Quelle: Wikipedia
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Freundschaftsbillets -, .
Sammlung von 82 in Kupfer gestochenen Billets, teilweise auf Seide, teilweise in mehreren Farben gedruckt, die Illustrationen jeweils handkoloriert, reich verziert, mit ironischen, erotischen, belehrenden oder romantischen Gedichten. , Um 1800, 9 x 9 cm, 12 x 8 cm oder 8 x 10 cm.
10000 €
Reizvolle, typographisch und illustratorisch aufwendig gestaltete Sammlung von Freundschaftsemblemen, Textbeispiele: Bald wird Dich ein Myrthenkränzchen zieren, Reiz Dich der schönste Jüngling führen. An der Hand zum Traualtar und die Liebe wird Euch sanft regieren, Treu und zärtlich hundert Jahr. - Jeder Gram, der Thoren quält, sieh von Deiner Seite, und durch Unschuld neu beseelt schweb um Dich die Freude. - Dir schmecke immer wohl der beste Wein, Nimm niemals Pillen oder Pulver ein; Leg achtzig Jahre noch gesund zurücke, und brauche keine Brille keine Krücke.Reizvolle, typographisch und illustratorisch aufwendig gestaltete Sammlung von Freundschaftsemblemen, Textbeispiele: Bald wird Dich ein Myrthenkränzchen zieren, Reiz Dich der schönste Jüngling führen. An der Hand zum Traualtar und die Liebe wird Euch sanft regieren, Treu und zärtlich hundert Jahr. - Jeder Gram, der Thoren quält, sieh von Deiner Seite, und durch Unschuld neu beseelt schweb um Dich die Freude. - Dir schmecke immer wohl der beste Wein, Nimm niemals Pillen oder Pulver ein; Leg achtzig Jahre noch gesund zurücke, und brauche keine Brille keine Krücke.
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Marc, Franz, Maler und Graphiker (1880-1916).
Eigenhändiger Brief m. U. München, (März 1911), 4° (25 x 19 cm). 1 1/2 Seiten. Doppelblatt mit gedrucktem Briefkopf „München Theresienstrasse 12“.
3800 €
An seine zukünftige Frau Maria Franck (1876-1955) in Berlin wegen einer gerichtlichen Vorladung in Marcs Heiratsangelegenheit. Marc hatte Maria Franck 1905 kennengelernt; seine erste Frau Marie Schnür, von der Marc 1908 geschieden wurde, hatte versucht, seine Ehe mit Maria Franck zu sabotieren, indem sie sie des Ehebruchs beschuldigte. Franz Marc und Maria Franck wurden am 4. April 1911 vor das Bezirksgericht München geladen. Sie durften erst 1913 heiraten: "Liebste, in Eile ein paar Worte: Die Papiere sind angekommen. Ich habe hier für 4. April eine Vorladung. Du wirst sie hier bekommen, per adr. Gauting, p. adr. Frl. Adler. [Der Anwalt] Fromm bat mich um eine neutrale Adresse [...] Aber nun komm auch bestimmt. Vor dem 4. bekommst Du ja nun keinenfalls die Vorladung, aber es kann ...
An seine zukünftige Frau Maria Franck (1876-1955) in Berlin wegen einer gerichtlichen Vorladung in Marcs Heiratsangelegenheit. Marc hatte Maria Franck 1905 kennengelernt; seine erste Frau Marie Schnür, von der Marc 1908 geschieden wurde, hatte versucht, seine Ehe mit Maria Franck zu sabotieren, indem sie sie des Ehebruchs beschuldigte. Franz Marc und Maria Franck wurden am 4. April 1911 vor das Bezirksgericht München geladen. Sie durften erst 1913 heiraten: "Liebste, in Eile ein paar Worte: Die Papiere sind angekommen. Ich habe hier für 4. April eine Vorladung. Du wirst sie hier bekommen, per adr. Gauting, p. adr. Frl. Adler. [Der Anwalt] Fromm bat mich um eine neutrale Adresse [...] Aber nun komm auch bestimmt. Vor dem 4. bekommst Du ja nun keinenfalls die Vorladung, aber es kann wohl sein, dass sie auch auf den 4. April lauten wird. Ich bin in Eile, auf dem Weg zu Kandinsky; nachmittags Vereinsversammlung [Neue Künstlervereinigung München]. Abends zurück nach Sindelsdorf. Ich bin froh, dass die Vorladung endlich da ist und scheinbar alles klappt [...] Fromm bat uns, vor der Vorladung in nocheinmal aufzusuchen. In Eile, morgen mehr Dein treuer F. M. Grüße zu Hause, und viele Grüße von P[aul] und H[elene]." - Franz Marc wohnte bei seinem Bruder Paul Marc in der Münchener Theresienstraße 12. Die Sommermonate verbrachte er in Sindelsdorf. Zu dieser Zeit trugen sich Marc und Wassily Kandinsky mit dem Gedanken, eine neue, fortschrittliche Künstlergruppe ins Leben zu rufen. Marc gehörte zu der von Kandinsky 1909 mitbegründeten Neuen Künstlervereinigung München. 1911 kam es zu Streitigkeiten mit den eher konservativen Künstlern der N.K.V.M. - Vgl. K. Jüngling und B. Roßbeck, Franz und Maria Marc. 2000. - Dieser Brief nicht verzeichnet in Günter Meißner, Franz Marc: Briefe, Schriften und Aufzeichnungen. Leipzig 1980. - Briefe von Franz Marc sind sehr selten.
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VerkauftBenedikt XV. (Giacomo della Chiesa), Papst (1854-1922).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Benedictus PP. XV“. Vatikan, 8. IX. 1917, 4°. 4 Seiten. Doppelblatt mit gold und farbig geprägtem Wappen. Mit eigenhändigen Umschlag.
An den päpstlichen Geheimkämmerer Rudolf Gerlach in München über seinen "Aufruf zum Frieden", der bei der Entente auf deprimierend geringe Resonanz gestoßen sei. Immerhin habe er damit die Initiative nicht den Sozialisten überlassen und aufgeräumt mit der Legende, dass die Kirche den Krieg wolle: "[...] Ad ogni modo spero che qualche frutto, se non immediato, l'Appello alla pace l'avra almeno più tardi: per ora abbiamo compiuto un dovere, non lasciando prendere l'iniziativa ai socialisti ed impedendo la leggenda che la guerra sia voluta dal Papa, dai Vescovi e dai frati [...]" - Übersetzung: "[...] Der jüngste Friedensappell wurde von der Entente so negativ interpretiert, dass ich dadurch wirklich ein wenig entmutigt bin: mir schien, sie sollten zumindest die allgemeinen ...
An den päpstlichen Geheimkämmerer Rudolf Gerlach in München über seinen "Aufruf zum Frieden", der bei der Entente auf deprimierend geringe Resonanz gestoßen sei. Immerhin habe er damit die Initiative nicht den Sozialisten überlassen und aufgeräumt mit der Legende, dass die Kirche den Krieg wolle: "[...] Ad ogni modo spero che qualche frutto, se non immediato, l'Appello alla pace l'avra almeno più tardi: per ora abbiamo compiuto un dovere, non lasciando prendere l'iniziativa ai socialisti ed impedendo la leggenda che la guerra sia voluta dal Papa, dai Vescovi e dai frati [...]" - Übersetzung: "[...] Der jüngste Friedensappell wurde von der Entente so negativ interpretiert, dass ich dadurch wirklich ein wenig entmutigt bin: mir schien, sie sollten zumindest die allgemeinen Grundsätze akzeptieren, die im Übrigen schon von Politikern vorgebracht wurden: was der Entente missfällt, waren die offenen Worte rund um den gegenseitigen Erlass der Kosten und der Kriegsentschädigung; aber, mit Ausnahme von Belgien, das der Kanzler von Deutschland [Reichskanzler Michaelis] selbst versprach zu entschädigen, sehe ich nicht wie jemand weiterhin Krieg führen kann um Geldfragen. Jedenfalls hoffe ich, dass der Friedensappell, wenn auch nicht sofort, dann wenigstens später irgendwelche Früchte tragen wird: für jetzt haben wir eine Pflicht erfüllt, haben es nicht den Sozialisten überlassen, die Initiative zu ergreifen und die Legende verhindert, dass der Krieg vom Papst, von den Bischöfen und Mönchen gewollt ist [...]" - "Besonders bekannt wurde 'Dès le début', die Friedensnote Benedikts XV. am dritten Jahrestag des Kriegsbeginns (1. August 1917). Darin schlug der Papst als neutraler Vermittler allen kriegführenden Mächten Friedensverhandlungen vor. Er forderte Abrüstung, eine effektive internationale Schiedsgerichtsbarkeit zur Vermeidung künftiger Kriege und den Verzicht auf Gebietsabtretungen. Damit wurden vom Vatikan wesentliche Grundzüge der internationalen Friedensbewegung der Vorkriegszeit aufgegriffen. Der Plan wurde ausgeschlagen, da sich jede der Kriegsparteien als durch ihn benachteiligt ansah. Die Triple Entente war außerdem argwöhnisch gegenüber dem päpstlichen Geheimkämmerer Rudolf von Gerlach, die wichtigste direkte Kontaktperson der Mittelmächte zum Papst. Der Heilige Stuhl wurde sogar von den Verhandlungen zum Waffenstillstand ausgeschlossen." (Wikipedia). - So wichtige, eigenhändige Briefe des Papstes sind von allergrößter Seltenheit.
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Strauß (Vater), Johann, Komponist (1804-1849).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „J. Strauss“. Ohne Ort [London], 1. V. 1838, Gr.-8° (19,5 x 12,5 cm). Doppelblatt mit Adresse und blindgeprägtem Monogramm „J St“.
2500 €
An den Pianisten und Komponisten Ignaz Moscheles (der 1828 einen "Valse à la Strauss" komponiert hatte): "[...] Mit wahrem Vergnügen erbiethe ich mich Ihrem geehrten Wunsche in jeder beliebigen Art entgegen zu kommen. Ich verbinde hiermit zugleich die Bitte, den Tag und Stunde zu bestimmen um hierüber nähere Rücksprache nehmen zu können, hinsichtlich der Einteilung etc. und habe bis dahin die Ehre mich zu zeigen als Euer Wohlgeboren ergebenster [...]" - Im Jahr 1838 unternahm Johann Strauss eine erfolgreiche siebenmonatige Konzerttournee durch England. Von seiner Ankunft im April 1838 bis Ende Juli gab er allein in London 79 Konzerte, u. a. mit einem Widmungswalzer bei dem Krönungsball für Königin Victoria am 10. Mai 1823. Die Tourneeanstreingungen führten bei ihm zu einem ...
An den Pianisten und Komponisten Ignaz Moscheles (der 1828 einen "Valse à la Strauss" komponiert hatte): "[...] Mit wahrem Vergnügen erbiethe ich mich Ihrem geehrten Wunsche in jeder beliebigen Art entgegen zu kommen. Ich verbinde hiermit zugleich die Bitte, den Tag und Stunde zu bestimmen um hierüber nähere Rücksprache nehmen zu können, hinsichtlich der Einteilung etc. und habe bis dahin die Ehre mich zu zeigen als Euer Wohlgeboren ergebenster [...]" - Im Jahr 1838 unternahm Johann Strauss eine erfolgreiche siebenmonatige Konzerttournee durch England. Von seiner Ankunft im April 1838 bis Ende Juli gab er allein in London 79 Konzerte, u. a. mit einem Widmungswalzer bei dem Krönungsball für Königin Victoria am 10. Mai 1823. Die Tourneeanstreingungen führten bei ihm zu einem nervlichen Zusammenbruch. - Briefe von Johann Strauss Vater sind sehr selten.
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Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Thomas Mann“. Pacific Palisades, CA,, 14. I. 1949, Gr.-8° (21,5 x 14 cm). 1 1/2 Seiten. Briefkopf. Mit eigenh. und frankiertem Umschlag.
1980 €
In lateinischer Schrift an den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] nehmen Sie für Ihre interessante Sendung meinen besten Dank! Bermanns haben sehr gut getan, Ihnen zu raten, mir Ihren Faustus-Artikel zu schicken, denn gerade dieses Buch steht mir so nahe, dass jedes gescheite Wort darüber mir wichtig ist, und ich muss es bewundern, wie es Ihnen gelungen ist, auf so knappem Raum dem Leser doch ein recht anschauliches Bild von dem Werk zu geben. Dazu gehört ausser literarischer Feinfühligkeit auch eine grosse journalistische Erfahrung und Geschicklichkeit, um die mancher Sie beneiden wird. Ich bin Ihnen besonders dankbar, dass Sie in Ihren freundlichen Begleitbrief auch eine kleine Uebersicht über Ihre eigene, vielseitige literarische Tätigkeit ...
