Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).

Porträtphotographie. Gruppenbild mit André Gide, Félix Bertaux, Jean Schlumberger u. a. Ohne Ort (Sèvres), 11. V. 1931, 16,5 x 23 cm.

Nicht vorrätig

Beschreibung

Sehr seltene, unbekannte und wohl unveröffentlichte Photographie, die einen der Höhepunkte der deutsch-französischen kulturellen Beziehungen in dieser Zeit im Bild festhält: die erste Begegnung von Thomas Mann und André Gide im Hause von Félix Bertaux. Gide schreibt dazu in seinem Tagebucheintrag vom 13. Mai: “Vorgestern in Sèvres zu Mittag gegessen, bei den Bertaux’, mit J. Schlumberger, den Thomas Manns und den Soupaults. Ich kannte Thomas Mann noch nicht, der sich mir gegenüber bei verschiedenen Gelegenheiten so freundlich erwiesen hatte, daß es unschicklich gewesen wäre, seinen Aufenthalt in Paris zu ignorieren […] Thomas Mann und besonders seine Frau sprechen ein perfektes Französisch; übrigens ist ihre Aussprache, auch wenn sie sich deutsch ausdrücken, so deutlich, daß mir kein Wort entging […] Mit ihm scheint man über alles und jedes mühelos sprechen zu können.” (Gide, Autobiographisches, Bd. III, S. 376). – Das Bild zeigt Thomas Mann im Gespräch mit dem Germanisten und Schriftsteller Jean Schlumberger (1877-1968), auf der Treppe links Katia Mann und der sehr gelöste André Gide (1869-1951), in der Tür seines Hauses Félix Bertaux (1881-1948), rechts das Ehepaar Soupault. – Am selben Tag hielt Thomas Mann den Vortrag “Die Stellung Freuds in der modernen Geistesgeschichte” im Germanistischen Institut der Sorbonne; am 14. Mai verließ er Paris und besuchte am 15. in Badenweiler im Schwarzwald Annette Ko!b und Rene Schickele. – Verso mit Besitzerstempel, angeheftetes Deckbl. etwas fleckig u. beschriftet, untere linke Ecke mit kl. Läsur außerhalb des Bildes.