Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955)
Thomas Mann war einer der bedeutendsten Dichter des 20. Jahrhunderts. Er entstammte einer angesehenen Lübecker Patrizier- und Kaufmannsfamilie, die die Vorlage zu seinem berühmtesten Roman "Buddenbrooks. Verfall einer Familie " (1901) lieferte. Seine Frau Katia, geborene Pringsheim, inspirierte ihn zu mehreren seiner literarischen Figuren und Werke. 1929 wurde Thomas Mann mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. 1933 emigrierte Thomas Mann mit seiner Familie zunächst nach Frankreich, dann in die Schweiz und weiter in die USA. Stand er der westlichen Demokratie zunächst skeptisch gegenüber ( "Betrachtungen eines Unpolitischen, 1918), wandelte er sich zu Beginn der 1920er Jahre zu einem überzeugten Verteidiger der Weimarer Republik, der Demokratie und zu einem Gegner des Nationalsozialismus. Seine politischen Reden, Rundfunkansprachen und Essays fanden weithin Beachtung. 1952 kehrte Thomas Mann nach Europa zurück und lebte bis zu seinem Tod in der Schweiz. 1949 und 1955 hielt er in Frankfurt, Stuttgart und Weimar Ansprachen zu den Goethe- und Schiller-Jahren. Werke (in Auswahl): Tonio Kröger (1903), Der Tod in Venedig (1911), Königliche Hoheit (1909), Der Zauberberg (1924), die Romantetralogie "Joseph und seine Brüder ", Doktor Faustus (1947).
Quelle: Wikipedia
-

Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Thomas Mann“. Pacific Palisades, CA,, 14. I. 1949, Gr.-8° (21,5 x 14 cm). 1 1/2 Seiten. Briefkopf. Mit eigenh. und frankiertem Umschlag.
1980 €
In lateinischer Schrift an den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] nehmen Sie für Ihre interessante Sendung meinen besten Dank! Bermanns haben sehr gut getan, Ihnen zu raten, mir Ihren Faustus-Artikel zu schicken, denn gerade dieses Buch steht mir so nahe, dass jedes gescheite Wort darüber mir wichtig ist, und ich muss es bewundern, wie es Ihnen gelungen ist, auf so knappem Raum dem Leser doch ein recht anschauliches Bild von dem Werk zu geben. Dazu gehört ausser literarischer Feinfühligkeit auch eine grosse journalistische Erfahrung und Geschicklichkeit, um die mancher Sie beneiden wird. Ich bin Ihnen besonders dankbar, dass Sie in Ihren freundlichen Begleitbrief auch eine kleine Uebersicht über Ihre eigene, vielseitige literarische Tätigkeit ...
In lateinischer Schrift an den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] nehmen Sie für Ihre interessante Sendung meinen besten Dank! Bermanns haben sehr gut getan, Ihnen zu raten, mir Ihren Faustus-Artikel zu schicken, denn gerade dieses Buch steht mir so nahe, dass jedes gescheite Wort darüber mir wichtig ist, und ich muss es bewundern, wie es Ihnen gelungen ist, auf so knappem Raum dem Leser doch ein recht anschauliches Bild von dem Werk zu geben. Dazu gehört ausser literarischer Feinfühligkeit auch eine grosse journalistische Erfahrung und Geschicklichkeit, um die mancher Sie beneiden wird. Ich bin Ihnen besonders dankbar, dass Sie in Ihren freundlichen Begleitbrief auch eine kleine Uebersicht über Ihre eigene, vielseitige literarische Tätigkeit aufnahmen. Vor allem hat mir die Nachricht von dem bevorstehenden Erscheinen der gesammelten Lyrik Georg Trakls, mit einem einführenden Essay von Ihnen, Eindruck gemacht. Dass Sie mir dieses Werk zum Geschenk machen wollen, freut und rührt mich sehr. Meine deutsche Bibliothek läuft Gefahr, von der englischen überwuchert zu werden. Desto besser, dass jene wieder einmal um ein wertvolles Stück bereichert werden soll [...]" - Im Oktober 1947 war im Rahmen der Stockholmer Ausgabe Thomas Manns Roman "Doktor Faustus" erschienen. Am 3. März 1948 erschien in den "Salzburger Nachrichten" eine Rezension dieses Romans durch Wolfgang Schneditz unter dem Titel "Thomas Mann und Faust. Gedanken zu des Dichters neuem Roman". Die sehr positiv gehaltene Besprechung gelangte durch Vermittlung des Verlegers Gottfried Bermann in Manns Hände. Die erwähnte Trakl-Ausgabe erschien 1949. - Druck: Jb. d. Wiener Goethe-Vereins (1968).
zzgl. Versandkosten
In den Warenkorb -

Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Maschinengeschriebener Brief mit Eigenhändigen Korrekturen und Unterschrift „Thomas Mann“. Erlenbach-Zürich, 14. IV. 1953, Fol. 2 Seiten. Briefkopf. Mit masch. und frankiertem Umschlag.
1750 €
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] Haben Sie vielen Dank für Ihren freundlichen Brief vom 6. des Monats, in dem Sie mich an die damals erhaltenen Bilder erinnern. Ich habe den Empfang der Sendung wohl niemals bestätigt, weil es viel Trubel mit unserer Einrichtung gab, und weil ich dann an einer recht schweren Grippe erkrankte, deren Folgen mir sogar noch heute etwas zu schaffen machen. Darüber habe ich auch versäumt, den Betrag für die Bilder einzusenden und ergreife die Gelegenheit, ihn diesem Brief beizulegen mit der Bitte um freundliche Weiterleitung. Auch Ihren Weihnachtsgruss habe ich damals, noch im Hotel Waldhaus Dolder, erhalten und wir haben uns an dem Bild Ihres Töchterchens erfreut. Meine Adresse ist nun die obige. Es hat mir Freude ...
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] Haben Sie vielen Dank für Ihren freundlichen Brief vom 6. des Monats, in dem Sie mich an die damals erhaltenen Bilder erinnern. Ich habe den Empfang der Sendung wohl niemals bestätigt, weil es viel Trubel mit unserer Einrichtung gab, und weil ich dann an einer recht schweren Grippe erkrankte, deren Folgen mir sogar noch heute etwas zu schaffen machen. Darüber habe ich auch versäumt, den Betrag für die Bilder einzusenden und ergreife die Gelegenheit, ihn diesem Brief beizulegen mit der Bitte um freundliche Weiterleitung. Auch Ihren Weihnachtsgruss habe ich damals, noch im Hotel Waldhaus Dolder, erhalten und wir haben uns an dem Bild Ihres Töchterchens erfreut. Meine Adresse ist nun die obige. Es hat mir Freude gemacht, zu hören, dass Ihnen das in der 'Rundschau' erschienene Krull-Kapitel gefallen hat. Es war ja nicht viel damit, aber ich hatte nicht anderes, einigermassen Geschlossenes anzubieten. Unterdessen habe ich die Frauennovelle, nach der Sie sich freundlich erkundigen, abgeschlossen, und sie wird in ein paar Fortsetzungen, beginnend in der Mai-Nummer, im Münchner 'Merkur' vorabgedruckt werden. Die Unterbrechung im Roman war wieder lang, jetzt sitze ich aber wahrhaftig wieder über dem alten Material zum "Krull" und suche weiter zu kommen. Hoffentlich sind Sie unterdessen in den Besitz von 'Altes und Neues' gekommen, was mir natürlich wichtig ist für den Aufsatz, den Sie planen. Das Vergnügen an dem Band, der ja fast autobiographischen Charakter hat, ist mir etwas verleidet durch eine Reihe dummer Druckfehler, mindestens in seiner zweiten Hälfte. So wird denn der 'Nachlassverwalter', den ich nicht bemühen wollte, später doch noch etwas zu tun haben. Ich wusste nicht oder hatte vergessen, dass Sie über 'Das Bild der ägyptischen Landschaft im Joseph-Roman' geschrieben haben, und ich bin froh zu hören, dass die Arbeit nicht umsonst getan sein soll und dass die 'Neue Rundschau' sich dafür interessiert. Auf Ihre Frage Salzburg betreffend wird es mir schwer zu antworten. Ich habe für den Mai-Juni einige Reiseverpflichtungen, nämlich nach Rom, Cambridge und wahrscheinlich Hamburg. Danach wird mein Ruhebedürfnis wahrscheinlich wieder gross sein, und ob es dieses Jahr zu einem Besuch in Salzburg kommen wird, ist sehr zweifelhaft. Wieder nach Gastein zu gehen, haben wir ohnedies nicht vor, da der Aufenthalt mich das letzte Mal zu sehr angestrengt hat und ich die Bäder aufgeben musste. Ich hoffe Sie wohlauf und in befriedigender Tätigkeit. Man findet schon einmal wieder irgendwo zusammen [...]" - Mit dem "Krull-Kapitel ist gemeint: "Neues aus den Bekenntnissen Felix Krulls ('Die Verabredung')". In: Neue Rundschau. Jg. 63. (1952), H. 4, S. 473-92. Ebenfalls als Vorabdruck waren in derselben Zeitschrift die Kapitel "Reise und Ankunft" und "Cirkus" erschienen. Über die Wiederaufnahme des "Krull" vgl. Manns Brief vom 11. April 1953 an Max Rychner (Briefe III, S. 292).- "Die Betrogene" erschien von Mai bis Juli 1953 Im "Merkur", Stuttgart, und im September 1953 bei S. Fischer. - "Altes und Neues. Prosa aus fünf Jahrzehnten" erschien 1953. - Der erwähnte Aufsatz von Schneditz erschien in den "Neuen Rundschau" im Herbst 1953, Jg. 64, S. 314-18. - Mann war in Rom von 20.-30. April 1953 (ihm war von der "Academia Nazionale dei Lincei" der Internationale Antonio-Feltrinelli-Preis verliehen worden. Privataudienz bei Papst Pius XII.), in Cambridgeam 4. Juni 1953 (Verleihung des Ehrendoktorats der Universität Cambridge) und in Hamburg von 7.-9. Juni 1953 (Ansprache und Krull-Lesung an der Universität). - Druck: Jb. d. Wiener Goethe-Vereins (1968).
zzgl. Versandkosten
In den Warenkorb -

Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Thomas Mann“. Kilchberg am Zürichsee, 25. IX. 1954, Gr.-8° (21 x 14,5 cm). 1 1/2 Seiten. Briefkopf. Wasserzeichen. Mit eigenh. und frankiertem Umschlag.
1750 €
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Murau in der Steiermark: "[...] tausend Dank für Ihr wertvolles Geschenk! Ich habe die Bilder bewundert und gleich Ihren ersten Beitrag, auch Teile von Breunings Aufzeichnungen gleich gelesen. Sobald wie tunlich will ich meine Kenntnis des ganzen Werkes vervollständigen. Ich arbeite über Schiller (schon für den Mai 55, vorsorglich), und wie ich gerade jetzt oft Beethoven'sche Musik höre, so empfinde ich auch Persönliches über den Gewaltigen als nah meinem Gegenstande. Die Auslieferung des Krull-Bandes war auf den 20. d. Ms. angesetzt. Sie scheint sich aus irgendwelchen technischen Gründen etwas zu verzögern. Ist das Buch da, so habe ich vorläufig keinen Stoff mehr zum Vorlesen. Von den Besuchen in Köln und Düsseldorf war ...
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Murau in der Steiermark: "[...] tausend Dank für Ihr wertvolles Geschenk! Ich habe die Bilder bewundert und gleich Ihren ersten Beitrag, auch Teile von Breunings Aufzeichnungen gleich gelesen. Sobald wie tunlich will ich meine Kenntnis des ganzen Werkes vervollständigen. Ich arbeite über Schiller (schon für den Mai 55, vorsorglich), und wie ich gerade jetzt oft Beethoven'sche Musik höre, so empfinde ich auch Persönliches über den Gewaltigen als nah meinem Gegenstande. Die Auslieferung des Krull-Bandes war auf den 20. d. Ms. angesetzt. Sie scheint sich aus irgendwelchen technischen Gründen etwas zu verzögern. Ist das Buch da, so habe ich vorläufig keinen Stoff mehr zum Vorlesen. Von den Besuchen in Köln und Düsseldorf war seit Jahren die Rede; ich hatte sie immer wieder verschoben, und einmal mußten sie ausgeführt werden. Nun muß ich für lange wieder auf Ruhe halten. Wenn aber mein Leben sich noch eine Weile hinzieht, so wird Salzburg, das ich liebe, gewiß noch einmal wieder an die Reihe kommen. Ihnen beiden alles Liebe von mir und meinem Hause [...]" - Bei dem Buchgeschenk handelte es sich um: Wilhelm Thöny, Beethoven-Zyklus, Zeichnungen zu [Gerhard von] Breunings "Erinnerungen aus dem Schwarzspanierhause", hrsg. von Wolfgang Schneditz, Wien 1954. Neben der Edition besorgte Schneditz auch die Einleitung "Breuning und Beethoven" und "Wilhelm Thöny und Beethoven". - Am 8. Mai 1955 hielt Thomas Mann in Stuttgart die Festrede zur Feier von Schillers 150. Todestag. Der "Versuch über Schiller" erschien im Juni 1955 bei S. Fischer. - Mann besuchte Ende August 1954 Köln und Düsseldorf, in Düsseldorf auch die Schauplätze seiner Novelle "Die Betrogene", über die er vorher nur brieflich Auskünfte eingeholt hatte. - Druck: Jb. d. Wiener Goethe-Vereins (1968).
zzgl. Versandkosten
In den Warenkorb -

Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Thomas Mann“. Zürich, Waldhaus Dolder, 4. XI. 1952, Gr.-8° (21 x 14,5 cm). 1 Seite. Wasserzeichen. Mit eigenh. und frankiertem Umschlag.
