Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).

Gedruckte Dankeskarte mit eigenhändiger Unterschrift "Thomas Mann". Kilchberg, 7. VI. 1955, Qu.-8°. 2 Seiten. Büttenkarton.

Nicht vorrätig

Beschreibung

Der gedruckte Text lautet: “lch habe viel zu danken, viel zu viel, als dass die physische Möglichkeit bestände, es mit eigener Hand, von Person zu Person zu tun. Aus aller Welt sind mir in diesen Tagen, da ich mein achtzigstes Lebensjahr vollende, Kundgebungen der Sympathie, der rührenden Anteilnahme an meiner Existenz, meinem Streben und Wirken in Form von Briefen, Telegrammen, herrlichen Blumen und sinnigen Geschenken in so unglaublicher, noch heute unübersehbarer Fülle zugekommen, dass es mich verwirrt, beschämt, beglückt, und dass ich zu dem summarischen Mittel dieser Druckzeilen greifen muss, um jedem, der mich grüsste, meine Freude darüber zum Ausdruck zu bringen, dass es mir vergönnt war, meinem Sein und Tun, dessen Unvollkommenheit ich kenne, meinem Werben im Wort um das Gute und Rechte, doch so viele Freunde zu gewinnen. ‘Wohlwollen’, sagt Goethe, ‘Wohlwollen unsrer Zeitgenossen | Das bleibt zuletzt erprobtes Glück’ | Jeden Empfänger dieser Karte bitte ich, das Summarische daran zu vergessen und meinen Dank aufs direkteste und privateste an ihn – oder sie – gerichtet zu verstehen.” Unterschrift in lateinischer Schrift. An den Sammler Hans Waldmüller gerichtet. – Gedruckt in einer serifenlosen kleinen Schrifttype. – Äußerst selten.