt zu machen! Sie glauben nicht, wie spät man solche Sache ohne besondere Veranstaltung hier erhält. Doch würde, was ich Ihnen anzubieten hätte, viell[eicht] besser für das Altdeutsche Museum passen; z.B. einiges über provençalische Sylbenmaße mit Rücksicht auf altdeutsche Poesie. Wir könnten in dieser Hinsicht vielleicht eine Art von Tausch treffen, wenn Sie mir dagegen etwas für den österr[eichischen] Beobachter geben wollten. Ich wünschte grade in Berlin einen fortgehenden Correspondenten dafür zu haben, für alles merkwürdige Literarische was dort geschieht u. erscheint, besonders aber für altdeutsche Literatur; denn das letzte würde mir in jeder Rücksicht das wichtigste sein. Wenn Sie sich dazu entschließen könnten, so geht meine Bitte wie sich versteht, zugleich an H. von Hagen. Auch Wolf bitte ich nebst den herzlichsten Grüßen an sein gütiges Versprechen für unseren Beobachter zu erinnern. Hat er selbst nicht Zeit, so könnte er doch einen oder den andern von den Seinigen aufmuntern, dies löbliche Werk statt seiner zu erfüllen. Ich wünschte aus vielen Ursachen, grade jetzt eine lebhafte literarische Mittheilung zwischen Berlin und Wien zu unterhalten und zu veranlassen. Wenn Sie Ihr zweites Sendschreiben über den Titurell mit einem Andenken an mich begleitet haben, so kann mir dies nicht anders als sehr schmeichelhaft seyn. Möchte ich nur erst freie Muße genug gewinnen, um durch thätige Beförderung altdeutscher Poesie und Literatur eine Auszeichnung dieser Art zu verdienen! Meine Wünsche sind ganz auf dieses Ziel gerichtet, und nur die Zeit betrachte ich ganz als die meinige, die ich der Poesie u. zwar der deutschen widmen kann. Docens Bruchstück des Titurell ist höchst merkwürdig; und seine Art der Behandlung desselben gefällt mir über den Ausdruck wohl, er deutet mich wahrhaft classisch. - F[ouqué]s Sigurd ist mir von aller neuen Poesie seit der Genoveva [von Ludwig Tieck] das liebste und erfreulichste, auch meine eigne poetische Stimme in der Wüste nicht ausgenommen. Daß auf den Jahrmärkten von derselben keine Erwähnung geschieht, ist leider aus einem sehr allgemeinen und nicht eben ehrenvollen Grunde begreiflich. Und eben weil es ein Grund dieser Art ist, würde es mich freuen, wenn einer aus Ihrem Kreise einmal ein Wort darüber sagte. Was polit[isch] anstößig sein könnte, läßt sich ja leicht umgehen. Von Collin und Hammer [-Purgstall] dürfen Sie vieler Geschäfte halber für das Panth[eon] nichts erwarten, Stoll ist in Paris; an Frischen habe ich Ihren Auftrag bestellt, doch kenne ich diesen nur wenig [...]" - Die erwähnten Zeitschriften sind "Pantheon, eine Zeitschrift für Wissenschaft und Kunst", hrsg. von Büsching und Karl Ludwig Kannegiesser (1781-1864), 3 Bde. (1810) und "Museum für altdeutsche Literatur und Kunst", hrsg. von Büsching, Friedrich Heinrich von der Hagen (1780-1856), Bernhard Joseph Docen (1782-1828) und Bernhard Hundeshagen (1784-1858), 2 Bde. (1809-11); der "Oesterreichische Beobachter" erschien vom 2. März 1810 bis in Jahr 1848. - Die erwähnten Personen sind Friedrich August Wolf (1759-1824), Heinrich Joseph von Collin (1771-1811) und Joseph von Hammer (-Purgstall; 1774-1856), die Bücher B. J. Docen, "Erstes Sendschreiben über den Titurel: enthaltend die Fragmente einer vor-Eschenbachischen Bearbeitung des Titurel" (1810; die geplante Fortsetzung Büschings erschien nicht), F. H. de La Motte-Fouqué, "Sigurd, der Schlangentöter" (1808) und L. Tieck " Leben und Tod der heiligen Genoveva" (1800). - Stark gekürzter Druck in Auszügen: F. Schlegel, Kritische Ausgabe, Bd. 27 (2025), Nr. 361, Seite 433 (nach einem Auktionskatalog). - Schlegel wurde wegen seiner konservativen Haltung von den Organen der jüngeren Romantiker totgeschwiegen. - Schön erhalten.
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Grieg, Edvard, Komponist (1843-1907).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Edvard Grieg“. Kristiania (heute Oslo), „Hotel Westminster“, 27. III. 1906, Gr.-8° (18 x 11,5 cm). 3 Seiten. Doppelblatt.
1750 €
An den Verleger und Konzertagenten Franz August Urbanek (1842-1919) in Prag: "[...] Es sind in Ihrem Brief [...] zwei Fragen, welche ich sofort zu beantworten wünsche. Die erste Frage gilt den lyrischen Stücken. Sie möchten diese von mir selbst ausgeführt hören. In einem Orchester-Koncert aber, das ich zu dirigieren habe, ist es mir aus Gesundheitsrücksichten unmöglich, als Solist aufzutreten. Die zweite Frage handelt sich um meine Bedingungen, die meiner Ansicht nach so moderat gestellt sind wie man es, wenn man die weite Reise mit meiner Frau in Betracht zieht, nur verlangen kann. In Warschau bezahlt man mir 2000 Mark per Koncert nebst Aufenthalt und Reise von Berlin bis Warschau Retour. In London zahlt man 100 Pfund Sterling per Koncert. Überhaupt, sollte Mitte April zu spät ...
An den Verleger und Konzertagenten Franz August Urbanek (1842-1919) in Prag: "[...] Es sind in Ihrem Brief [...] zwei Fragen, welche ich sofort zu beantworten wünsche. Die erste Frage gilt den lyrischen Stücken. Sie möchten diese von mir selbst ausgeführt hören. In einem Orchester-Koncert aber, das ich zu dirigieren habe, ist es mir aus Gesundheitsrücksichten unmöglich, als Solist aufzutreten. Die zweite Frage handelt sich um meine Bedingungen, die meiner Ansicht nach so moderat gestellt sind wie man es, wenn man die weite Reise mit meiner Frau in Betracht zieht, nur verlangen kann. In Warschau bezahlt man mir 2000 Mark per Koncert nebst Aufenthalt und Reise von Berlin bis Warschau Retour. In London zahlt man 100 Pfund Sterling per Koncert. Überhaupt, sollte Mitte April zu spät sein, um ein volles Haus erzielen zu können, verzichte ich lieber darauf, in dieser Saison Prag zu besuchen. Ich hoffe, dass Sie Herrn Karl Nissen geschrieben haben und dass mein Programm leicht durchzuführen ist. Es ist meine Absicht am 3. April von hier zu gehen [...] Nach einigen Tagen [in Berlin], etwa 7., gehe ich nach Leipzig [...] Eine junge Sängerin in Berlin, die meine Lieder schön singt, ist Fräulein Lola Artot-Padilla [...]"
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Schumann, Clara, Pianistin und Komponistin (1819-1896).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Clara Schumann“. Frankfurt am Main, 13. I. 1880, 8° (18 x 11,5 cm). 4 Seiten. Doppelblatt. Mit eigenhändigen Umschlag.
1750 €
An den Handelsrichter Wilhelm Rost (1836-1891) in Hamburg wegen dessen Freund Ernest Rennell (1852-1936): "[...] mit wahrem Interesse habe ich die mir gesendeten Berichte Ihres Freundes Herrn Rennell gelesen, und wie sehr würde es mich freuen ihn 'mal in Europa begrüßen zu können. Leider kann ich aber Ihren Wunsch, Ihnen etwas Neues von meinem Manne zu empfehlen, nicht erfüllen, da ausser den erschienenen Werken nichts vorhanden ist, was der Oeffentlichkeit übergeben werden dürfte. Sagen Sie Ihrem Freunde, wie sehr es mich freut einen so enthusiastischen Anhänger meines Mannes in China zu wissen und genehmigen Sie achtungsvollen Gruß [...] P.S. Ich machte doch so gern Herr Rennell ein kleines Vergnügen und lege Ihnen für ihn ein kleines Autograph von R. Schumann bei. Sie lassen ...
An den Handelsrichter Wilhelm Rost (1836-1891) in Hamburg wegen dessen Freund Ernest Rennell (1852-1936): "[...] mit wahrem Interesse habe ich die mir gesendeten Berichte Ihres Freundes Herrn Rennell gelesen, und wie sehr würde es mich freuen ihn 'mal in Europa begrüßen zu können. Leider kann ich aber Ihren Wunsch, Ihnen etwas Neues von meinem Manne zu empfehlen, nicht erfüllen, da ausser den erschienenen Werken nichts vorhanden ist, was der Oeffentlichkeit übergeben werden dürfte. Sagen Sie Ihrem Freunde, wie sehr es mich freut einen so enthusiastischen Anhänger meines Mannes in China zu wissen und genehmigen Sie achtungsvollen Gruß [...] P.S. Ich machte doch so gern Herr Rennell ein kleines Vergnügen und lege Ihnen für ihn ein kleines Autograph von R. Schumann bei. Sie lassen es ihm wohl nächstens zukommen."[...]." - Schumann-Briefdatenbank Nr. 26938. - Unveröffentlicht. - Etw. gebräunt und etwas wasserfleckig.
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Rilke, Rainer Maria, Schriftsteller (1875-1926).