In lateinischer Schrift an den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] nehmen Sie für Ihre interessante Sendung meinen besten Dank! Bermanns haben sehr gut getan, Ihnen zu raten, mir Ihren Faustus-Artikel zu schicken, denn gerade dieses Buch steht mir so nahe, dass jedes gescheite Wort darüber mir wichtig ist, und ich muss es bewundern, wie es Ihnen gelungen ist, auf so knappem Raum dem Leser doch ein recht anschauliches Bild von dem Werk zu geben. Dazu gehört ausser literarischer Feinfühligkeit auch eine grosse journalistische Erfahrung und Geschicklichkeit, um die mancher Sie beneiden wird. Ich bin Ihnen besonders dankbar, dass Sie in Ihren freundlichen Begleitbrief auch eine kleine Uebersicht über Ihre eigene, vielseitige literarische Tätigkeit aufnahmen. Vor allem hat mir die Nachricht von dem bevorstehenden Erscheinen der gesammelten Lyrik Georg Trakls, mit einem einführenden Essay von Ihnen, Eindruck gemacht. Dass Sie mir dieses Werk zum Geschenk machen wollen, freut und rührt mich sehr. Meine deutsche Bibliothek läuft Gefahr, von der englischen überwuchert zu werden. Desto besser, dass jene wieder einmal um ein wertvolles Stück bereichert werden soll [...]" - Im Oktober 1947 war im Rahmen der Stockholmer Ausgabe Thomas Manns Roman "Doktor Faustus" erschienen. Am 3. März 1948 erschien in den "Salzburger Nachrichten" eine Rezension dieses Romans durch Wolfgang Schneditz unter dem Titel "Thomas Mann und Faust. Gedanken zu des Dichters neuem Roman". Die sehr positiv gehaltene Besprechung gelangte durch Vermittlung des Verlegers Gottfried Bermann in Manns Hände. Die erwähnte Trakl-Ausgabe erschien 1949. - Druck: Jb. d. Wiener Goethe-Vereins (1968).
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Liszt, Franz, Komponist (1811-1886).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „F. Liszt“. Weimar, 30. IV. 1860, 8°. 2 Seiten. Doppelblatt. Bläuliches Papier.
1980 €
Unveröffentlichter Brief an einen Freund. Liszt empfiehlt ihm einen jungen Mann, "un jeune homme d'un bon agent et de bonne facons" namens Legrèle: "[...] Il vient de faire quelques temps à Weimar ou il s'est fait studiemement occupé de la Littérature allemande, et se propose maintemant d'étendre encore ses horizons intellectuels par un séjour de plusieurs mois en Angleterre. Sur quelques articles dans la Revue contemporaine il a fait sa premières armes littéraires avec succès [...] Le mien me conduira probablement pour quelque jours à Londres ce printemps [...]".Unveröffentlichter Brief an einen Freund. Liszt empfiehlt ihm einen jungen Mann, "un jeune homme d'un bon agent et de bonne facons" namens Legrèle: "[...] Il vient de faire quelques temps à Weimar ou il s'est fait studiemement occupé de la Littérature allemande, et se propose maintemant d'étendre encore ses horizons intellectuels par un séjour de plusieurs mois en Angleterre. Sur quelques articles dans la Revue contemporaine il a fait sa premières armes littéraires avec succès [...] Le mien me conduira probablement pour quelque jours à Londres ce printemps [...]".
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Andersen, Hans Christian, Schriftsteller (1805-1875).
Eigenhändiges Albumblatt mit Unterschrift Leipzig, Oktober 1860, 23 x 14 cm. 1 Seite. Doppelblatt.
1800 €
3 Zeilen in deutscher Sprache: "Weil ich jung bin, will ich wandern, / Ziehe von einem Ort zum andern; / Jugendsinn giebt mir Vertrau'n." - Die Zeilen entstammen einem Handwerkerlied, das Andersen in seinem Märchen "Etwas" zitiert hat. - Möglicherweise für den Lyriker und Dramatiker Adolf Böttger (1815-1870). - Montiert, kleine Eintragung.3 Zeilen in deutscher Sprache: "Weil ich jung bin, will ich wandern, / Ziehe von einem Ort zum andern; / Jugendsinn giebt mir Vertrau'n." - Die Zeilen entstammen einem Handwerkerlied, das Andersen in seinem Märchen "Etwas" zitiert hat. - Möglicherweise für den Lyriker und Dramatiker Adolf Böttger (1815-1870). - Montiert, kleine Eintragung.
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Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Maschinengeschriebener Brief mit Eigenhändigen Korrekturen und Unterschrift „Thomas Mann“. Erlenbach-Zürich, 14. IV. 1953, Fol. 2 Seiten. Briefkopf. Mit masch. und frankiertem Umschlag.
1750 €
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] Haben Sie vielen Dank für Ihren freundlichen Brief vom 6. des Monats, in dem Sie mich an die damals erhaltenen Bilder erinnern. Ich habe den Empfang der Sendung wohl niemals bestätigt, weil es viel Trubel mit unserer Einrichtung gab, und weil ich dann an einer recht schweren Grippe erkrankte, deren Folgen mir sogar noch heute etwas zu schaffen machen. Darüber habe ich auch versäumt, den Betrag für die Bilder einzusenden und ergreife die Gelegenheit, ihn diesem Brief beizulegen mit der Bitte um freundliche Weiterleitung. Auch Ihren Weihnachtsgruss habe ich damals, noch im Hotel Waldhaus Dolder, erhalten und wir haben uns an dem Bild Ihres Töchterchens erfreut. Meine Adresse ist nun die obige. Es hat mir Freude ...
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] Haben Sie vielen Dank für Ihren freundlichen Brief vom 6. des Monats, in dem Sie mich an die damals erhaltenen Bilder erinnern. Ich habe den Empfang der Sendung wohl niemals bestätigt, weil es viel Trubel mit unserer Einrichtung gab, und weil ich dann an einer recht schweren Grippe erkrankte, deren Folgen mir sogar noch heute etwas zu schaffen machen. Darüber habe ich auch versäumt, den Betrag für die Bilder einzusenden und ergreife die Gelegenheit, ihn diesem Brief beizulegen mit der Bitte um freundliche Weiterleitung. Auch Ihren Weihnachtsgruss habe ich damals, noch im Hotel Waldhaus Dolder, erhalten und wir haben uns an dem Bild Ihres Töchterchens erfreut. Meine Adresse ist nun die obige. Es hat mir Freude gemacht, zu hören, dass Ihnen das in der 'Rundschau' erschienene Krull-Kapitel gefallen hat. Es war ja nicht viel damit, aber ich hatte nicht anderes, einigermassen Geschlossenes anzubieten. Unterdessen habe ich die Frauennovelle, nach der Sie sich freundlich erkundigen, abgeschlossen, und sie wird in ein paar Fortsetzungen, beginnend in der Mai-Nummer, im Münchner 'Merkur' vorabgedruckt werden. Die Unterbrechung im Roman war wieder lang, jetzt sitze ich aber wahrhaftig wieder über dem alten Material zum "Krull" und suche weiter zu kommen. Hoffentlich sind Sie unterdessen in den Besitz von 'Altes und Neues' gekommen, was mir natürlich wichtig ist für den Aufsatz, den Sie planen. Das Vergnügen an dem Band, der ja fast autobiographischen Charakter hat, ist mir etwas verleidet durch eine Reihe dummer Druckfehler, mindestens in seiner zweiten Hälfte. So wird denn der 'Nachlassverwalter', den ich nicht bemühen wollte, später doch noch etwas zu tun haben. Ich wusste nicht oder hatte vergessen, dass Sie über 'Das Bild der ägyptischen Landschaft im Joseph-Roman' geschrieben haben, und ich bin froh zu hören, dass die Arbeit nicht umsonst getan sein soll und dass die 'Neue Rundschau' sich dafür interessiert. Auf Ihre Frage Salzburg betreffend wird es mir schwer zu antworten. Ich habe für den Mai-Juni einige Reiseverpflichtungen, nämlich nach Rom, Cambridge und wahrscheinlich Hamburg. Danach wird mein Ruhebedürfnis wahrscheinlich wieder gross sein, und ob es dieses Jahr zu einem Besuch in Salzburg kommen wird, ist sehr zweifelhaft. Wieder nach Gastein zu gehen, haben wir ohnedies nicht vor, da der Aufenthalt mich das letzte Mal zu sehr angestrengt hat und ich die Bäder aufgeben musste. Ich hoffe Sie wohlauf und in befriedigender Tätigkeit. Man findet schon einmal wieder irgendwo zusammen [...]" - Mit dem "Krull-Kapitel ist gemeint: "Neues aus den Bekenntnissen Felix Krulls ('Die Verabredung')". In: Neue Rundschau. Jg. 63. (1952), H. 4, S. 473-92. Ebenfalls als Vorabdruck waren in derselben Zeitschrift die Kapitel "Reise und Ankunft" und "Cirkus" erschienen. Über die Wiederaufnahme des "Krull" vgl. Manns Brief vom 11. April 1953 an Max Rychner (Briefe III, S. 292).- "Die Betrogene" erschien von Mai bis Juli 1953 Im "Merkur", Stuttgart, und im September 1953 bei S. Fischer. - "Altes und Neues. Prosa aus fünf Jahrzehnten" erschien 1953. - Der erwähnte Aufsatz von Schneditz erschien in den "Neuen Rundschau" im Herbst 1953, Jg. 64, S. 314-18. - Mann war in Rom von 20.-30. April 1953 (ihm war von der "Academia Nazionale dei Lincei" der Internationale Antonio-Feltrinelli-Preis verliehen worden. Privataudienz bei Papst Pius XII.), in Cambridgeam 4. Juni 1953 (Verleihung des Ehrendoktorats der Universität Cambridge) und in Hamburg von 7.-9. Juni 1953 (Ansprache und Krull-Lesung an der Universität). - Druck: Jb. d. Wiener Goethe-Vereins (1968).
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Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Thomas Mann“. Kilchberg am Zürichsee, 25. IX. 1954, Gr.-8° (21 x 14,5 cm). 1 1/2 Seiten. Briefkopf. Wasserzeichen. Mit eigenh. und frankiertem Umschlag.
1750 €
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Murau in der Steiermark: "[...] tausend Dank für Ihr wertvolles Geschenk! Ich habe die Bilder bewundert und gleich Ihren ersten Beitrag, auch Teile von Breunings Aufzeichnungen gleich gelesen. Sobald wie tunlich will ich meine Kenntnis des ganzen Werkes vervollständigen. Ich arbeite über Schiller (schon für den Mai 55, vorsorglich), und wie ich gerade jetzt oft Beethoven'sche Musik höre, so empfinde ich auch Persönliches über den Gewaltigen als nah meinem Gegenstande. Die Auslieferung des Krull-Bandes war auf den 20. d. Ms. angesetzt. Sie scheint sich aus irgendwelchen technischen Gründen etwas zu verzögern. Ist das Buch da, so habe ich vorläufig keinen Stoff mehr zum Vorlesen. Von den Besuchen in Köln und Düsseldorf war ...
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Murau in der Steiermark: "[...] tausend Dank für Ihr wertvolles Geschenk! Ich habe die Bilder bewundert und gleich Ihren ersten Beitrag, auch Teile von Breunings Aufzeichnungen gleich gelesen. Sobald wie tunlich will ich meine Kenntnis des ganzen Werkes vervollständigen. Ich arbeite über Schiller (schon für den Mai 55, vorsorglich), und wie ich gerade jetzt oft Beethoven'sche Musik höre, so empfinde ich auch Persönliches über den Gewaltigen als nah meinem Gegenstande. Die Auslieferung des Krull-Bandes war auf den 20. d. Ms. angesetzt. Sie scheint sich aus irgendwelchen technischen Gründen etwas zu verzögern. Ist das Buch da, so habe ich vorläufig keinen Stoff mehr zum Vorlesen. Von den Besuchen in Köln und Düsseldorf war seit Jahren die Rede; ich hatte sie immer wieder verschoben, und einmal mußten sie ausgeführt werden. Nun muß ich für lange wieder auf Ruhe halten. Wenn aber mein Leben sich noch eine Weile hinzieht, so wird Salzburg, das ich liebe, gewiß noch einmal wieder an die Reihe kommen. Ihnen beiden alles Liebe von mir und meinem Hause [...]" - Bei dem Buchgeschenk handelte es sich um: Wilhelm Thöny, Beethoven-Zyklus, Zeichnungen zu [Gerhard von] Breunings "Erinnerungen aus dem Schwarzspanierhause", hrsg. von Wolfgang Schneditz, Wien 1954. Neben der Edition besorgte Schneditz auch die Einleitung "Breuning und Beethoven" und "Wilhelm Thöny und Beethoven". - Am 8. Mai 1955 hielt Thomas Mann in Stuttgart die Festrede zur Feier von Schillers 150. Todestag. Der "Versuch über Schiller" erschien im Juni 1955 bei S. Fischer. - Mann besuchte Ende August 1954 Köln und Düsseldorf, in Düsseldorf auch die Schauplätze seiner Novelle "Die Betrogene", über die er vorher nur brieflich Auskünfte eingeholt hatte. - Druck: Jb. d. Wiener Goethe-Vereins (1968).
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Strauss, Richard, Komponist (1864-1949).
Eigenhändiges musikalisches Albumblatt mit Datierung und Unterschrift „Dr Richard Strauss“. Graz, 16. V. 1906, Qu.-8° (11,5 x 17,5 cm). 1 Seite.
1750 €
Viertaktiges Hauptmotiv aus seiner Oper "Salome". - Das Blatt dokumentiert einen der großartigsten Momente der Europäischen Musikgeschichte. Alex Ross hat diesen Moment als Auftakt seiner Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts gewählt, das mit dem Kapitel "The golden age" so anhebt: "When Richard Strauss conducted his opera 'Salome' on May 16, 1906, in the provincial Austrian city of Graz, several leading figures in European music gathered to witness the event. The première of Salome had taken place five months before, in Dresden, and word had got out that Strauss had created something beyond the pale - an ultra-dissonant Biblical spectacle, based on a play by an Irish degenerate whose name was not mentioned in polite company; a work so frightful in its depiction of adolescent lust that ...