1550 €
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] wir schrieben Ihnen gestern zum Dank für Ihren Brief und die ausgezeichneten Bilder. Nun finde ich besonders das eine davon, die 'Grossaufnahme' von mir im Profil, so gut, dass ich gerne einige Vergrösserungen davon, vielleicht 6 Stück oder auch mehr, hätte, wenigstens in Postkarten-Format, aber auch grösser. Wäre das zu machen? Für die Kosten käme ich natürlich aus meinem Schilling-Hort gerne auf. Leben Sie recht wohl! Schade, dass ich dem Abstecher nach Salzburg diesmal nicht mehr gewachsen sein werde. Vielleicht nächsten Sommer! [...]" - Über den erwähnten Besuch in Gastein am 1. September 1952, bei dem auch fotografiert wurde, berichtete Wolfgang Schneditz in seinem Buch "Begegnung mit Zeitgenossen" ...
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] wir schrieben Ihnen gestern zum Dank für Ihren Brief und die ausgezeichneten Bilder. Nun finde ich besonders das eine davon, die 'Grossaufnahme' von mir im Profil, so gut, dass ich gerne einige Vergrösserungen davon, vielleicht 6 Stück oder auch mehr, hätte, wenigstens in Postkarten-Format, aber auch grösser. Wäre das zu machen? Für die Kosten käme ich natürlich aus meinem Schilling-Hort gerne auf. Leben Sie recht wohl! Schade, dass ich dem Abstecher nach Salzburg diesmal nicht mehr gewachsen sein werde. Vielleicht nächsten Sommer! [...]" - Über den erwähnten Besuch in Gastein am 1. September 1952, bei dem auch fotografiert wurde, berichtete Wolfgang Schneditz in seinem Buch "Begegnung mit Zeitgenossen" (1959; S. 23 ff.). - Druck: Jb. d. Wiener Goethe-Vereins (1968).
zzgl. Versandkosten
In den Warenkorb -

Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenh. Postkarte mit Unterschrift „Thomas Mann“. München, 14 .IV. 1927, 1 Seite. Mit Adresse und gedrucktem Briefkopf „Dr. Thomas Mann München Poschingerstr. 1“.
1450 €
An den Thomas-Mann-Forscher Gerhard Jacob in München: "[...] es wird das Beste sein, wenn Sie selbst von Zeit zu Zeit einmal kommen und in der Truhe nach dem Rechten sehen. Sehr viel Neues kann sich ja noch nicht angesammelt haben. Telephonieren Sie vorher! Auf Ihre Arbeit freue ich mich [...]" - Jacob veröffentlichte 1926 im S. Fischer Verlag "Das Werk Thomas Manns. Bibliographie". Im selben Jahr erschien seine Dissertation "Thomas Mann und Nietzsche: Zum Problem der Décadence". - Nicht in Reg.An den Thomas-Mann-Forscher Gerhard Jacob in München: "[...] es wird das Beste sein, wenn Sie selbst von Zeit zu Zeit einmal kommen und in der Truhe nach dem Rechten sehen. Sehr viel Neues kann sich ja noch nicht angesammelt haben. Telephonieren Sie vorher! Auf Ihre Arbeit freue ich mich [...]" - Jacob veröffentlichte 1926 im S. Fischer Verlag "Das Werk Thomas Manns. Bibliographie". Im selben Jahr erschien seine Dissertation "Thomas Mann und Nietzsche: Zum Problem der Décadence". - Nicht in Reg.
zzgl. Versandkosten
In den Warenkorb -

Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Maschinengeschriebener Brief mit eigenhändiger Unterschrift „Thomas Mann“. München, 19. VII. 1926, Gr.-4° (28 x 22 cm). 1 Seite. Bütten mit gedrucktem Briefkopf „Dr. Thomas Mann München Poschingerstr. 1“. Mit Umschlag..
1250 €
An Paul Gutsche in Emil Olivas Buchhandlung in Zittau, der ihn zu einer Lesung eingeladen hatte: "[...] Haben Sie vielen Dank für Ihre freundliche Einladung nach Zittau. Ich bin jedoch nach vielen Zeit und Kräfte raubenden Reisen so ruhebedürftig, dass ich für den kommenden Winter überhaupt keine Vortragsreiseverpflichtungen übernehmen werde. Mit hochachtungsvoller Begrüssung [...]" - Im Juni des Jahres hatte Thomas Mann seine Heimatstadt Lübeck besucht und dort zur 700-Jahr-Feier der Hansestadt den Festvortrag "Lübeck als geistige Lebensform" gehalten. - Nicht in Reg.An Paul Gutsche in Emil Olivas Buchhandlung in Zittau, der ihn zu einer Lesung eingeladen hatte: "[...] Haben Sie vielen Dank für Ihre freundliche Einladung nach Zittau. Ich bin jedoch nach vielen Zeit und Kräfte raubenden Reisen so ruhebedürftig, dass ich für den kommenden Winter überhaupt keine Vortragsreiseverpflichtungen übernehmen werde. Mit hochachtungsvoller Begrüssung [...]" - Im Juni des Jahres hatte Thomas Mann seine Heimatstadt Lübeck besucht und dort zur 700-Jahr-Feier der Hansestadt den Festvortrag "Lübeck als geistige Lebensform" gehalten. - Nicht in Reg.
zzgl. Versandkosten
In den Warenkorb -

Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Maschinengeschriebener Brief mit Eigenhändigen Korrekturen und Unterschrift „Thomas Mann“. Zürich, Waldhaus Dolder, 3. X. (recte: XI). 1952, Fol. 1 Seite. Wasserzeichen. Mit masch. und frankiertem Umschlag.
1200 €
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] Umgehend beantworte ich Ihren freundlichen Brief vom 1. November, kann aber auf Ihre verlockende Einladung im Augenblick beim besten Willen nicht eingehen. Viel zu viel habe ich für meine Jahre schon auf mich genommen: unmittelbar auf München folgte ein Abend in Bern, in den nächsten Tagen müssen wir nach Frankfurt zur Hauptmann-Feier, dann schliesst sich nur allzu schnell Wien an, wo wir über eine Woche bleiben müssen und wo es fürchterlich hoch herzugehen droht. Wenn ich diese Abenteuer glücklich überstanden habe, muss ich mich unbedingt eine ganze Weile ruhig halten und vielleicht auch ein bisschen arbeiten. Aber wir bleiben ja unbestimmt lange im Erdteil, und es findet sich gewiss auch noch einmal eine ...
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] Umgehend beantworte ich Ihren freundlichen Brief vom 1. November, kann aber auf Ihre verlockende Einladung im Augenblick beim besten Willen nicht eingehen. Viel zu viel habe ich für meine Jahre schon auf mich genommen: unmittelbar auf München folgte ein Abend in Bern, in den nächsten Tagen müssen wir nach Frankfurt zur Hauptmann-Feier, dann schliesst sich nur allzu schnell Wien an, wo wir über eine Woche bleiben müssen und wo es fürchterlich hoch herzugehen droht. Wenn ich diese Abenteuer glücklich überstanden habe, muss ich mich unbedingt eine ganze Weile ruhig halten und vielleicht auch ein bisschen arbeiten. Aber wir bleiben ja unbestimmt lange im Erdteil, und es findet sich gewiss auch noch einmal eine Möglichkeit zu einer Salzburger Lesung. Über die gelungenen Bilder haben wir uns herzlich gefreut, und besonders finde ich, dass Ihre Gattin ihre Sache vortrefflich gemacht hat. Mit den schönsten Grüssen von uns zu Ihnen [...]" - Bei der Feier zu Gerhart Hauptmanns 90. Geburtstag am 9. November 1952 hielt Thomas Mann die Gedenkrede. Von 17.-26. November war Thomas Mann in Wien, hielt auf Einladung des österreichischen PEN-Clubs den Vortrag "Der Künstler und die Gesellschaft" und gab eine Presse-Konferenz (vgl. sein Brief an Agnes E. Meyer, 8. Februar 1953; Briefe III, S. 289). Über den erwähnten Besuch in Gastein am 1. September 1952, bei dem auch fotografiert wurde, berichtete Wolfgang Schneditz in seinem Buch "Begegnung mit Zeitgenossen" (1959; S. 23 ff.). - Druck: Jb. d. Wiener Goethe-Vereins (1968).
zzgl. Versandkosten
In den Warenkorb -

Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Maschinengeschriebener Brief mit Eigenhändigen Korrekturen und Unterschrift „Thomas Mann“. Bad Gastein, Haus Gerke, 24. VIII. 1952, Fol. 1 Seite. Wasserzeichen „Myrtle Mill“. Mit masch. und frankiertem Umschlag.
1150 €
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] Recht herzlichen Dank für Ihre Zeilen vom 16. August. Sie haben mich sehr reich beschenkt, nicht nur mit ihnen, sondern auch mit den verschiedenen Beilagen; besonders Ihre Schrift über Kubin mit den eindrucksvollen Illustrationen ist ein schöner Besitz. Sehr dankbar bin ich Ihnen auch für Ihren freundlichen Bericht über meinen Vortrag in Salzburg. Und wieder hat mich die eigentümliche Beziehung zu Rilke frappiert, die Sie in den 'Oesterreichischen Nachrichten' so einleuchtend nachgewiesen haben. Zu dem Besuch bei Ihnen auf dem Wege nach Salzburg konnte es leider nicht kommen, da er sich vor dem Anhören der 'Danae', deren Ansprüche ich im Voraus kannte, aus kräfte-ökonomischen Gründen nicht empfahl. Am ...
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] Recht herzlichen Dank für Ihre Zeilen vom 16. August. Sie haben mich sehr reich beschenkt, nicht nur mit ihnen, sondern auch mit den verschiedenen Beilagen; besonders Ihre Schrift über Kubin mit den eindrucksvollen Illustrationen ist ein schöner Besitz. Sehr dankbar bin ich Ihnen auch für Ihren freundlichen Bericht über meinen Vortrag in Salzburg. Und wieder hat mich die eigentümliche Beziehung zu Rilke frappiert, die Sie in den 'Oesterreichischen Nachrichten' so einleuchtend nachgewiesen haben. Zu dem Besuch bei Ihnen auf dem Wege nach Salzburg konnte es leider nicht kommen, da er sich vor dem Anhören der 'Danae', deren Ansprüche ich im Voraus kannte, aus kräfte-ökonomischen Gründen nicht empfahl. Am nächsten Morgen sind wir dann gleich hierher weitergefahren und haben seit zwei Tagen unsere Kur begonnen. Selbstverständlich wird es uns eine Freude sein, wenn Sie Ihren vorjährigen Besuch wiederholen und hier die gewünschten Aufnahmen machen könnten. Die freundlichsten Grüsse, auch von meiner Frau und Erika [...]" - Im Sommer 1952 kam Thomas Mann wiederum zu einem Erholungsaufenthalt nach Österreich. Im August verbrachte er eine Woche in St. Wolfgang, anschließend drei Wochen in Gastein. Am 10. August 1952 hielt er in Salzburg auf Einladung der Internationalen Sommerakademie des Mozarteums, die im vorhergehenden Jahr seine "Krull"-Lesung veranstaltet hatte, einen Vortrag mit dem Titel "Der Künstler und die Gesellschaft". Die "Schrift über Kubin" ist "Alfred Kubin und seine magische Welt" (Salzburg 1949). Der erwähnte Artikel von Schneditz konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Richard Strauss' "Die Liebe der Danae" wurde im Rahmen der Salzburger Festspiele 1952 uraufgeführt; Thomas Manns Urteil darüber ist in einem Brief an Emil Preetorius enthalten (30. August 1952, Briefe III, S. 267). Über den erwähnten Busuch berichtete Wolfgang Schneditz in seinem Buch "Begegnung mit Zeitgenossen" (1959; S. 23 ff.). - Druck: Jb. d. Wiener Goethe-Vereins (1968).
zzgl. Versandkosten
In den Warenkorb -

Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Maschinengeschriebener Brief mit Eigenhändigen Korrekturen und Unterschrift „Thomas Mann“. Erlenbach-Zürich, 17. XII. 1953, Fol. 1 Seite. Briefkopf. Wasserzeichen „Sihl Mills“. Mit masch. und frankiertem Umschlag.
1000 €
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] Gewiss habe ich Ihren Aufsatz über die Joseph-Tetralogie und ihre Landschaft gelesen und mich herzlich daran gefreut. Ihre Worte haben mich zurückversetzt in jene Arbeits-Epoche, die so turbulent und beständig gestört von aussen war und in der doch etwas zustande gekommen ist, was Mancher für mein Höchsterreichtes hält. Ich bin auch froh, dass Sie sich zur 'Betrogenen' interessiert und sympathisch verhalten. Das Buch wird vielfach als geschmacklos empfunden, aber das scheint mir doch eine primitive Reaktion. Mit 'Mrs. Stone' ist die Erzählung kritisch, in einem anderen Sinn wie von Ihnen, zusammengestellt worden, was mir gleichfalls nicht gefallen wollte. Es ist eine erschütternde Geschichte, die Sie mir von ...
An den Schriftsteller Wolfgang Schneditz (1910-1964) in Salzburg: "[...] Gewiss habe ich Ihren Aufsatz über die Joseph-Tetralogie und ihre Landschaft gelesen und mich herzlich daran gefreut. Ihre Worte haben mich zurückversetzt in jene Arbeits-Epoche, die so turbulent und beständig gestört von aussen war und in der doch etwas zustande gekommen ist, was Mancher für mein Höchsterreichtes hält. Ich bin auch froh, dass Sie sich zur 'Betrogenen' interessiert und sympathisch verhalten. Das Buch wird vielfach als geschmacklos empfunden, aber das scheint mir doch eine primitive Reaktion. Mit 'Mrs. Stone' ist die Erzählung kritisch, in einem anderen Sinn wie von Ihnen, zusammengestellt worden, was mir gleichfalls nicht gefallen wollte. Es ist eine erschütternde Geschichte, die Sie mir von dem Tod Ihrer jungen Freundin erzählen. Ein ganz anderer Fall natürlich, aber er hat mich im Zusammenhang mit dem Schicksal der armen Tümmler doch bewegt. Ich arbeite wie ein Pferd an den Krull-Memoiren, von denen ich bald einmal, wohl nächsten Frühherbst, einen Band herausgeben möchte. Schliesslich habe ich es mit dem 'Joseph' nicht anders gemacht. Nehmen Sie und Ihre liebe Frau alle guten Wünsche zum Weihnachtsfest und zum Neuen Jahr! [...]" - "Die Betrogene" - ihr Name ist Rosalie Tümmler - wurde überwiegend negativ rezensiert. Die klinische Akribie, mit der der Tod der Heldin beschrieben wird, wurde vielfach als geschmacklos empfunden. Thomas Mann selbst äußerte sich mehrmals unzufrieden, ja mißmutig über die Novelle. - Mit "Mrs. Stone" ist gemeint: Tennessee Williams, Mrs. Stone und ihr römischer Frühling (The Roman Spring of Mrs. Stone), Frankfurt a. M., 1953. Daß "Mrs. Stone" und "Die Betrogene" miteinander verglichen wurden, liegt eher daran, daß beide Bücher im selben Jahr im selben Verlag erschienen sind. - Druck: Jb. d. Wiener Goethe-Vereins (1968).
zzgl. Versandkosten
In den Warenkorb -

Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Buddenbrooks. Verfall einer Familie. (101. bis 150. Tsd. der ungekürzten Volksausgabe; 286. bis 335. Aufl. aller Ausgaben). Berlin, S. Fischer, 1930, 8°. 728 S., 4 Bl. OLwd. mit illustr. Schutzumschlag.