Eigenhändiger Briefkarte mit Unterschrift „Rainer Maria Rilke“. München, „Ainmillerstraße 34 IV“, 31. XII. 1918, „am letzten Dezember 1918“, 9 x 13,5 cm. Karton mit Leinenstruktur.
1750 €
Wahrscheinlich an die Gräfin Marietta de Courten (1883-1962) in Sierre im Wallis (weitere Korrespondenz im SLA, Bern): "Verehrte gnädigste Gräfin, gewähren Sie mir die Freude, das Kalender-Buch der Insel zum Träger einiger Wünsche zu machen, die ich Ihnen zu einem Guten Jahr ehrerbietig darbringe [...]" - Gemeint ist der (beigelegte) "Insel Almanach auf das Jahr 1919" der von Rilke "Erlebnis", die Gedichte "Der Tod" und "Narziß" sowie die Übertragung eines Gedichtes von Comtesse de Noailles enthielt. - Minimal gebräunt. - Sehr dekorativ.Wahrscheinlich an die Gräfin Marietta de Courten (1883-1962) in Sierre im Wallis (weitere Korrespondenz im SLA, Bern): "Verehrte gnädigste Gräfin, gewähren Sie mir die Freude, das Kalender-Buch der Insel zum Träger einiger Wünsche zu machen, die ich Ihnen zu einem Guten Jahr ehrerbietig darbringe [...]" - Gemeint ist der (beigelegte) "Insel Almanach auf das Jahr 1919" der von Rilke "Erlebnis", die Gedichte "Der Tod" und "Narziß" sowie die Übertragung eines Gedichtes von Comtesse de Noailles enthielt. - Minimal gebräunt. - Sehr dekorativ.
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Hiller, Kurt, Schriftsteller (1885-1972).
Eigenhändiges Gedichtmanuskript (28 Zeilen) mit Unterschrift Berlin, 1909, Gr.-8° (25,5 x 17 cm). 1 1/2 Seiten.
1750 €
"Ritt nach dem Süden || Weil du dieser müden Wolken | Und der trüben mühevollen | Menschen, die der Sollen grollen, | Lange schon bist überdrüssig - : || Darum lass mich nach den weissen, | Mähnenschweren Pferden rufen, | Nach den starken schneebeschweiften | Mit den haarbehangnen Hufen. [...] Wollen ziehn von Stadt zu Städten, | Fremdlinge und ohne Melder, | Lachens auf der Rosse Rücken | Durch die gelben Ginsterwälder." - Dieses frühexpressionistische Gedicht ist erstmals in der von Hiller herausgegebenen Anthologie "Der Kondor" (Heidelberg, Eichard Weissbach, 1912) erschienen. Kurt Hiller hatte 1909 in Berlin mit einem Kreis literaturinteressierter Studenten den literaturgeschichtlich bedeutenden Neuen Club gegründet hatte. Dieser war 1910/11 offizieller Veranstalter ...
"Ritt nach dem Süden || Weil du dieser müden Wolken | Und der trüben mühevollen | Menschen, die der Sollen grollen, | Lange schon bist überdrüssig - : || Darum lass mich nach den weissen, | Mähnenschweren Pferden rufen, | Nach den starken schneebeschweiften | Mit den haarbehangnen Hufen. [...] Wollen ziehn von Stadt zu Städten, | Fremdlinge und ohne Melder, | Lachens auf der Rosse Rücken | Durch die gelben Ginsterwälder." - Dieses frühexpressionistische Gedicht ist erstmals in der von Hiller herausgegebenen Anthologie "Der Kondor" (Heidelberg, Eichard Weissbach, 1912) erschienen. Kurt Hiller hatte 1909 in Berlin mit einem Kreis literaturinteressierter Studenten den literaturgeschichtlich bedeutenden Neuen Club gegründet hatte. Dieser war 1910/11 offizieller Veranstalter öffentlicher, von Tilla Durieux, Else Lasker-Schüler u. a. unterstützter Vortragsabende unter der Bezeichnung "Neopathetisches Cabaret". 1911 gründete Hiller mit Ernst Blass das Konkurrenzkabarett "GNU". - Unsere auf 1909 datierte Reinschrift entstand möglichweise etwas später. - Kleine Falt- und Knitterspuren. - Gedichtmanuskripte Hillers, gar so frühe, sind sehr selten.
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Bernhard, Thomas, Schriftsteller (1931-1989).
Das Kalkwerk. Roman. Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1970, 8°. 269 Seiten. OPp. mit Original-Umschlag.
1600 €
Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Franz Braumann herzlich, Köstendorf 24.4.71" - Der Schriftsteller Franz Braumann (1910-2003) erhielt 1967 den Georg-Trakl-Preis der Stadt Salzburg. Er lebte in Köstendorf, wo es heute einen "Franz Braumann-Literaturpfad" gibt. Ein Gedicht von Bernhards Lyrikband "Auf der Erde und in der Hölle" (1957) beginnt: "Mein Urgroßvater war Schmalzhändler | und heute | kennt ihn noch jeder | zwischen Henndorf und Thalgau, | Seekirchen und Köstendorf". - Wilpert-G. 16. Dittmar 51. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht. - sehr gut erhalten.Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Franz Braumann herzlich, Köstendorf 24.4.71" - Der Schriftsteller Franz Braumann (1910-2003) erhielt 1967 den Georg-Trakl-Preis der Stadt Salzburg. Er lebte in Köstendorf, wo es heute einen "Franz Braumann-Literaturpfad" gibt. Ein Gedicht von Bernhards Lyrikband "Auf der Erde und in der Hölle" (1957) beginnt: "Mein Urgroßvater war Schmalzhändler | und heute | kennt ihn noch jeder | zwischen Henndorf und Thalgau, | Seekirchen und Köstendorf". - Wilpert-G. 16. Dittmar 51. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht. - sehr gut erhalten.
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Wilhelm II.,, Deutscher Kaiser, hier noch als Kronprinz (1859-1941).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Wilhelm Prinz von Preußen“. Potsdam, 21. XI. 1887, Gr.-Fol. (33 x 21 cm). 3 Seiten. Doppelblatt, halbbrüchig beschriftet. Briefkopf “Garde-Corps […] Garde-Husaren-Regiment“.
1500 €
Wichtiges Schreiben als Kommandeur des Garde-Husaren-Regiments ''streng vertraulich'' an Feldmarschall Graf Moltke - ''den ältesten Berather meines theuren Großvaters, sowie [...] den ältesten Freund meines geliebten Vaters'' -, dem er eine eigene Denkschrift über das ''wichtige Verhältniß der 3 Hauptorgane des gesammten Heereswesens - Generalstab, Kriegsministerium, Militairkabinett - zu einander und zu dem Monarchen'' mit der Bitte um seinen Rat übersendet: ''[...] Da ich durch das unselige Leiden meines Herren Vaters plötzlich in reichbare Nähe der Regierungsgeschäfte gerückt bin, und mir außerdem Seine Majestät durch A. Cab. Or. die vorläufige Stellvertretung übertragen, so habe ich mich verpflichtet gefühlt längst von mir gemachte Beobachtungen und gehegte Gedanken ...
Wichtiges Schreiben als Kommandeur des Garde-Husaren-Regiments ''streng vertraulich'' an Feldmarschall Graf Moltke - ''den ältesten Berather meines theuren Großvaters, sowie [...] den ältesten Freund meines geliebten Vaters'' -, dem er eine eigene Denkschrift über das ''wichtige Verhältniß der 3 Hauptorgane des gesammten Heereswesens - Generalstab, Kriegsministerium, Militairkabinett - zu einander und zu dem Monarchen'' mit der Bitte um seinen Rat übersendet: ''[...] Da ich durch das unselige Leiden meines Herren Vaters plötzlich in reichbare Nähe der Regierungsgeschäfte gerückt bin, und mir außerdem Seine Majestät durch A. Cab. Or. die vorläufige Stellvertretung übertragen, so habe ich mich verpflichtet gefühlt längst von mir gemachte Beobachtungen und gehegte Gedanken zu Papier zu bringen [...] Sollte mir der Himmel bestimmen einst die Regierung zu übernehmen, so würde ich die in der Schrift niedergelegten Gedanken [...] in Form einer Ordre an die 3 genannten Behörden erlassen [...]'' - Sieben Monate vor seinem Regierungsantritt (15. Juni 1888) geschrieben. - Kleine Einrisse.
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Webern. Anton von, Komponist (1883-1945).
Eigenh. Postkarte mit Unterschrift „Webern“. Maria Enzensdorf bei Wien, 22. II. 1938, 1 Seite. Mit Adresse.
1500 €
An den Kapellmeister Rudolf Weirich (1886-1963) in Wien wegen Rundfunkaufnahmen: "Lieber Herr Dr. Weirich, ich bin gern bereit, Sie am Freitag von 19h25 - 22h10 zu vertreten und bitte Sie (Ihrem Vorschlag folgend), dafür am Samstag die Sendungen von 19h25 - Schluß - es sind nur 2, die für uns in Betracht kommen - für mich zu übernehmen [...]" - Weirich studierte 1904-10 bei Arnold Schönberg Komposition. 1930-39 war er Mitarbeiter beim Sender Wien der 1924 gegründeten ersten österreichische Rundfunkgesellschaft "RAVAG". Webern selbst war seit 1927 als Dirigent der Rundfunkkonzerte und seit 1930 als Fachberater, Lektor und Zensor bei der RAVAG tätig.An den Kapellmeister Rudolf Weirich (1886-1963) in Wien wegen Rundfunkaufnahmen: "Lieber Herr Dr. Weirich, ich bin gern bereit, Sie am Freitag von 19h25 - 22h10 zu vertreten und bitte Sie (Ihrem Vorschlag folgend), dafür am Samstag die Sendungen von 19h25 - Schluß - es sind nur 2, die für uns in Betracht kommen - für mich zu übernehmen [...]" - Weirich studierte 1904-10 bei Arnold Schönberg Komposition. 1930-39 war er Mitarbeiter beim Sender Wien der 1924 gegründeten ersten österreichische Rundfunkgesellschaft "RAVAG". Webern selbst war seit 1927 als Dirigent der Rundfunkkonzerte und seit 1930 als Fachberater, Lektor und Zensor bei der RAVAG tätig.