Viertaktiges Hauptmotiv aus seiner Oper "Salome". - Das Blatt dokumentiert einen der großartigsten Momente der Europäischen Musikgeschichte. Alex Ross hat diesen Moment als Auftakt seiner Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts gewählt, das mit dem Kapitel "The golden age" so anhebt: "When Richard Strauss conducted his opera 'Salome' on May 16, 1906, in the provincial Austrian city of Graz, several leading figures in European music gathered to witness the event. The première of Salome had taken place five months before, in Dresden, and word had got out that Strauss had created something beyond the pale - an ultra-dissonant Biblical spectacle, based on a play by an Irish degenerate whose name was not mentioned in polite company; a work so frightful in its depiction of adolescent lust that imperial censors had banned it from the Court Opera in Vienna. - Giacomo Puccini [...] made a trip north to hear what 'terribly cacophonous thing' his German rival had concocted. Gustav Mahler, the director of the Vienna opera, attended, with his wife, the beautiful and controversial Alma. The bold young composer Arnold Schoenberg arrived from Vienna with his brother-in-law, Alexander von Zemlinsky, and no fewer than six of his pupils. One of them, Alban Berg, traveled with an older friend [...] The widow of Johann Strauss II, composer of 'On the Beautiful Blue Danube' (and no relation to the composer of Salome), represented old Vienna. Ordinary music-enthusiasts filled out the crowd -'young people from Vienna, with only the vocal score as hand luggage', Strauss noted [...] There was even a fictional character present - Adrian Leverkühn, the hero of Thomas Mann's 'Doctor Faustus' [...] Strauss and Mahler, the titans of Austro-German music, spent the day in the hills above the city [...] Mahler, for his part, was deeply impressed by his colleague's music, and especially by 'Salome'. Strauss had played and sung the score for him the previous year [...] Salome promised to be one of the highlights of Mahler's Vienna tenure, but the censors balked at accepting an opera in which Biblical characters are made to perform unspeakable acts [...] So Salome came to Graz [...] As dusk fell, Mahler and Strauss appeared at the opera house. They had rushed back to town in their chauffeur-driven car. The crowd milling around in the lobby had an air of nervous electricity. The orchestra played a fanfare when Strauss walked up to the podium, and the audience applauded stormily. Then a deathly silence descended, the clarinet played a softly slithering scale, and the curtain went up."
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Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Thomas Mann“. Zürich, Waldhaus Dolder, 4. XI. 1952, Gr.-8° (21 x 14,5 cm). 1 Seite. Wasserzeichen. Mit eigenh. und frankiertem Umschlag.
1550 €
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] wir schrieben Ihnen gestern zum Dank für Ihren Brief und die ausgezeichneten Bilder. Nun finde ich besonders das eine davon, die 'Grossaufnahme' von mir im Profil, so gut, dass ich gerne einige Vergrösserungen davon, vielleicht 6 Stück oder auch mehr, hätte, wenigstens in Postkarten-Format, aber auch grösser. Wäre das zu machen? Für die Kosten käme ich natürlich aus meinem Schilling-Hort gerne auf. Leben Sie recht wohl! Schade, dass ich dem Abstecher nach Salzburg diesmal nicht mehr gewachsen sein werde. Vielleicht nächsten Sommer! [...]" - Über den erwähnten Besuch in Gastein am 1. September 1952, bei dem auch fotografiert wurde, berichtete Wolfgang Schneditz in seinem Buch "Begegnung mit Zeitgenossen" ...
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] wir schrieben Ihnen gestern zum Dank für Ihren Brief und die ausgezeichneten Bilder. Nun finde ich besonders das eine davon, die 'Grossaufnahme' von mir im Profil, so gut, dass ich gerne einige Vergrösserungen davon, vielleicht 6 Stück oder auch mehr, hätte, wenigstens in Postkarten-Format, aber auch grösser. Wäre das zu machen? Für die Kosten käme ich natürlich aus meinem Schilling-Hort gerne auf. Leben Sie recht wohl! Schade, dass ich dem Abstecher nach Salzburg diesmal nicht mehr gewachsen sein werde. Vielleicht nächsten Sommer! [...]" - Über den erwähnten Besuch in Gastein am 1. September 1952, bei dem auch fotografiert wurde, berichtete Wolfgang Schneditz in seinem Buch "Begegnung mit Zeitgenossen" (1959; S. 23 ff.). - Druck: Jb. d. Wiener Goethe-Vereins (1968).
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Wilhelm II.,, Deutscher Kaiser, hier noch als Kronprinz (1859-1941).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Wilhelm Prinz von Preußen“. Potsdam, 21. XI. 1887, Gr.-Fol. (33 x 21 cm). 3 Seiten. Doppelblatt, halbbrüchig beschriftet. Briefkopf “Garde-Corps […] Garde-Husaren-Regiment“.
1500 €
Wichtiges Schreiben als Kommandeur des Garde-Husaren-Regiments ''streng vertraulich'' an Feldmarschall Graf Moltke - ''den ältesten Berather meines theuren Großvaters, sowie [...] den ältesten Freund meines geliebten Vaters'' -, dem er eine eigene Denkschrift über das ''wichtige Verhältniß der 3 Hauptorgane des gesammten Heereswesens - Generalstab, Kriegsministerium, Militairkabinett - zu einander und zu dem Monarchen'' mit der Bitte um seinen Rat übersendet: ''[...] Da ich durch das unselige Leiden meines Herren Vaters plötzlich in reichbare Nähe der Regierungsgeschäfte gerückt bin, und mir außerdem Seine Majestät durch A. Cab. Or. die vorläufige Stellvertretung übertragen, so habe ich mich verpflichtet gefühlt längst von mir gemachte Beobachtungen und gehegte Gedanken ...
Wichtiges Schreiben als Kommandeur des Garde-Husaren-Regiments ''streng vertraulich'' an Feldmarschall Graf Moltke - ''den ältesten Berather meines theuren Großvaters, sowie [...] den ältesten Freund meines geliebten Vaters'' -, dem er eine eigene Denkschrift über das ''wichtige Verhältniß der 3 Hauptorgane des gesammten Heereswesens - Generalstab, Kriegsministerium, Militairkabinett - zu einander und zu dem Monarchen'' mit der Bitte um seinen Rat übersendet: ''[...] Da ich durch das unselige Leiden meines Herren Vaters plötzlich in reichbare Nähe der Regierungsgeschäfte gerückt bin, und mir außerdem Seine Majestät durch A. Cab. Or. die vorläufige Stellvertretung übertragen, so habe ich mich verpflichtet gefühlt längst von mir gemachte Beobachtungen und gehegte Gedanken zu Papier zu bringen [...] Sollte mir der Himmel bestimmen einst die Regierung zu übernehmen, so würde ich die in der Schrift niedergelegten Gedanken [...] in Form einer Ordre an die 3 genannten Behörden erlassen [...]'' - Sieben Monate vor seinem Regierungsantritt (15. Juni 1888) geschrieben. - Kleine Einrisse.
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Redouté, Pierre Josephe, Maler und Grafiker (1759-1840).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Paris, 12. IX. 1828, 4° (16 x 20 cm). 1 Seite.
1500 €
An Mr. Renorine, den er um die Rechnung für den gelieferten Voltaire bittet, damit er ein Rosenbild im Wert von 1500 Francs damit verrechnen kann: "Fourny à Monsieur Renorine, un exemplaire des Roses forma in folio au prix de quinze cent francs, qui ont été livré en échange et par ordre de publication, en échange d'un solitaire jaune à régler les ouvrages terminés, or donc je vous prie, Monsieur, d'avoir la bonté de faire mon compte pour que nous puissions régler ensemble je suis prêt s'y redoit à vous payer." - Mit älterem Sammlungsumschlag. - Rückseitig Regeste. - Sehr selten.An Mr. Renorine, den er um die Rechnung für den gelieferten Voltaire bittet, damit er ein Rosenbild im Wert von 1500 Francs damit verrechnen kann: "Fourny à Monsieur Renorine, un exemplaire des Roses forma in folio au prix de quinze cent francs, qui ont été livré en échange et par ordre de publication, en échange d'un solitaire jaune à régler les ouvrages terminés, or donc je vous prie, Monsieur, d'avoir la bonté de faire mon compte pour que nous puissions régler ensemble je suis prêt s'y redoit à vous payer." - Mit älterem Sammlungsumschlag. - Rückseitig Regeste. - Sehr selten.
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Goethe-Kreis – Kestner, Charlotte, geb. Buff, Freundin Goethes, das Vorbild zur „Lotte“ in „Werthers Leiden“ (1753-1828).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Charlotte Kestner“. Hannover, 27. X. 1826, 4° (24,5 x 20,5 cm). 1 Seite. Doppelblatt mit Adresse und Siegelrest.
1500 €
Dekorativer Brief an die Witwe von Oberamtmann Johann Georg Partz (1734-1820), wegen Verpachtung ihres Gartens: "Gestern habe ich die Geheim Cabinets-Räthin [...] abermals wegen unserm Garten gesprochen und sie hat mir auf die freundlichste Weise mein ihr gegebenes Wort zurück gegeben. Ich kann also meine liebe Frau Oberamtmannin mit ruhigem Herzen, und gewiss mit großer Freude Ihnen den Garten, nach Ihrem Wunsch unter den Bedingungen, wie der Fr. G. C. R. [...] überlassen. Der liebe Gott, lasse Sie in Gesundheit, und bei gutem Wetter schöhne Luft, und die Gesellschaft Ihrer Kinder, Enkel und Urenkel genießen, und mir erlauben Sie, Ihnen zuweilen meinen Besuch machen zu dürfen und mich zu erfreuen wenn es Ihnen wohlgeht und auf dem Garten gefällt [...]" - Der legendäre Garten ...
Dekorativer Brief an die Witwe von Oberamtmann Johann Georg Partz (1734-1820), wegen Verpachtung ihres Gartens: "Gestern habe ich die Geheim Cabinets-Räthin [...] abermals wegen unserm Garten gesprochen und sie hat mir auf die freundlichste Weise mein ihr gegebenes Wort zurück gegeben. Ich kann also meine liebe Frau Oberamtmannin mit ruhigem Herzen, und gewiss mit großer Freude Ihnen den Garten, nach Ihrem Wunsch unter den Bedingungen, wie der Fr. G. C. R. [...] überlassen. Der liebe Gott, lasse Sie in Gesundheit, und bei gutem Wetter schöhne Luft, und die Gesellschaft Ihrer Kinder, Enkel und Urenkel genießen, und mir erlauben Sie, Ihnen zuweilen meinen Besuch machen zu dürfen und mich zu erfreuen wenn es Ihnen wohlgeht und auf dem Garten gefällt [...]" - Der legendäre Garten und das Gartenhaus der Familie Kestner lagen zwischen der heutigen Kestnerstraße der heutigen Lavesstraße 56. - Charlotte wurde 1768 verlobt, heiratete aber erst am 4. April 1773 den kurhannoverschen Legationssekretär Johann Christian Kestner. Goethe lernte seine "Lotte" auf einem Tanzfest kennen: Am 9. Juni 1772 veranstaltete Goethes Wetzlarer Großtante Lange einen Ball im Jägerhaus. Zu diesem Ball sollte Goethe Charlotte Buff abholen. Lotte bezauberte ihn sowohl durch ihre äußerliche Erscheinung als auch durch ihre offene Art. Wie im "Werther" beschrieben, tanzte er den ganzen Abend mit ihr, und es imponierte ihm sehr, wie Lotte die Festgesellschaft während des Gewitters mit einem Spiel ablenkte. Am Tag darauf fand die "reizende Szene" im Hause Buff in Wetzlar statt, die Goethe so begeisterte. Als dieser wieder auf den Deutschordenshof kam, war Lotte gerade dabei, ihren Geschwistern das Brot zu schneiden. - Selten.
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Grieg, Edvard, Komponist (1843-1907).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Edvard Grieg“. Kristiania (heute Oslo), „Hotel Westminster“, 27. III. 1906, Gr.-8° (18 x 11,5 cm). 3 Seiten. Doppelblatt.
1500 €
An den Verleger und Konzertagenten Franz August Urbanek (1842-1919) in Prag: "[...] Es sind in Ihrem Brief [...] zwei Fragen, welche ich sofort zu beantworten wünsche. Die erste Frage gilt den lyrischen Stücken. Sie möchten diese von mir selbst ausgeführt hören. In einem Orchester-Koncert aber, das ich zu dirigieren habe, ist es mir aus Gesundheitsrücksichten unmöglich, als Solist aufzutreten. Die zweite Frage handelt sich um meine Bedingungen, die meiner Ansicht nach so moderat gestellt sind wie man es, wenn man die weite Reise mit meiner Frau in Betracht zieht, nur verlangen kann. In Warschau bezahlt man mir 2000 Mark per Koncert nebst Aufenthalt und Reise von Berlin bis Warschau Retour. In London zahlt man 100 Pfund Sterling per Koncert. Überhaupt, sollte Mitte April zu spät ...
An den Verleger und Konzertagenten Franz August Urbanek (1842-1919) in Prag: "[...] Es sind in Ihrem Brief [...] zwei Fragen, welche ich sofort zu beantworten wünsche. Die erste Frage gilt den lyrischen Stücken. Sie möchten diese von mir selbst ausgeführt hören. In einem Orchester-Koncert aber, das ich zu dirigieren habe, ist es mir aus Gesundheitsrücksichten unmöglich, als Solist aufzutreten. Die zweite Frage handelt sich um meine Bedingungen, die meiner Ansicht nach so moderat gestellt sind wie man es, wenn man die weite Reise mit meiner Frau in Betracht zieht, nur verlangen kann. In Warschau bezahlt man mir 2000 Mark per Koncert nebst Aufenthalt und Reise von Berlin bis Warschau Retour. In London zahlt man 100 Pfund Sterling per Koncert. Überhaupt, sollte Mitte April zu spät sein, um ein volles Haus erzielen zu können, verzichte ich lieber darauf, in dieser Saison Prag zu besuchen. Ich hoffe, dass Sie Herrn Karl Nissen geschrieben haben und dass mein Programm leicht durchzuführen ist. Es ist meine Absicht am 3. April von hier zu gehen [...] Nach einigen Tagen [in Berlin], etwa 7., gehe ich nach Leipzig [...] Eine junge Sängerin in Berlin, die meine Lieder schön singt, ist Fräulein Lola Artot-Padilla [...]"
