Beschreibung
In lateinischer Schrift an den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: „[…] nehmen Sie für Ihre interessante Sendung meinen besten Dank! Bermanns haben sehr gut getan, Ihnen zu raten, mir Ihren Faustus-Artikel zu schicken, denn gerade dieses Buch steht mir so nahe, dass jedes gescheite Wort darüber mir wichtig ist, und ich muss es bewundern, wie es Ihnen gelungen ist, auf so knappem Raum dem Leser doch ein recht anschauliches Bild von dem Werk zu geben. Dazu gehört ausser literarischer Feinfühligkeit auch eine grosse journalistische Erfahrung und Geschicklichkeit, um die mancher Sie beneiden wird. Ich bin Ihnen besonders dankbar, dass Sie in Ihren freundlichen Begleitbrief auch eine kleine Uebersicht über Ihre eigene, vielseitige literarische Tätigkeit aufnahmen. Vor allem hat mir die Nachricht von dem bevorstehenden Erscheinen der gesammelten Lyrik Georg Trakls, mit einem einführenden Essay von Ihnen, Eindruck gemacht. Dass Sie mir dieses Werk zum Geschenk machen wollen, freut und rührt mich sehr. Meine deutsche Bibliothek läuft Gefahr, von der englischen überwuchert zu werden. Desto besser, dass jene wieder einmal um ein wertvolles Stück bereichert werden soll […]“ – Im Oktober 1947 war im Rahmen der Stockholmer Ausgabe Thomas Manns Roman „Doktor Faustus“ erschienen. Am 3. März 1948 erschien in den „Salzburger Nachrichten“ eine Rezension dieses Romans durch Wolfgang Schneditz unter dem Titel „Thomas Mann und Faust. Gedanken zu des Dichters neuem Roman“. Die sehr positiv gehaltene Besprechung gelangte durch Vermittlung des Verlegers Gottfried Bermann in Manns Hände. Die erwähnte Trakl-Ausgabe erschien 1949. – Druck: Jb. d. Wiener Goethe-Vereins (1968).