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Friedrich III. (als Kronprinz Friedrich Wilhelm), Deutscher Kaiser, König von Preußen (1831-1888).
Schriftstück mit eigenhändiger Unterschrift „Friedrich R[ex]“. Charlottenburg, 8. V. 1888, 4° (27 x 21 cm). 1 Seite. Doppelblatt.
1500 €
An den Generalleutnant Alexander von Kameke (1825-1892), Kommandant von Stettin: "Ich bewillige Ihnen auf Ihr Gesuch vom 29. April c[urrente] hierdurch den Abschied mit der gesetzlichen Pension und stelle Sie zugleich, in gnädiger und dankender Anerkennung Ihrer langjährigen treuen und guten Dienste mit Ihrer Pension zur Disposition [...]" - Sehr selten aus seiner Zeit als Kaiser, da Friedrich III. bekanntlich nur vom 9. März bis zu seinem Tod am 15. Juni 99 Tage lang amtieren konnte. - Kameke "wurde am 3. August 1886 Kommandant von Stettin und erhielt in dieser Eigenschaft am 22. März 1887 den Charakter als Generalleutnant. Am 17. September 1887 wurde ihm das Patent zu seinem Dienstgrad verliehen. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches wurde Kameke am 8. Mai 1888 mit der ...
An den Generalleutnant Alexander von Kameke (1825-1892), Kommandant von Stettin: "Ich bewillige Ihnen auf Ihr Gesuch vom 29. April c[urrente] hierdurch den Abschied mit der gesetzlichen Pension und stelle Sie zugleich, in gnädiger und dankender Anerkennung Ihrer langjährigen treuen und guten Dienste mit Ihrer Pension zur Disposition [...]" - Sehr selten aus seiner Zeit als Kaiser, da Friedrich III. bekanntlich nur vom 9. März bis zu seinem Tod am 15. Juni 99 Tage lang amtieren konnte. - Kameke "wurde am 3. August 1886 Kommandant von Stettin und erhielt in dieser Eigenschaft am 22. März 1887 den Charakter als Generalleutnant. Am 17. September 1887 wurde ihm das Patent zu seinem Dienstgrad verliehen. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches wurde Kameke am 8. Mai 1888 mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt" (Wikipedia).
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Benn, Gottfried, Schriftsteller (1886-1956).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Benn“. Ohne Ort (Berlin), 9. VII. 1933, 8° (14,7 x 10,5 cm). 2 Seiten. Briefkopf „Dr. med. Gottfried Benn“. Kartonpapier.
1500 €
An die Journalistin Käthe von Porada (1891-1985). Der dritte Brief der Folge: "Vielen Dank für Ihre freundlichen Zeilen. Bin sehr froh, daß Sie gut zu Hause angekommen sind. Vielleicht rufe ich [Max] Beckmann an, würde gerne jemanden sehn, der Sie kennt, den Sie so gernhaben, bin aber nicht sehr erpicht auf neue Menschen, gehe ja nirgends hin. Denke oft an Sie, gnädige Frau, werfe oft einen Blick in Ihr Gesicht, kürzlich fiel mir ein, dass ich garnicht wusste, was für Schuhe Sie eigentlich trugen, sonst weiss ich alles. - Eine meiner Lieblingsstellen von mir ist jenes Sopransolo im 1. Teil des Oratoriums ["Das Unaufhörliche", vertont von Paul Hindemith 1931]: 'wenn es in Blüte steht ...' u.s.w. Sowas kann man nicht machen, sowas entsteht. Ewiger Traum, dass man etwas nicht macht, ...
An die Journalistin Käthe von Porada (1891-1985). Der dritte Brief der Folge: "Vielen Dank für Ihre freundlichen Zeilen. Bin sehr froh, daß Sie gut zu Hause angekommen sind. Vielleicht rufe ich [Max] Beckmann an, würde gerne jemanden sehn, der Sie kennt, den Sie so gernhaben, bin aber nicht sehr erpicht auf neue Menschen, gehe ja nirgends hin. Denke oft an Sie, gnädige Frau, werfe oft einen Blick in Ihr Gesicht, kürzlich fiel mir ein, dass ich garnicht wusste, was für Schuhe Sie eigentlich trugen, sonst weiss ich alles. - Eine meiner Lieblingsstellen von mir ist jenes Sopransolo im 1. Teil des Oratoriums ["Das Unaufhörliche", vertont von Paul Hindemith 1931]: 'wenn es in Blüte steht ...' u.s.w. Sowas kann man nicht machen, sowas entsteht. Ewiger Traum, dass man etwas nicht macht, sondern dass es entsteht. - Ihnen merkwürdig verbunden [... kopfstehend auf der ersten Seite: Bitte das Stück!]" - Druck: Meine Begegnung mit G. B., S. 121 f. - Käthe von Porada hatte ein Stück "Die Heiligen" geschrieben, eine Art Märchenspiel in gebundener Sprache (ungedruckt).
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Benn, Gottfried, Schriftsteller (1886-1956).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Benn“. Ohne Ort (Berlin), 14. IX. 1933, Gr.-8° (22,5 x 14 cm). 2 Seiten. Doppelblatt.
1500 €
An die Journalistin Käthe von Porada (1891-1985) in Paris. Der neunzehnte Brief der Folge: "Reizende Briefe! Besonders der letzte! Ach, sowas ist genussreich! Ich war sehr böse im vorigen zu lesen, dass Sie wieder einen traurigen vernichtet hatten und nicht abgesandt, trotz des ausdrücklichen Hinweises meinerseits, sie an mich zu schicken! Süsse, reizende Kati! Ich war so über alle Maassen erkältet, hatte Fieber, Husten, - zum ersten Mal in meinem Leben habe ich gehustet und gleich sehr gründlich. War mehr als erkältet: tief erkrankt, schwerer Stoß ins Zentrum, Absinken, Altern, Sie haben recht, nicht für sich, gnädige Frau, für mich. Heute geht es mir besser. Das Hiersein meiner Tochter [Nele] strengt mich auch enorm an. Bin so absolut nicht gewohnt, ununterbrochen mit ...
An die Journalistin Käthe von Porada (1891-1985) in Paris. Der neunzehnte Brief der Folge: "Reizende Briefe! Besonders der letzte! Ach, sowas ist genussreich! Ich war sehr böse im vorigen zu lesen, dass Sie wieder einen traurigen vernichtet hatten und nicht abgesandt, trotz des ausdrücklichen Hinweises meinerseits, sie an mich zu schicken! Süsse, reizende Kati! Ich war so über alle Maassen erkältet, hatte Fieber, Husten, - zum ersten Mal in meinem Leben habe ich gehustet und gleich sehr gründlich. War mehr als erkältet: tief erkrankt, schwerer Stoß ins Zentrum, Absinken, Altern, Sie haben recht, nicht für sich, gnädige Frau, für mich. Heute geht es mir besser. Das Hiersein meiner Tochter [Nele] strengt mich auch enorm an. Bin so absolut nicht gewohnt, ununterbrochen mit jemandem zu reden und zu sein. Die grösste Anstrengung, die mir vorstellbar ist. Morgen ist es vorbei: Dabei ist sie ein ganz reizendes kluges Wesen, mir sehr verwandt. | Schrecklich, was das Leben einem alles an Zerstreuendem und Ablenkendem auferlegt, statt dass man immer konzentriert sein kann. | Dann ein neuer, schwerer, man kann schon sagen übler Angriff in einem neuen Emigrantenblatt gegen mich: ich bin und habe: Tücke, Niedertracht, Mangel an Scham, Mangel an Geist, letzter Tiefstand, halb pathologisch, halb gemein, ekelerregend, hysterisch, Raserei der Brutalität usw. Darüber ein andermal mehr. Heute nur viele Grüsse und Gedanken an Sie. Meine Tochter lässt Sie schön grüssen. Stört Sie das vielleicht? [...]" - Druck: Meine Begegnung mit G. B., S. 138 f. - Gemeint ist die bekannte Kontroverse zwischen Benn und Klaus Mann, der im ersten Heft der Exilzeitschrift "Die Sammlung" im September 1933 "Gottfried Benn. Oder: Die Entwürdigung des Geistes" veröffentlicht hatte.
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Griechenland – Otto I.,, König von Griechenland (1815-1867).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Otto“. Athen, 21. XI./3. XII. 1838, 4° (21,5 x 17 cm). 1 Seite. Doppelblatt mit Perforierung zur Choleraprophylaxe.
1500 €
"Gnädigstes Fräulein. Glücklich traf vor einigen Tagen der kleine Bote hier ein, den Sie meiner geliebten Mutter übergaben, um ihn an mich abzusenden. Wenn auch sein Erscheinen an und für sich mir viel Vergnügen machte, so erfreute es mich doch besonders, aus dem ihm ertheilten Auftrage zu ersehen, daß Sie [...] eine meiner frühesten Bekannten, freundliche Gesinnungen mir bewahrten. Die Erinnerungen an Aschaffenburg gehören zu den heitersten meiner Kindheit und ersten Jugend, so wie auch diese Stadt im Werth für mich noch vorzüglich dadurch gewonnen, daß ich in ihrem freundlichen Bereiche fast zum letzten Mal vor meiner ersten Reise nach Griechenland das schönste Zusammen-Seyn mit meiner väterlichen Familie mich zu erfreuen hatte [...]" - In Zeiten der Cholera wurden Briefe ...