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Friedrich III. (als Kronprinz Friedrich Wilhelm), Deutscher Kaiser, König von Preußen (1831-1888).
Schriftstück mit eigenhändiger Unterschrift „Friedrich R[ex]“. Charlottenburg, 8. V. 1888, 4° (27 x 21 cm). 1 Seite. Doppelblatt.
1500 €
An den Generalleutnant Alexander von Kameke (1825-1892), Kommandant von Stettin: "Ich bewillige Ihnen auf Ihr Gesuch vom 29. April c[urrente] hierdurch den Abschied mit der gesetzlichen Pension und stelle Sie zugleich, in gnädiger und dankender Anerkennung Ihrer langjährigen treuen und guten Dienste mit Ihrer Pension zur Disposition [...]" - Sehr selten aus seiner Zeit als Kaiser, da Friedrich III. bekanntlich nur vom 9. März bis zu seinem Tod am 15. Juni 99 Tage lang amtieren konnte. - Kameke "wurde am 3. August 1886 Kommandant von Stettin und erhielt in dieser Eigenschaft am 22. März 1887 den Charakter als Generalleutnant. Am 17. September 1887 wurde ihm das Patent zu seinem Dienstgrad verliehen. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches wurde Kameke am 8. Mai 1888 mit der ...
An den Generalleutnant Alexander von Kameke (1825-1892), Kommandant von Stettin: "Ich bewillige Ihnen auf Ihr Gesuch vom 29. April c[urrente] hierdurch den Abschied mit der gesetzlichen Pension und stelle Sie zugleich, in gnädiger und dankender Anerkennung Ihrer langjährigen treuen und guten Dienste mit Ihrer Pension zur Disposition [...]" - Sehr selten aus seiner Zeit als Kaiser, da Friedrich III. bekanntlich nur vom 9. März bis zu seinem Tod am 15. Juni 99 Tage lang amtieren konnte. - Kameke "wurde am 3. August 1886 Kommandant von Stettin und erhielt in dieser Eigenschaft am 22. März 1887 den Charakter als Generalleutnant. Am 17. September 1887 wurde ihm das Patent zu seinem Dienstgrad verliehen. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches wurde Kameke am 8. Mai 1888 mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt" (Wikipedia).
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Stolberg-Stolberg, Friedrich Leopold Graf zu, Schriftsteller (1750-1819).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „à la campagne près Münster“, 7. VII. 1807, 4°. 3 1/4 Seiten. Doppelblatt mit Adresse, zwei Poststempeln und Siegelresten.
1450 €
An "Monsieur de Luc lecteur de S. Mté la Reine de la Grande Bretagne à Windsor en Angleterre". Diese Adresse ist durchgestrichen und die neue von anderer Hand auf das Adressfeld geschrieben: "J A Deluc Esq. at Miss Burges Ashfield ... Devon". Jean André Deluc (auch de Luc; 1727-1817), Geologe, Mineraloge und Meteorologe aus Genf, war 1773 Vorleser und Physiklehrer der engl. Königin in London, wo Lichtenberg ihn kennenlernte. 1776 und 1786 lebte er in Göttingen. Ende 1797 wurde er dort zum Honorarprofessor ernannt, trat die Stelle jedoch nie an. Er war bekannt mit dem niederl. Philosophen Hemsterhuis, der Fürstin Gallitzin, Sophie von La Roche und dem sog. "Kreis von Münster", dem auch Stolberg angehörte. In der Hauskapelle der Fürstin Gallitzin in Münster war Stolberg mit seiner ...
An "Monsieur de Luc lecteur de S. Mté la Reine de la Grande Bretagne à Windsor en Angleterre". Diese Adresse ist durchgestrichen und die neue von anderer Hand auf das Adressfeld geschrieben: "J A Deluc Esq. at Miss Burges Ashfield ... Devon". Jean André Deluc (auch de Luc; 1727-1817), Geologe, Mineraloge und Meteorologe aus Genf, war 1773 Vorleser und Physiklehrer der engl. Königin in London, wo Lichtenberg ihn kennenlernte. 1776 und 1786 lebte er in Göttingen. Ende 1797 wurde er dort zum Honorarprofessor ernannt, trat die Stelle jedoch nie an. Er war bekannt mit dem niederl. Philosophen Hemsterhuis, der Fürstin Gallitzin, Sophie von La Roche und dem sog. "Kreis von Münster", dem auch Stolberg angehörte. In der Hauskapelle der Fürstin Gallitzin in Münster war Stolberg mit seiner Frau Pfingsten 1800 zum kath. Glauben übergetreten. - Stolberg schreibt dem "très chèr et très respectable ami", dass er auf Grund der Kriegswirren erst jetzt auf dessen Brief vom 6. Oktober 1806 antworten könne, da der Postverkehr zwischen Großbritannien und dem Kontinent gestört sei. Diesen Brief schicke er jetzt über Hamburg. Dann behandelt er ausführlich religiöse Fragen: "Je ne me serr jamais de l'expression religion naturelle, le mot de religion supposant une révélation, soit vraye ou fausse. Je croix que tout ce que la raison, laissée à elle seule, peut voir avec certitude, c'est l'existence de Dieu, manifestée par l'existence de la nature, et par l'ordre admirable qui s'y trouve [...]" Dann berichtet er von der Geburt seiner Tochter am 12. April. Er habe nun 14 lebende Kinder, von denen 12 zu Hause lebten. "J'en ai trois dans le ciel. Nous coulons des jours heureux, ma femme et moi, malgré les malheurs du tems, malgré la perspective qui humainement parlant s'offre à nos enfans. Dieu y pourvoira! [...] J'attens avec impatience Votre portrait en estampe. Milady Findlater, en passant par Altona, pour se rendre en Ecosse, en a donné quelques exemplaires à une de mes connoissances, qui connoissont mon profond attachement pour Vous [...]" - Kleiner Siegelausriß; das ursprüngliche Adressfeld unmerklich mit Chinapapier restauriert. - Nicht in den Briefverzeichnissen von Behrens und Hempel.
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Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenh. Postkarte mit Unterschrift „Thomas Mann“. München, 14 .IV. 1927, 1 Seite. Mit Adresse und gedrucktem Briefkopf „Dr. Thomas Mann München Poschingerstr. 1“.
1450 €
An den Thomas-Mann-Forscher Gerhard Jacob in München: "[...] es wird das Beste sein, wenn Sie selbst von Zeit zu Zeit einmal kommen und in der Truhe nach dem Rechten sehen. Sehr viel Neues kann sich ja noch nicht angesammelt haben. Telephonieren Sie vorher! Auf Ihre Arbeit freue ich mich [...]" - Jacob veröffentlichte 1926 im S. Fischer Verlag "Das Werk Thomas Manns. Bibliographie". Im selben Jahr erschien seine Dissertation "Thomas Mann und Nietzsche: Zum Problem der Décadence". - Nicht in Reg.An den Thomas-Mann-Forscher Gerhard Jacob in München: "[...] es wird das Beste sein, wenn Sie selbst von Zeit zu Zeit einmal kommen und in der Truhe nach dem Rechten sehen. Sehr viel Neues kann sich ja noch nicht angesammelt haben. Telephonieren Sie vorher! Auf Ihre Arbeit freue ich mich [...]" - Jacob veröffentlichte 1926 im S. Fischer Verlag "Das Werk Thomas Manns. Bibliographie". Im selben Jahr erschien seine Dissertation "Thomas Mann und Nietzsche: Zum Problem der Décadence". - Nicht in Reg.
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Bernhard, Thomas, Schriftsteller (1931-1989).
Midland in Stilfs. Drei Erzählungen. Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1971, 8°. 116 Seiten. OPp. mit Original-Umschlag.
1400 €
Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Griseldis Winter | Thomas Bernhard | 14. 9. 71" - Griseldis Winter (1929-2016) lebte in Salzburg. - 1970 hatte Bernhard den Büchner-Preis erhalten. - Bibliothek Suhrkamp 272. - Wilpert-G. 19. Dittmar 43. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht. - Sehr gut erhalten.Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Griseldis Winter | Thomas Bernhard | 14. 9. 71" - Griseldis Winter (1929-2016) lebte in Salzburg. - 1970 hatte Bernhard den Büchner-Preis erhalten. - Bibliothek Suhrkamp 272. - Wilpert-G. 19. Dittmar 43. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht. - Sehr gut erhalten.
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Blum, Robert, Politiker; Führer der „Linken“ in der Frankfurter Nationalversammlung (1807-1848).
3 eigenhändige Briefe mit Unterschrift „Blum“. Ohne Ort [Leipzig], 28. X. bis 9. XI. 1843, Gr.-4° (27 x 21,5 cm; 1) und 8°. Zus. 3 Seiten. Die Quartbrief mit rückseitiger Adresse.
1400 €
An der Schriftsteller Theodor Apel (1811-1867) in Leipzig. Robert Blum ging 1832 als Theatersekretär, Bibliothekar und Kassenassistent mit dem Direktor Friedrich Sebald Ringelhardt von Köln nach Leipzig und bereitete 1843 am dortigen Theater eine Feier zu Schillers Geburtstag am 10. November vor, zu welcher Apel "Philemon und Baucis. Festspiel mit Gesang, Pause, Pro- und Epilog" (1843, ungedruckt, Jacob 1/244, 4) lieferte. - I. (28. X. 1843) "[...] Sie sind ein Deutscher und können und dürfen es also nicht befremdend finden, wenn man die Freiheit, die man Ihnen gestern gab, heute zurück nimmt. So nehme ich denn einen Theil der Freiheit, die ich Ihnen gestern hinsichtlich des Pro- und Epilogs gelassen, auch heute zurück, indem ich Ihnen mitteile, daß der Prolog von Herrn Reger, der ...
An der Schriftsteller Theodor Apel (1811-1867) in Leipzig. Robert Blum ging 1832 als Theatersekretär, Bibliothekar und Kassenassistent mit dem Direktor Friedrich Sebald Ringelhardt von Köln nach Leipzig und bereitete 1843 am dortigen Theater eine Feier zu Schillers Geburtstag am 10. November vor, zu welcher Apel "Philemon und Baucis. Festspiel mit Gesang, Pause, Pro- und Epilog" (1843, ungedruckt, Jacob 1/244, 4) lieferte. - I. (28. X. 1843) "[...] Sie sind ein Deutscher und können und dürfen es also nicht befremdend finden, wenn man die Freiheit, die man Ihnen gestern gab, heute zurück nimmt. So nehme ich denn einen Theil der Freiheit, die ich Ihnen gestern hinsichtlich des Pro- und Epilogs gelassen, auch heute zurück, indem ich Ihnen mitteile, daß der Prolog von Herrn Reger, der Epilog von Madame Dessoir gesprochen werden muß, weil Madame Dessoir sich während der einen Scene aus den 'Räubern' nicht umziehen kann. So hängt das Schicksal eines armen Dichters zuletzt an einem - Weiberrock! Zugleich erlaube ich mir [...] Sie darauf aufmerksam zu machen, daß Director Ringelhardt die Statue Schillers, wie sie in Stuttgart aufgestellt ist, malen lassen will, um sie am Schlusse des Epilogs [...] von Genien mit Emblemen und Kränzen umgeben, erscheinen zu lassen [...] Da es beim Schillerfeste im Theater gewöhnlich sehr voll wird, so erlaube ich mir bei Zeiten die ergebenste Anfrage: von welchem Platze aus Sie am liebsten der Vorstellung beiwohnen? [...]" - II. (2. XI. 1843) "[...] Gestatten Sie mir, Ihnen in zwei Zeilen zu sagen, daß Ihr Prolog und Epilog ganz vortrefflich sind und ihre Wirkung nicht verfehlen werden. Sehr gerne würde ich Sie mit Herrn Reger bekannt gemacht haben, wenn es möglich wäre. Aber derselbe gastiert dieser Tage in Dresden und muß dort den Prolog lernen. Auch war es ihm nach seiner Erklärung - ganz 'an und recht'. Mad. Dessoir hat den Epilog noch nicht, da eine Abschrift bei meinem Collegen umgeht, die andere der Censur vorliegt. Wollen Sie mit dieser wegen dem Epilog sprechen, so stehe ich sehr gerne zu Dienst, wenn es Ihnen gefällig ist. Die Billets werde ich Ihnen pünktlich besorgen [...]" Die erwähnten Leipziger Schauspieler sind Philipp Salomon Reger (1804-1857) und Therese Dessoir (geb. Reimann; 1810-1866). - III. (9. XI. 1843) "Hier, geehrtester Herr, die 6 Billets, welche Sie hoffentlich von der Direction freundlichst annehmen werden [...]" - Robert Blum initiierte groß angelegte jährliche Schillerfeiern in Leipzig. Am 24. X. 1842 gründete er einen Schiller-Verein, da Schiller, der "Freiheitsideologe" (Thomas Mann), ein zentraler Bezugspunkt für alle demokratischen Hoffnungen und politischen Bestrebungen der Vormärzzeit war. Teilw. mit kleinen Randschäden.
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Grieg, Edvard, Komponist (1843-1907).
