Böttiger, Karl August, Schriftsteller und Archäologe (1760-1835).

450,00 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Dresden, 28. VII. 1811, 4°. 1 Seite. Mit rückseitiger Adresse.

Vorrätig

Beschreibung

An den Privatgelehrten August Zeis (1774-1854 ) in Murten (Schweiz) mit Dank für dessen Brief: „[…] Sie haben unserm ehrwürdigen [Heinrich August Ottokar] Reichard [1751-1828] durch die Mittheilung des Ausgangs der [David] Müslinschen Predigt ein Vergnügen gemacht, wofür auch ich Ihnen verpflichtet bin. Sie wissen, dass unser Reichard diesen ganzen Sommer über gefährlich krank war. Erst nachdem er sich einer schmerzlichen Hämorrhoidal-Fistel-operation unterworfen hat, ist Hoffnung zur langsamen Genesung […] Es ist doch sehr nöthig für Menschheit und Christenthum, dass er lebe. Was hören Sie denn in der Schweiz von dem National-consilium in Paris. Wie nun, wenn es dem Allgewaltigen [Napoleon] einmal beliebte, ein ökumenisches in Frankfurt zu halten. Wie würde da ein Mann wie Reichard Bollwerk vor die protestantische Kirche sein müssen! […] Recht sehr verpflichtet bin ich Ihnen auch für die Nachricht wegen des höchst beklagenswerten Todes des edeln [Gabriel Rudolf Friedrich] von Sinner. Es hat mich tief erschüttert, als ich in der Zeitung nur im Allgemeinem die Nachricht davon las. Wie viel ist mit ihm zu Grabe gegangen! […] So viel in größter Eil, da ich gewissermaßen den Fuß schon im Steigbügel habe, um nach Wien auf 6 Wochen zu excurriren und dabei die Schwefelbäder von Baden zu gebrauchen. Vale, face, vos tuas strenua perage! […]“ (Übers.: Leb wohl, handle, erledige deine Angelegenheiten tatkräftig). – Napoleon hielt von 17. Juni bis 5. August 1811 in Paris ein „Concile national“ ab, um Kirchenfragen zu klären. – Aus der Sammlung Fritz Eggert (vgl. Kat. 111, Nr. 9).