"Gnädigstes Fräulein. Glücklich traf vor einigen Tagen der kleine Bote hier ein, den Sie meiner geliebten Mutter übergaben, um ihn an mich abzusenden. Wenn auch sein Erscheinen an und für sich mir viel Vergnügen machte, so erfreute es mich doch besonders, aus dem ihm ertheilten Auftrage zu ersehen, daß Sie [...] eine meiner frühesten Bekannten, freundliche Gesinnungen mir bewahrten. Die Erinnerungen an Aschaffenburg gehören zu den heitersten meiner Kindheit und ersten Jugend, so wie auch diese Stadt im Werth für mich noch vorzüglich dadurch gewonnen, daß ich in ihrem freundlichen Bereiche fast zum letzten Mal vor meiner ersten Reise nach Griechenland das schönste Zusammen-Seyn mit meiner väterlichen Familie mich zu erfreuen hatte [...]" - In Zeiten der Cholera wurden Briefe mit einer "Rastel" perforiert und anschließend zur Desinfektion geräuchert. - Vgl. Marion Ruisinger, Das griechische Gesundheitswesen unter König Otto (1833-1862), 1997, S. 47.
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Goethe-Kreis – Kestner, Charlotte, geb. Buff, Freundin Goethes, das Vorbild zur „Lotte“ in „Werthers Leiden“ (1753-1828).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Charlotte Kestner“. Hannover, 27. X. 1826, 4° (24,5 x 20,5 cm). 1 Seite. Doppelblatt mit Adresse und Siegelrest.
1500 €
Dekorativer Brief an die Witwe von Oberamtmann Johann Georg Partz (1734-1820), wegen Verpachtung ihres Gartens: "Gestern habe ich die Geheim Cabinets-Räthin [...] abermals wegen unserm Garten gesprochen und sie hat mir auf die freundlichste Weise mein ihr gegebenes Wort zurück gegeben. Ich kann also meine liebe Frau Oberamtmannin mit ruhigem Herzen, und gewiss mit großer Freude Ihnen den Garten, nach Ihrem Wunsch unter den Bedingungen, wie der Fr. G. C. R. [...] überlassen. Der liebe Gott, lasse Sie in Gesundheit, und bei gutem Wetter schöhne Luft, und die Gesellschaft Ihrer Kinder, Enkel und Urenkel genießen, und mir erlauben Sie, Ihnen zuweilen meinen Besuch machen zu dürfen und mich zu erfreuen wenn es Ihnen wohlgeht und auf dem Garten gefällt [...]" - Der legendäre Garten ...
Dekorativer Brief an die Witwe von Oberamtmann Johann Georg Partz (1734-1820), wegen Verpachtung ihres Gartens: "Gestern habe ich die Geheim Cabinets-Räthin [...] abermals wegen unserm Garten gesprochen und sie hat mir auf die freundlichste Weise mein ihr gegebenes Wort zurück gegeben. Ich kann also meine liebe Frau Oberamtmannin mit ruhigem Herzen, und gewiss mit großer Freude Ihnen den Garten, nach Ihrem Wunsch unter den Bedingungen, wie der Fr. G. C. R. [...] überlassen. Der liebe Gott, lasse Sie in Gesundheit, und bei gutem Wetter schöhne Luft, und die Gesellschaft Ihrer Kinder, Enkel und Urenkel genießen, und mir erlauben Sie, Ihnen zuweilen meinen Besuch machen zu dürfen und mich zu erfreuen wenn es Ihnen wohlgeht und auf dem Garten gefällt [...]" - Der legendäre Garten und das Gartenhaus der Familie Kestner lagen zwischen der heutigen Kestnerstraße der heutigen Lavesstraße 56. - Charlotte wurde 1768 verlobt, heiratete aber erst am 4. April 1773 den kurhannoverschen Legationssekretär Johann Christian Kestner. Goethe lernte seine "Lotte" auf einem Tanzfest kennen: Am 9. Juni 1772 veranstaltete Goethes Wetzlarer Großtante Lange einen Ball im Jägerhaus. Zu diesem Ball sollte Goethe Charlotte Buff abholen. Lotte bezauberte ihn sowohl durch ihre äußerliche Erscheinung als auch durch ihre offene Art. Wie im "Werther" beschrieben, tanzte er den ganzen Abend mit ihr, und es imponierte ihm sehr, wie Lotte die Festgesellschaft während des Gewitters mit einem Spiel ablenkte. Am Tag darauf fand die "reizende Szene" im Hause Buff in Wetzlar statt, die Goethe so begeisterte. Als dieser wieder auf den Deutschordenshof kam, war Lotte gerade dabei, ihren Geschwistern das Brot zu schneiden. - Selten.
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Flaubert, Gustave, Schriftsteller (1821-1880).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Gve Flaubert“. Ohne Ort und Jahr [Croisset, ca. 25. VII. 1862], 8°. 1 Seite. Blau getöntes Papier.
1500 €
Hübscher, typischer Brief an den Schriftsteller Armand Renaud (1836-1895), über dessen Buch "La Griffe rose", die Geschichte eines jungen Mannes: "[...] c'est une charmante & courte histoire! - trop courte, peut-être? Car il y avait là, selon moi, matière à un grand livre. Mais avec un pareil défaut on est sauvé & c'est ce qui vous advient. Cela d'un bout à l'autre est amusant, émouvant, distingué. J'aime votre Simplice, votre Rosez & votre Alix, si humaine à la fin. Il y a dans l'ensemble de cette oeuvre ou plutôt dans le dessous je ne sais quoi d'âcre & d'intense qui en fait le charme & l'originalité. Continuez! donnez-nous en de pareilles et recevez tous les applaudissements [...]" - Correspondance (Pléiade), Bd. III, S. 233.Hübscher, typischer Brief an den Schriftsteller Armand Renaud (1836-1895), über dessen Buch "La Griffe rose", die Geschichte eines jungen Mannes: "[...] c'est une charmante & courte histoire! - trop courte, peut-être? Car il y avait là, selon moi, matière à un grand livre. Mais avec un pareil défaut on est sauvé & c'est ce qui vous advient. Cela d'un bout à l'autre est amusant, émouvant, distingué. J'aime votre Simplice, votre Rosez & votre Alix, si humaine à la fin. Il y a dans l'ensemble de cette oeuvre ou plutôt dans le dessous je ne sais quoi d'âcre & d'intense qui en fait le charme & l'originalité. Continuez! donnez-nous en de pareilles et recevez tous les applaudissements [...]" - Correspondance (Pléiade), Bd. III, S. 233.
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Bernhard, Thomas, Schriftsteller (1931-1989).
An der Baumgrenze. Erzählungen. Zeichnungen Anton Lehmden. Salzburg, Residenz-Verlag, 1969, 8°. Mit zahlreichen Illustrationen von Anton Lehmden. 94 Seiten. OPp. mit Original-Umschlag (dieser mit minimalen Randläsuren).
1500 €
Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Christine herzlich Nathal 25. 4. 1969". - Bei der Empfängerin der Widmung dürfte es sich um die Lyrikerin Christine Lavant (1915-1973) handeln. Thomas Bernhard, nicht gerade bekannt für kollegiale Zuneigung, schätzte ihre Gedichte und gab 1987, vierzehn Jahre nach Lavants Tod, eine Auswahl in der Bibliothek Suhrkamp heraus. In einem Brief charakterisierte er sie so: "Die Lavant war eine völlig ungeistige, sehr gescheite, durchtriebene. Sie wohnte auf der Betondecke eines Supermarktes an einer Straßenkreuzung in Wolfsberg und tippte ihre Gedichte gleich in die Maschine. Das ist für mich großartiger als das verlogene Weltfremdmärchen mit katholischer Talschlussromantik, das gottbefohlene, das um sie bis ...
Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Christine herzlich Nathal 25. 4. 1969". - Bei der Empfängerin der Widmung dürfte es sich um die Lyrikerin Christine Lavant (1915-1973) handeln. Thomas Bernhard, nicht gerade bekannt für kollegiale Zuneigung, schätzte ihre Gedichte und gab 1987, vierzehn Jahre nach Lavants Tod, eine Auswahl in der Bibliothek Suhrkamp heraus. In einem Brief charakterisierte er sie so: "Die Lavant war eine völlig ungeistige, sehr gescheite, durchtriebene. Sie wohnte auf der Betondecke eines Supermarktes an einer Straßenkreuzung in Wolfsberg und tippte ihre Gedichte gleich in die Maschine. Das ist für mich großartiger als das verlogene Weltfremdmärchen mit katholischer Talschlussromantik, das gottbefohlene, das um sie bis heute immer verbreitet worden ist." - Wilpert-G. 12. Dittmar 44. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht.
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Stolberg-Stolberg, Friedrich Leopold Graf zu, Schriftsteller (1750-1819).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „à la campagne près Münster“, 7. VII. 1807, 4°. 3 1/4 Seiten. Doppelblatt mit Adresse, zwei Poststempeln und Siegelresten.