Eigenh. Postkarte mit Unterschrift Kopenhagen „Hotel Fönix“, 24. III. 1902, 1 Seite. Mit Adresse.
1250 €
Norwegisch an Sophie Mörch in England über sein Lied "Frühling" op. 33, 2 [Übersetzung]: "[...] Eine große Anzahl meiner Lieder wurden mit französischem Text veröffentlicht, - darunter auch 'Våren' - von meinem Verleger in Leipzig, C. F. Peters. Dieses Lied wurde in Norwegen geschrieben. Digter af Vinje ['Digte af Aasmund Olavsson Vinje' op. 33] ist eine melancholische Betrachtung des Frühlings, der 'vielleicht der letzte ist' [...]" - Montagespur am Kopf der Adressseite.Norwegisch an Sophie Mörch in England über sein Lied "Frühling" op. 33, 2 [Übersetzung]: "[...] Eine große Anzahl meiner Lieder wurden mit französischem Text veröffentlicht, - darunter auch 'Våren' - von meinem Verleger in Leipzig, C. F. Peters. Dieses Lied wurde in Norwegen geschrieben. Digter af Vinje ['Digte af Aasmund Olavsson Vinje' op. 33] ist eine melancholische Betrachtung des Frühlings, der 'vielleicht der letzte ist' [...]" - Montagespur am Kopf der Adressseite.
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Benn, Gottfried, Schriftsteller (1886-1956).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Benn“ sowie eigenh. Widmung mit Unterschrift „Gottfried Benn“. Berlin, 25. III. 1949, Verschied. Formate. Zus ca. 3 Seiten.
1250 €
Brief in Kugelschreiber auf grau getöntem Papier an den Journalisten Edwin Kurt Wiechmann (Pseud. E. Montijo; 1907-?): "[...] vielen Dank für Ihr freundliches Schreiben. Ich kaufte mir daraufin den Telegraf - nun er wirft mich nicht um. Ich bin so viel in meinem Leben angegriffen und angepöbelt worden, - das gehört mit dazu. Anbei ein Heft des 'Merkur' und neuen Sachen von mir und über mich. Der 'Berliner Brief' [Merkur, Heft 2, Febr. 1849] wird auch seine Gegner finden. Mit offenen Armen bin ich noch nie aufgenommen worden u. wünschte es auch garnicht. Kunst ist ja nichts, was verstanden werden kann, sie hinterlässt Eindrücke und streut keine aus, das ist ihr Los. Meine neuen Bücher kann ich Ihnen leider nicht senden, da ihre Versendung hierher so schwierig ist, dass ich selber ...
Brief in Kugelschreiber auf grau getöntem Papier an den Journalisten Edwin Kurt Wiechmann (Pseud. E. Montijo; 1907-?): "[...] vielen Dank für Ihr freundliches Schreiben. Ich kaufte mir daraufin den Telegraf - nun er wirft mich nicht um. Ich bin so viel in meinem Leben angegriffen und angepöbelt worden, - das gehört mit dazu. Anbei ein Heft des 'Merkur' und neuen Sachen von mir und über mich. Der 'Berliner Brief' [Merkur, Heft 2, Febr. 1849] wird auch seine Gegner finden. Mit offenen Armen bin ich noch nie aufgenommen worden u. wünschte es auch garnicht. Kunst ist ja nichts, was verstanden werden kann, sie hinterlässt Eindrücke und streut keine aus, das ist ihr Los. Meine neuen Bücher kann ich Ihnen leider nicht senden, da ihre Versendung hierher so schwierig ist, dass ich selber kaum ein pa[a]r Exemplare habe. Anbei ein sehr fragwürdiges, aber mir nahestehendes, '3 Alte Männer'. Mit herzlichem Dank u. Gruss Ihr Benn." - Beiliegend das im Brief erwähnte Buch mit Benns eigenh. Widmung und U. "Herrn E K Wiechmann | (E. Montijo) | mit freundlichem Gruss. | Gottfried Benn". Auf dem Vorsatzblatt von: Ders., Drei alte Männer. Gespräche. Wiesbaden, Limes-Verlag, 1949. 8°. 48 Seiten. OPp. Erste Ausgabe. - Lohner-Z. 2.86. Raabe-H. 24.26. - Titelblatt mit eigenh. Einfügung "Zwei" von Benn vor dem Untertitel "Gespräche". - Titel gestempelt "E. K. Wiechmann." - Ebenfalls beiliegend die Originalausgabe der im Brief erwähnten Zeitung "Telegraf" (Nr. 52, 4. Jg., Mittwoch, 16. März 1949, Gr.-Fol. 6 Seiten) mit dem von Walther G. Oschilewski anonym veröffentlichten Artikel "Schatten der Vergangenheit" über Benn, der darauf hinweist "daß dieser Mann von europäischem Format der erste gewesen ist, der den Nationalsozialismus als ein elementares Phänomen und als eine fruchtbare geschichtliche Erscheinung ansah [...]" - Gut erhalten. - Faszinierendes unveröffentlichtes Ensemble.
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Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Maschinengeschriebener Brief mit eigenhändiger Unterschrift „Thomas Mann“. München, 19. VII. 1926, Gr.-4° (28 x 22 cm). 1 Seite. Bütten mit gedrucktem Briefkopf „Dr. Thomas Mann München Poschingerstr. 1“. Mit Umschlag..
1250 €
An Paul Gutsche in Emil Olivas Buchhandlung in Zittau, der ihn zu einer Lesung eingeladen hatte: "[...] Haben Sie vielen Dank für Ihre freundliche Einladung nach Zittau. Ich bin jedoch nach vielen Zeit und Kräfte raubenden Reisen so ruhebedürftig, dass ich für den kommenden Winter überhaupt keine Vortragsreiseverpflichtungen übernehmen werde. Mit hochachtungsvoller Begrüssung [...]" - Im Juni des Jahres hatte Thomas Mann seine Heimatstadt Lübeck besucht und dort zur 700-Jahr-Feier der Hansestadt den Festvortrag "Lübeck als geistige Lebensform" gehalten. - Nicht in Reg.An Paul Gutsche in Emil Olivas Buchhandlung in Zittau, der ihn zu einer Lesung eingeladen hatte: "[...] Haben Sie vielen Dank für Ihre freundliche Einladung nach Zittau. Ich bin jedoch nach vielen Zeit und Kräfte raubenden Reisen so ruhebedürftig, dass ich für den kommenden Winter überhaupt keine Vortragsreiseverpflichtungen übernehmen werde. Mit hochachtungsvoller Begrüssung [...]" - Im Juni des Jahres hatte Thomas Mann seine Heimatstadt Lübeck besucht und dort zur 700-Jahr-Feier der Hansestadt den Festvortrag "Lübeck als geistige Lebensform" gehalten. - Nicht in Reg.
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Ludwig II.,, König von Bayern (1845-1886).
Lithographierte und handschriftlich ausgefüllte Urkunde mit eigenhändiger Unterschrift „Ludwig“. München, 1.VIII.1866, Fol. (34 x 20,5 cm). 1 Seite. Mit papiergedecktem Siegel.
1250 €
Patent für den Hauptmann 2. Classe Christoph Freiherrn von Godin. Mit einer schönen, großen Unterschrift Ludwig II., gegengezeichnet von Kriegsminister Kriegsminister von Pranckh (1821-1888). - Knickfalte, schön erhalten.Patent für den Hauptmann 2. Classe Christoph Freiherrn von Godin. Mit einer schönen, großen Unterschrift Ludwig II., gegengezeichnet von Kriegsminister Kriegsminister von Pranckh (1821-1888). - Knickfalte, schön erhalten.
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Freiheitskriege – Brandt, Friedrich, Sergeant (1782-nach 1836).
„Mein Tage-Buch nebst einen Anhang meines Lebens. – Geschrieben – Während den Traurigen-Tagen meiner Gefangenschaft im Jahre 1811 /12 -13 – und 14.“ Deutsche Handschrift auf Papier. Gefängnis Valleyfield (bei Edinburgh) und Dessau, 1813-36, 4° (ca. 19 x 16 cm). Titel, Vorwort und 135 nummerierte Seiten. Einfache blaugraue Pp. d. Zt. (etw. wellig und fleckig, bestoßen)..
1250 €
Unvergleichliches Zeitdokument und historische Quelle. - Tagebuch und Autobiographie des Sergeanten Friedrich Brandt vom 1. Anhaltischen (Infanterie-)Bataillon des 5. Regiments des Rhein-Bundes. - Aus der Zeit der Befreiungskriege, die der gebürtige Dessauer als Rheinbund-Soldat, dann als (zuerst spanischer, später englischer) Kriegsgefangener erlebte. - Das gewandt und lebendig geschriebene Tagebuch enthält eine kurze Schilderung des napoleonischen Feldzuges von 1809 gegen Österreich, an dem Brandt in der Armee Marschall Lefebvres teilgenommen hatte, und des anschließenden Rückzuges aus Tirol sowie des Krieges gegen Spanien, den er 1810 in der Armee Marschall Augereaus mitmachte. Der ausführlichere Teil beschreibt seine Gefangennahme nach der Schlacht bei Palamos Mitte September ...
Unvergleichliches Zeitdokument und historische Quelle. - Tagebuch und Autobiographie des Sergeanten Friedrich Brandt vom 1. Anhaltischen (Infanterie-)Bataillon des 5. Regiments des Rhein-Bundes. - Aus der Zeit der Befreiungskriege, die der gebürtige Dessauer als Rheinbund-Soldat, dann als (zuerst spanischer, später englischer) Kriegsgefangener erlebte. - Das gewandt und lebendig geschriebene Tagebuch enthält eine kurze Schilderung des napoleonischen Feldzuges von 1809 gegen Österreich, an dem Brandt in der Armee Marschall Lefebvres teilgenommen hatte, und des anschließenden Rückzuges aus Tirol sowie des Krieges gegen Spanien, den er 1810 in der Armee Marschall Augereaus mitmachte. Der ausführlichere Teil beschreibt seine Gefangennahme nach der Schlacht bei Palamos Mitte September sowie die Jahre seiner Gefangenschaft in Spanien ("auf den Inseln Majorka und Minorka") und seit 1812 in Schottland, von wo er Ende April 1814 nach Dessau zurückgekehrt ist. - Mit einer Zeichnung (Lageskizze) des Gefängnisses in Valleyfield auf S. 74 in Tuschfederzeichnung. - Die letzte Eintragung stammt aus dem Jahre 1836 und ist "im 55sten Lebensjahre" geschrieben. - Einige Seiten lose, etwas braunfleckig. - Beiliegend eine maschinenschriftliche Volltranskription in 88 DIN A 4-Seiten.
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Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Maschinengeschriebener Brief mit Eigenhändigen Korrekturen und Unterschrift „Thomas Mann“. Zürich, Waldhaus Dolder, 3. X. (recte: XI). 1952, Fol. 1 Seite. Wasserzeichen. Mit masch. und frankiertem Umschlag.
1200 €
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] Umgehend beantworte ich Ihren freundlichen Brief vom 1. November, kann aber auf Ihre verlockende Einladung im Augenblick beim besten Willen nicht eingehen. Viel zu viel habe ich für meine Jahre schon auf mich genommen: unmittelbar auf München folgte ein Abend in Bern, in den nächsten Tagen müssen wir nach Frankfurt zur Hauptmann-Feier, dann schliesst sich nur allzu schnell Wien an, wo wir über eine Woche bleiben müssen und wo es fürchterlich hoch herzugehen droht. Wenn ich diese Abenteuer glücklich überstanden habe, muss ich mich unbedingt eine ganze Weile ruhig halten und vielleicht auch ein bisschen arbeiten. Aber wir bleiben ja unbestimmt lange im Erdteil, und es findet sich gewiss auch noch einmal eine ...
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] Umgehend beantworte ich Ihren freundlichen Brief vom 1. November, kann aber auf Ihre verlockende Einladung im Augenblick beim besten Willen nicht eingehen. Viel zu viel habe ich für meine Jahre schon auf mich genommen: unmittelbar auf München folgte ein Abend in Bern, in den nächsten Tagen müssen wir nach Frankfurt zur Hauptmann-Feier, dann schliesst sich nur allzu schnell Wien an, wo wir über eine Woche bleiben müssen und wo es fürchterlich hoch herzugehen droht. Wenn ich diese Abenteuer glücklich überstanden habe, muss ich mich unbedingt eine ganze Weile ruhig halten und vielleicht auch ein bisschen arbeiten. Aber wir bleiben ja unbestimmt lange im Erdteil, und es findet sich gewiss auch noch einmal eine Möglichkeit zu einer Salzburger Lesung. Über die gelungenen Bilder haben wir uns herzlich gefreut, und besonders finde ich, dass Ihre Gattin ihre Sache vortrefflich gemacht hat. Mit den schönsten Grüssen von uns zu Ihnen [...]" - Bei der Feier zu Gerhart Hauptmanns 90. Geburtstag am 9. November 1952 hielt Thomas Mann die Gedenkrede. Von 17.-26. November war Thomas Mann in Wien, hielt auf Einladung des österreichischen PEN-Clubs den Vortrag "Der Künstler und die Gesellschaft" und gab eine Presse-Konferenz (vgl. sein Brief an Agnes E. Meyer, 8. Februar 1953; Briefe III, S. 289). Über den erwähnten Besuch in Gastein am 1. September 1952, bei dem auch fotografiert wurde, berichtete Wolfgang Schneditz in seinem Buch "Begegnung mit Zeitgenossen" (1959; S. 23 ff.). - Druck: Jb. d. Wiener Goethe-Vereins (1968).
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Jünger, Ernst, Schriftsteller (1895-1998).
