Brahms, Johannes, Komponist (1833-1897).

3.950,00 

Eigenh. Postkarte mit Unterschrift “J. B.”. Bad Ischl, 5. VIII. 1896 (Poststempel), 1 Seite. Mit Adresse. “Correspondez-Karte” mit gedruckter Frankatur.

Vorrätig

Beschreibung

An seinen Verleger Fritz Simrock (1837-1901) in Berlin: “Da Du wieder in B[erlin] bist, könntest Du mir auch gleich den Gefallen thun u. Deinen Buchhändler fragen ob die Gedichte von C. O. Benzel-Sternau noch im Handel oder doch zu beschaffen sind. Beiläufig 1850 werden sie erschienen sein. Ich bäte dann darum. Du scheinst ja recht hübsch dafür gesorgt zu haben daß Gicht u. A. wieder fröhlich einziehen kann!? Herzl. Glückwunsch dazu! […]” – Bw Brahms-Simrock 918: “Nach den ‘Gedichten von C. O. Benzel-Sternau’ fahndete Brahms vergebens.” Seine Erinnerung hatte ihm einen Streich gespielt, denn er meinte eigentlich C. O. Sternaus [d. i. Otto Julius Inkermann; 1823-1862] Sammlung “Mein Orient”, die 1843 in Magdeburg im Selbstverlag erschienen war und aus der Brahms die Texte “An die Heimat” (Op. 64, 1) und “Junge Liebe” (als Motto zum Andante seiner Klaviersonate Nr. 3 von 1853) verwendet hatte. Brahms hatte den Verfassernamen kurzerhand mit dem des Schriftstellers Karl Christian Ernst von Bentzel-Sternau (1767-1849) zusammengeworfen. – In Ischl suchte Brahms Linderung von seinem letzten Leiden, das er wenig später als “kleine bürgerliche Gelbsucht” (a. a. O. Nr. 920) verharmloste. – Gut erhalten.