1450 €
An "Monsieur de Luc lecteur de S. Mté la Reine de la Grande Bretagne à Windsor en Angleterre". Diese Adresse ist durchgestrichen und die neue von anderer Hand auf das Adressfeld geschrieben: "J A Deluc Esq. at Miss Burges Ashfield ... Devon". Jean André Deluc (auch de Luc; 1727-1817), Geologe, Mineraloge und Meteorologe aus Genf, war 1773 Vorleser und Physiklehrer der engl. Königin in London, wo Lichtenberg ihn kennenlernte. 1776 und 1786 lebte er in Göttingen. Ende 1797 wurde er dort zum Honorarprofessor ernannt, trat die Stelle jedoch nie an. Er war bekannt mit dem niederl. Philosophen Hemsterhuis, der Fürstin Gallitzin, Sophie von La Roche und dem sog. "Kreis von Münster", dem auch Stolberg angehörte. In der Hauskapelle der Fürstin Gallitzin in Münster war Stolberg mit seiner ...
An "Monsieur de Luc lecteur de S. Mté la Reine de la Grande Bretagne à Windsor en Angleterre". Diese Adresse ist durchgestrichen und die neue von anderer Hand auf das Adressfeld geschrieben: "J A Deluc Esq. at Miss Burges Ashfield ... Devon". Jean André Deluc (auch de Luc; 1727-1817), Geologe, Mineraloge und Meteorologe aus Genf, war 1773 Vorleser und Physiklehrer der engl. Königin in London, wo Lichtenberg ihn kennenlernte. 1776 und 1786 lebte er in Göttingen. Ende 1797 wurde er dort zum Honorarprofessor ernannt, trat die Stelle jedoch nie an. Er war bekannt mit dem niederl. Philosophen Hemsterhuis, der Fürstin Gallitzin, Sophie von La Roche und dem sog. "Kreis von Münster", dem auch Stolberg angehörte. In der Hauskapelle der Fürstin Gallitzin in Münster war Stolberg mit seiner Frau Pfingsten 1800 zum kath. Glauben übergetreten. - Stolberg schreibt dem "très chèr et très respectable ami", dass er auf Grund der Kriegswirren erst jetzt auf dessen Brief vom 6. Oktober 1806 antworten könne, da der Postverkehr zwischen Großbritannien und dem Kontinent gestört sei. Diesen Brief schicke er jetzt über Hamburg. Dann behandelt er ausführlich religiöse Fragen: "Je ne me serr jamais de l'expression religion naturelle, le mot de religion supposant une révélation, soit vraye ou fausse. Je croix que tout ce que la raison, laissée à elle seule, peut voir avec certitude, c'est l'existence de Dieu, manifestée par l'existence de la nature, et par l'ordre admirable qui s'y trouve [...]" Dann berichtet er von der Geburt seiner Tochter am 12. April. Er habe nun 14 lebende Kinder, von denen 12 zu Hause lebten. "J'en ai trois dans le ciel. Nous coulons des jours heureux, ma femme et moi, malgré les malheurs du tems, malgré la perspective qui humainement parlant s'offre à nos enfans. Dieu y pourvoira! [...] J'attens avec impatience Votre portrait en estampe. Milady Findlater, en passant par Altona, pour se rendre en Ecosse, en a donné quelques exemplaires à une de mes connoissances, qui connoissont mon profond attachement pour Vous [...]" - Kleiner Siegelausriß; das ursprüngliche Adressfeld unmerklich mit Chinapapier restauriert. - Nicht in den Briefverzeichnissen von Behrens und Hempel.
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Grimm, Jacob, Sprachforscher (1785-1863).
Eigenh. Widmungsblatt mit Unterschrift Ohne Ort (Berlin), 27. IV. 1854, Gr.-8° (26 x 18 cm). 1 Seite.
1450 €
"von einem alten schüler und freund überreicht. | 27 apr. 1854 | Jac. Grimm." - Möglicherweise Widmung an Friedrich Carl von Savigny (1779-1861). Vorsatzblatt aus einem Buch; Grimm könnte Savigny sein Werk "Deutsche Rechtsalterthümer" (2. Aufl. 1854) gewidmet haben. - Gering fleckig."von einem alten schüler und freund überreicht. | 27 apr. 1854 | Jac. Grimm." - Möglicherweise Widmung an Friedrich Carl von Savigny (1779-1861). Vorsatzblatt aus einem Buch; Grimm könnte Savigny sein Werk "Deutsche Rechtsalterthümer" (2. Aufl. 1854) gewidmet haben. - Gering fleckig.
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Bernhard, Thomas, Schriftsteller (1931-1989).
Midland in Stilfs. Drei Erzählungen. Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1971, 8°. 116 Seiten. OPp. mit Original-Umschlag.
1400 €
Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Griseldis Winter | Thomas Bernhard | 14. 9. 71" - Griseldis Winter (1929-2016) lebte in Salzburg. - 1970 hatte Bernhard den Büchner-Preis erhalten. - Bibliothek Suhrkamp 272. - Wilpert-G. 19. Dittmar 43. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht. - Sehr gut erhalten.Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Griseldis Winter | Thomas Bernhard | 14. 9. 71" - Griseldis Winter (1929-2016) lebte in Salzburg. - 1970 hatte Bernhard den Büchner-Preis erhalten. - Bibliothek Suhrkamp 272. - Wilpert-G. 19. Dittmar 43. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht. - Sehr gut erhalten.
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Grieg, Edvard, Komponist (1843-1907).
Eigenh. Postkarte mit Unterschrift Kopenhagen „Hotel Fönix“, 24. III. 1902, 1 Seite. Mit Adresse.
1250 €
Norwegisch an Sophie Mörch in England über sein Lied "Frühling" op. 33, 2 [Übersetzung]: "[...] Eine große Anzahl meiner Lieder wurden mit französischem Text veröffentlicht, - darunter auch 'Våren' - von meinem Verleger in Leipzig, C. F. Peters. Dieses Lied wurde in Norwegen geschrieben. Digter af Vinje ['Digte af Aasmund Olavsson Vinje' op. 33] ist eine melancholische Betrachtung des Frühlings, der 'vielleicht der letzte ist' [...]" - Montagespur am Kopf der Adressseite.Norwegisch an Sophie Mörch in England über sein Lied "Frühling" op. 33, 2 [Übersetzung]: "[...] Eine große Anzahl meiner Lieder wurden mit französischem Text veröffentlicht, - darunter auch 'Våren' - von meinem Verleger in Leipzig, C. F. Peters. Dieses Lied wurde in Norwegen geschrieben. Digter af Vinje ['Digte af Aasmund Olavsson Vinje' op. 33] ist eine melancholische Betrachtung des Frühlings, der 'vielleicht der letzte ist' [...]" - Montagespur am Kopf der Adressseite.
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Benn, Gottfried, Schriftsteller (1886-1956).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Benn“ sowie eigenh. Widmung mit Unterschrift „Gottfried Benn“. Berlin, 25. III. 1949, Verschied. Formate. Zus ca. 3 Seiten.
1250 €
Brief in Kugelschreiber auf grau getöntem Papier an den Journalisten Edwin Kurt Wiechmann (Pseud. E. Montijo; 1907-?): "[...] vielen Dank für Ihr freundliches Schreiben. Ich kaufte mir daraufin den Telegraf - nun er wirft mich nicht um. Ich bin so viel in meinem Leben angegriffen und angepöbelt worden, - das gehört mit dazu. Anbei ein Heft des 'Merkur' und neuen Sachen von mir und über mich. Der 'Berliner Brief' [Merkur, Heft 2, Febr. 1849] wird auch seine Gegner finden. Mit offenen Armen bin ich noch nie aufgenommen worden u. wünschte es auch garnicht. Kunst ist ja nichts, was verstanden werden kann, sie hinterlässt Eindrücke und streut keine aus, das ist ihr Los. Meine neuen Bücher kann ich Ihnen leider nicht senden, da ihre Versendung hierher so schwierig ist, dass ich selber ...
Brief in Kugelschreiber auf grau getöntem Papier an den Journalisten Edwin Kurt Wiechmann (Pseud. E. Montijo; 1907-?): "[...] vielen Dank für Ihr freundliches Schreiben. Ich kaufte mir daraufin den Telegraf - nun er wirft mich nicht um. Ich bin so viel in meinem Leben angegriffen und angepöbelt worden, - das gehört mit dazu. Anbei ein Heft des 'Merkur' und neuen Sachen von mir und über mich. Der 'Berliner Brief' [Merkur, Heft 2, Febr. 1849] wird auch seine Gegner finden. Mit offenen Armen bin ich noch nie aufgenommen worden u. wünschte es auch garnicht. Kunst ist ja nichts, was verstanden werden kann, sie hinterlässt Eindrücke und streut keine aus, das ist ihr Los. Meine neuen Bücher kann ich Ihnen leider nicht senden, da ihre Versendung hierher so schwierig ist, dass ich selber kaum ein pa[a]r Exemplare habe. Anbei ein sehr fragwürdiges, aber mir nahestehendes, '3 Alte Männer'. Mit herzlichem Dank u. Gruss Ihr Benn." - Beiliegend das im Brief erwähnte Buch mit Benns eigenh. Widmung und U. "Herrn E K Wiechmann | (E. Montijo) | mit freundlichem Gruss. | Gottfried Benn". Auf dem Vorsatzblatt von: Ders., Drei alte Männer. Gespräche. Wiesbaden, Limes-Verlag, 1949. 8°. 48 Seiten. OPp. Erste Ausgabe. - Lohner-Z. 2.86. Raabe-H. 24.26. - Titelblatt mit eigenh. Einfügung "Zwei" von Benn vor dem Untertitel "Gespräche". - Titel gestempelt "E. K. Wiechmann." - Ebenfalls beiliegend die Originalausgabe der im Brief erwähnten Zeitung "Telegraf" (Nr. 52, 4. Jg., Mittwoch, 16. März 1949, Gr.-Fol. 6 Seiten) mit dem von Walther G. Oschilewski anonym veröffentlichten Artikel "Schatten der Vergangenheit" über Benn, der darauf hinweist "daß dieser Mann von europäischem Format der erste gewesen ist, der den Nationalsozialismus als ein elementares Phänomen und als eine fruchtbare geschichtliche Erscheinung ansah [...]" - Gut erhalten. - Faszinierendes unveröffentlichtes Ensemble.