3 masch. Briefe mit Eigenhändigen Korrekturen und Unterschrift „Ernst Jünger“. Wilflingen, 6. IV. 1960 bis 2. I. 1983, Fol. Zus. 3 Seiten. Gelbliches Papier. Briefkopf.
1200 €
An den Theologen Helmut Thielicke (1908-1986). - I. (6. IV. 1960): "[...] Dank für Ihr Trostbüchlein. Es ist für mich, und wohl auch für manchen anderen, zugleich eine Bestätigung. Ich komme aus Singapur zurück, gedachte dort auch unseres unvergessenen Werner Traber, der uns damals diese schöne Reise spendete [...]" - II. (27. I. 1962): "[...] Banines Bekehrung scheint zu halten. Ich überlege, ob ich dafür nicht zum Islam übertreten soll. Zwei Religionen sollte man haben - eine, die durch strenge Gesetzesfolgung gutes Gewissen und physisches Wohlbehagen schafft, und eine andere, die dem metaphysischen Menschen volle Freiheit im Modus und in der Rangordnung der Annäherung lässt, wie die fernöstlichen Universallehren. Aber diese Zweite schafft man sich selbst. Das Nebeneinander ...
An den Theologen Helmut Thielicke (1908-1986). - I. (6. IV. 1960): "[...] Dank für Ihr Trostbüchlein. Es ist für mich, und wohl auch für manchen anderen, zugleich eine Bestätigung. Ich komme aus Singapur zurück, gedachte dort auch unseres unvergessenen Werner Traber, der uns damals diese schöne Reise spendete [...]" - II. (27. I. 1962): "[...] Banines Bekehrung scheint zu halten. Ich überlege, ob ich dafür nicht zum Islam übertreten soll. Zwei Religionen sollte man haben - eine, die durch strenge Gesetzesfolgung gutes Gewissen und physisches Wohlbehagen schafft, und eine andere, die dem metaphysischen Menschen volle Freiheit im Modus und in der Rangordnung der Annäherung lässt, wie die fernöstlichen Universallehren. Aber diese Zweite schafft man sich selbst. Das Nebeneinander von Qualitäten, das Sie an 'Strahlungen' schockiert hat, gehört zu unserer Welt, ihrer Optik, ihrem Stil. Es kommt ein atomarer Durchschuß in die Kontradiktionen; der Papst erscheint zwischen zwei Bildern der Wochenschau. Auch ich begrüße, daß es mit Nebel wieder gut geht. Die Entfremdung lag ja weniger an mir als daran, daß er sich für mich zu stark passioniert hatte. Das bringt immer Gefahr. Spinoza hat darüber einige gute Bemerkungen gemacht - wie jene, daß die Liebe stärker wird, wenn Haß ihr vorausgegangen ist [...]" - Gemeint ist die mit Ernst Jünger befreundete Schriftstellerin Umm-El-Banine Assadulajew (1905-1992), die zum Katholizismus konvertiert war. Aufgrund einer Kritik Gerhard Nebels (1903-1974) über 'Heliopolis' kam es zum vorübergehenden Bruch der Freundschaft zwischen den beiden, der bis 1960 andauerte. - III. (2. I. 1983). Ernst Jünger hatte den Goethepreis der Stadt Frankfurt erhalten: "[...] Erst heute finde ich Muße, Ihnen dafür zu danken, daß Sie im Rückblick auf die Paulskirche als Zensor gewirkt haben. Mir war entgangen, daß dort die Hochprominenz fehlte, hätte mich nicht die Kritik darauf aufmerksam gemacht. Im überfüllten Saal hatten sich Freunde versammelt - das ist mir wichtiger als das Protokoll. In Fällen wie diesem geht es mehr um den Kragen und die Litzen, um einige Pfiffe und hämische Zeitungsartikel - man kann sich vorstellen, wie es war, als es um den Kopf gegangen ist. Andererseits lernt man Einzelne kennen wie den Frankfurter Oberbürgermeister Wallmann, der wusste, was seines Amtes war [...]" - Beiliegend ein Typoskriptdurchschlag mit Aufzeichnungen von General Hans Speidel (1897-1984) über Ernst Jünger in Paris und dessen Friedensschrift (dat. Freudenstadt, 2. IX. 1946, 3 S.).
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Bachmann, Ingeborg, Schriftstellerin (1926-1973).
Anrufung des grossen Bären. Gedichte. (5. Tsd.). München, R. Piper & Co.,, 1957, 8°. OPp. nach Martin Kausche.
1200 €
Vortitel mit eigenh. Eintragung: "Ingeborg Bachmann | 6. Feber 1958 | Wuerzburg". - Erstmals 1956 erschienen. "Ingeborg Bachmanns zweite Lyriksammlung enthält Verse, die wegen ihrer hohen Einprägsamkeit, der Kühnheit ihrer Metaphern und ihres zeitkritischen, ethisch motivierten Sprachgestus schon bei Erscheinen Aufsehen erregten und bald kanonisiert wurden. Es sind Gedichte, die radikale Fragen stellen und Themen wie Liebe, Selbstbestimmung, Verantwortung, Utopie mit scharfer denkerischer Freiheit in mitreißenden Klangbildern entfalten." - Bis Mai 1958 war Ingeborg Bachmann war als Dramaturgin beim Bayerischen Fernsehen in München angestellt und lebte bis Herbst 1958 in einer Dachwohnung des Hauses Franz-Joseph-Straße 9 a, die sie später in ihrem Roman "Malina" literarisch ver ...
Vortitel mit eigenh. Eintragung: "Ingeborg Bachmann | 6. Feber 1958 | Wuerzburg". - Erstmals 1956 erschienen. "Ingeborg Bachmanns zweite Lyriksammlung enthält Verse, die wegen ihrer hohen Einprägsamkeit, der Kühnheit ihrer Metaphern und ihres zeitkritischen, ethisch motivierten Sprachgestus schon bei Erscheinen Aufsehen erregten und bald kanonisiert wurden. Es sind Gedichte, die radikale Fragen stellen und Themen wie Liebe, Selbstbestimmung, Verantwortung, Utopie mit scharfer denkerischer Freiheit in mitreißenden Klangbildern entfalten." - Bis Mai 1958 war Ingeborg Bachmann war als Dramaturgin beim Bayerischen Fernsehen in München angestellt und lebte bis Herbst 1958 in einer Dachwohnung des Hauses Franz-Joseph-Straße 9 a, die sie später in ihrem Roman "Malina" literarisch ver arbeitete. Im Februar 1958 arbeitete sie an der Endfassung ihrer "Manhattan-Ballade", "Lesereisen führen sie nach Tübingen, Würzburg und Berlin" (Nicola Bardola, Ingeborg Bachmanns München, 2026, S. 80).
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Webern. Anton von, Komponist (1883-1945).
Eigenh. Postkarte mit Unterschrift „Webern“. Maria Enzensdorf bei Wien, 22. II. 1938, 1 Seite. Mit Adresse.
1200 €
An den Kapellmeister Rudolf Weirich (1886-1963) in Wien wegen Rundfunkaufnahmen: "Lieber Herr Dr. Weirich, ich bin gern bereit, Sie am Freitag von 19h25 - 22h10 zu vertreten und bitte Sie (Ihrem Vorschlag folgend), dafür am Samstag die Sendungen von 19h25 - Schluß - es sind nur 2, die für uns in Betracht kommen - für mich zu übernehmen [...]" - Weirich studierte 1904-10 bei Arnold Schönberg Komposition. 1930-39 war er Mitarbeiter beim Sender Wien der 1924 gegründeten ersten österreichische Rundfunkgesellschaft "RAVAG". Webern selbst war seit 1927 als Dirigent der Rundfunkkonzerte und seit 1930 als Fachberater, Lektor und Zensor bei der RAVAG tätig.An den Kapellmeister Rudolf Weirich (1886-1963) in Wien wegen Rundfunkaufnahmen: "Lieber Herr Dr. Weirich, ich bin gern bereit, Sie am Freitag von 19h25 - 22h10 zu vertreten und bitte Sie (Ihrem Vorschlag folgend), dafür am Samstag die Sendungen von 19h25 - Schluß - es sind nur 2, die für uns in Betracht kommen - für mich zu übernehmen [...]" - Weirich studierte 1904-10 bei Arnold Schönberg Komposition. 1930-39 war er Mitarbeiter beim Sender Wien der 1924 gegründeten ersten österreichische Rundfunkgesellschaft "RAVAG". Webern selbst war seit 1927 als Dirigent der Rundfunkkonzerte und seit 1930 als Fachberater, Lektor und Zensor bei der RAVAG tätig.
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Kokoschka, Oskar, Maler (1886-1980).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „OKokoschka“. Villeneuve sur Vaud, 26. XI. 1971, Gr.-° (21 x 14,7 cm). 2 Seiten. Blau getöntes Papier mit Briefkopf.
1200 €
An den Kunsthistoriker Werner Haftmann (1912-1999) über sein 1971 erschienenes Buch "Mein Leben": "[...] Ihr Brief und vor allem der 'ungekürzte' prachtvolle Aufsatz über mein Buch haben mich wieder ermutigt. Nach allen den hämischen aber auch gottverlassenen dummen Kritiken in der deutschen Presse von Analphabeten, hatte ich ehrlich gesagt, den Mut verloren länger auf eine deutsche Zukunft zu hoffen. Lesen Sie zum Beispiel in 'Die Welt' Nr. 273, 24. XI. 71 in 'Aus aller Welt' den Bericht 'Die Kunstgalerie im Bonner Kanzler-Bungalow'! Ich schrieb sofort wegen der stupiden Kürzung Ihres Aufsatzes über 'Mein Leben' an meinen Freund Axel Springer weil auch sein Referent in der 'Welt' den Mut verlor sobald er in Ihrem Aufsatz so etwas wie eine Kampfansage fühlte. Vielleicht könnten ...
An den Kunsthistoriker Werner Haftmann (1912-1999) über sein 1971 erschienenes Buch "Mein Leben": "[...] Ihr Brief und vor allem der 'ungekürzte' prachtvolle Aufsatz über mein Buch haben mich wieder ermutigt. Nach allen den hämischen aber auch gottverlassenen dummen Kritiken in der deutschen Presse von Analphabeten, hatte ich ehrlich gesagt, den Mut verloren länger auf eine deutsche Zukunft zu hoffen. Lesen Sie zum Beispiel in 'Die Welt' Nr. 273, 24. XI. 71 in 'Aus aller Welt' den Bericht 'Die Kunstgalerie im Bonner Kanzler-Bungalow'! Ich schrieb sofort wegen der stupiden Kürzung Ihres Aufsatzes über 'Mein Leben' an meinen Freund Axel Springer weil auch sein Referent in der 'Welt' den Mut verlor sobald er in Ihrem Aufsatz so etwas wie eine Kampfansage fühlte. Vielleicht könnten Sie Herrn Axel Springer persönlich das vollständige Original zusenden? Daß mein Buch als Warnung gemeint war, haben Sie, lieber Freund, als Einziger begriffen, die eingesträuten [!] Anekdoten dienten bloß den ängstlichen Lesern ein Leben schmackhafter zu machen, 'mein Leben' das auch das Leben Aller Zeitgenossen ist. Außerordentlich freue ich mich auch über die, von Ihnen wiedergefundene 'Bessy Loos' die ein russischer Offizier in Berlin angeboten und vermutlich einem Soldaten der Alliierten verkauft hat. Herrlich daß Sie dieses so frühe Bild für die Nationalgalerie erwerben! Vielleicht finden Sie auch noch mit Glück den ersten 'Karl Kraus', der in den gleichen Händen sein musste als man den Bunker in Berlin nach Beute durchsuchte." - Die Revuetänzerin Bessie Bruce (1883-1921) war die Lebensgefährtin des Architekten Adolf Loos. Kokoschka schuf 1909/10 ein Porträt von ihr (heute Nationalgalerie Berlin). Ebenfalls 1910 entstand seine Porträtlithographie von Karl Kraus.
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Corinth, Lovis, Maler (1858-1925).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Lovis Corinth“. Berlin, 22. XI. 1917, 4° (19 x 14,5 cm). 2 Seiten. Doppelblatt mit Briefkopf.
1200 €
An Dr. Gieseke, der ein Bild bei ihm bestellt hatte: "[...] Theile Ihnen ergebenst mit, daß ich Dienstag der Spedition [...] den Auftrag gegeben habe, das von Ihnen erworbene Bild abzuholen und als Expressgut an Ihre Adresse abzuschicken; versichern ließ ich es für 5000 Mark. Nach Empfang bitte ich mir die Summe von 6000 Mark an mein Bank.Dep. K.-C. der Deutschen Bank [...] gütigst zugehen zu lassen. Nach Verabredung einigten wir uns auf Kriegsanleihe, sagte aber telephonisch, daß ich in finanziellen Beziehungen wenig Bescheid wüßte und deshalb annehmen muß, daß die Summe gleichwerthig der Abmachung sein dürfte [...]" - Schöner Brief.An Dr. Gieseke, der ein Bild bei ihm bestellt hatte: "[...] Theile Ihnen ergebenst mit, daß ich Dienstag der Spedition [...] den Auftrag gegeben habe, das von Ihnen erworbene Bild abzuholen und als Expressgut an Ihre Adresse abzuschicken; versichern ließ ich es für 5000 Mark. Nach Empfang bitte ich mir die Summe von 6000 Mark an mein Bank.Dep. K.-C. der Deutschen Bank [...] gütigst zugehen zu lassen. Nach Verabredung einigten wir uns auf Kriegsanleihe, sagte aber telephonisch, daß ich in finanziellen Beziehungen wenig Bescheid wüßte und deshalb annehmen muß, daß die Summe gleichwerthig der Abmachung sein dürfte [...]" - Schöner Brief.
