Panizza, Oskar, Schriftsteller (1853-1921).

480,00 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift München, 8. IV. 1893, Fol. 3 Seiten. Doppelblatt.

Vorrätig

Beschreibung

„An Herrn Dr. G. Manz Berlin […] Mit der Beantwortung Ihres geschätzten Briefes an Herrn Löbell vom 24. r. M. durch letzteres beauftragt, habe ich mich erst mit meinen literarischen Freunden hier ins Benehmen gesetzt, um nach jeder Richtung einer einseitigen Auffaßung Ihres Projekts, hier eine Recitations-Abend zu verantalten, meinerseits vorzubeugen. Ihr neuerliches Telegramm zwingt mich nun, Ihnen rasch zu schreiben, nachdem ich aber doch erst vorher noch einigen maßgebenden Stimmen, darunter die von Herrn Löbell gehört habe, und im Großen und Ganzen mich mit Ihnen eines Sinnes weiß. Wir haben hier während der Dauer des Bestehens der hier kürzlich aus finanziellen Rücksichten aufgelösten ‚Gesellschaft für modernes Leben‘ d. i. während der letzten 2 Jahre, eine Menge Abende veranstaltet, und dabei durch eigene Leute von Berufs-Schauspieler Gedichte, Novellen und Rollen aus der modernen Literatur, Eigenes wie Fremdes, zum Vortrag gebracht. – Ihr Projekt wäre also […]“ Es folgen finanzielle Aspekte, „[…] so sind wir, Herrn Löbells kl. Garantie-Fond zu M 50 mitgerechnet, eines Defizits von ca. M 200 absolut sicher […] Spaß beiseite […] Aber ich meine, wenn Sie es umgedreht machen, wenn Sie hier einmal – eventuell mit Berliner Unterstützung – einen Berliner oder norddeutschen Dichter Abend, in Berlin […] einen Münchner Dichter-Abend veranstalten so läßt sich hier nach dem Gesetz der Wirkung des Gegensatzes, vielleicht Ersprießliches erzielen […]“ Bugfalte in der Mitte u. seitl. minim. eingerissen.