680 €
Vorsatz mit eigenh. Bleistift-Signatur und Datierung "Thomas Mann | 29. XI. 29." - An diesem Tag las Thomas Mann in Köln auf Einladung der Literarischen Gesellschaft im großen Saal der Lese aus "Joseph und seine Brüder". Am 1. Dezember kehrte er nach München zurück, bevor er am 7. Dezember über Berlin nach Stockholm reiste, wo er am 10. Dezember den Nobelpreis erhielt. - Sehr gut erhalten.Vorsatz mit eigenh. Bleistift-Signatur und Datierung "Thomas Mann | 29. XI. 29." - An diesem Tag las Thomas Mann in Köln auf Einladung der Literarischen Gesellschaft im großen Saal der Lese aus "Joseph und seine Brüder". Am 1. Dezember kehrte er nach München zurück, bevor er am 7. Dezember über Berlin nach Stockholm reiste, wo er am 10. Dezember den Nobelpreis erhielt. - Sehr gut erhalten.
zzgl. Versandkosten
In den Warenkorb -
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Doktor Faustus. Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn erzählt von einem Freunde. Stockholm, Bermann-Fischer, 1947, 4°. 754 S. OLwd. mit Ldr.-Rsch. (Rücken gering gebräunt, minimal bestoßen).
Nr. 16 von 50 Ex. (Gesamtaufl. 58) der Erstausgebe zur Sicherung des amerikanischen Copyrights. - Potempa D 10.1. Haak 184 f. - Druckvermerk mit eigenh. Signatur des Verfassers "Thomas Mann". "Mimeographisch" vervielfältigtes Typoskript; den Vertrieb (für 60 USD pro Buch) besorgte der Buchhändler Walter Schatzky in New York. - Vorsätze mit unbedeutenden Klebespuren. - Eine der ganz großen Thomas-Mann-Raritäten.Nr. 16 von 50 Ex. (Gesamtaufl. 58) der Erstausgebe zur Sicherung des amerikanischen Copyrights. - Potempa D 10.1. Haak 184 f. - Druckvermerk mit eigenh. Signatur des Verfassers "Thomas Mann". "Mimeographisch" vervielfältigtes Typoskript; den Vertrieb (für 60 USD pro Buch) besorgte der Buchhändler Walter Schatzky in New York. - Vorsätze mit unbedeutenden Klebespuren. - Eine der ganz großen Thomas-Mann-Raritäten.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Bad Tölz, 21. VIII. 1917, 8°. 3 Seiten. Doppelblatt. Mit eigenhändigen Umschlag.
An den Leutnant Wilhelm Hasselbach in St. Avold in Lothringen: "Sehr geehrter Herr Leutnant: Ihr freundlicher Brief, schon vom 12. August datiert, kam erst jetzt in meine Hände: Er muß lange gereist sein, und als er von Berlin hier eintraf (Bad Tölz, Ober- Bayern) war ich eben in Geschäften auf ein paar Tage in München, wo mein Wohnsitz ist. Die 'Begleiterscheinung der Zeit', von der Sie sprechen, ist in der Tat sehr merkwürdig und bedeutungsvoll. Die Thatsache, daß der Krieg einer Riesenzahl junger Leute die Freude am Lesen gelehrt und z. B. Sie zur Literatur, d. h. zur bewußten Beschäftigung mit der menschlichen Seele, geführt hat, gehört entschieden in das Kapitel 'Krieg und Menschlichkeit' und sagt aus, daß diejenigen recht haben, die dem Kriege geistig steigernde und ...
An den Leutnant Wilhelm Hasselbach in St. Avold in Lothringen: "Sehr geehrter Herr Leutnant: Ihr freundlicher Brief, schon vom 12. August datiert, kam erst jetzt in meine Hände: Er muß lange gereist sein, und als er von Berlin hier eintraf (Bad Tölz, Ober- Bayern) war ich eben in Geschäften auf ein paar Tage in München, wo mein Wohnsitz ist. Die 'Begleiterscheinung der Zeit', von der Sie sprechen, ist in der Tat sehr merkwürdig und bedeutungsvoll. Die Thatsache, daß der Krieg einer Riesenzahl junger Leute die Freude am Lesen gelehrt und z. B. Sie zur Literatur, d. h. zur bewußten Beschäftigung mit der menschlichen Seele, geführt hat, gehört entschieden in das Kapitel 'Krieg und Menschlichkeit' und sagt aus, daß diejenigen recht haben, die dem Kriege geistig steigernde und erhöhende Wirkungen zuschreiben. Die Demokratie selbst rechnet ja mit solchen Wirkungen, wobei sie freilich nur die politisch-erzieherische im Auge hat. Ich freue mich aufrichtig, zu hören, daß meine Bücher Ihnen etwas zu sagen hatten und werde Ihnen gerne nach bestem Vermögen antworten, wenn Sie Bedenken anzubringen oder Fragen zu stellen haben [...]" - Der Adressat war später Bürgermeister in Falkenstein/Taunus und verfasste eine Broschüre über den Ort. Eine gleichzeitige Abschrift seines Briefes vom 12. August 1917auf Feldpostpapier mit seiner Reaktion auf die Lektüre von "Buddenbrooks", "Tonio Kröger", "Königliche Hohheit" und "Friedrich und die große Koalition" liegt bei. - Ungedruckt, nicht in Reg.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Brief mit eigenhändiger Unterschrift Princeton, 6. X. 1938, Fol. 1 Seite. Knickfalten.
An den Psychoanalytiker Theodor Reik (1888-1969): "Sehr verehrter Herr Doktor Reik: Anbei erhalten Sie einige Zeilen, die Sie bei Ihren Bewerbungen um eine sporadische oder dauernde Vortrags-Tätigkeit hoffentlich mit einigem Nutzen verwenden können. Ich verspreche Ihnen gern, bei nächster Gelegenheit mit Dr. [Abraham] Flexner [1866-1959] über Ihre Wünsche zu sprechen. Die freundlich übersandten Papiere erhalten Sie beigeschlossen zurück. Mit herzlichen Wünschen für das Gelingen Ihrer Pläne [...]" - Reik war seit 1911 Schüler und Mitarbeiter Sigmund Freuds. 1938 emigrierte er in die USA. Thomas Mann verwendete sich für ihn noch am 6. Oktober bei der "American Guild for German Cultural Freedom" (Reg. 38/190) und am Folgetag bei Hubertus Prinz zu Löwenstein (Reg. 38/192). - ...
An den Psychoanalytiker Theodor Reik (1888-1969): "Sehr verehrter Herr Doktor Reik: Anbei erhalten Sie einige Zeilen, die Sie bei Ihren Bewerbungen um eine sporadische oder dauernde Vortrags-Tätigkeit hoffentlich mit einigem Nutzen verwenden können. Ich verspreche Ihnen gern, bei nächster Gelegenheit mit Dr. [Abraham] Flexner [1866-1959] über Ihre Wünsche zu sprechen. Die freundlich übersandten Papiere erhalten Sie beigeschlossen zurück. Mit herzlichen Wünschen für das Gelingen Ihrer Pläne [...]" - Reik war seit 1911 Schüler und Mitarbeiter Sigmund Freuds. 1938 emigrierte er in die USA. Thomas Mann verwendete sich für ihn noch am 6. Oktober bei der "American Guild for German Cultural Freedom" (Reg. 38/190) und am Folgetag bei Hubertus Prinz zu Löwenstein (Reg. 38/192). - Knickfalten.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift München, 11. III. 1920, 4°. 2 Seiten. Kariertes Papier mit Perforationsrand oben. Gelocht..
Hochbedeutender politischer Brief - bisher ungedruckt und unbekannt - an den Journalisten Hermann Stegemann (1870-1945). Der einzige Nachweis dieses Briefes findet sich im Tagebucheintrag Thomas Manns vom 11. März 1920: "an Dr. Stegemann von der Kultur-Korrespondenz, dem ich schrieb, ich fühlte mich nicht verpflichtet, die Betr[achtungen eines Unpolitischen] in journalistische kleine Münze umzusetzen." Mann dankt für den Brief Stegemanns vom 2. Februar 1920: "[...] Sie erweisen mir darin viel Ehre und Vertrauen; ich danke Ihnen herzlich. Auch bin ich weit entfernt, mich gegen ihren Wunsch, in der 'Kultur-Korrespondenz' einmal einen Beitrag von mir zu bringen grundsätzlich ablehnend zu verhalten. Im Gegenteil, ich würde mich besonders freuen, einmal bei Ihnen zu Gast zu sein, wenn ...
Hochbedeutender politischer Brief - bisher ungedruckt und unbekannt - an den Journalisten Hermann Stegemann (1870-1945). Der einzige Nachweis dieses Briefes findet sich im Tagebucheintrag Thomas Manns vom 11. März 1920: "an Dr. Stegemann von der Kultur-Korrespondenz, dem ich schrieb, ich fühlte mich nicht verpflichtet, die Betr[achtungen eines Unpolitischen] in journalistische kleine Münze umzusetzen." Mann dankt für den Brief Stegemanns vom 2. Februar 1920: "[...] Sie erweisen mir darin viel Ehre und Vertrauen; ich danke Ihnen herzlich. Auch bin ich weit entfernt, mich gegen ihren Wunsch, in der 'Kultur-Korrespondenz' einmal einen Beitrag von mir zu bringen grundsätzlich ablehnend zu verhalten. Im Gegenteil, ich würde mich besonders freuen, einmal bei Ihnen zu Gast zu sein, wenn die Gelegenheit sich bietet. Gegen die Erwartungen und Forderungen aber, die ihr ausgezeichneter Brief darüber hinaus und im Allgemeinen in mich setzt und an mich stellt, muß ich mich, so schmeichelhaft sie mir sein mögen, zur Wehr setzen. Solche Erwartungen und Forderungen sind in letzter Zeit wieder und wieder an mich herangetreten: man wollte Vorträge von mir, wollte Artikel, kurz wollte, daß ich mich als politischer Führer und Wegeweiser betätigte, im Sinne meiner 'Betrachtungen' natürlich. Aber ich bin kein Führer und Lehrer, nichts weniger, als das. Die Niederschrift der 'Betrachtungen eines Unpolitischen', die mich viel, viel Lebenszeit gekostet hat, während welcher meine jetzt wieder aufgenommenen künstlerischen Pläne zurückstehen mußten, war eine persönliche Gewissensangelegenheit. Wenn das Buch Elemente enthält, die die Nation sich nutzbar machen kann, so wird sie sie sich nutzbar machen; das Buch ist da und mag wirken. Seinen Inhalt fortan zu propagieren, indem ich ihn in kleine Münze umsetze, halte ich mich nicht für verpflichtet. Meine Abneigung dagegen ist umso größer und begreiflicher, als das Schriftstellern im engeren Sinne - im Gegensatz zum Erzählen - mir nur unter den schwersten Hemmungen vonstatten geht und so ein Artikel, den man im Sinn einer raschen Improvisation von mir verlangt, mich ganz unverhältnismäßig viel Zeit kostet. Ich bin nächstens 45 Jahre alt und durch die Erschütterungen der Zeit furchtbar aufgehalten worden. Zwei vor dem Kriege begonnene umfangreiche künstlerische Kompositionen sind zu beenden. Meine Arbeitskraft ist nicht üppig bemessen. Wenn ich mein Lebenswerk - es mag wenig daran gelegen sein, aber es ist das meine - beenden will, mich fertig vorstellen will, so habe ich allen Grund, mich zusammenzuhalten, mich nicht zu verzetteln. Ich antwortete schon mit demselben Ernst und derselben Ausführlichkeit, womit Sie sich, sehr eindrucksvoll, an mich wandten [...]" - Thomas Mann hatte die ersten Tage des Februars 1920 in Feldafing in seinem Ferienhaus "Villino" ("mein hiesiges Mauseloch") verbracht, um am Roman "Der Zauberberg" zu arbeiten.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiges Albumblatt mit Unterschrift Mühlheim an der Ruhr, 17. I. 1911, Qu.-Gr.-8°. 1 Seite.
"Die Hemmung ist des Willens bester Freund! | ('Fiorenza') [...]" - Thomas Mann machte im Januar 1911 eine Vortragsreise ins Ruhrgebiet und nach Westfalen; er las aus "Felix Krull" und den Novellen und besuchte Mülheim, Düsseldorf und Bielefeld. In Mühlheim verbrachte er "sehr merkwürdig" einen Nachmittag bei Adeline Stinnes-Coupienne (1844-1925), der Witwe des Industriellen Hugo Stinnes (1842-1887), wie er in seinem Brief vom 26. Januar 1911 an Heinrich Mann berichtet. - Das Zitat "Die Hemmung ist des Willens bester Freund" rührt eigentlich von Friedrich Schiller her und liegt auch Thomas Manns Schiller-Erzählung "Schwere Stunde" (1905; entstanden gleich nach "Fiorenza") zugrunde. - Leichter Tintenwischer. - Albumblätter Thomas Manns sind selten."Die Hemmung ist des Willens bester Freund! | ('Fiorenza') [...]" - Thomas Mann machte im Januar 1911 eine Vortragsreise ins Ruhrgebiet und nach Westfalen; er las aus "Felix Krull" und den Novellen und besuchte Mülheim, Düsseldorf und Bielefeld. In Mühlheim verbrachte er "sehr merkwürdig" einen Nachmittag bei Adeline Stinnes-Coupienne (1844-1925), der Witwe des Industriellen Hugo Stinnes (1842-1887), wie er in seinem Brief vom 26. Januar 1911 an Heinrich Mann berichtet. - Das Zitat "Die Hemmung ist des Willens bester Freund" rührt eigentlich von Friedrich Schiller her und liegt auch Thomas Manns Schiller-Erzählung "Schwere Stunde" (1905; entstanden gleich nach "Fiorenza") zugrunde. - Leichter Tintenwischer. - Albumblätter Thomas Manns sind selten.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift St. Moritz, Suvretta House, 5. VIII. 1950, 8°. 2 Seiten. Lateinische Schrift. Hotelbriefpapier.
