Beschreibung
An den Herausgeber und Übersetzer Christian August Heinrich Clodius (1772-1836) in Leipzig, u. a. über seinen Sohn Theodor: „[…] Zuerst lassen Sie mich noch meinen Glückwunsch zu dem Besitz eines liebenswürdigen Weibchens nachholen, denn | Wahrlich der ist neidenswerth, | Welchem Gott ein Weib bescheert, | so wie mir Ihre Geliebte bey unserer kurzen Bekanntschaft in Carlsbad zu seyn schien. Daß Sie in den ersten Tagen Ihres Ehestandes so mit Geschäften überhäufft sind, und kaum zu sich selbst werden kommen können, nehmen Sie als ein kleines Opfer an, das die Nemesis fordert. Ich kann mir denken wie viel Sie jetzt Lust haben mögen, für die Innung die üblichen Meisterstücke auszuarbeiten. Es freut mich recht, daß mein Sohn Ihnen in einem so guten Momente die erste Nachricht von Ihrer Beförderung gebracht hat. Von seiner damaligen Unpäßlichkeit hatte er uns nicht geschrieben. Für Ihre freundlichen Warnungen danke ich Ihnen sehr, und hoffe daß sie nicht ohne Wirkung seyn werden [?] da er bey manchen Fehlern das Gute hat, wahres Verdienst zu ehren und freundschaftliche Behandlung zu schätzen. In Leipzig muß übrigens die Sache ihren Gang wider ihn fortgehen, das begreife ich wohl und bin damit aufs Remis. Nur hätte ich die Bitte, daß Sie die Güte hätten mir es sogleich zu melden, wenn die Relegation erfolgt. Auch wünsche ich zu wissen, ob man über seine Relegation nach Berlin geschrieben hat, was dort geantwortet worden sit, und ob man sich dabey beruhigt. Von Berlin wird man schreiben, er sey schon längst inscribiert, und die Convention kann nicht rückwärts wirken. Will man ihn nun in Leipzig nicht gerade verfolgen, so könnte es man dabey bewenden lassen. Dem Gesetz wäre Genüge geschehen durch die Relegation. Daß ich wohl that, ihn nicht wieder nach Leipzig kommen zu lassen, haben die nachherigen Scenen ausgewiesen. Böttiger erzählt hier viel von dem gänzlichen Ruin des Leipziger Buchhandels. Die Buchhändler, sagte er, wollten gar keinen neuen Verlag übernehmen. So schlimm wirds wohl nicht seyn. Vielleicht hat Bött[iger] nur ein Manuscript nicht unterbringen können. Ich werde aber auch bald diese Sprache führen, da Göschen mir auf einen neuerlichen Antrag gar nicht geantwortet hat. Und nun schließe ich den langen Brief, schicke Sie wieder zu dem lieben Weibchen unter der Bedingung, daß Sie mein Andenken bey ihr erneuern, – und dann zu Ihrer Disputation […]“ – Nachdem Clodius 1811 ordentlicher Professor geworden war, konnte es seine Frau Charlotte (geb. Witthauer) heiraten. Die beiden Gedichtzeilen zu Beginn stammen aus dem Gedicht „Frauenlob“ von Friedrich Leopold zu Stolberg. – Aufgrund verbotener Duelle und seiner Teilnahme an studentischen Aktivitäten drohte dem Sohn, Theodor Körner, 1811 eine strafrechtliche Verfolgung, weshalb er am 23. März 1811 aus Leipzig nach Berlin floh. – Gut erhalten. – Mit kleinem Stempel und Eintrag.