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Bernhard, Thomas, Schriftsteller (1931-1989).
Ungenach. Erzählung. Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1968, 8°. 93 Seiten. OKart. mit Umschlag (Kanten etw. berieben).
1250 €
Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Richard T[omaselli]. herzlich Thomas || 25. 4. 69". - Edition Suhrkamp 279. - Wilpert-G. 11. Dittmar 40. - Richard Tomaselli (1904-1981) war damals seit etwa 20 Jahren am Salzburger Stadttheater engagiert, 1969 gab er dort seine Abschiedsvorstellung. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht.Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Richard T[omaselli]. herzlich Thomas || 25. 4. 69". - Edition Suhrkamp 279. - Wilpert-G. 11. Dittmar 40. - Richard Tomaselli (1904-1981) war damals seit etwa 20 Jahren am Salzburger Stadttheater engagiert, 1969 gab er dort seine Abschiedsvorstellung. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht.
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Kokoschka, Oskar, Maler (1886-1980).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „OKokoschka“. Villeneuve sur Vaud, 26. XI. 1971, Gr.-° (21 x 14,7 cm). 2 Seiten. Blau getöntes Papier mit Briefkopf.
1200 €
An den Kunsthistoriker Werner Haftmann (1912-1999) über sein 1971 erschienenes Buch "Mein Leben": "[...] Ihr Brief und vor allem der 'ungekürzte' prachtvolle Aufsatz über mein Buch haben mich wieder ermutigt. Nach allen den hämischen aber auch gottverlassenen dummen Kritiken in der deutschen Presse von Analphabeten, hatte ich ehrlich gesagt, den Mut verloren länger auf eine deutsche Zukunft zu hoffen. Lesen Sie zum Beispiel in 'Die Welt' Nr. 273, 24. XI. 71 in 'Aus aller Welt' den Bericht 'Die Kunstgalerie im Bonner Kanzler-Bungalow'! Ich schrieb sofort wegen der stupiden Kürzung Ihres Aufsatzes über 'Mein Leben' an meinen Freund Axel Springer weil auch sein Referent in der 'Welt' den Mut verlor sobald er in Ihrem Aufsatz so etwas wie eine Kampfansage fühlte. Vielleicht könnten ...
An den Kunsthistoriker Werner Haftmann (1912-1999) über sein 1971 erschienenes Buch "Mein Leben": "[...] Ihr Brief und vor allem der 'ungekürzte' prachtvolle Aufsatz über mein Buch haben mich wieder ermutigt. Nach allen den hämischen aber auch gottverlassenen dummen Kritiken in der deutschen Presse von Analphabeten, hatte ich ehrlich gesagt, den Mut verloren länger auf eine deutsche Zukunft zu hoffen. Lesen Sie zum Beispiel in 'Die Welt' Nr. 273, 24. XI. 71 in 'Aus aller Welt' den Bericht 'Die Kunstgalerie im Bonner Kanzler-Bungalow'! Ich schrieb sofort wegen der stupiden Kürzung Ihres Aufsatzes über 'Mein Leben' an meinen Freund Axel Springer weil auch sein Referent in der 'Welt' den Mut verlor sobald er in Ihrem Aufsatz so etwas wie eine Kampfansage fühlte. Vielleicht könnten Sie Herrn Axel Springer persönlich das vollständige Original zusenden? Daß mein Buch als Warnung gemeint war, haben Sie, lieber Freund, als Einziger begriffen, die eingesträuten [!] Anekdoten dienten bloß den ängstlichen Lesern ein Leben schmackhafter zu machen, 'mein Leben' das auch das Leben Aller Zeitgenossen ist. Außerordentlich freue ich mich auch über die, von Ihnen wiedergefundene 'Bessy Loos' die ein russischer Offizier in Berlin angeboten und vermutlich einem Soldaten der Alliierten verkauft hat. Herrlich daß Sie dieses so frühe Bild für die Nationalgalerie erwerben! Vielleicht finden Sie auch noch mit Glück den ersten 'Karl Kraus', der in den gleichen Händen sein musste als man den Bunker in Berlin nach Beute durchsuchte." - Die Revuetänzerin Bessie Bruce (1883-1921) war die Lebensgefährtin des Architekten Adolf Loos. Kokoschka schuf 1909/10 ein Porträt von ihr (heute Nationalgalerie Berlin). Ebenfalls 1910 entstand seine Porträtlithographie von Karl Kraus.
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Huber, Therese (geb. Heyne), Schriftstellerin, Ehefrau Georg Forsters (1764-1829).
Eigenhändiger Brief m. U. „Therese Huber geb. Heyne“. Stuttgart, 15 IX. 1821, Gr.-8° (22 x 13 cm). 1 Seite.
1200 €
An die Schriftstellerin und Schauspielerin Elise Bürger (geb. Hahn; 1769-1833), Gottfried August Bürgers "Schwabenmädchen", die um Unterstützung gebeten hatte: "[...] Es hing nicht von mir allein ab Ihre rührende Bitte zu gewähren, ich mußte H. v. Cotta zu rathe ziehen, er war auf seinen Gütern, und unglücklicher Weise von da nach Zürich verreist, ohne daß ichs wußte. Wie ich das erfuhr war aber Ihr Brief an mich, den ich Cotta beygelegt hatte, nicht mehr in meinen Händen; im ängstlichen Eifer die Sache zu beschleunigen hatte ich Ihre Adresse nicht abgeschrieben, und sah mich nun außer Stande auf einem andern Wege als den des Morgenblatts, Ihnen die 6 Louis zu verschaffen, denn ich wußte nicht wohin sie senden. - Gestern erhielt ich Cottas Antwort - hier ist eine Anweisung ...
An die Schriftstellerin und Schauspielerin Elise Bürger (geb. Hahn; 1769-1833), Gottfried August Bürgers "Schwabenmädchen", die um Unterstützung gebeten hatte: "[...] Es hing nicht von mir allein ab Ihre rührende Bitte zu gewähren, ich mußte H. v. Cotta zu rathe ziehen, er war auf seinen Gütern, und unglücklicher Weise von da nach Zürich verreist, ohne daß ichs wußte. Wie ich das erfuhr war aber Ihr Brief an mich, den ich Cotta beygelegt hatte, nicht mehr in meinen Händen; im ängstlichen Eifer die Sache zu beschleunigen hatte ich Ihre Adresse nicht abgeschrieben, und sah mich nun außer Stande auf einem andern Wege als den des Morgenblatts, Ihnen die 6 Louis zu verschaffen, denn ich wußte nicht wohin sie senden. - Gestern erhielt ich Cottas Antwort - hier ist eine Anweisung - Gott seegne Ihr Vorhaben! mein Gebet begleitet Sie. Ja, ich kannte Sorge der Art, kannte wohl die Momente des Lebens wo 6 Louis mir hätten eine ruhige Nacht gegeben, wo ich Gott um Muth mußte bitten weil sie fehlten, wo ich mich an der Größe der Schicksale die auch mein kleines Schicksal fortgerissen hatten tröstete und erhob - nicht mit der Lilie des Feldes und dem Sperling, sondern mit der Zuversicht, daß der Gott, der Nationen durch Unglück zum Bessern führen will, mir nicht umsonst so harte Lehre geben sollte. Meine Zuversicht ward gelohnt, sie lebt noch in mir bey stez erneuten Sorgen und stez erhaltner Kraft, die Gottes höchste Gnaden Gabe ist. Sie möge auch auf Ihnen ruhen und Ihre Wünsche erleuchten und gewähren! [...] Sollten Sie durch literarische Interesse zum Morgenblatt zurückzukehren wünschen, so adressiren Sie gefälligst unmittelbar an die Redaktion derselben. Für ihr persönliches Interesse ist Ihnen meine Adresse bekannt und ich bereit theil daran zu nehmen." - Nach dem Tod ihrer Ehemänner Forster und Huber übertrug Cotta Therese Huber Anfang 1817die redaktionelle Verantwortung für sein "Morgenblatt", das sie bis Ende 1823 erfolgreich führte. Therese Huber hatte "Mitleid für Unglückliche. Aus diesem Gefühl heraus ist besonders ihr Interesse für Elise Bürger zu erklären." (L. Geiger, Therese Huber, 1901, S. 399). - Minimal fleckig. - Selten.
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Corinth, Lovis, Maler (1858-1925).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Lovis Corinth“. Berlin, 22. XI. 1917, 4° (19 x 14,5 cm). 2 Seiten. Doppelblatt mit Briefkopf.