An den Verleger Kurt Desch über das Buch des Emigranten Jonas Lesser (1895-1968) "Thomas Mann in der Epoche seiner Vollendung" (München 1952): "[...] gewiss habe ich seinerzeit Ihren Brief erhalten und Dr. Lesser sogleich von Ihrer grundsätzlich bereitwilligen Haltung tröstliche Mitteilung gemacht. Noch mehr freut es mich nun, dass Sie meine recht hohe Meinung von dem Buch teilen und es verlegen wollen. Es ist das ein generöses Wagnis, das mir keinen geringen Respekt einflösst. Aber wer weiss, vielleicht greift das Publikum zu. Aus Leipzig schreibt mir Dr. Hans Mayer, dass von seinem Buch über mein Werk in vier Wochen 12 000 Stück verkauft worden sind. Lesser, der sich so sehr danach sehnte, seine getreue Arbeit veröffentlicht zu sehen, wird gewiss mit Ihren Vorschlägen ...
An den Verleger Kurt Desch über das Buch des Emigranten Jonas Lesser (1895-1968) "Thomas Mann in der Epoche seiner Vollendung" (München 1952): "[...] gewiss habe ich seinerzeit Ihren Brief erhalten und Dr. Lesser sogleich von Ihrer grundsätzlich bereitwilligen Haltung tröstliche Mitteilung gemacht. Noch mehr freut es mich nun, dass Sie meine recht hohe Meinung von dem Buch teilen und es verlegen wollen. Es ist das ein generöses Wagnis, das mir keinen geringen Respekt einflösst. Aber wer weiss, vielleicht greift das Publikum zu. Aus Leipzig schreibt mir Dr. Hans Mayer, dass von seinem Buch über mein Werk in vier Wochen 12 000 Stück verkauft worden sind. Lesser, der sich so sehr danach sehnte, seine getreue Arbeit veröffentlicht zu sehen, wird gewiss mit Ihren Vorschlägen einverstanden sein, und ich segne den Vertrag [...]" - Im beiliegenden gedruckten Waschzettel wird Thomas Mann zitiert: "Im Gegensatz zu gewissen bedeutenden Arbeiten, die mein Werk hauptsächlich unter dem gesellschaftskritischen Gesichtspunkt würdigen, richtet diese all ihr Augenmerk auf die rein künstlerischen Eigenschaften, Erfindungen, Neuerungen, Eigentümlichkeiten - und zwar mit einer Akribie, Um- und Einsicht, Sensitivität für das sprachliche Detail, die Wortfügung, den technischen 'Witz', die nach meiner Erfahrung etwas Einzigartiges darstellt". - Das erwähnte Buch von Hans Mayer ist "Thomas Mann. Werk und Entwicklung" (Berlin 1950). - Als Thomas Mann am 19. Oktober München besuchte, wurde das Erscheinen des Buchs gefeiert: "stark besuchter Empfang beim Verleger Desch. Vorlesung aus Lessers Buch. Diskussion über die Stellung des Schriftstellers." (Tagebücher IX, S. 288). - In lateinischer Schreibschrift. - Reg. 50/323.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Thomas Mann“. München, Poschingerstr. 1, 24. XII. 1929, Gr.-8°. 1 Seite. Doppelblatt. Briefkopf.
An einen Herrn Cleß wegen einer Rede: "Sehr geehrter Herr Cleß, ich hatte die kleine Rede nicht aufgeschrieben, als ich sie sprach, sondern habe sie noch nachträglich diktiert - nicht absolut wörtlich, aber doch ziemlich so, wie ich sie gesprochen. Wenn man's so liest, ist nicht viel dran, aber zu seiner Stunde war es offenbar das Rechte. Ich habe nur diesen Durchschlag, daher muß ich Sie bitten, mir die Blätter nach Einsichtnahme zurückzuschicken [...]" - Am 19. Dezember gab Thomas Mann auf der Rückreise von Stockholm in der Berliner Funkstunde in improvisierter Rede eine Darstellung der Stockholmer Nobelpreisfeierlichkeiten: "Meine Stockholmer Eindrücke". - Nicht in Reg. - Knickfalte älter hinterlegt.An einen Herrn Cleß wegen einer Rede: "Sehr geehrter Herr Cleß, ich hatte die kleine Rede nicht aufgeschrieben, als ich sie sprach, sondern habe sie noch nachträglich diktiert - nicht absolut wörtlich, aber doch ziemlich so, wie ich sie gesprochen. Wenn man's so liest, ist nicht viel dran, aber zu seiner Stunde war es offenbar das Rechte. Ich habe nur diesen Durchschlag, daher muß ich Sie bitten, mir die Blätter nach Einsichtnahme zurückzuschicken [...]" - Am 19. Dezember gab Thomas Mann auf der Rückreise von Stockholm in der Berliner Funkstunde in improvisierter Rede eine Darstellung der Stockholmer Nobelpreisfeierlichkeiten: "Meine Stockholmer Eindrücke". - Nicht in Reg. - Knickfalte älter hinterlegt.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Erlenbach-Zürich, 27. III. 1953, Gr.-8°. 1 Seite . Briefkopf. Mit eigenhändigen Umschlag.
An Lore Rümelin(-Wibel ; 1915-1998) in Bern: "[...] Es ist Alles in meinen Händen. Ich bin bei der Durchsicht und habe kaum irgendwo die rote Feder anzusetzen. Properly! Eine bewundernswerte Leistung! Empfehle mich bestens für künftige Fälle. - Die Geschichte ist gut in den Anfängen und am Schluß. Mittendrin ist allerlei Flaues, wofür es wohl Entschuldigungen gäbe. Aber da gilt keine Entschuldigung. Nun müssen Sie uns schleunigst sagen, was wir Ihnen außer dem wärmsten Danke schuldig sind [...]" - Lore Rümelin hatte es übernommen, die Handschrift zu Thomas Manns "Die Betrogene" mit der Maschine zu transkribieren und so die Druckvorlage herzustellen, nach der die Erzählung in drei Folgen von Mai bis Juni 1953 in der Stuttgarter Zeitschrift "Merkur" abgedruckt wurde. Im ...
An Lore Rümelin(-Wibel ; 1915-1998) in Bern: "[...] Es ist Alles in meinen Händen. Ich bin bei der Durchsicht und habe kaum irgendwo die rote Feder anzusetzen. Properly! Eine bewundernswerte Leistung! Empfehle mich bestens für künftige Fälle. - Die Geschichte ist gut in den Anfängen und am Schluß. Mittendrin ist allerlei Flaues, wofür es wohl Entschuldigungen gäbe. Aber da gilt keine Entschuldigung. Nun müssen Sie uns schleunigst sagen, was wir Ihnen außer dem wärmsten Danke schuldig sind [...]" - Lore Rümelin hatte es übernommen, die Handschrift zu Thomas Manns "Die Betrogene" mit der Maschine zu transkribieren und so die Druckvorlage herzustellen, nach der die Erzählung in drei Folgen von Mai bis Juni 1953 in der Stuttgarter Zeitschrift "Merkur" abgedruckt wurde. Im Tagebuch vermerkt Mann: "Von Frau Rümelin die Gesamtabschrift der 'Betrogenen', erstaunlich gut. Durchsicht vor- und nachmittags. Zeilen an sie." - Lore Rümelin stammte aus Lübeck und kam auf Vermittlung von Gottfried Bermann-Fischer zu Thomas Mann. - Reg 53/83. - Vgl. Klaus Täubert, Zum 80. Geburtstag [von L. Rümelin] am 28. September. In: Europäische Ideen, Heft 90 (1994), S. 12-15. - Sehr schöner Brief.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Thomas Mann“ (lateinische Schrift). Zürich, Dolder Grand Hotel, 4. VII. 1950, Kl.-4°. 1 Seite. Doppelblatt. Hotelbriefpapier „Dolder Grand Hotel Zürich“. Gelocht.
Bisher unbekannter Brief an Helmut Castagne im S. Fischer Verlag, über eine Erlaubnis zur Veröffentlichung einzelner Passagen aus "Dr. Faustus": "[...] ich finde das Zögern Dr. Bermanns sehr begreiflich und die Honorierungsvorschläge des Verlages Langewiesche ganz unmöglich. Bei einem so neuen Buch ist ohnedies die Freigabe so vieler Seiten zum Nachdruck nicht leicht zu nehmen. Aber wenigstens müsste ich statt der angebotenen 300 D. Mark (wenn ich recht gerechnet habe) 500 zur Bedingung machen [...]". - Bei dem damals "neuen Buch" handelt es sich um den Roman "Dr. Faustus", der 1947 in New York und 1948 erstmals in Wien erschien. In der bei Langewiesche 1950 veröffentlichten Anthologie "Allgewalt Musik. Bekenntnisse von Musikern und Dichtern", hrsg. von Herbert Barth, befinden sich ...
Bisher unbekannter Brief an Helmut Castagne im S. Fischer Verlag, über eine Erlaubnis zur Veröffentlichung einzelner Passagen aus "Dr. Faustus": "[...] ich finde das Zögern Dr. Bermanns sehr begreiflich und die Honorierungsvorschläge des Verlages Langewiesche ganz unmöglich. Bei einem so neuen Buch ist ohnedies die Freigabe so vieler Seiten zum Nachdruck nicht leicht zu nehmen. Aber wenigstens müsste ich statt der angebotenen 300 D. Mark (wenn ich recht gerechnet habe) 500 zur Bedingung machen [...]". - Bei dem damals "neuen Buch" handelt es sich um den Roman "Dr. Faustus", der 1947 in New York und 1948 erstmals in Wien erschien. In der bei Langewiesche 1950 veröffentlichten Anthologie "Allgewalt Musik. Bekenntnisse von Musikern und Dichtern", hrsg. von Herbert Barth, befinden sich drei Auszüge aus Thomas Manns Roman: "Pandämonium der Töne", "Zur Niederschrift der Apocalipsis" und "Ein Vortrag über Beethovens Sonate Op. 111". Die Auszüge stammen aus den Kapiteln VI, VIII und XXXIV des "Dr. Faustus". - Castagne (geb. 1910) war von 1950 bis 1956 Leiter der Theaterabteilung des S. Fischer Verlags. 1975 schrieb er über diese Jahre einen Artikel in der Frankfurter Neuen Presse: "Die Leiden und die Größe des Zauberers. Frankfurt, ein Verlag und Thomas Mann - Begegnungen und Erinnerungen". - Nicht in Reg. Vgl. Potempa D, 10, 48.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Erlenbach-Zürich, 18. I. 1953, Gr.-8°. 2 Seiten. Deutsche Schrift.
An Gertud Supf, die ihm das Buch ihres Gatten Peter Supf "Der Himmelswagen. Das Schicksal des Melchior Bauer" (1953) gesandt hatte: "[...] nur die Unruhe, ja Unordnung des Lebens, das ich in letzter Zeit geführt - erst die anstrengenden Reisen nach Deutschland und Österreich, später die Übersiedlung aus dem Hotel in unser neues Schweizer Heim, die Ankunft unserer Habe aus Kalifornien und die Einrichtung damit (Bücher!) kann es einigermaßen entschuldigen, daß ich Sie für Ihren guten Brief vom November und für das Buchgeschenk, das ihn begleitete - oder das er begleitete - noch immer ohne Dank gelassen habe. In vollem Sinne danken kann ich Ihnen auch heute noch nicht; denn mehr als eine oberflächliche Bekanntschaft habe ich tatsächlich mit dem Werk, das Ihnen nach so langer Jahre ...
An Gertud Supf, die ihm das Buch ihres Gatten Peter Supf "Der Himmelswagen. Das Schicksal des Melchior Bauer" (1953) gesandt hatte: "[...] nur die Unruhe, ja Unordnung des Lebens, das ich in letzter Zeit geführt - erst die anstrengenden Reisen nach Deutschland und Österreich, später die Übersiedlung aus dem Hotel in unser neues Schweizer Heim, die Ankunft unserer Habe aus Kalifornien und die Einrichtung damit (Bücher!) kann es einigermaßen entschuldigen, daß ich Sie für Ihren guten Brief vom November und für das Buchgeschenk, das ihn begleitete - oder das er begleitete - noch immer ohne Dank gelassen habe. In vollem Sinne danken kann ich Ihnen auch heute noch nicht; denn mehr als eine oberflächliche Bekanntschaft habe ich tatsächlich mit dem Werk, das Ihnen nach so langer Jahre Arbeit daran besonders am Herzen liegen muß, noch nicht machen können. Die ruhigen Stunden, in denen ich mich ihm wirklich einläßlich werde widmen können, sollen noch kommen und werden hoffentlich sehr bald kommen. Diese Zeilen sollen nur ein Zeichen sein, daß es mich bedrückt hat, Ihrer schönen Sendung solange mit Schweigen begegnen zu müssen. Sie werden Verständnis haben: ich habe Not mit eigener, zulange vernachlässigter Arbeit; Leseverpflichtungen in Form von Manuskripten und Büchern liegen immer zuhauf, und als Briefschreiber steht man alle Augenblicke vor dem Bankrott. - Also dann, ich hoffe ihnen bald ein Wort über meine Eindrücke sagen zu können [...]" - Reg 53/28. - Kleiner Wasserfleck. - Beilage: Supf, Gertrud. Eigenh. Brief mit U. Stockdorf, 7. IV. 1954. 8°. 4 Seiten. Doppelblatt. An Thomas Mann mit der Bitte, über ihren Mann Peter Supf zu schreiben. Vgl. TM, Tagebuch 12. Juni 1954.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Bad Tölz, 8. IX. 1917, Gr.-8°. 2 1/2 Seiten. Doppelblatt. Mit eigenhändigen Umschlag.