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Bernhard, Thomas, Schriftsteller (1931-1989).
Das Kalkwerk. Roman. Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1970, 8°. 269 Seiten. OPp. mit Original-Umschlag.
1200 €
Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Franz Braumann herzlich, Köstendorf 24.4.71" - Der Schriftsteller Franz Braumann (1910-2003) erhielt 1967 den Georg-Trakl-Preis der Stadt Salzburg. Er lebte in Köstendorf, wo es heute einen "Franz Braumann-Literaturpfad" gibt. Ein Gedicht von Bernhards Lyrikband "Auf der Erde und in der Hölle" (1957) beginnt: "Mein Urgroßvater war Schmalzhändler | und heute | kennt ihn noch jeder | zwischen Henndorf und Thalgau, | Seekirchen und Köstendorf". - Wilpert-G. 16. Dittmar 51. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht. - sehr gut erhalten.Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Franz Braumann herzlich, Köstendorf 24.4.71" - Der Schriftsteller Franz Braumann (1910-2003) erhielt 1967 den Georg-Trakl-Preis der Stadt Salzburg. Er lebte in Köstendorf, wo es heute einen "Franz Braumann-Literaturpfad" gibt. Ein Gedicht von Bernhards Lyrikband "Auf der Erde und in der Hölle" (1957) beginnt: "Mein Urgroßvater war Schmalzhändler | und heute | kennt ihn noch jeder | zwischen Henndorf und Thalgau, | Seekirchen und Köstendorf". - Wilpert-G. 16. Dittmar 51. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht. - sehr gut erhalten.
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Bernhard, Thomas, Schriftsteller (1931-1989).
An der Baumgrenze. Erzählungen. Zeichnungen Anton Lehmden. Salzburg, Residenz-Verlag, 1969, 8°. Mit zahlreichen Illustrationen von Anton Lehmden. 94 Seiten. OPp. mit Original-Umschlag (dieser mit minimalen Randläsuren).
1200 €
Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Christine herzlich Nathal 25. 4. 1969". - Bei der Empfängerin der Widmung dürfte es sich um die Lyrikerin Christine Lavant (1915-1973) handeln. Thomas Bernhard, nicht gerade bekannt für kollegiale Zuneigung, schätzte ihre Gedichte und gab 1987, vierzehn Jahre nach Lavants Tod, eine Auswahl in der Bibliothek Suhrkamp heraus. In einem Brief charakterisierte er sie so: "Die Lavant war eine völlig ungeistige, sehr gescheite, durchtriebene. Sie wohnte auf der Betondecke eines Supermarktes an einer Straßenkreuzung in Wolfsberg und tippte ihre Gedichte gleich in die Maschine. Das ist für mich großartiger als das verlogene Weltfremdmärchen mit katholischer Talschlussromantik, das gottbefohlene, das um sie bis ...
Erste Ausgabe, Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "Für Christine herzlich Nathal 25. 4. 1969". - Bei der Empfängerin der Widmung dürfte es sich um die Lyrikerin Christine Lavant (1915-1973) handeln. Thomas Bernhard, nicht gerade bekannt für kollegiale Zuneigung, schätzte ihre Gedichte und gab 1987, vierzehn Jahre nach Lavants Tod, eine Auswahl in der Bibliothek Suhrkamp heraus. In einem Brief charakterisierte er sie so: "Die Lavant war eine völlig ungeistige, sehr gescheite, durchtriebene. Sie wohnte auf der Betondecke eines Supermarktes an einer Straßenkreuzung in Wolfsberg und tippte ihre Gedichte gleich in die Maschine. Das ist für mich großartiger als das verlogene Weltfremdmärchen mit katholischer Talschlussromantik, das gottbefohlene, das um sie bis heute immer verbreitet worden ist." - Wilpert-G. 12. Dittmar 44. - Widmungsexemplare (vor Fälschungen wird gewarnt) von Thomas Bernhard sind sehr selten und gesucht.
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Benn, Gottfried, Schriftsteller (1886-1956).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Benn“. Ohne Ort und Jahr [Berlin], 28. VI. 1949, 4°. 1 Seite. Blau getöntes Papier.
1200 €
An den Historiker Alfred Vagts (1892-1986) in Cambridge, Massachusetts, der Benns misslungenen Gebrauch von Anglizismen bemängelt hatte : "[...] vielleicht entsprechen Essays mehr Ihrem Geschmack als Lyrik und Gespräche und Sie entdecken nicht so viel Mängel und Inkorrektheiten darin. Vielen Dank für Ihren lehrreichen Brief u. anbei die Totenrede auf Klabund [...]" Damit endet der Briefwechsel mit Alfred Vagts. - Beiliegend: Vagts, Alfred, Masch. Brief mit eigenh. U. Sherman, Connecticut, 3. XII. 1957. 2 Seiten. Gelocht. - An den Limes-Verleger Max Niedermayer in Wiesbaden mit Dank für die Briefausgabe von 1957: "auf S. 101 muss es statt 'ships' - 'chips' heissen. Das ist einer der mehrfachen 'slips', die G. B. beim Gebrauch des Englischen im multilingualen Gedicht so leicht ...
An den Historiker Alfred Vagts (1892-1986) in Cambridge, Massachusetts, der Benns misslungenen Gebrauch von Anglizismen bemängelt hatte : "[...] vielleicht entsprechen Essays mehr Ihrem Geschmack als Lyrik und Gespräche und Sie entdecken nicht so viel Mängel und Inkorrektheiten darin. Vielen Dank für Ihren lehrreichen Brief u. anbei die Totenrede auf Klabund [...]" Damit endet der Briefwechsel mit Alfred Vagts. - Beiliegend: Vagts, Alfred, Masch. Brief mit eigenh. U. Sherman, Connecticut, 3. XII. 1957. 2 Seiten. Gelocht. - An den Limes-Verleger Max Niedermayer in Wiesbaden mit Dank für die Briefausgabe von 1957: "auf S. 101 muss es statt 'ships' - 'chips' heissen. Das ist einer der mehrfachen 'slips', die G. B. beim Gebrauch des Englischen im multilingualen Gedicht so leicht passierten. Ich musste fast heulen, als ich ihn auf der Sprechplatte statt Fifth - wie in Hilfe - Feifth Avenue aussprechen hörte. Denn eigentlich kam es hierüber zwischen uns zu einem Bruch [...] Ich hatte ihm geschrieben, er möchte doch mit dem Englischen, das er in seine Verse tat, ein wenig vorsichtiger sein. Das brachte ihn schrecklich auf und seine Rückäusserung machte mich fortab mund- oder schreibtot im Verhältnis zu ihm [...] Am ärgerlichsten waren in Beziehung zu Benn immer die Gespräche über Politisches - er wollte partout nicht sehen, dass sein Nihilismus in diesen Dingen eben nur in der Weimarer Republik gelebt und geduldet werden konnte [...] aber keinesfalls unter den Nazis [...]" - Am 31. März 1957 schrieb Vagts an Benns Witwe: "Ich habe mich damals und dabei wohl einer gewissen Beckmesserei schuldig gemacht und er liess mich dies empfinden". - Von den Briefen Benns an Vagts wurden in der Ausgabe von 1957 zwei (S. 114 und 140) gedruckt.
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Benn, Gottfried, Schriftsteller (1886-1956).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „B.“. Ohne Ort (Berlin), 21. X. 1933, Gr.-4° (27,5 x 22 cm). 1 Seiten. Briefkopf „Dr. med. Gottfried Benn“. Mit eigenhändigen Umschlag.
1200 €
An die Journalistin Käthe von Porada (1891-1985) in Pistyan (Piestany), einem Heilbad im Westen der Slowakei, "Thermia Palace Hotel". Der neunzehnte Brief der Folge: "Liebste Kati, gnädige Frau, | ich sass nicht nur in Arbeit, ich hatte Krach, musste mich meiner Haut wehren nach den verschiedensten Seiten, Briefe diktieren, eine Rundfunksache arbeiten, Proben dazu mitmachen (mit Musik), sehr viel in der Praxis zu tun, seit Langem endlich mal wieder, kurz: Gedenken an Kati eine Fülle, aber keine Ruhe zum Schreiben und Betrachten. Ihre Tochter sieht sehr lieb aus, ähnelt Ihnen atmosphärisch sehr, fluidummässig. Ihre weissen Haare - wo haben Sie die bezogen? Nicht von Ihnen, gnädige Frau. Und wenn: besonders süss! Alles in Ordnung, chère Kati. Bestens! Nur innerlich zum Bersten mit ...
An die Journalistin Käthe von Porada (1891-1985) in Pistyan (Piestany), einem Heilbad im Westen der Slowakei, "Thermia Palace Hotel". Der neunzehnte Brief der Folge: "Liebste Kati, gnädige Frau, | ich sass nicht nur in Arbeit, ich hatte Krach, musste mich meiner Haut wehren nach den verschiedensten Seiten, Briefe diktieren, eine Rundfunksache arbeiten, Proben dazu mitmachen (mit Musik), sehr viel in der Praxis zu tun, seit Langem endlich mal wieder, kurz: Gedenken an Kati eine Fülle, aber keine Ruhe zum Schreiben und Betrachten. Ihre Tochter sieht sehr lieb aus, ähnelt Ihnen atmosphärisch sehr, fluidummässig. Ihre weissen Haare - wo haben Sie die bezogen? Nicht von Ihnen, gnädige Frau. Und wenn: besonders süss! Alles in Ordnung, chère Kati. Bestens! Nur innerlich zum Bersten mit Trümmern und Modder angefüllt. Muß arbeiten. Tausend Grüsse und Küsse auf die Hand! [...]" - Druck: Meine Begegnung mit G. B., S. 142. - Die "Rundfunksache" ist "Zucht und Zukunft. Vortrag, gehelten im Oktober 1933 in der Berliner Funkstunde" (Druck in Eckart, X, 1, 1934 sowie den Gesamtausgaben). Benn lernte die ältere der beiden Töcher, Edith von Porada, spätere Archäologin, in Berlin kennen ( Meine Begegnung mit G. B., S. 127).
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Benn, Gottfried, Schriftsteller (1886-1956).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Benn“. Berlin, 27. VI. 1953, Gr.-8°. 1 Seite. Briefkopf.
1200 €
An den Schriftsteller Leo Matthias (1883-1970; Pseud. L. L. Lawrence) in Ascona: "Lieber Matthias, schnell die Antwort ehe ich selbstverständlich Ihnen die Bescheinigung sofort sende. Ich war ja oft in der Prinzregentenstrasse bei Ihnen. Ich hätte längst geschrieben, aber mir geht es sehr mies. Ging zum Arzt, da ich an Schwindelanfällen litt u. Herzbeschwerden: sehr hoher Blutdruck, darf nicht mehr rauchen, trinken, essen, muss abmagern u. liegen - übler Zustand - ('wem die Stunde schlägt'). Morgen diktiere ich die Bescheinigung. Herzlichen Gruss, auch von meiner Frau [...]" - Bei der erwähnten Bescheinigung ging es wahrscheinlich um die Zeugenschaft für eine Wiedergutmachung der zerbombten Wohnung von Matthias, denn Benn schrieb am 3. April 1956 an Egmont Seyerlen: "Leo Matthias ...
An den Schriftsteller Leo Matthias (1883-1970; Pseud. L. L. Lawrence) in Ascona: "Lieber Matthias, schnell die Antwort ehe ich selbstverständlich Ihnen die Bescheinigung sofort sende. Ich war ja oft in der Prinzregentenstrasse bei Ihnen. Ich hätte längst geschrieben, aber mir geht es sehr mies. Ging zum Arzt, da ich an Schwindelanfällen litt u. Herzbeschwerden: sehr hoher Blutdruck, darf nicht mehr rauchen, trinken, essen, muss abmagern u. liegen - übler Zustand - ('wem die Stunde schlägt'). Morgen diktiere ich die Bescheinigung. Herzlichen Gruss, auch von meiner Frau [...]" - Bei der erwähnten Bescheinigung ging es wahrscheinlich um die Zeugenschaft für eine Wiedergutmachung der zerbombten Wohnung von Matthias, denn Benn schrieb am 3. April 1956 an Egmont Seyerlen: "Leo Matthias war im Sommer hier, lebt jetzt in Ascona, holt hier Wiedergutmachungsgelder, ist der unausgeglichenste u. undisciplinierteste Mann, dem ich begegnet bin [...]" - Matthias war Reiseschriftsteller: sein Buch "Ausflug nach Mexiko" (1926) befindet sich in Benns Nachlassbibliothek. Er verschaffte Benn den Kontakt zum Verlag "Die Schmiede", wo 1927 die "Gesammelten Gedichte" erschienen. Matthias emigrierte 1933 über Mittel- und Südamerika in die USA; er starb in Ascona.
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Benn, Gottfried, Schriftsteller (1886-1956).
Eigenh. Widmung mit Unterschrift „Benn“. Ohne Ort (Paris), September 1929, 8°. 1 Seite.
1200 €
"Der Galerie Mathiesen von ihrem Arzt u. Verehrer Benn". - Die Widmung gilt dem Berliner Kunsthändler Franz Zatzenstein-Mathiesen (1898-1963), der Benn im Spätsommer 1929 auf eine Einkaufsreise mit Auto und Chauffeur durch Frankreich mitgenommen hatte. Es war die vierte und letzte größere Reise Benns durch Frankreich. In "Doppelleben" schrieb Benn über Zatzenstein: "Er war Kunsthändler, Inhaber einer bekannten Gemäldegalerie, wird fuhren in seinem großen Horch von Berlin über Paris, Biarritz nach Spanien, vor allem aber in Südfrankreich herum und in den Pyrenäen [...] Wir gingen dann in den kleinen Orten in die entsprechenden Etablissements, auch in Schlösser und mit besonderer Vornehmheit in einige Klöster [...] Reisen, die ich mir nie selber hätte leisten können - ...
