Körner, Christian Gottfried, Jurist und Schriftsteller, Freund Schillers, der Vater des Dichters (1756-1831).

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Eigenhändiger Brief mit Unterschrift „CGKörner“. Dresden, 16. III. 1811, 8° (19 x 13 cm). 3 Seiten. Doppelblatt, Wasserzeichen „S“.

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Beschreibung

An den Herausgeber und Übersetzer Christian August Heinrich Clodius (1772-1836) in Leipzig über seinen Sohn Theodor: „[…] Im Vertrauen auf ihre freundschaftlichen Gesinnungen gegen mich, und auf Ihre liberale Denkart überhaupt, rechne ich darauf, daß mein Sohn [Theodor] durch das neuerliche Ereignis Ihr Wohlwollen nicht verloren hat. Ich ersuche Sie daher, beyliegende [Empfehlungs-]Briefe nach Berlin für ihn aufzuheben, und sie ihm kurz vor seiner Abreise zuzustellen. Das Factum, worüber mein Sohn bestraft wird, ist nach meiner Überzeugung ungegründet. Mir kann man nicht verdenken, daß ich meinem Sohn, den ich kenne, mehr glaube, als einem Zeugen, den ich nicht kenne. Auch hatte mein Sohn in der jetzigen Lage der Sache keine Veranlassung mir eine Unwahrheit zu verfaßen. Indessen kann ich nicht verlangen, daß die Obrigkeit mit meinen Augen sehen soll. Gieng die Untersuchung fort, so mußte ihm ein Reinigungseyd zugesprochen werden, und acht Tage Carcer sind besser, als der leiseste Verdacht eines falschen Eydes. Wenn eines von beyden seyn sollte, so schätze ich mich glücklich, daß mein Sohn unter den Bestraften, und nicht unter den Denuncianten ist. – Das Manuscript habe ich erhalten, und sogleich an Göschen geschickt, um es bald einzeln drucken zu lassen. – Von Ihren Hoffnungen zur Professur habe ich durch den Präsidenten selbst gute Nachrichten erhalten, und neuerlich nichts dagegen gehört. Meine besten Wünsche sind für Sie. Über mein Projekt zu einem Journale erwarte ich noch Ihre Antwort. Vielleicht sehe ich Sie bald hier. Ich höre, daß Man von Berlin hieher kommen wird […]“ Aufgrund verbotener Duelle und seiner Teilnahme an studentischen Aktivitäten drohte dem Sohn, Theodor Körner, 1811 eine strafrechtliche Verfolgung, weshalb er am 23. März 1811 aus Leipzig floh. – Goedeke erwähnt für 1811 eine Veröffentlichung Chr. G. Körners „Wünsche eines deutschen Geschäftsmanns“ (nicht im KVK). – Gut erhalten. – Mit kleinem Stempel und Eintrag.