Wichtiger unveröffentlichter politischer Brief an den Leutnant Wilhelm Hasselbach in St. Avold in Lothringen, mitten aus der Arbeit an den "Betrachtungen eines Unpolitischen", seines "alles sagenden, alles klagenden Schmöker[s]" (30. IV. 1917 an Paul Ammann): "[...] Bei der Beantwortung Ihres freundlichen Briefes muß ich mich leider sehr kurz fassen, da eine weitläufige Arbeit, die ich aus inneren wie äußeren Gründen unbedingt fördern muß, meine Kräfte ganz in Anspruch nimmt. Ich habe den Eindruck, daß der Verfasser jenes Artikels über politische Moral den politischen Führern Deutschlands eine Lektion erteilen wollte, und wirklich, daß diese Männer mit der Moral auf besserem Fuße stehen, als die der anderen Völker, scheint auch mir durch ihr diplomatisches Unglück und ...
Wichtiger unveröffentlichter politischer Brief an den Leutnant Wilhelm Hasselbach in St. Avold in Lothringen, mitten aus der Arbeit an den "Betrachtungen eines Unpolitischen", seines "alles sagenden, alles klagenden Schmöker[s]" (30. IV. 1917 an Paul Ammann): "[...] Bei der Beantwortung Ihres freundlichen Briefes muß ich mich leider sehr kurz fassen, da eine weitläufige Arbeit, die ich aus inneren wie äußeren Gründen unbedingt fördern muß, meine Kräfte ganz in Anspruch nimmt. Ich habe den Eindruck, daß der Verfasser jenes Artikels über politische Moral den politischen Führern Deutschlands eine Lektion erteilen wollte, und wirklich, daß diese Männer mit der Moral auf besserem Fuße stehen, als die der anderen Völker, scheint auch mir durch ihr diplomatisches Unglück und die verzweifelte Lage, in die sie Deutschland i. J. 1914 gebracht hatten, erwiesen. Ich meine, man kann über das Verhältnis von Moral und Politik nicht pessimistisch genug denken. Es giebt thatsächlich nur eine [unterstrichen] Politik, die Machiavellis, und solange es überhaupt Politik geben wird, wird es immer diese sein. Vielleicht kommt einmal die Zeit, wo es keine mehr geben wird, d. h. keine Staaten mehr, sondern nur noch einen [unterstrichen] Staat, die organisierte 'Menschheit', und so fragwürdige Seiten dies hätte, - wenn der menschliche Geist die Politik los wäre, so wäre das freilich eine große Befreiung. Sie ist etwas Abscheuliches und daß der Deutsche im Grunde kein Talent dazu hat, ehrt ihn nach meiner Meinung. Die politische Begabung, in England am besten zu Hause, besteht in einer eigentümlichen psychologischen Versöhnung von Tugend und Nutzen, Moral und Geschäft. Es hängt das nahe zusammen mit der 'Demokratie'. Man hat jetzt in Deutschland eingesehen, daß ohne Demokratie in der Welt keine Geschäfte mehr zu machen sind, daß man sich anglisieren muß, um Geschäfte zu machen, - aus dieser Einsicht stammt der opportunistische Wille zur deutschen Demokratie ... Aber das ist ein unendliches Feld, ich muß abbrechen, nehmen Sie vorlieb! Meine besten Wünsche für Ihre Genesung [...]" - Im Sommer 1917 schrieb Mann das Kapitel "Politik" der "Betrachtungen". Unser Brief bildet ein Seitenstück dazu. Der zu Beginn erwähnte Artikel ist möglicherweise: Erich Jung, Politische Moral, in: Süddeutsche Monatshefte, Jg. 14, H. 11, August 1917 (Thema: Aus dem Weltkriege; Dank an D. H.). - Der Adressat, zur Zeit des Briefes im Lazarett in Lothringen, war später Bürgermeister in Falkenstein/Taunus und verfasste eine Broschüre über den Ort. - Ungedruckt, nicht in Reg.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „T.M.“. München, 31. I. 1926, Gr.-8°. 1/2 Seite. Mit Absender-„Gummistempel“.
An den Schriftsteller und Zeichner Rudolf Großmann (1882-1941) in Berlin: "Lieber Herr Großmann, sehr gescheidt und nett ist der Aufsatz. Ich habe garnichts dagegen bis auf die Bemerkung S. 1 über die Mama, die ich lieber fehlen oder positiver gewendet sähe. Glückliche Reise und auf Wiedersehn! [...]" - Rudolf Großmann hatte Thomas Mann 1922 für den "Simplicissimus" (1923) karikiert: "Nur zu! Er zeichnete mir eine schiefe Nase, und ein Wort gab dabei das andere", schrieb Thomas Mann später in "Okkulte Erlebnisse" (GW X, 143). Großmann führte Mann daraufhin in die okkulten Kreise um Schrenck-Notzing ein. Am 9. Februar 1926 erschien im "Berliner Tageblatt" (Nr. 66, 1. Beiblatt) Großmanns Text mit Zeichnungen "Die Romanzwillinge" über Thomas und Heinrich Mann mit einem weiteren, ...
An den Schriftsteller und Zeichner Rudolf Großmann (1882-1941) in Berlin: "Lieber Herr Großmann, sehr gescheidt und nett ist der Aufsatz. Ich habe garnichts dagegen bis auf die Bemerkung S. 1 über die Mama, die ich lieber fehlen oder positiver gewendet sähe. Glückliche Reise und auf Wiedersehn! [...]" - Rudolf Großmann hatte Thomas Mann 1922 für den "Simplicissimus" (1923) karikiert: "Nur zu! Er zeichnete mir eine schiefe Nase, und ein Wort gab dabei das andere", schrieb Thomas Mann später in "Okkulte Erlebnisse" (GW X, 143). Großmann führte Mann daraufhin in die okkulten Kreise um Schrenck-Notzing ein. Am 9. Februar 1926 erschien im "Berliner Tageblatt" (Nr. 66, 1. Beiblatt) Großmanns Text mit Zeichnungen "Die Romanzwillinge" über Thomas und Heinrich Mann mit einem weiteren, ähnlichen Porträt. Die von Thomas Mann in unserem Brief monierte Stelle im Manuskript über die Mutter Julia Mann wurde gestrichen und ist nicht abgedruckt worden. - Vgl. Thomas und Heinrich Mann im Spiegel der Karikatur. Hrsg. von Th. Sprecher und H. Wisskirchen. Zürich 2003. Nr. 17 (Kopie liegt bei). - Stempel links oben: "Dr. Thomas Mann. München. Poschingerstrasse 1." - Nicht in Reg. - Knickfalten.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Maschinengeschriebener Brief mit eigenhändiger Unterschrift Princeton, N. J.,, 15. V. 1939, Kl.-Fol. 1 Seite. Briefkopf.
Englisch an Carl L. Marek (1907-2000) in New York, 57 East 88th Street. Bedauert, eine Einladung verschieben zu müssen: "We are so sorry to learn that your letter of March 25th went astray. We were on our way to California at the time, and several letters which were forwarded to us missed us as we stopped at so many different cities en route. My wife and I would have liked to be able to accept your invitation to dinner now, but we expect to leave for Europe early in June and have so much to do before then that we are at a loss to know how to do our work or fulfil our obligations. If you will ask us again early in the Autumn when we get back, we will be very glad to accept. In any case we are most grateful to you for your thought of us. Had LIFE MAGAZINE sent me any copies of the ...
Englisch an Carl L. Marek (1907-2000) in New York, 57 East 88th Street. Bedauert, eine Einladung verschieben zu müssen: "We are so sorry to learn that your letter of March 25th went astray. We were on our way to California at the time, and several letters which were forwarded to us missed us as we stopped at so many different cities en route. My wife and I would have liked to be able to accept your invitation to dinner now, but we expect to leave for Europe early in June and have so much to do before then that we are at a loss to know how to do our work or fulfil our obligations. If you will ask us again early in the Autumn when we get back, we will be very glad to accept. In any case we are most grateful to you for your thought of us. Had LIFE MAGAZINE sent me any copies of the picture taken by their staff photographer which you liked, it would have been a pleasure to me to have sent you one. Perhaps if you wrote to LIFE they might give you a photograph. Please give our kindest regards to Mrs. Marek and accept our assurances of how much we regret having to postpone what we know will be a very congenial and happy evening [...]" - Marek hatte nach einem Foto aus der Reportage über Thomas Mann im LIFE Magazine vom 17. April 1939 gefragt. Vom 6. Juni bis 9. September unternahmen Manns eine Europareise nach Nordwijk, Zürich, London und Stockholm. Eine erneute Einladung von Marek im November wurde jedoch abermals abgesagt. - Reg. 39/245.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Tristan. Sechs Novellen. (18.-20. Aufl.). Berlin, S. Fischer, 1919, 8°. 4 Bl., 264 S. Pp. (etw. fleckig und bestoßen).
Kriegsausgabe. - Vgl. Potempa B. 2. - Vorsatzblatt mit sehr schönem eigenh. Eintrag und U. des Verfassers: "'Denn Gewissen schien immer mir Sinn und Sache der Prosa: | Das Gewissen des Herzens und das des verfeinerten Ohres; | Ja, sie schien mir Moral und Musik, - so übt' ich sie immer.' (Gesang vom Kindchen) | München, 14. I. 20 | Thomas Mann." - Der "Gesang vom Kindchen" war 1919 in einer Zeitschriften- und einer Buchfassung erstmals erschienen. - Enthält die Erzählungen "Der Weg zum Friedhof", "Tristan", "Der Kleiderschrank", "Luischen", "Gladius Dei" und "Tonio Kröger". Jede Erzählung mit einer Widmung, u. a. an Artur Holitscher, Carl Ehrenberg, Carla Mann, Richard Schaukal, Kurt [hier falsch: Karl] Martens sowie die schöne Unbekannte M(ary) S(mith). - Verkauf erst ab 17. ...
Kriegsausgabe. - Vgl. Potempa B. 2. - Vorsatzblatt mit sehr schönem eigenh. Eintrag und U. des Verfassers: "'Denn Gewissen schien immer mir Sinn und Sache der Prosa: | Das Gewissen des Herzens und das des verfeinerten Ohres; | Ja, sie schien mir Moral und Musik, - so übt' ich sie immer.' (Gesang vom Kindchen) | München, 14. I. 20 | Thomas Mann." - Der "Gesang vom Kindchen" war 1919 in einer Zeitschriften- und einer Buchfassung erstmals erschienen. - Enthält die Erzählungen "Der Weg zum Friedhof", "Tristan", "Der Kleiderschrank", "Luischen", "Gladius Dei" und "Tonio Kröger". Jede Erzählung mit einer Widmung, u. a. an Artur Holitscher, Carl Ehrenberg, Carla Mann, Richard Schaukal, Kurt [hier falsch: Karl] Martens sowie die schöne Unbekannte M(ary) S(mith). - Verkauf erst ab 17. März 2011 (Leipziger Buchmesse).
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Wälsungenblut. Mit Steindrucken von Th. Th. Heine. München, Phantasus-Verlag, ohne Jahr (1921), 4°. Mit 32 (12 ganzseitigen) Original-Lithographien von Th. Th. Heine. 3 Bl., 88 S., 1 Bl. Farbig illustrierter Original-Pappband nach Th. Th. Heine (Rücken unter verwendung des Originalmaterials neu angesetzt0.
Erste Ausgabe, als Privatdruck erschienen. - Potempa E.22.2. Bürgin I, 18. Schauer II, 10. - Nr. 329 von 200 Ex. der Numerierung 301-500 auf Bütten (Gesamtaufl. 530); hier in dem sehr seltenen, weil meist privat nachgebundenen, schön illustrierten Original-Papband Heines. - Druckvermerk am Schluß mit Kopierstift von Thomas Mann und Thomas Theodor Heine signiert. - Georg Witkowski schrieb im Dezemberheft 1921 in der "Zeitschrift für Bücherfreunde" (Sp. 268): "Dem Ruhme Thomas Manns wird von dieser schwachen Satire kein neues Blatt zuwachsen; er wußte, weshalb er sie seit 1905 in seinem Pulte barg [...] Trotzdem - und vielleicht gerade wegen der Seltsamkeit wird dieses Nebenwerk dem Verehrer Thomas Manns und dem Sammler wert sein, um so mehr, da die Steinzeichnungen Th. Th. Heines ...
Erste Ausgabe, als Privatdruck erschienen. - Potempa E.22.2. Bürgin I, 18. Schauer II, 10. - Nr. 329 von 200 Ex. der Numerierung 301-500 auf Bütten (Gesamtaufl. 530); hier in dem sehr seltenen, weil meist privat nachgebundenen, schön illustrierten Original-Papband Heines. - Druckvermerk am Schluß mit Kopierstift von Thomas Mann und Thomas Theodor Heine signiert. - Georg Witkowski schrieb im Dezemberheft 1921 in der "Zeitschrift für Bücherfreunde" (Sp. 268): "Dem Ruhme Thomas Manns wird von dieser schwachen Satire kein neues Blatt zuwachsen; er wußte, weshalb er sie seit 1905 in seinem Pulte barg [...] Trotzdem - und vielleicht gerade wegen der Seltsamkeit wird dieses Nebenwerk dem Verehrer Thomas Manns und dem Sammler wert sein, um so mehr, da die Steinzeichnungen Th. Th. Heines den Text aufs wirksamste ergänzen und sich typographisch dem schönen Druck willig einschmiegen. Papier und Einband vollendeten den guten bibliophilen Eindruck." - Die Erzählung sollte ursprünglich 1906 in der "Neuen Rundschau" veröffentlicht werden, wurde jedoch noch vor Erscheinen von Thomas Mann zurückgezogen. - Unbeschnitten und sehr breitrandig. - Gut erhalten.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Maschinengeschriebener Brief mit eigenhändiger Unterschrift München, Poschingerstr. 1, 13. VII. 1931, Gr.-4°. 1 Seite. Mit Briefkopf.