1200 €
An Dr. Gieseke, der ein Bild bei ihm bestellt hatte: "[...] Theile Ihnen ergebenst mit, daß ich Dienstag der Spedition [...] den Auftrag gegeben habe, das von Ihnen erworbene Bild abzuholen und als Expressgut an Ihre Adresse abzuschicken; versichern ließ ich es für 5000 Mark. Nach Empfang bitte ich mir die Summe von 6000 Mark an mein Bank.Dep. K.-C. der Deutschen Bank [...] gütigst zugehen zu lassen. Nach Verabredung einigten wir uns auf Kriegsanleihe, sagte aber telephonisch, daß ich in finanziellen Beziehungen wenig Bescheid wüßte und deshalb annehmen muß, daß die Summe gleichwerthig der Abmachung sein dürfte [...]" - Schöner Brief.An Dr. Gieseke, der ein Bild bei ihm bestellt hatte: "[...] Theile Ihnen ergebenst mit, daß ich Dienstag der Spedition [...] den Auftrag gegeben habe, das von Ihnen erworbene Bild abzuholen und als Expressgut an Ihre Adresse abzuschicken; versichern ließ ich es für 5000 Mark. Nach Empfang bitte ich mir die Summe von 6000 Mark an mein Bank.Dep. K.-C. der Deutschen Bank [...] gütigst zugehen zu lassen. Nach Verabredung einigten wir uns auf Kriegsanleihe, sagte aber telephonisch, daß ich in finanziellen Beziehungen wenig Bescheid wüßte und deshalb annehmen muß, daß die Summe gleichwerthig der Abmachung sein dürfte [...]" - Schöner Brief.
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Benn, Gottfried, Schriftsteller (1886-1956).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Benn“. Berlin, 27. VI. 1953, Gr.-8°. 1 Seite. Briefkopf.
1200 €
An den Schriftsteller Leo Matthias (1883-1970; Pseud. L. L. Lawrence) in Ascona: "Lieber Matthias, schnell die Antwort ehe ich selbstverständlich Ihnen die Bescheinigung sofort sende. Ich war ja oft in der Prinzregentenstrasse bei Ihnen. Ich hätte längst geschrieben, aber mir geht es sehr mies. Ging zum Arzt, da ich an Schwindelanfällen litt u. Herzbeschwerden: sehr hoher Blutdruck, darf nicht mehr rauchen, trinken, essen, muss abmagern u. liegen - übler Zustand - ('wem die Stunde schlägt'). Morgen diktiere ich die Bescheinigung. Herzlichen Gruss, auch von meiner Frau [...]" - Bei der erwähnten Bescheinigung ging es wahrscheinlich um die Zeugenschaft für eine Wiedergutmachung der zerbombten Wohnung von Matthias, denn Benn schrieb am 3. April 1956 an Egmont Seyerlen: "Leo Matthias ...
An den Schriftsteller Leo Matthias (1883-1970; Pseud. L. L. Lawrence) in Ascona: "Lieber Matthias, schnell die Antwort ehe ich selbstverständlich Ihnen die Bescheinigung sofort sende. Ich war ja oft in der Prinzregentenstrasse bei Ihnen. Ich hätte längst geschrieben, aber mir geht es sehr mies. Ging zum Arzt, da ich an Schwindelanfällen litt u. Herzbeschwerden: sehr hoher Blutdruck, darf nicht mehr rauchen, trinken, essen, muss abmagern u. liegen - übler Zustand - ('wem die Stunde schlägt'). Morgen diktiere ich die Bescheinigung. Herzlichen Gruss, auch von meiner Frau [...]" - Bei der erwähnten Bescheinigung ging es wahrscheinlich um die Zeugenschaft für eine Wiedergutmachung der zerbombten Wohnung von Matthias, denn Benn schrieb am 3. April 1956 an Egmont Seyerlen: "Leo Matthias war im Sommer hier, lebt jetzt in Ascona, holt hier Wiedergutmachungsgelder, ist der unausgeglichenste u. undisciplinierteste Mann, dem ich begegnet bin [...]" - Matthias war Reiseschriftsteller: sein Buch "Ausflug nach Mexiko" (1926) befindet sich in Benns Nachlassbibliothek. Er verschaffte Benn den Kontakt zum Verlag "Die Schmiede", wo 1927 die "Gesammelten Gedichte" erschienen. Matthias emigrierte 1933 über Mittel- und Südamerika in die USA; er starb in Ascona.
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Benn, Gottfried, Schriftsteller (1886-1956).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „B.“. Ohne Ort (Berlin), 21. X. 1933, Gr.-4° (27,5 x 22 cm). 1 Seiten. Briefkopf „Dr. med. Gottfried Benn“. Mit eigenhändigen Umschlag.
1200 €
An die Journalistin Käthe von Porada (1891-1985) in Pistyan (Piestany), einem Heilbad im Westen der Slowakei, "Thermia Palace Hotel". Der neunzehnte Brief der Folge: "Liebste Kati, gnädige Frau, | ich sass nicht nur in Arbeit, ich hatte Krach, musste mich meiner Haut wehren nach den verschiedensten Seiten, Briefe diktieren, eine Rundfunksache arbeiten, Proben dazu mitmachen (mit Musik), sehr viel in der Praxis zu tun, seit Langem endlich mal wieder, kurz: Gedenken an Kati eine Fülle, aber keine Ruhe zum Schreiben und Betrachten. Ihre Tochter sieht sehr lieb aus, ähnelt Ihnen atmosphärisch sehr, fluidummässig. Ihre weissen Haare - wo haben Sie die bezogen? Nicht von Ihnen, gnädige Frau. Und wenn: besonders süss! Alles in Ordnung, chère Kati. Bestens! Nur innerlich zum Bersten mit ...
An die Journalistin Käthe von Porada (1891-1985) in Pistyan (Piestany), einem Heilbad im Westen der Slowakei, "Thermia Palace Hotel". Der neunzehnte Brief der Folge: "Liebste Kati, gnädige Frau, | ich sass nicht nur in Arbeit, ich hatte Krach, musste mich meiner Haut wehren nach den verschiedensten Seiten, Briefe diktieren, eine Rundfunksache arbeiten, Proben dazu mitmachen (mit Musik), sehr viel in der Praxis zu tun, seit Langem endlich mal wieder, kurz: Gedenken an Kati eine Fülle, aber keine Ruhe zum Schreiben und Betrachten. Ihre Tochter sieht sehr lieb aus, ähnelt Ihnen atmosphärisch sehr, fluidummässig. Ihre weissen Haare - wo haben Sie die bezogen? Nicht von Ihnen, gnädige Frau. Und wenn: besonders süss! Alles in Ordnung, chère Kati. Bestens! Nur innerlich zum Bersten mit Trümmern und Modder angefüllt. Muß arbeiten. Tausend Grüsse und Küsse auf die Hand! [...]" - Druck: Meine Begegnung mit G. B., S. 142. - Die "Rundfunksache" ist "Zucht und Zukunft. Vortrag, gehelten im Oktober 1933 in der Berliner Funkstunde" (Druck in Eckart, X, 1, 1934 sowie den Gesamtausgaben). Benn lernte die ältere der beiden Töcher, Edith von Porada, spätere Archäologin, in Berlin kennen ( Meine Begegnung mit G. B., S. 127).
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Benn, Gottfried, Schriftsteller (1886-1956).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Benn“. Ohne Ort und Jahr [Berlin], 28. VI. 1949, 4°. 1 Seite. Blau getöntes Papier.
1200 €
An den Historiker Alfred Vagts (1892-1986) in Cambridge, Massachusetts, der Benns misslungenen Gebrauch von Anglizismen bemängelt hatte : "[...] vielleicht entsprechen Essays mehr Ihrem Geschmack als Lyrik und Gespräche und Sie entdecken nicht so viel Mängel und Inkorrektheiten darin. Vielen Dank für Ihren lehrreichen Brief u. anbei die Totenrede auf Klabund [...]" Damit endet der Briefwechsel mit Alfred Vagts. - Beiliegend: Vagts, Alfred, Masch. Brief mit eigenh. U. Sherman, Connecticut, 3. XII. 1957. 2 Seiten. Gelocht. - An den Limes-Verleger Max Niedermayer in Wiesbaden mit Dank für die Briefausgabe von 1957: "auf S. 101 muss es statt 'ships' - 'chips' heissen. Das ist einer der mehrfachen 'slips', die G. B. beim Gebrauch des Englischen im multilingualen Gedicht so leicht ...
An den Historiker Alfred Vagts (1892-1986) in Cambridge, Massachusetts, der Benns misslungenen Gebrauch von Anglizismen bemängelt hatte : "[...] vielleicht entsprechen Essays mehr Ihrem Geschmack als Lyrik und Gespräche und Sie entdecken nicht so viel Mängel und Inkorrektheiten darin. Vielen Dank für Ihren lehrreichen Brief u. anbei die Totenrede auf Klabund [...]" Damit endet der Briefwechsel mit Alfred Vagts. - Beiliegend: Vagts, Alfred, Masch. Brief mit eigenh. U. Sherman, Connecticut, 3. XII. 1957. 2 Seiten. Gelocht. - An den Limes-Verleger Max Niedermayer in Wiesbaden mit Dank für die Briefausgabe von 1957: "auf S. 101 muss es statt 'ships' - 'chips' heissen. Das ist einer der mehrfachen 'slips', die G. B. beim Gebrauch des Englischen im multilingualen Gedicht so leicht passierten. Ich musste fast heulen, als ich ihn auf der Sprechplatte statt Fifth - wie in Hilfe - Feifth Avenue aussprechen hörte. Denn eigentlich kam es hierüber zwischen uns zu einem Bruch [...] Ich hatte ihm geschrieben, er möchte doch mit dem Englischen, das er in seine Verse tat, ein wenig vorsichtiger sein. Das brachte ihn schrecklich auf und seine Rückäusserung machte mich fortab mund- oder schreibtot im Verhältnis zu ihm [...] Am ärgerlichsten waren in Beziehung zu Benn immer die Gespräche über Politisches - er wollte partout nicht sehen, dass sein Nihilismus in diesen Dingen eben nur in der Weimarer Republik gelebt und geduldet werden konnte [...] aber keinesfalls unter den Nazis [...]" - Am 31. März 1957 schrieb Vagts an Benns Witwe: "Ich habe mich damals und dabei wohl einer gewissen Beckmesserei schuldig gemacht und er liess mich dies empfinden". - Von den Briefen Benns an Vagts wurden in der Ausgabe von 1957 zwei (S. 114 und 140) gedruckt.
