Beschreibung
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: „[…] Recht herzlichen Dank für Ihre Zeilen vom 16. August. Sie haben mich sehr reich beschenkt, nicht nur mit ihnen, sondern auch mit den verschiedenen Beilagen; besonders Ihre Schrift über Kubin mit den eindrucksvollen Illustrationen ist ein schöner Besitz. Sehr dankbar bin ich Ihnen auch für Ihren freundlichen Bericht über meinen Vortrag in Salzburg. Und wieder hat mich die eigentümliche Beziehung zu Rilke frappiert, die Sie in den ‚Oesterreichischen Nachrichten‘ so einleuchtend nachgewiesen haben. Zu dem Besuch bei Ihnen auf dem Wege nach Salzburg konnte es leider nicht kommen, da er sich vor dem Anhören der ‚Danae‘, deren Ansprüche ich im Voraus kannte, aus kräfte-ökonomischen Gründen nicht empfahl. Am nächsten Morgen sind wir dann gleich hierher weitergefahren und haben seit zwei Tagen unsere Kur begonnen. Selbstverständlich wird es uns eine Freude sein, wenn Sie Ihren vorjährigen Besuch wiederholen und hier die gewünschten Aufnahmen machen könnten. Die freundlichsten Grüsse, auch von meiner Frau und Erika […]“ – Im Sommer 1952 kam Thomas Mann wiederum zu einem Erholungsaufenthalt nach Österreich. Im August verbrachte er eine Woche in St. Wolfgang, anschließend drei Wochen in Gastein. Am 10. August 1952 hielt er in Salzburg auf Einladung der Internationalen Sommerakademie des Mozarteums, die im vorhergehenden Jahr seine „Krull“-Lesung veranstaltet hatte, einen Vortrag mit dem Titel „Der Künstler und die Gesellschaft“. Die „Schrift über Kubin“ ist „Alfred Kubin und seine magische Welt“ (Salzburg 1949). Der erwähnte Artikel von Schneditz konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Richard Strauss‘ „Die Liebe der Danae“ wurde im Rahmen der Salzburger Festspiele 1952 uraufgeführt; Thomas Manns Urteil darüber ist in einem Brief an Emil Preetorius enthalten (30. August 1952, Briefe III, S. 267). Über den erwähnten Busuch berichtete Wolfgang Schneditz in seinem Buch „Begegnung mit Zeitgenossen“ (1959; S. 23 ff.). – Druck: Jb. d. Wiener Goethe-Vereins (1968).