An Clara Bayer, der er für die Übersendung eines Buches von Adolf Bayer ("Die Ansbacher Fayence-Fabriken [...]", Ansbach 1928) dankt: "[...] Für Ihre liebenswürdige Sendung schulde ich Ihnen noch vielen herzlichen Dank und bin auch unserer Freundin, Fräulein Schlier, aufrichtig verbunden dafür, dass Sie Ihnen von meiner besonderen Sympathie für das Frankenland Mitteilung gemacht hat. Die Ansbacher Fayencen sind eine sehr erfreuliche Bereicherung meiner Bibliothek und haben mir schon viel Genuss und Belehrung gewährt. Ich danke Ihnen noch einmal herzlich für die grosse Aufmerksamkeit [...]" - Kleine Randeinrisse unterlegt (leicht durchscheinend). - Reg. 31/86 (nach Kopie).An Clara Bayer, der er für die Übersendung eines Buches von Adolf Bayer ("Die Ansbacher Fayence-Fabriken [...]", Ansbach 1928) dankt: "[...] Für Ihre liebenswürdige Sendung schulde ich Ihnen noch vielen herzlichen Dank und bin auch unserer Freundin, Fräulein Schlier, aufrichtig verbunden dafür, dass Sie Ihnen von meiner besonderen Sympathie für das Frankenland Mitteilung gemacht hat. Die Ansbacher Fayencen sind eine sehr erfreuliche Bereicherung meiner Bibliothek und haben mir schon viel Genuss und Belehrung gewährt. Ich danke Ihnen noch einmal herzlich für die grosse Aufmerksamkeit [...]" - Kleine Randeinrisse unterlegt (leicht durchscheinend). - Reg. 31/86 (nach Kopie).
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Thomas Mann“. Noordwijk aan Zee, Grand Hotel & Kurhaus „Huis ter Duin“, 20. VII. 1939, 4°. 1 1/2 Seiten. Hotelbriefpapier. Gelocht.
Sehr schöner Brief an den Schriftsteller Alfred Neumann (1895-1952), Manns Nachbar im Münchner Herzogpark, der sich im Exil in Nizza aufhielt: "[...] über unsere Reisepläne wollte ich Ihnen noch Nachricht geben, da ich zu meiner Freude höre, daß auch Sie an die Schweiz denken. Wir wären längst dort, wenn es nach uns gegangen wäre. Aber da immerfort die Ausreise der alten Münchener Eltern schwebt, wollten wir durch unsere Anwesenheit in Zürich gerade jetzt nicht stören. Gestern und heute war auch die Versteigerung der Majoliken in London. Sobald die Devisen im Kasten klingen, sollen, angeblich, hoffentlich, aber trau, schau, wem, die Alten ihre Pässe haben. Die Zahlungen mögen sich hinziehen. Bis Ende des Monats warten wir, dann reisen wir unbedingt und wollen im Waldhaus ...
Sehr schöner Brief an den Schriftsteller Alfred Neumann (1895-1952), Manns Nachbar im Münchner Herzogpark, der sich im Exil in Nizza aufhielt: "[...] über unsere Reisepläne wollte ich Ihnen noch Nachricht geben, da ich zu meiner Freude höre, daß auch Sie an die Schweiz denken. Wir wären längst dort, wenn es nach uns gegangen wäre. Aber da immerfort die Ausreise der alten Münchener Eltern schwebt, wollten wir durch unsere Anwesenheit in Zürich gerade jetzt nicht stören. Gestern und heute war auch die Versteigerung der Majoliken in London. Sobald die Devisen im Kasten klingen, sollen, angeblich, hoffentlich, aber trau, schau, wem, die Alten ihre Pässe haben. Die Zahlungen mögen sich hinziehen. Bis Ende des Monats warten wir, dann reisen wir unbedingt und wollen im Waldhaus Dolder wohnen (nicht Grand Hôtel). Möglicher Weise sind Sie schon dort, wenn wir kommen, oder Sie stoßen doch bald zu uns, so hoffen wir. Herrn [Gustav] Aschaffenburg will ich auch gern begrüßen, aber mit den U.S.A. Möglichkeiten, ach, damit steht es schlimmer und schlimmer. Golo trifft heut oder morgen in Zürich ein, um die Redaktion von 'M[ass] u[und] W[ert]' zu übernehmen. Möge er seine Sache gut machen und die von [Ferdinand] Lion Erniedrigten und Beleidigten versöhnen. Lesen Sie doch Klaus' Roman, den 'Vulkan'! Er ist recht vereinsamt damit; es sind, glaube ich, 300 Exemplare verkauft. Und dabei ist es ein sehr talentiertes, bei aller Leichtigkeit ernstes Buch, dass mich mehr und mehr bewegt hat. Freundschaftliche Grüße [...]" - Alfred Pringsheims berühmte Majolikasammlung wurde auf Geheiß der Reichsregierung in London versteigert und der Erlös zu 95% einbehalten, der Rest wurde in die Schweiz überwiesen; nach der Transaktion erhielten Thomas Manns Schwiegereltern ihre Reisepässe. Ferdinand Lion (1883-1965), der Redakteur von "Maß und Wert" hatte viele Beiträger verstimmt und legte die Herausgabe Mitte Juli durch einen "Abschiedsbrief" nieder. - Reg. 39/316. Druck: Bw. TM-Neumann, S. 46. (falsch datiert).
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Maschinengeschriebener Brief mit eigenh. Korrektur und Unterschrift München, 20. XI. 1931, Gr.-4°. 1 1/2 Seiten. Briefkopf. Gelocht. Mit Empfängervermerken zu Beginn und am Schluss.
An den Rundfunkwissenschaftler Friedrichkarl Roedemeyer (1894-1947) in Frankfurt, der ihn zu einem Vortrag eingeladen hatte: "[...] Ich [...] freue mich auch diesmal wieder Ihrer feinsinnigen Anteilnahme an Problemen, die auch mich auf meine anspruchslosere Art gelegentlich beschäftigt haben. Mich über diese Fragen anders als etwa im privaten Gespräch, in zusammenhängender Rede also, zu äussern, würde mir sehr schwer fallen, und die Gelegenheit, dies vor Ihrer Studien-Gemeinschaft zu tun, wird sich in absehbarer Zeit auch gar nicht bieten [...] Im nächsten Mai freilich wird ja die künstlerische Völkerbundskommission in Frankfurt tagen, und ich werde voraussichtlich dabei sein; aber dann werde ich den Kopf wohl voll von anderen Dingen haben [...] Wenn Sie mir eine oder die andere ...
An den Rundfunkwissenschaftler Friedrichkarl Roedemeyer (1894-1947) in Frankfurt, der ihn zu einem Vortrag eingeladen hatte: "[...] Ich [...] freue mich auch diesmal wieder Ihrer feinsinnigen Anteilnahme an Problemen, die auch mich auf meine anspruchslosere Art gelegentlich beschäftigt haben. Mich über diese Fragen anders als etwa im privaten Gespräch, in zusammenhängender Rede also, zu äussern, würde mir sehr schwer fallen, und die Gelegenheit, dies vor Ihrer Studien-Gemeinschaft zu tun, wird sich in absehbarer Zeit auch gar nicht bieten [...] Im nächsten Mai freilich wird ja die künstlerische Völkerbundskommission in Frankfurt tagen, und ich werde voraussichtlich dabei sein; aber dann werde ich den Kopf wohl voll von anderen Dingen haben [...] Wenn Sie mir eine oder die andere Frage brieflich vorlegen wollen, die Sie, wie Sie schreiben, an Dichter zu stellen pflegen, die Sie in Ihrem Kreise begrüssen, so bin ich gern bereit, sie Ihnen nach bestem Vermögen zu beantworten [...]" - Am Beginn und am Schluß des Briefes hat der Empfänger mit Bleistift den Zusammenhang erläutert: "Es handelte sich um den Dichter vor dem Mikrophon, um die Mitarbeit der Vertreter des Geistes in allen Ländern, den Rundfunk durch das gesprochene Wort für die Verständigung unter den Nationen einzusetzen - aber auch für künstlerische Probleme, die jedes Land angehen." Am Schluß teilt er mit, daß er den Dichter tatsächlich später in Frankfurt sprechen und dessen volle Zustimmung und Ermutigung zu seinen Rundfunk-Bestrebungen erlangen konnte. Das Treffen ist in Bürgin-Mayers Chronik nicht erwähnt. Immerhin berichtet Mann an Ernst Bertram, daß er sich zu Weihnachten 1931 "einen kombinierten Radio-Grammophon-Apparat" zugelegt habe. - Randeinrisse und Randfehlstelle mit geringem Textverlust. - Nicht in Reg.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Unordnung und frühes Leid. Novelle. Berlin, S. Fischer, 1926, Kl.-8°. Mit einer Titelvignette in Orig.-Radierung von Karl Walser. 126 S., 2 Bl. Gelbes flexibles illustriertes OLdr. mit Kopfgoldschnitt von K. Walser; mit Pergaminumschlag, aber ohne Schuber (Rücken minimal berieben).
Nr. 290 von 300 Ex. der Vorzugsausgabe in Leder. - Erste Ausgabe. - Potempa E.29.2. - Im Druckvermerk von Thomas Mann in Bleistift signiert. - Bei Jakob Hegner in Hellerau auf Bütten gedruckt. - Nachdem Thomas Mann den Druckvermerk bereits signiert hatte, mußte wegen technischer Schwierigkeiten bei der buchbinderischen Verarbeitung der Einband statt in Pergament in Ganzleder ausgeführt werden. Einzige Ausgabe, die in der Original Bessemer-Kursiv gedruckt wurde; alle späteren Auflagen mußten von einem Nachschnitt abgezogen werden, da Samuel Fischer seine wertvolle Schrift schonen wollte. - Gut erhalten.Nr. 290 von 300 Ex. der Vorzugsausgabe in Leder. - Erste Ausgabe. - Potempa E.29.2. - Im Druckvermerk von Thomas Mann in Bleistift signiert. - Bei Jakob Hegner in Hellerau auf Bütten gedruckt. - Nachdem Thomas Mann den Druckvermerk bereits signiert hatte, mußte wegen technischer Schwierigkeiten bei der buchbinderischen Verarbeitung der Einband statt in Pergament in Ganzleder ausgeführt werden. Einzige Ausgabe, die in der Original Bessemer-Kursiv gedruckt wurde; alle späteren Auflagen mußten von einem Nachschnitt abgezogen werden, da Samuel Fischer seine wertvolle Schrift schonen wollte. - Gut erhalten.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Thomas Mann“. Arosa, Schweiz, 10. V. 1926, Gr.-4°. 1 Seite. Briefkopf (Adresse korrigiert).
Sehr schöner Brief an die Redaktion der "Lübeckischen Blätter": "[...] mein Beitrag zu Ihrer Festnummer muß den Charakter der Entschuldigung und des Hinweises auf einen anderen Beitrag tragen, den ich zum Feste der Vaterstadt beizusteuern die Ehre und Freude haben werde. Am 5. Juni nachmittags werde ich vor meinen Mitbürgern stehen und über genau die Fragen sprechen, die Sie uns auswärtigen Lübeckern vorlegen. 'Was ist mir Lübeck gewesen?' 'Was danke ich Lübeck?' 'Wie sehe ich Lübeck?' Ich bin im Begriffe, diese Gewissensfragen zu dem Thema zusammenzufassen: 'Lübeck als geistige Lebensform'; und das ist eben der Titel des Vortrags, den ich in den Festtagen selbst in der Aula des Johanneums zu halten denke. Ich möchte nicht antizipieren und mich nicht wiederholen und bitte Sie ...
Sehr schöner Brief an die Redaktion der "Lübeckischen Blätter": "[...] mein Beitrag zu Ihrer Festnummer muß den Charakter der Entschuldigung und des Hinweises auf einen anderen Beitrag tragen, den ich zum Feste der Vaterstadt beizusteuern die Ehre und Freude haben werde. Am 5. Juni nachmittags werde ich vor meinen Mitbürgern stehen und über genau die Fragen sprechen, die Sie uns auswärtigen Lübeckern vorlegen. 'Was ist mir Lübeck gewesen?' 'Was danke ich Lübeck?' 'Wie sehe ich Lübeck?' Ich bin im Begriffe, diese Gewissensfragen zu dem Thema zusammenzufassen: 'Lübeck als geistige Lebensform'; und das ist eben der Titel des Vortrags, den ich in den Festtagen selbst in der Aula des Johanneums zu halten denke. Ich möchte nicht antizipieren und mich nicht wiederholen und bitte Sie und Ihre Leser für heute mit einem herzlichen Gruß an die Heimat vorlieb zu nehmen [...]" - Zur Feier der 700jährigen Reichsfreiheit Lübecks bereitete der Ausschuß für die "Lübeckischen Blätter" eine Festnummer vor. Paul Brockhaus hatte sich als Schriftleiter etwas Besonderes ausgedacht: Er schrieb an prominente Bürger innerhalb und außerhalb Lübecks und bat sie, ihre Meinung zu äußern darüber, was ihnen Lübeck bedeute und was sie der Stadt verdankten. Ein solches Schreiben erhielt auch Thomas Mann, der sich schon bereit gefunden hatte, die Festrede zu halten. Es ist verständlich, daß er es als Vorwegnahme seines Themas ansehen mußte, wenn er auf die von der Schriftleitung gestellten Fragen näher einging. In der Festnummer ist Thomas Manns Brief nicht mit abgedruckt, wenngleich er wohl den Brief ausdrücklich der Veröffentlichung wegen geschrieben hatte. Der Brief steht zu dem Vortrag, (der übrigens nicht im Johanneum, sondern im Stadttheater gehalten wurde), in sehr enger Beziehung. - Mann besuchte vom 1. bis 28. Mai seine Frau Katia in ihrer Kur in Arosa. Am 30. Mai war er wieder in München und besuchte dann vom 3. bis 7. Juni seine Vaterstadt Lübeck, um seinen berühmten Festvortrag zu halten. Am 6. Juni feierte er dort seinen 51. Geburtstag. - Druck: Der Wagen 1967, S. 38 f. Reg. 26/69. - Sehr gut erhalten.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift München, 6. X. 1925, 4°. 1 Seite.
