Beschreibung
An den Fabrikanten Ruprecht Weise (geb. 1914), kurz vor und nach dem Bau der Berliner Mauer und nach dem Tod seines Vaters, dem Kunstsammler Felix Weise (1876-1961): „[…] Ich denke an eine Kalksteinplatte, die sich mit der Betonfigur verträgt, etwa 100 * 150 com, 20 cm stark. Die Figur bekommt ein zurückspringendes Postament von 20 cm Höhe. Um sie haltbar zu machen, müsste der Konservator sie im warmen Raum oder bei Sommersonne mit 50° warmem Leinöl anstreichen. Platz für die Namen ist ja genug. […] Ihre Frau Mutter schreibt, dass sie meine Puppen gern bei sich behalten wolle – das ist doch selbstverständlich! Die Hallenser werden ja wohl kein 2tes Autodafé damit anrichten. Muss die Graphik verkauft werden? […] Ich hätte Ihren lieben Eltern gern noch mehr davon geschickt […]“ (16. VII. 1961). – „[…] Es sieht mir so ein bisschen nach dem Hornberger Schiessen aus – aber ich glaube, es ist das Richtige die Figur nicht auf das Grab zu stellen. Aber die Grabstelle könnte man ja würdig und einfach gestalten! […] Können Sie mir ein Foto und einen Plan der Umgebung verschaffen? Und dann bitte: die Daten! Felix Ernst Weise * + […] Dass sich Ihre Frau Mutter für ihre letzten Tage nicht verpflanzen lassen wil, ist ja nur begreiflich. Sie kann doch im Hause bleiben – oder kriegt sie da Partei-Einquartierung? […]“ (4. IX. 1961). – Ruprecht Weise ist der Sohn des Fabrikanten und Kunstsammlers Felix Weise (1876-1961), der mit vielen expressionistischen Malern befreundet war und seine bedeutende Sammlung über die Zeit des Nationalsozialismus rettete. 1949 wurde das Maschinenbau- und Pumpenunternehmen in Halle, gegründet vom Großvater Rudolf Ernst Weise (1844-1935), von den sowjetischen Besatzern enteignet. Ruprecht Weise führte den Familienbetrieb zunächst in Stuttgart, dann in Bruchsal weiter. Der Familiensitz, die Villa Weise in Halle, steht heute unter Denkmalschutz. Teile der Kunstsammlung gelangte mit Hilfe Lothar Günter Buchheims in den Westen. Mit Buchheim führte die Familie einen jahrelangen Rechtsstreit um die Restitution der Leihgaben aus Familienbesitz. (Berliner Morgenpost 10. VII. 1997).








