Beschreibung
An einen Professor. – I. „[…] Was wir bisher gelitten, ist zu beschreiben nicht möglich. – Ich spreche nicht von den vielen Entbehrungen, welche wir als Soldaten muthig ertragen müssen, sondern von den schweren Krankheiten, welche uns fürchterlich heimsuchen […] Die schönsten, stärksten Männer schleichen wie Gerippe, gespensterartig durch die Straßen; und sind kaum mehr fähig ihre Waffen zu tragen […] Der Sommer ist hier schrecklich; länger als 3 Monate keinen Tropfen Regen, und nirgends ein kühles Plätzchen zu finden […] Der erste interessante Punkt […] welchen ich betrat, war Corinth. Diese alte weltberühmte Stadt zeigt noch jetzt die Spuren ihrer einstigen Größe […] Von Corinth aus ging unser Weg […] über Megara nach Athen. Eine Stunde von Athen entfernt, erblickt man schon, aus einem hübschen Olivenwald heraustretend, die Agropolis [!] mit dem herrlichen Parthenon […]“ – II. Stark verspätete Fortsetzung des ersten, damals nicht beendeten Briefes von 1833, „indem Sie dadurch in den Stand gesetzt werden, das Jetzt mit dem Damals zu vergleichen, und mit uns die Freude zu theilen, das alte Hellas in seiner herrlichen Wiedergeburt so schnell und kräftig sich erheben zu sehen […] Recht erfreulich ist das Vertrauen zur Regierung, und die unendliche Liebe und Achtung für den jungen König. – Die Regentschaft giebt weise Gesetze, und übt mit Strenge und Unpartheilichkeit – Gerechtigkeit […] Höchst interessant ist für den König und uns alle welche mit Ihm hierherfolgten, das Land in der fürchterlichsten Anarchie und Zerstörung, und jetzt so schön erstanden gesehen zu haben […]“ Weiter über seine Reise nach Konstantinopel. – Eduard begleitete an der Spitze eines bayerischen Militärkontingents seinen Neffen Otto, den Sohn seiner Schwester Therese, Königin von Bayern, nach Griechenland und wurde hier Gouverneur von Nauplia. – Beiliegend: III. Ders. Eigenh. Gedichtmanuskript mit U. Sachsenburg, 13. X. 1832. 3 Seiten. – „Des bayrischen Kriegers Abschied“ mit Anweisung zur Abschrift. – IV. Ders. Eigenh. Briefentwurf mit U. Ohne Ort und Jahr (ca. 1834). 2 Seiten. – Bei Rückkehr der Truppen nach Bayern. – Etw. knittrig.