An den Theaterregisseur Friedrich Rosenthal (1885-1942) in Wien. Rosenthal war von 1913-29 Dramaturg und Regisseur am Deutschen Volkstheater in Wien und hatte dort zweimal Thomas Manns "Fiorenza" meisterhaft inszeniert, zuerst im Dezember 1919. Thomas Mann hat in seinen Tagebüchern ausführlich über seine Reise nach Wien 1919 und die Aufführung berichtet. Rosenthal plante für den Spätherbst eine Vortragsreise in Deutschland zu dem Thema "Vom Anfang und Ende des deutschen Theaters": "[...] vielen Dank für Ihren Brief, der mich hier bei meiner Heimkehr von Italien erreicht. Nach Lübeck habe ich gleich besondere Anweisung wegen der Nennung Ihres Namens gegeben. Ich reise morgen dorthin und muß von dort noch nach Bremen, (wo meine Tochter jetzt spielt) und nach Berlin. So komme ich ...
An den Theaterregisseur Friedrich Rosenthal (1885-1942) in Wien. Rosenthal war von 1913-29 Dramaturg und Regisseur am Deutschen Volkstheater in Wien und hatte dort zweimal Thomas Manns "Fiorenza" meisterhaft inszeniert, zuerst im Dezember 1919. Thomas Mann hat in seinen Tagebüchern ausführlich über seine Reise nach Wien 1919 und die Aufführung berichtet. Rosenthal plante für den Spätherbst eine Vortragsreise in Deutschland zu dem Thema "Vom Anfang und Ende des deutschen Theaters": "[...] vielen Dank für Ihren Brief, der mich hier bei meiner Heimkehr von Italien erreicht. Nach Lübeck habe ich gleich besondere Anweisung wegen der Nennung Ihres Namens gegeben. Ich reise morgen dorthin und muß von dort noch nach Bremen, (wo meine Tochter jetzt spielt) und nach Berlin. So komme ich jetzt leider nicht mehr dazu, mich hier nach Möglichkeiten für einen Vortrag von Ihnen, den die Münchener recht wohl brauchen könnten, umzutun. Am 25. etwa denke ich zurück zu sein und werde dann sofort meine Versuche anstellen, auch wohl vorher schon brieflich sondieren. Ich denke an die Goethe-Gesellschaft und an Casparis Kunstsalon. Es müßte sich, zum Teufel, doch machen lassen. Mit herzlichen Grüßen und [...] dem besten Dank für das Programmheft, das mir eine sehr liebe Erinnerung ist [...]" - Thomas Mann war am 3. Oktober aus Ischia nach München zurückgekehrt und fuhr am 8. Oktober nach Lübeck zur dortigen Fiorenza-Aufführung im Stadttheater. Am 12. Oktober besuchte er Erika Mann in Bremen, am 16. und 19. Oktober las er in Berlin und war am 20. Oktober wieder zurück in München. Am 24. Oktober schrieb er an H. H. Borcherdt (Reg. 25/189) und empfahl ihm den Vortrag Rosenthals für die Münchner Goethe-Gesellschaft. - Wohlerhalten. - Nicht in Reg.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Maschinengeschriebener Brief mit eigenhändiger Unterschrift „Thomas Mann“. Pacific Palisades, 1550 San Remo Drive, 11. I. 1947, 4°. 1 Seite. Briefkopf.
An den Lehrer und Schriftsteller Walter Widmer (1903-1965) in Basel: "Ihre Zeilen vom 25. Dezember sind in meinen Haenden. Es liegt mir daran, Sie zu versichern, dass die Entschuldigung, die ich Ihnen durch Alexander [Moritz] Frey zukommen liess, nicht das Geringste zu tun hat mit irgend einem Wort, das Sie irgendwann und -wo ueber mich oder auch gegen mich gesagt haben. Ich fuehle mich vollkommen frei von jedem Vorurteil gegen Sie und habe nur zu viel eigene Sorgen, als dass ich mich in schweizerische Erziehungsfragen und -Streitigkeiten einmischen moechte, bei denen die gegnerischen Standpunkte mir wesentlich unbekannt sind. Allgemein bin ich fuer das Freie, Gute und Progressive und nehme gern an, dass Sie fuer dieses kaempfen. Was ich von Ihren Kindergeschichten gelesen habe, hat mir ...
An den Lehrer und Schriftsteller Walter Widmer (1903-1965) in Basel: "Ihre Zeilen vom 25. Dezember sind in meinen Haenden. Es liegt mir daran, Sie zu versichern, dass die Entschuldigung, die ich Ihnen durch Alexander [Moritz] Frey zukommen liess, nicht das Geringste zu tun hat mit irgend einem Wort, das Sie irgendwann und -wo ueber mich oder auch gegen mich gesagt haben. Ich fuehle mich vollkommen frei von jedem Vorurteil gegen Sie und habe nur zu viel eigene Sorgen, als dass ich mich in schweizerische Erziehungsfragen und -Streitigkeiten einmischen moechte, bei denen die gegnerischen Standpunkte mir wesentlich unbekannt sind. Allgemein bin ich fuer das Freie, Gute und Progressive und nehme gern an, dass Sie fuer dieses kaempfen. Was ich von Ihren Kindergeschichten gelesen habe, hat mir aber, wie ich Herrn Frey ganz offen schrieb, nicht so entschieden zugesagt, dass ich mich zu einer oeffentliehen Aeusserung darueber berechtigt fuehlte. Mit hochachtungsvoller Begruessung [...]" - Mann hatte sein Urteil über Widmers Kinderbuch "Der Vinzi und die glorreichen Tage der schwarzen Hand (Bern 1944) in deutlicher Form auch bereits am 16. November 1946 an A. M. Frey gesandt. Widmer schickte als Antwort auf Manns Briefe diesem "eine Flut von Büchern" (Reg. 47/49) und Mann milderte sein Urteil daraufhin ab. - Reg. 74/22.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Erlenbach-Zürich, 19. III. 1953, Gr.-8°. 1 Seite . Briefkopf. Mit eigenhändigen Umschlag.
Sehr schöner Brief an Lore Rümelin in Bern: "[...] gestern fertig geworden, schickte ich Ihnen den Rest des Manuskripts, ohne mir auch nur Zeit zu nehmen, diese Zeilen gleich beizulegen. Sie sind eilig, ich bin es auch. Die Zeitschrift wartet auf mehr Manuskript. Ich denke, schon geübt und eingelesen, werden Ihnen die verbleibenden Tage dieses Monats, wohl gar nur ein Teil davon, genügen, die Abschrift zu bewältigen - obgleich es einiges rückseitige Gekritzel gibt. Bonne chance! Wenn Ihnen ein Wort Schwierigkeiten macht, lassen Sie einfach eine Lücke [...]" - Lore Rümelin hatte es übernommen, die Handschrift zu Thomas Manns "Die Betrogene" mit der Maschine zu transkribieren und so die Druckvorlage herzustellen, nach der die Erzählung in drei Folgen von Mai bis Juni 1953 in der ...
Sehr schöner Brief an Lore Rümelin in Bern: "[...] gestern fertig geworden, schickte ich Ihnen den Rest des Manuskripts, ohne mir auch nur Zeit zu nehmen, diese Zeilen gleich beizulegen. Sie sind eilig, ich bin es auch. Die Zeitschrift wartet auf mehr Manuskript. Ich denke, schon geübt und eingelesen, werden Ihnen die verbleibenden Tage dieses Monats, wohl gar nur ein Teil davon, genügen, die Abschrift zu bewältigen - obgleich es einiges rückseitige Gekritzel gibt. Bonne chance! Wenn Ihnen ein Wort Schwierigkeiten macht, lassen Sie einfach eine Lücke [...]" - Lore Rümelin hatte es übernommen, die Handschrift zu Thomas Manns "Die Betrogene" mit der Maschine zu transkribieren und so die Druckvorlage herzustellen, nach der die Erzählung in drei Folgen von Mai bis Juni 1953 in der Stuttgarter Zeitschrift "Merkur" abgedruckt wurde. - Lore Rümelin stammte aus Lübeck und kam auf Vermittlung von Gottfried Bermann-Fischer zu Thomas Mann. - Reg 53/76. - Vgl. Klaus Täubert, Zum 80. Geburtstag [von L. Rümelin] am 28. September. In: Europäische Ideen, Heft 90 (1994), S. 12-15.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Buddenbrooks. Verfall einer Familie. 100. Auflage. 2 Bde. Berlin, S. Fischer, 1919, 8°. Mit 2 illustr. Doppeltiteln (in Ocker und Rostrot) nach Emil Preetorius. 499; 477 S., 1 Bl. OHldr. (Handeinband) mit goldgepr. Deckel-Vignetten und Rvg. sowie Kopfgoldschnitt nach Emil Preetorius (minimal berieben).
Nr. 181 von 200 Ex. (Gesamtaufl. 210) der signierten und numerierten Vorzugsausgabe für den Handel. - Bürgin 1.2.D. Potempa D 1.5. Pfäfflin 71. - Im Druckvermerk am Schluß von Bd. II vom Autor signiert. - Am 4. April 1919, mitten in den Wirren der Münchner Räterepublik, notiert Thomas Mann in sein Tagebuch: "In den [Münchner Neuesten] Nachrichten Notiz über die 100. Auflage von 'B[uddenbrook]s', die nachher in 3 Exemplaren eintraf, sehr nobel." (Tagebücher I, 185). Die Ausgabe hatte sich immer wieder verzögert. Sie war ursprünglich ab Herbst (Ebda. 3 und 16) für das Weihnachtsgeschäft 1918 geplant worden, Preetorius arbeitete im September an der Ausstattung, aber "Leider wird die Luxusausgabe von 'B[uddenbrook]s' zu Weihnacht nicht fertig." (Ebda. 17. Dezember 1918, S. 110). ...
Nr. 181 von 200 Ex. (Gesamtaufl. 210) der signierten und numerierten Vorzugsausgabe für den Handel. - Bürgin 1.2.D. Potempa D 1.5. Pfäfflin 71. - Im Druckvermerk am Schluß von Bd. II vom Autor signiert. - Am 4. April 1919, mitten in den Wirren der Münchner Räterepublik, notiert Thomas Mann in sein Tagebuch: "In den [Münchner Neuesten] Nachrichten Notiz über die 100. Auflage von 'B[uddenbrook]s', die nachher in 3 Exemplaren eintraf, sehr nobel." (Tagebücher I, 185). Die Ausgabe hatte sich immer wieder verzögert. Sie war ursprünglich ab Herbst (Ebda. 3 und 16) für das Weihnachtsgeschäft 1918 geplant worden, Preetorius arbeitete im September an der Ausstattung, aber "Leider wird die Luxusausgabe von 'B[uddenbrook]s' zu Weihnacht nicht fertig." (Ebda. 17. Dezember 1918, S. 110). Die Druckbogen hatte Thomas Mann bereits am 4. November erhalten (Ebda. 54) und am 11. und 12. November 1918 signiert: "Signierte einen großen Teil der 260 [!] Schlußbogen der 100. Auflage, zufrieden, eine mechanische Arbeit zu haben [...] Beendete nach Tische schon die Signierung u. freute mich an den Exemplaren." (Ebda. 70 f.) "Nachdem ich dies geschrieben, stellte ich das kolossale Wert-Paket der signierten Bogen für Leipzig her, siegelte es und leistete ein befriedigendes Stück Arbeit damit." (Ebda. 74). Am 1. Februar hatte er notiert: "Die 100. von 'Buddenbrooks' kommt diesen Monat, aber Preetorius soll versagt haben." (Ebda. 142). Am 16. März: "Schrieb ziemlich strengen Brief an Fischer, in Sachen [...] 100. Auflage." (Ebda. 172). Am 7. April: "Brief an Preetorius über die 100. Aufl." (Ebda. 189). - Breitrandiger Druck "auf surrogatfreiem Papier der Firma Sieler & Vogel." - Schönes Exemplar. - Sehr selten. - Verkauf ab 6. Juni 2011.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Doctor Faustus. The Life of the German Composer Adrian Leverkühn as told by a friend. Translated from the German by H. T. Lowe-Porter. New York, Alfred A. Knopf, 1948, 8°. 1 Bl., VI, 510 S., 5 Bl. Schwarze OLwd. mit Goldprägung sowie illustr. Orig.-Schutzumschlag nach Georg Salter (Rücken mit kleiner Knickfalte).
Erste amerikanische Ausgabe ("First and second printings before publication" - "This is a Borzoi book"). - Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "To our good neighbour | Lester Zifferen | sorry that he leaves | hoping to meet him again, | him and his good wife, | in a not too far future | Pacif. Palisades, Dec. 20. 1951 | Thomas Mann." - Geschenkexemplar für seine Nachbarn von der anderen Straßenseite gegenüber, den Journalisten und Drehbuchautor Lester Ziffren (1906-2007) und dessen Frau Edythe, geb. Wurtzel (1917-1977). Man traf sich öfter bei Abendgesellschaften und Ziffrens gaben auf den Mannschen Hund acht, wenn diese abends ausgingen. Der Journalist Lester Ziffren arbeitete auch als Drehbuchautor und Agent für Hollywood. Am 8. Oktober 1951 besuchte er Thomas ...
Erste amerikanische Ausgabe ("First and second printings before publication" - "This is a Borzoi book"). - Vorsatzblatt mit eigenh. Widmung und U. des Verfassers: "To our good neighbour | Lester Zifferen | sorry that he leaves | hoping to meet him again, | him and his good wife, | in a not too far future | Pacif. Palisades, Dec. 20. 1951 | Thomas Mann." - Geschenkexemplar für seine Nachbarn von der anderen Straßenseite gegenüber, den Journalisten und Drehbuchautor Lester Ziffren (1906-2007) und dessen Frau Edythe, geb. Wurtzel (1917-1977). Man traf sich öfter bei Abendgesellschaften und Ziffrens gaben auf den Mannschen Hund acht, wenn diese abends ausgingen. Der Journalist Lester Ziffren arbeitete auch als Drehbuchautor und Agent für Hollywood. Am 8. Oktober 1951 besuchte er Thomas Mann und erbat den "Joseph" zum Vertrieb als Filmagent. "Aber natürlich" erhielt er die Zusage (TB IX, 116). Ziffren beriet die Regierung auch in Südamerikafragen und wurde 1952 als Erster Sekretär der US-Botschaft nach Kolumbien abberufen. - Gut erhalten. - Verkauf erst ab 9. Oktober 2013 (Frankfurter Buchmesse).