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Benn, Gottfried, Schriftsteller (1886-1956).
Eigenh. Widmung mit Unterschrift „Benn“. Ohne Ort (Paris), September 1929, 8°. 1 Seite.
1200 €
"Der Galerie Mathiesen von ihrem Arzt u. Verehrer Benn". - Die Widmung gilt dem Berliner Kunsthändler Franz Zatzenstein-Mathiesen (1898-1963), der Benn im Spätsommer 1929 auf eine Einkaufsreise mit Auto und Chauffeur durch Frankreich mitgenommen hatte. Es war die vierte und letzte größere Reise Benns durch Frankreich. In "Doppelleben" schrieb Benn über Zatzenstein: "Er war Kunsthändler, Inhaber einer bekannten Gemäldegalerie, wird fuhren in seinem großen Horch von Berlin über Paris, Biarritz nach Spanien, vor allem aber in Südfrankreich herum und in den Pyrenäen [...] Wir gingen dann in den kleinen Orten in die entsprechenden Etablissements, auch in Schlösser und mit besonderer Vornehmheit in einige Klöster [...] Reisen, die ich mir nie selber hätte leisten können - ...
"Der Galerie Mathiesen von ihrem Arzt u. Verehrer Benn". - Die Widmung gilt dem Berliner Kunsthändler Franz Zatzenstein-Mathiesen (1898-1963), der Benn im Spätsommer 1929 auf eine Einkaufsreise mit Auto und Chauffeur durch Frankreich mitgenommen hatte. Es war die vierte und letzte größere Reise Benns durch Frankreich. In "Doppelleben" schrieb Benn über Zatzenstein: "Er war Kunsthändler, Inhaber einer bekannten Gemäldegalerie, wird fuhren in seinem großen Horch von Berlin über Paris, Biarritz nach Spanien, vor allem aber in Südfrankreich herum und in den Pyrenäen [...] Wir gingen dann in den kleinen Orten in die entsprechenden Etablissements, auch in Schlösser und mit besonderer Vornehmheit in einige Klöster [...] Reisen, die ich mir nie selber hätte leisten können - unvergeßliche Tage am Atlantik, in den Monts Maudits und an der Mediterranee." - Auf dem Umschlag von: BIFUR. No. 1. Paris, Editions du Carrefour (1929). 4°. 191 S. OKart. (Hinterdeckel lose). - Nr. 992 von 3000 Ex. (Gesamtaufl. 3200). - Das Heft enthält auf den Seiten 5-15 von Benn "Element premier", die von Iwan Goll übersetzte französische Fassung des Essays "Urgesicht", der kurz vorher in der Neuen Rundschau erschienen war. Mit diesem Beitrag eröffnete die kurzlebige französische Avantgarde-Zeitschrift ihre Tätigkeit; weitere Beiträge stammen von etwa Cendrars, Soupault und Tzara, die Fotos von A. Kertesz, G. Krull, L. Moholy-Nagy u. a. - Nicht bei Lohner-Z. - Leicht gebräunt und fleckig.
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Altenberg, Peter, Schriftsteller (1859-1919).
Eigenh. Manuskript mit Widmung und Unterschrift Ohne Ort [Wien], Mai 1906, Gr.-4° (29 x 23 cm). 2 Seiten. Doppelblatt.
1200 €
Für den Mäzen und Möbelfabrikanten Max Schmidt (1861-1935): "Amour. (Privat einem Freunde mitgeteilt) | Entre vos douces jambes de neige, madame, j'ai donné mes baisers les plus sacrés - - -. Et ma bouche tremblante buvait vos humidités célestes, comme l'Arabe s'ennivre [so!] de l'eau limpide de l'oasis! Votre bonheur seul est le mien - - - je suis en ce cas altruiste - - - - - et ma volupté à moi ne m'est rien! Dir, Dir, Geliebte, muß es kommen, soll es mir frommen - - - ! Les doux frissons de votre ventre aimé me sont plus chers que les secoumens [so!] de mes épines dorsales! Laisser-moi donner un baiser de feu entre vos douce jambes de neige, afin que le feu qui me tue et me brûle, donne la vie à votre corp de marbre! Ma volupté à moi ne m'est rien - - - votre bonheur ...
Für den Mäzen und Möbelfabrikanten Max Schmidt (1861-1935): "Amour. (Privat einem Freunde mitgeteilt) | Entre vos douces jambes de neige, madame, j'ai donné mes baisers les plus sacrés - - -. Et ma bouche tremblante buvait vos humidités célestes, comme l'Arabe s'ennivre [so!] de l'eau limpide de l'oasis! Votre bonheur seul est le mien - - - je suis en ce cas altruiste - - - - - et ma volupté à moi ne m'est rien! Dir, Dir, Geliebte, muß es kommen, soll es mir frommen - - - ! Les doux frissons de votre ventre aimé me sont plus chers que les secoumens [so!] de mes épines dorsales! Laisser-moi donner un baiser de feu entre vos douce jambes de neige, afin que le feu qui me tue et me brûle, donne la vie à votre corp de marbre! Ma volupté à moi ne m'est rien - - - votre bonheur seul est le mien!! Philosophie de la vie - - - - - tu es la vie de la philosophie! [...]" - Wohl unveröffentlicht.
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Lavater, Johann Caspar, Schriftsteller und Physiognom (1741-1801).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Lavater“ und „L.“. Erlenbach, 2. IX. 1800, Qu.-Kl.-8°. 2 Seiten. Mit gestoch. Umrahmung.
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Vier Monate vor seinem Tod und über seine Krankheit von einem Erholungsaufenthalt in Erlenbach geschrieben: "Dieß wohl das letzte Wort aus Erlenbach, indem ich auf Montag, so Gott will, zurückzukommen gedenke. Mein Leid ist immergleich - oft muß ich Stunden lang schmachten. Von [...] wurde nicht die mindeste Leichterung. Liegen und Sitzen macht mir Mühe. Gott gebe mir zu jedem neüen Leiden ein neües Maaß von Geduld. An Erlösung davor als durch den Tod ist gar nicht zu denken [...]" Rückseitig eine Nachschrift, dat. 3. IX.: "Die Nacht, einen [...] kurz ausgenommen - recht gut izt Morgen 4. entsetzlicher Husten. L." - Lavater hatte am 26. September 1799 eine Schußverletzung erhalten, als er einem verwundeten Soldaten auf der Strasse Hilfe leistete; die Folgen dieser Verletzung ...
Vier Monate vor seinem Tod und über seine Krankheit von einem Erholungsaufenthalt in Erlenbach geschrieben: "Dieß wohl das letzte Wort aus Erlenbach, indem ich auf Montag, so Gott will, zurückzukommen gedenke. Mein Leid ist immergleich - oft muß ich Stunden lang schmachten. Von [...] wurde nicht die mindeste Leichterung. Liegen und Sitzen macht mir Mühe. Gott gebe mir zu jedem neüen Leiden ein neües Maaß von Geduld. An Erlösung davor als durch den Tod ist gar nicht zu denken [...]" Rückseitig eine Nachschrift, dat. 3. IX.: "Die Nacht, einen [...] kurz ausgenommen - recht gut izt Morgen 4. entsetzlicher Husten. L." - Lavater hatte am 26. September 1799 eine Schußverletzung erhalten, als er einem verwundeten Soldaten auf der Strasse Hilfe leistete; die Folgen dieser Verletzung waren am Ende tödlich. Erfolglos versuchte man Badekuren zur Linderung: "Man glaubte auch itzt, daß vielleicht eine Badekur ihm wohlthun könnte, und er verreiste deßhalb im Anfang des May wieder nach Baaden. Aber er fand nicht viel Erleichterung [...] sein krampfhafter Husten, der die verwundete Brust furchtbar erschütterte und seine Schmerzen natürlich mehrte, blieb immer gleich [...] Ihm wurde freundschaftlich das damals leer stehende, schöne Landhaus des Herrn General von Salis in Erlenbach am Zürichsee, nur anderthalb Stunden von der Stadt, angeboten, und er nahm mit großer Freude dies Anerbieten an, und kam dann [...] auf dieses liebliche Landhaus." (Georg Geßner, Johann Kaspar Lavaters Lebensbeschreibung, Bd. III, 1803, S. 495-98). - Im Lavater-Briefverzeichnis nicht genannt; Laveter schrieb am selben Tag 2 weitere Briefe, davon einen an Karl Belmont auf einem ebenso umränderten Blättchen.
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Grieg, Edvard, Komponist (1843-1907).
Gedruckte Visitenkarte „Edvard Grieg. Norvège“, mit eigenh. Beschriftung in deutscher Sprache auf der Rückseite. Ohne Ort, (nach 1871), 6 x 9,5 cm. 2 Seiten.
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"4 Solostücke | a) 2 Humoresken (aus op. 6) | b) 2 Albumblätter (aus op. 28) | c) Aus dem Volksleben (aus op. 19) | 1) Auf den Bergen | 2) Norwegischer Brautzug im Vorüberziehn ...""4 Solostücke | a) 2 Humoresken (aus op. 6) | b) 2 Albumblätter (aus op. 28) | c) Aus dem Volksleben (aus op. 19) | 1) Auf den Bergen | 2) Norwegischer Brautzug im Vorüberziehn ..."
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