"Der Galerie Mathiesen von ihrem Arzt u. Verehrer Benn". - Die Widmung gilt dem Berliner Kunsthändler Franz Zatzenstein-Mathiesen (1898-1963), der Benn im Spätsommer 1929 auf eine Einkaufsreise mit Auto und Chauffeur durch Frankreich mitgenommen hatte. Es war die vierte und letzte größere Reise Benns durch Frankreich. In "Doppelleben" schrieb Benn über Zatzenstein: "Er war Kunsthändler, Inhaber einer bekannten Gemäldegalerie, wird fuhren in seinem großen Horch von Berlin über Paris, Biarritz nach Spanien, vor allem aber in Südfrankreich herum und in den Pyrenäen [...] Wir gingen dann in den kleinen Orten in die entsprechenden Etablissements, auch in Schlösser und mit besonderer Vornehmheit in einige Klöster [...] Reisen, die ich mir nie selber hätte leisten können - unvergeßliche Tage am Atlantik, in den Monts Maudits und an der Mediterranee." - Auf dem Umschlag von: BIFUR. No. 1. Paris, Editions du Carrefour (1929). 4°. 191 S. OKart. (Hinterdeckel lose). - Nr. 992 von 3000 Ex. (Gesamtaufl. 3200). - Das Heft enthält auf den Seiten 5-15 von Benn "Element premier", die von Iwan Goll übersetzte französische Fassung des Essays "Urgesicht", der kurz vorher in der Neuen Rundschau erschienen war. Mit diesem Beitrag eröffnete die kurzlebige französische Avantgarde-Zeitschrift ihre Tätigkeit; weitere Beiträge stammen von etwa Cendrars, Soupault und Tzara, die Fotos von A. Kertesz, G. Krull, L. Moholy-Nagy u. a. - Nicht bei Lohner-Z. - Leicht gebräunt und fleckig.
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Strindberg, August, Schriftsteller (1849-1912).
Eigenhändiges Albumblatt mit Unterschrift „August Strindberg“. Ohne Ort und Datum, (nach 1879), Quer-8° (9 x 14 cm). 1 Seite. Auf einer Briefkarte mit gedrucktem Kopf „Frankfurter Journalisten- & Schriftsteller-Verein“.
1200 €
" - Du hast keine frohen Ansichten vom Leben. | - Wovon sollte ich diese auch haben. | (Rothe Zimmer) [...]". Aus Strindbergs Roman "Röda rummet" (dt. "Das rote Zimmer"), Der Roman erschien erstmals 1879 auf Schwedisch und rettete den Dichter damals vor dem finanziellen Ruin, nachdem er wegen Überschuldung Konkurs hatte anmelden müssen. - Die deutsche Übersetzung folgte erst nach seinem Tod in Berlin 1919, übersetzt von Else von Hollander. Unser Zitat findet sich auf S. 256 im Kapitel 16 "In den weissen Bergen" und lautet dort: "'Du hast keine heiteren Ansichten vom Leben' | 'Wo sollte ich die herhaben?'" Strindberg hat also seinen eigenen schwedischen Text auf dem vorliegenden Albumblatt selbst ins Deutsche übersetzt." - Du hast keine frohen Ansichten vom Leben. | - Wovon sollte ich diese auch haben. | (Rothe Zimmer) [...]". Aus Strindbergs Roman "Röda rummet" (dt. "Das rote Zimmer"), Der Roman erschien erstmals 1879 auf Schwedisch und rettete den Dichter damals vor dem finanziellen Ruin, nachdem er wegen Überschuldung Konkurs hatte anmelden müssen. - Die deutsche Übersetzung folgte erst nach seinem Tod in Berlin 1919, übersetzt von Else von Hollander. Unser Zitat findet sich auf S. 256 im Kapitel 16 "In den weissen Bergen" und lautet dort: "'Du hast keine heiteren Ansichten vom Leben' | 'Wo sollte ich die herhaben?'" Strindberg hat also seinen eigenen schwedischen Text auf dem vorliegenden Albumblatt selbst ins Deutsche übersetzt.
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Körner, Christian Gottfried, Jurist und Schriftsteller, Freund Schillers, der Vater des Dichters (1756-1831).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Körner“. Dresden, 4. II. 1811, Fol. (26 x 18,5 cm). 4 Seiten. Doppelblatt, Wasserzeichen „Dresden“.
1200 €
An den Herausgeber und Übersetzer Christian August Heinrich Clodius (1772-1836) in Leipzig: "[...] Bei der Nachricht von [Professor Karl Adolf] Cäsars Tode [am 12. I. 1811] war mein erster Gedanke, ob dieser Platz nicht Ihnen zu Theil werden könnte, und an mir sollte es gewiß nicht fehlen, wenn ich dabey einigen Einfluß zu hoffen hätte. Aber von dem Gewicht meines Urtheils haben Sie eine zu günstige Meynung, weil Sie die hiesige Welt noch nicht genug kennen. Hier ist die vornehme Classe in der Regel zu träge, um eine eigne Meinung zu haben, und sehr auf Gründe zu hören. Sie hält sich in jedem Fache an ein privilegirtes Orakel, und zu einer solchen Stelle bin ich noch nicht gelangt. In diesem Falle wird das Meiste auf Reinhard ankommen. Doch möchte es gut seyn auf den Minister ...
An den Herausgeber und Übersetzer Christian August Heinrich Clodius (1772-1836) in Leipzig: "[...] Bei der Nachricht von [Professor Karl Adolf] Cäsars Tode [am 12. I. 1811] war mein erster Gedanke, ob dieser Platz nicht Ihnen zu Theil werden könnte, und an mir sollte es gewiß nicht fehlen, wenn ich dabey einigen Einfluß zu hoffen hätte. Aber von dem Gewicht meines Urtheils haben Sie eine zu günstige Meynung, weil Sie die hiesige Welt noch nicht genug kennen. Hier ist die vornehme Classe in der Regel zu träge, um eine eigne Meinung zu haben, und sehr auf Gründe zu hören. Sie hält sich in jedem Fache an ein privilegirtes Orakel, und zu einer solchen Stelle bin ich noch nicht gelangt. In diesem Falle wird das Meiste auf Reinhard ankommen. Doch möchte es gut seyn auf den Minister Hohenthal durch seinen Vetter, den Geheimen Rath Hohenthal in Leipzig zu wirken, der viel bey ihm gilt. Diesem sind Sie ja wohl bekannt. Versäumen Sie nicht diesen Canal zu benutzen. Wundern Sie sich übrigens nicht, wenn Sie in Sachsen verkannt werden. Erstlich haben Sie, wie mehrere deutsche Gelehrte den Fehler zu sehr an die Sache zu denken, die Sie betreiben, und darüber die Kunst, Ihre Person geltend zu machen, zu vernachlässigen. Ferner sind Sie für Manchen, der auf ein Urteil über Philosophie und Kunst Anspruch macht, zu theologisch, und für manchen Theologen zu poetisch. Also rechnen Sie nicht zu sehr auf Sachsen. In Berlin hingegen, dächte ich, würde es Ihnen nicht fehlen können. Daß das Semeion, trotz der ungünstigen Umstände, nicht aufgegeben wird, freut mich. Auch mir scheint es am besten, wenn das Werk für sich selbst spricht. Mitarbeiter werden nachher schon zu haben sein. Das Aufhören des vaterländischen Museums bringt mich auf die Idee, ob Sie nicht ein ähnliches Journal in Sachsen unternehmen könnten, das nicht bloß zur Unterhaltung, sondern auch zu wissenschaftlichen, politischen ästhetischen und moralischen Fortschritten bestimmt wäre. Es fehlt jetzt wirklich an einer solchen Zeitschrift. Einen Namen dafür würden Sie schon finden. Sprechen Sie doch mit Göschen über diese Idee. Sollte mein Aufsatz im vaterländischen Museum nicht erscheinen, so wünschte ich das Manuskript bald wieder zu haben, um es mit einigen anderen Aufsätzen ähnlicher Art zusammen drucken zu lassen. Zum zehnten Gesange in wünsche ich Glück, und würde mich freuen ihn zu hören. Auch dieses Gedicht wird wenigstens unter der Sächsischen Mitwelt nicht leicht ein zahlreiches Publikum finden. Aber dies darf Sie nicht abschrecken. Sie arbeiten, wie jeder bessere Künstler, zuerst für Ihre eigene Befriedigung [...]" - Die Zeitschrift "Vaterländisches Museum" erschien 1810-11 bei Perthes in Hamburg, wurde aber nach nur 7 Heften im Januar 1811 eingestellt. - Gut erhalten. - Mit kleinem Stempel und Eintrag.
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Körner, Christian Gottfried, Jurist und Schriftsteller, Freund Schillers, der Vater des Dichters (1756-1831).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Körner“. Dresden, 22. V. 1811, 4° (22 x 17,5 cm). 4 Seiten. Doppelblatt, Wasserzeichen „J Whatman“.
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An den Herausgeber und Übersetzer Christian August Heinrich Clodius (1772-1836) in Leipzig, u. a. über seinen Sohn Theodor: "[...] Zuerst lassen Sie mich noch meinen Glückwunsch zu dem Besitz eines liebenswürdigen Weibchens nachholen, denn | Wahrlich der ist neidenswerth, | Welchem Gott ein Weib bescheert, | so wie mir Ihre Geliebte bey unserer kurzen Bekanntschaft in Carlsbad zu seyn schien. Daß Sie in den ersten Tagen Ihres Ehestandes so mit Geschäften überhäufft sind, und kaum zu sich selbst werden kommen können, nehmen Sie als ein kleines Opfer an, das die Nemesis fordert. Ich kann mir denken wie viel Sie jetzt Lust haben mögen, für die Innung die üblichen Meisterstücke auszuarbeiten. Es freut mich recht, daß mein Sohn Ihnen in einem so guten Momente die erste Nachricht ...
An den Herausgeber und Übersetzer Christian August Heinrich Clodius (1772-1836) in Leipzig, u. a. über seinen Sohn Theodor: "[...] Zuerst lassen Sie mich noch meinen Glückwunsch zu dem Besitz eines liebenswürdigen Weibchens nachholen, denn | Wahrlich der ist neidenswerth, | Welchem Gott ein Weib bescheert, | so wie mir Ihre Geliebte bey unserer kurzen Bekanntschaft in Carlsbad zu seyn schien. Daß Sie in den ersten Tagen Ihres Ehestandes so mit Geschäften überhäufft sind, und kaum zu sich selbst werden kommen können, nehmen Sie als ein kleines Opfer an, das die Nemesis fordert. Ich kann mir denken wie viel Sie jetzt Lust haben mögen, für die Innung die üblichen Meisterstücke auszuarbeiten. Es freut mich recht, daß mein Sohn Ihnen in einem so guten Momente die erste Nachricht von Ihrer Beförderung gebracht hat. Von seiner damaligen Unpäßlichkeit hatte er uns nicht geschrieben. Für Ihre freundlichen Warnungen danke ich Ihnen sehr, und hoffe daß sie nicht ohne Wirkung seyn werden [?] da er bey manchen Fehlern das Gute hat, wahres Verdienst zu ehren und freundschaftliche Behandlung zu schätzen. In Leipzig muß übrigens die Sache ihren Gang wider ihn fortgehen, das begreife ich wohl und bin damit aufs Remis. Nur hätte ich die Bitte, daß Sie die Güte hätten mir es sogleich zu melden, wenn die Relegation erfolgt. Auch wünsche ich zu wissen, ob man über seine Relegation nach Berlin geschrieben hat, was dort geantwortet worden sit, und ob man sich dabey beruhigt. Von Berlin wird man schreiben, er sey schon längst inscribiert, und die Convention kann nicht rückwärts wirken. Will man ihn nun in Leipzig nicht gerade verfolgen, so könnte es man dabey bewenden lassen. Dem Gesetz wäre Genüge geschehen durch die Relegation. Daß ich wohl that, ihn nicht wieder nach Leipzig kommen zu lassen, haben die nachherigen Scenen ausgewiesen. Böttiger erzählt hier viel von dem gänzlichen Ruin des Leipziger Buchhandels. Die Buchhändler, sagte er, wollten gar keinen neuen Verlag übernehmen. So schlimm wirds wohl nicht seyn. Vielleicht hat Bött[iger] nur ein Manuscript nicht unterbringen können. Ich werde aber auch bald diese Sprache führen, da Göschen mir auf einen neuerlichen Antrag gar nicht geantwortet hat. Und nun schließe ich den langen Brief, schicke Sie wieder zu dem lieben Weibchen unter der Bedingung, daß Sie mein Andenken bey ihr erneuern, - und dann zu Ihrer Disputation [...]" - Nachdem Clodius 1811 ordentlicher Professor geworden war, konnte es seine Frau Charlotte (geb. Witthauer) heiraten. Die beiden Gedichtzeilen zu Beginn stammen aus dem Gedicht "Frauenlob" von Friedrich Leopold zu Stolberg. - Aufgrund verbotener Duelle und seiner Teilnahme an studentischen Aktivitäten drohte dem Sohn, Theodor Körner, 1811 eine strafrechtliche Verfolgung, weshalb er am 23. März 1811 aus Leipzig nach Berlin floh. - Gut erhalten. - Mit kleinem Stempel und Eintrag.
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