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Dieser Friede. New York / Toronto, Longmans, Green and Company Alliance Book Corporation, 1938, Gr.-8°. 28 S. Schwarze OLwd mit Rtit. und Deckelprägung (gering fleckig und bestoßen).
Erste Ausgabe. - Potempa G.696.2. Bürgin I.55.A. - Vorsatzblatt mit 10-zeiliger eigenh. Widmung und U. des Verfassers "Marie Woods | mit herzlichem Glückwunsch zu dem | ungewöhnlichen Erfolg ihrer Studien, | besonders erfreut über das Interesse, | das sie dabei meiner Lebensarbeit | zugewendet | freundlichst zugeeignet | Pacif. Palisades, Calif | 11. Mai 1951 | Thomas Mann." - Zur Auflage: "Das Problem Bermann, der in einer Art Rachwut Buch und Broschüre auf die eigene Kappe nimmt und von dieser 10000 drucken läßt." (Tagebuch, 10. XI. 1938). - "Gab Landshoff Druckauflage 10000 zehntausend für ganze Auflage." (G. Bermann-Fischer an TM 11. XI. 1938; Briefwechsel S. 191). - "Die deutsche Ausgabe der Broschüre 'Dieser Friede' [wurde] von der Druckerei The Haddon Craftsmen' in Camden, ...
Erste Ausgabe. - Potempa G.696.2. Bürgin I.55.A. - Vorsatzblatt mit 10-zeiliger eigenh. Widmung und U. des Verfassers "Marie Woods | mit herzlichem Glückwunsch zu dem | ungewöhnlichen Erfolg ihrer Studien, | besonders erfreut über das Interesse, | das sie dabei meiner Lebensarbeit | zugewendet | freundlichst zugeeignet | Pacif. Palisades, Calif | 11. Mai 1951 | Thomas Mann." - Zur Auflage: "Das Problem Bermann, der in einer Art Rachwut Buch und Broschüre auf die eigene Kappe nimmt und von dieser 10000 drucken läßt." (Tagebuch, 10. XI. 1938). - "Gab Landshoff Druckauflage 10000 zehntausend für ganze Auflage." (G. Bermann-Fischer an TM 11. XI. 1938; Briefwechsel S. 191). - "Die deutsche Ausgabe der Broschüre 'Dieser Friede' [wurde] von der Druckerei The Haddon Craftsmen' in Camden, New Jersey, USA, in einer Auflage von neuntausend Exemplaren [gedruckt. Sie kam] gleichzeitig unter dem amerikanischen Imprint 'Longmans, Green & Co. Alliance Book Corporation' heraus." (Tagebücher 1937-39, S. 748). - Die widersprüchlichen Angaben (auch Bürgin und Potempa nennen ein 1.-9. Tsd. für die Stockholmer Ausgabe) lassen den Schluß zu, daß die Erstausgabe mit amerikanischem Imprint in einer Auflage von 1000 Exemplaren gedruckt wurde; sie ist daher auch ungleich seltener als die Ausgabe mit der Verlagsangabe "Stockholm, Bermann Fischer" und diente wohl der Sicherung des amerikanischen Copyright. - Deckelprägung mit Faksimileunterschrift "Thomas Mann". Vorsätze gering gebräunt, sonst gut.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „Ihr ergebener Thomas Mann“. Erlenbach-Zürich, 27. XI. 1953, Kl.-4°. 1 Seite, mit gedrucktem Briefpapier und eigenh. adressiertem Umschlag.
An Lore Rümelin (1915-1998) in Bern, die ihren Umzug nach Bonn angekündigt hat: "[...] Das ist ein harter Schlag. Ich sehe nicht, wie Sie zu ersetzen sein sollten. Gleich kann ich Weiteres nicht schicken. Aber sagen Sie mir: Wenn Sie sich in Bonn eingelebt haben werden, können Sie denn die Arbeit an der Abschrift nicht dort ebenso gut fortsetzen, wie in Bern? [...]" - Mitten in der Arbeit im Felix Krull erreichte Thomas Mann die Nachricht, dass Lore Rümelin-Wibel (1915-1998), Frau des deutschen Kulturattachés beim deutschen Generalkonsulat in Zürich, mit ihrem Mann von Bern nach Bonn übersiedeln werde. Sie stammte aus Lübeck und war auf Vermittlung von Gottfried Bermann-Fischer zu Thomas Mann gekommen. Nach ihrem Umzug setzte sie die Arbeit für Thomas Mann von Bonn aus fort und ...
An Lore Rümelin (1915-1998) in Bern, die ihren Umzug nach Bonn angekündigt hat: "[...] Das ist ein harter Schlag. Ich sehe nicht, wie Sie zu ersetzen sein sollten. Gleich kann ich Weiteres nicht schicken. Aber sagen Sie mir: Wenn Sie sich in Bonn eingelebt haben werden, können Sie denn die Arbeit an der Abschrift nicht dort ebenso gut fortsetzen, wie in Bern? [...]" - Mitten in der Arbeit im Felix Krull erreichte Thomas Mann die Nachricht, dass Lore Rümelin-Wibel (1915-1998), Frau des deutschen Kulturattachés beim deutschen Generalkonsulat in Zürich, mit ihrem Mann von Bern nach Bonn übersiedeln werde. Sie stammte aus Lübeck und war auf Vermittlung von Gottfried Bermann-Fischer zu Thomas Mann gekommen. Nach ihrem Umzug setzte sie die Arbeit für Thomas Mann von Bonn aus fort und fertigte die Manuskriptabschriften aller späteren Werke an, u.a. für "Felix Krull", "Versuch über Schiller" und "Versuch über Tschechow". - Reg 53/346. - Vgl. Klaus Täubert, Zum 80. Geburtstag [von L. Rümelin] am 28. September. In: Europäische Ideen, Heft 90 (1994), S. 12-15.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Die Forderung des Tages. Reden und Aufsätze aus den Jahren 1925-1929. (Erste bis achte Auflage). Berlin, S. Fischer, 1930, 8°. 417 S., 3 Bl. OLwd. mit Deckel- und Rückenprägung (etw. berieben).
Gesammelte Werke. - Erste Ausgabe. - Potempa B.67: "Auslieferung Oktober 1929". - Vorsatzblatt mit eigenh. Bleistiftwidmung des Verfassers an den Schriftsteller und Freund Hans Reisiger (1884-1968): "Hans Reisiger, | dem Freunde | in herzlicher Gesinnung | München 11. XI. 29 | Thomas Mann." - Einen Tag vor der Zuerkennung des Nobelpreises am 12. November 1929 geschrieben. - Reisiger gehörte zu den vertrautesten Freunden Thomas Manns und war der Lieblingsonkel der Kinder (vgl. Armbrust-Heine S. 232f.). - Wohlerhalten. - Beiliegend eine bisher wohl unveröffentlichte, hochinteressante Originalphotographie im Postkartenformat, welche Thomas Mann mit Hans Reisiger in einer Pferdekutsche vor einem Ausflugschiff in Nidden zeigt. Reisiger hatte Thomas Mann ab 1. Juli 1932 nach Nidden ...
Gesammelte Werke. - Erste Ausgabe. - Potempa B.67: "Auslieferung Oktober 1929". - Vorsatzblatt mit eigenh. Bleistiftwidmung des Verfassers an den Schriftsteller und Freund Hans Reisiger (1884-1968): "Hans Reisiger, | dem Freunde | in herzlicher Gesinnung | München 11. XI. 29 | Thomas Mann." - Einen Tag vor der Zuerkennung des Nobelpreises am 12. November 1929 geschrieben. - Reisiger gehörte zu den vertrautesten Freunden Thomas Manns und war der Lieblingsonkel der Kinder (vgl. Armbrust-Heine S. 232f.). - Wohlerhalten. - Beiliegend eine bisher wohl unveröffentlichte, hochinteressante Originalphotographie im Postkartenformat, welche Thomas Mann mit Hans Reisiger in einer Pferdekutsche vor einem Ausflugschiff in Nidden zeigt. Reisiger hatte Thomas Mann ab 1. Juli 1932 nach Nidden begleitet, wo man bis 3. September blieb. - Schönes Ensemble.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Porträtphotographie. Gruppenbild mit André Gide, Félix Bertaux, Jean Schlumberger u. a. Ohne Ort (Sèvres), 11. V. 1931, 16,5 x 23 cm.
Sehr seltene, unbekannte und wohl unveröffentlichte Photographie, die einen der Höhepunkte der deutsch-französischen kulturellen Beziehungen in dieser Zeit im Bild festhält: die erste Begegnung von Thomas Mann und André Gide im Hause von Félix Bertaux. Gide schreibt dazu in seinem Tagebucheintrag vom 13. Mai: "Vorgestern in Sèvres zu Mittag gegessen, bei den Bertaux', mit J. Schlumberger, den Thomas Manns und den Soupaults. Ich kannte Thomas Mann noch nicht, der sich mir gegenüber bei verschiedenen Gelegenheiten so freundlich erwiesen hatte, daß es unschicklich gewesen wäre, seinen Aufenthalt in Paris zu ignorieren [...] Thomas Mann und besonders seine Frau sprechen ein perfektes Französisch; übrigens ist ihre Aussprache, auch wenn sie sich deutsch ausdrücken, so deutlich, ...
Sehr seltene, unbekannte und wohl unveröffentlichte Photographie, die einen der Höhepunkte der deutsch-französischen kulturellen Beziehungen in dieser Zeit im Bild festhält: die erste Begegnung von Thomas Mann und André Gide im Hause von Félix Bertaux. Gide schreibt dazu in seinem Tagebucheintrag vom 13. Mai: "Vorgestern in Sèvres zu Mittag gegessen, bei den Bertaux', mit J. Schlumberger, den Thomas Manns und den Soupaults. Ich kannte Thomas Mann noch nicht, der sich mir gegenüber bei verschiedenen Gelegenheiten so freundlich erwiesen hatte, daß es unschicklich gewesen wäre, seinen Aufenthalt in Paris zu ignorieren [...] Thomas Mann und besonders seine Frau sprechen ein perfektes Französisch; übrigens ist ihre Aussprache, auch wenn sie sich deutsch ausdrücken, so deutlich, daß mir kein Wort entging [...] Mit ihm scheint man über alles und jedes mühelos sprechen zu können." (Gide, Autobiographisches, Bd. III, S. 376). - Das Bild zeigt Thomas Mann im Gespräch mit dem Germanisten und Schriftsteller Jean Schlumberger (1877-1968), auf der Treppe links Katia Mann und der sehr gelöste André Gide (1869-1951), in der Tür seines Hauses Félix Bertaux (1881-1948), rechts das Ehepaar Soupault. - Am selben Tag hielt Thomas Mann den Vortrag "Die Stellung Freuds in der modernen Geistesgeschichte" im Germanistischen Institut der Sorbonne; am 14. Mai verließ er Paris und besuchte am 15. in Badenweiler im Schwarzwald Annette Ko!b und Rene Schickele. - Verso mit Besitzerstempel, angeheftetes Deckbl. etwas fleckig u. beschriftet, untere linke Ecke mit kl. Läsur außerhalb des Bildes.
-
VerkauftMann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift München, Franz Joseph-Str. 2, 10. II. 1909, Kl.-4°. 2 Seiten. Doppelblatt mit Briefkopf. Gelocht.
An den Schriftsteller Peter Supf, der ihm seinen Gedichtband "Gedichte aus einer kleinen Stadt" (Heidelberg 1909) gesandt hatte: "[...] Nehmen Sie verbindlichsten Dank für Ihre Sendung! Es ist mir eine aufrichtige Freude, Ihre Gedichte kennen zu lernen. Meine kritischen Fähigkeiten überschätzen Sie unbedingt; gerade auf lyrischem Gebiete bin ich, ich gestehe es, nur schlecht bewandert. Aber die liebliche, volksliedhafte Schönheit der meisten Ihrer Poesieen nach Gebühr zu würdigen, bin ich, wie ich mir einbilde, wohl imstande. Einiges ist mir zu süss, zu niedlich, zu spielerisch. Aber Dinge wie 'Tiefe Winternacht', 'Der See', 'O Morgenluft' schreibt wohl nur ein wahrer Poet. Nochmals Dank und Glückwunsch! Von Ihrem Freunde [Wilhelm] Speyer las ich neulich eine überaus geschickte ...
An den Schriftsteller Peter Supf, der ihm seinen Gedichtband "Gedichte aus einer kleinen Stadt" (Heidelberg 1909) gesandt hatte: "[...] Nehmen Sie verbindlichsten Dank für Ihre Sendung! Es ist mir eine aufrichtige Freude, Ihre Gedichte kennen zu lernen. Meine kritischen Fähigkeiten überschätzen Sie unbedingt; gerade auf lyrischem Gebiete bin ich, ich gestehe es, nur schlecht bewandert. Aber die liebliche, volksliedhafte Schönheit der meisten Ihrer Poesieen nach Gebühr zu würdigen, bin ich, wie ich mir einbilde, wohl imstande. Einiges ist mir zu süss, zu niedlich, zu spielerisch. Aber Dinge wie 'Tiefe Winternacht', 'Der See', 'O Morgenluft' schreibt wohl nur ein wahrer Poet. Nochmals Dank und Glückwunsch! Von Ihrem Freunde [Wilhelm] Speyer las ich neulich eine überaus geschickte kleine Sache im 'Simplicissimus' ['Die Hochzeitsnacht des Prinzen von Bourbon' ...]" - Reg. 09/6. - Etwas fingerfleckig. Faltenrisse.

