Berg, Alban, Komponist (1885-1935).

1.400,00 

Eigenh. Postkarte mit Paraphe “AB”. Wien, 26. VI. 1923 2.00, 1 Seite, Rohrpostsendung mit eigenh. Vermerk “Pneumatisch”.

Vorrätig

Beschreibung

An seinen Schüler Herbert Strutz in Wien, Rieglergasse 4: “[…] Bitte nicht Mittwoch sondern Donnerstag entweder 11h vorm. od. 1/2 4 Uhr nachm. Bitte teleph[onisch] verständig[en] wann Sie kommen (ev. auch 1/2 5) Herzl. AB […]”. – Geschrieben auf einer von eigenh. Berg durchgestrichenen gedruckten Mitteilung: “Euer Hochwohlgeboren | ich erlaube mir mitzuteilen, daß der Klavierauszug meiner Oper | Wozzeck | (nach Georg Büchners Drama) | soeben erschienen ist. Der Auszug hat 230 Großquartseiten, kostet 130.000 österr. Kronen und ist direkt von mir zu beziehen. | Hochachtungsvoll | Alban Berg | Wien, XIII., Trauttmansdorffgasse 27”. – Berg hatte “Wozzeck” bereits im Oktober 1921 fertiggestellt; das 47 Seiten umfassende Textbuch zu den 15 Szenen erschien 1923 in der Wiener Universal-Edition. Im Frühjahr 1923 schlossen Berg und die Edition einen Generalvertrag, der den hier angezeigten Klavierauszug von Fritz Heinrich Klein einschloss. 1924 wurden drei Ausschnitte aufgeführt. Die Drucklegung der Oper folgte 1925 mit finanzieller Unterstützung von Alma Mahler-Werfel. Am 14. Dezember 1925 fand die Uraufführung unter der Leitung von Erich Kleiber in der Staatsoper Unter den Linden in Berlin statt. 1926 erschien eine neue Auflage des Klavierauszugs, die von Berg 1929 nochmals überarbeitet wurde. – Strutz (1902-1973) studierte nach einer Buchhändlerlehre Komposition bei Alban Berg und war als Pianist, Komponist und Klavierlehrer tätig. Wegen einer “überspielten” linken Hand wandte er sich ab 1923 dem Journalismus zu. Seit 1934 war er Lektor im Österreichischen Bundesverlag, daneben Redakteur der Kulturzeitschrift “Österreichische Rundschau”. 1945 wurde er Kunstkritiker der “Kärntner Volkszeitung” in Klagenfurt. – Leichte Knickspuren, wohl von der Rohrpostfaltung.